Pastificio Tosatti

Womit man mich ja immer begeistern kann, sind gute hausgemachte Nudeln! Egal ob in der asiatischen, italienischen oder deutschen Variante - frische Teigwaren machen mich glücklich.
Eine ganz hervorragende italienische Pastamanufaktur habe ich zu meiner Freude in der Nähe des Helmholtzplatzes entdeckt. Seit ziemlich genau einem Jahr werden in der Pastificio Tosatti täglich außer So und Mo auf einer Arbeitsfläche am Schaufenster vor den Augen der Gäste und Passanten Teig ausgerollt, Ravioli gefüllt, Gnocchi geformt, oder Spaghetti oder Tagliatelle hergestellt.
Es gibt drinnen nur drei Tische, man kann sich die Pasta aber auch für zuhause kaufen. Es lohnt sich allerdings, einen Sitzplatz zu ergattern, denn auch die Soßen sind lecker und die Atmosphäre sympathisch.
Es gibt immer nur drei - vier Gerichte, die Karte ändert sich ständig. Was gerade angeboten wird, kann meist auf Facebook gecheckt werden, oder man lässt es sich einfach von dem freundlichen Betreiber persönlich erklären, was er zu empfehlen hat. Er ist ein gelernter, italienischer Nudelmacher, der seinen Job wie ein Kunsthandwerk betreibt. Es ist eine wahre Freude ihm zuzuschauen und das Ergebnis seiner Arbeit zu genießen. Buon Appetito!

Pastificio Tosatti
Schliemannstr. 14a (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Prenzlauer Berg

Offen: Di - Sa 12 - 22 Uhr

ZUKA Dessertkultur

Sonntag Nachmittag = Kuchenzeit! Wie wäre es heute zum Beispiel mit einem Aprikosen-Mascarpone-Grüntee Törtchen bei ZUKA in Wilmersdorf? Für meinen Geschmack (als bekennende Matchaholikerin) hätte der Grüntee zwar ruhig etwas intensiver hervorschmecken dürfen, aber es war auf jeden Fall schon sehr fein. Die gesamte Palette an kleinen süßen Köstlichkeiten in der langen Glasvitrine der Patisserie ZUKA ist Verlockung pur, ein Törtchen kunstvoller als das nächste. Die Zutaten sind hochwertig, Schokolade von Valrhona, frische Beeren, gekonnte Aromenkompositionen, nie zu süßWenn man sich also nicht entscheiden kann, sollte man einfach öfter mal wiederkommen und sich durchprobieren! In der Zwischenzeit kann man sich auf der Facebookseite der Patisserie über die aktuellen Specials auf dem Laufenden halten und schonmal das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

ZUKA Dessertkultur
Emser Str. 25 (siehe Google Maps)
Berlin - Wilmersdorf

U Hohenzollernplatz
oder
Bus 249 Pariser Str

Offen:
Mo - Sa: 9 - 20 Uhr
So: 10 - 20 Uhr

Volta

Seit mindestens 10 Jahren heißt es immer wieder: der Wedding kommt! Bislang lässt der große Wedding-Orgasmus allerdings noch auf sich warten. Einzelne Flirtversuche von hippen Locations mit dem rauen Stadtteil gab es aber zwar immer wieder, von Galerien, Clubs, Bars und Pop-Up Eateries bis hin zu Modemärkten. Vieles hat sich nur als kurze Affäre herausgestellt und hinterließ zudem eher den Eindruck einer Fernbeziehung, für die trendige junge Leute aus anderen Ecken der Stadt (oder der Welt) extra angereist kamen. Publikum aus dem Kiez selbst war hier selten anzutreffen.
Nun gibt es seit einiger Zeit in einem der tollen Pavillons auf der Brunnenstraße das Volta und ich hoffe, dieses ungewöhnliche Restaurant / Bar bleibt uns lange erhalten.
Man muss gleich sagen: hier geht es extremst hip zu und die Preise sind dementsprechend auch eher gehoben. Aber was hier auf den Teller und ins Glas kommt, ist es allemal wert. Ganz hervorragend hat mir zum Beispiel ein Gericht namens Purple Bites gefallen, butterzart gebackene Aubergine auf köstlicher Maiscreme, angerichtet mit frischem Koriandergrün und Popcorn.

Ebenfalls eine Geschmacksbombe ist hier die vegetarische Variante des Ceviche. Dazu möchte ich anerkennend anmerken, dass es wirklich nicht einfach ist, ein Gericht, das sich in erster Linie um Fisch dreht, überzeugend auch ohne Getier hinzubekommen. Dank super-aromatischem Limetten-Koriander-Chili-Sesam-Dressing und der feinen Textur der als Fischersatz eingesetzten Palmherzenbin ich aber durchweg begeistert! Die Speisekarte ist klein und kann hier eingeschaut werden. Die Portionsgrößen sind so, dass man auch gut noch ein zweites Gericht bestellen kann um wirklich satt zu werden (zumindest was die vegetarischen Speisen angeht). Zudem kann man hier auch selbstgebrautes Bier und andere feine Drinks bekommen, wirbt doch die Website mit "Freshly brewed beer & bar-food with a gourmet twist." Ich bin kein Bierfan, aber wenn es so großartig ist, wie das im Volta servierte Bar-Food, kann ich nur sagen: Prost Mahlzeit! Auf die Gourmetliebe!

Volta
Brunnenstr. 73 (hier clicken für Google Maps)
Berlin-Wedding

U8 Voltastr

Offen: Mo - Sa ab 18 Uhr

Reservierung (sehr empfohlen!) per SMS oder Whatsapp : +49 (0) 176 77 55 64 22

Bosco

Ein neuer Lieblingsitaliener am Horizont! Im Bosco in Kreuzberg kommen kreative italienische Köstlichkeiten auf den Teller und meistens geht das mit wundervollen Überraschungen einher! Die auf dem Foto hier abgebildeten hausgemachten Tagliolini mit schwarzem Trüffel und Parmesan waren ganz hervorragend, stellen davon abgesehen aber eher eine Ausnahme dar, weil sie in der üblicherweise erwarteten Form serviert wurden. Besonders die Antipasti versetzen im Bosco gerne mal ordentlich ins Staunen. Wer zum Beispiel "Burrata, Tomaten, Salat, schwarze Oliven" bestellt, bekommt ein farbintensives Kunstwerk aus Kirschtomatenfilets und Burrata auf Salatsmoothiespiegel mit getrockneten und zu einem rechteckigen Blatt ausgerollten schwarzen Oliven.
Aus "Steinpilzen, Quinoa, Trüffel, Parmesan, Haselnuss, Petersilie" wird ebenfalls ein Gourmetgemälde auf den Vorspeisenteller gezaubert: auf köstlicher Parmesansoße prangen quitschgrüne Petersiliengeleetupfer, strategisch verteilte Cracker aus Quinoa und Haselnüssen und herrlich saftig angebratene, großzügige Steinpilzstücke und feine Trüffelhobel.
Ein Augenschmaus und Gaumenkitzel allererster Güte!
Mit Hilfe der tollen Fotos auf der Webseite des Restaurants kann man sich ein gutes Bild machen, wie schön die Speisen hier tatsächlich sind.

Die eigentlichen Hauptgerichte sind hier nie vegetarisch, darum habe ich mich ausschließlich durch Antipasti und Primi geschlemmt und bin damit auch wirklich sehr gut gefahren. Ich bin bislang jedes Mal, von den Geschmackserlebnissen der Antipasti voll und ganz begeistert und mit Pasta oder Risotto (mit Kürbis, Parmesanchips, geschmolzenem Camembert, Senf und Amarettini Bröseln - mmmh!) bestens gesättigt und von feinem Wein gewärmt, glücklich heimgerollt!
Auch die Desserts klingen spannend und wollen unbedingt demnächst mal probiert werden, z.B. Blaubeeren, Tanne, Thymian oder Holunderblüte, Rosen, Veilchen, Quark. Ich habe nicht den blassesten Schimmer auf welche Weise diese Zutaten zubereitet werden, aber alleine schon die Zusammenstellungen klingen vielversprechend.

Die Karte ändert sich häufig und kann hier online eingesehen werden. Sehr freundliche und zuvorkommende Bedienung runden das perfekte Bosco-Dinner ab.
Wäre es nicht so ein teures Vergnügen, wäre ich sicher häufiger im Bosco anzutreffen. Aber Kunst hat nunmal ihren Preis... und hier lohnt er sich auch tatsächlich, man bekommt für sein Geld wirklich viel geboten!

Bosco
Wrangelstr. 42 (Ecke Sorauer Str) - Google Maps
Berlin - Kreuzberg

U Schlesisches Tor

Offen: Di-So : 19 - 24 Uhr


Fotos: Martin Stahl 

Charlie's Asian Bakery & Coffee

Meine Liebe zum Matcha habe ich ja schon oft genug kundgetan, so wundert es wohl kaum, dass ich schwer beglückt war als ich von einer asiatischen Bäckerei und Café in Kreuzberg gelesen habe. Ich halte es eigentlich nicht für nötig, das gleiche zu schreiben wie die Bloggerkollegen, darum habe ich Charlie's Asian Bakery & Coffee eine Weile einfach genossen, ohne Fotos zu machen und ohne darüber zu posten. Nach einem Jahr nun, will ich doch eine Empfehlung für dieses hübsche Café aussprechen. Ich kann es mir nicht länger verkneifen, hey, es gibt dort Matcha-Kranzkuchen mit weißer Schoko, Ingwer und getrockneten Rosenblüten, Blaubeer-Mango-Kokostörtchen und Banane-Sesamkuchen... und Sommerrollen, Banh Mi und feine Suppen... Matcha Latte oder vietnamesischen (Eis-)Kaffee... und als Augenschmaus: Kimonos! Klingt und schmeckt alles nach großartiger Fusion aus vietnamesischen, japanischen und deutschen Einflüssen. Das darf doch auf Nimmersatt nicht fehlen!
Der abgebildete Matchakuchen war zwar ein klein bisschen trocken, aber das sei bei Außentemperaturen von 36-37°C verziehen, da backt der Kuchen ja quasi auf der Theke noch nach.

Auch beim Village Street Food Market in der Neuen Heimat ist Charlie's Bakery oft mit einem Stand vertreten. Man sollte unbedingt ein-zwei kleine Köstlichkeiten probieren, denn sie sehen nicht nur wunderschön aus, sondern sind auch Geschmacksbömbchen! Vieles ist zudem vegan und einiges glutenfrei.

Charlie's Asian Bakery & Coffee
Oranienstr. 187
Berlin Kreuzberg (Map)

U Kottbusser Tor oder Görlitzer Bahnhof

Offen: So - Mi 9 - 21 Uhr, Do - Sa 9 - 22 Uhr

Kranhaus Café

Wenn das Wetter wieder besser wird, habe ich einen tollen Ausflugstipp für Euch: das Kranhaus Café in Schöneweide! Im sehr gelungen restaurierten Turm unter dem historischen Kran, hat vor nicht allzu langer Zeit im Erdgeschoss ein Café eröffnet.
Die Einrichtung ist chic, mit passendem industriellem Charme und viel Licht und die hausgemachten Kuchen und Quiches, die guten Tee- und Kaffeespezialitäten und frisch gepressten Säfte wissen zu überzeugen.
Auch zum Frühstücken stelle ich es mir hier wirklich toll vor. Eine sehr angenehme Überraschung so mitten im Gewerbegebiet Schöneweide.


Direkt am sogenannten Spreeknie gelegen, bietet dieses ungewöhnliche Café sowohl von drinnen durch die große Glasfront als auch von der Sonnenterrasse aus Blick aufs Wasser. Hier lassen sich perfekt die vielen großen und kleinen Ausflugsboote beobachten.

Das Kranhaus bietet sich wirklich ideal an als Ausflugsziel bei einer Radtour durch den Plänterwald an der Spree entlang Richtung Köpenick. Der Uferweg wird auch immer weiter ausgebaut, vielleicht ist er ja bald auch ganz durchgängig.
Ich hoffe, es finden viele Gäste den Weg zum schönen Kranhaus Café, so dass es uns lange erhalten bleibt.

Kranhaus Café
Paul-Tropp-Straße 11 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Schöneweide

Offen: 10 - 18 Uhr

nächste Haltestelle:
Rathenaustr./HTW (Tram 27, 63, 67)

Lecker Song

Und gleich nochmal Teigtaschen! Diesmal Jiaozi nach Pekinger Art von dem netten kleinen Restaurant Lecker Song im Prenzlauer Berg. Hier werden in erster Linie gedämpfte Dumplings in Bambuskörbchen serviert, einige Sorten können auch gebraten bestellt werden. Es gibt eine breite Auswahl ganz unterschiedlicher Füllungen, auch sehr viele vegetarische, von denen eine köstlicher ist, als die andere.
Auf Geschmacksverstärker wird bei Lecker Song erfreulicherweise ausdrücklich verzichtet. Diese wären auch wirklich absolut unnötig, strotzen die abwechslungsreich gewürzten chinesischen Maultaschen doch so schon vor Aromen. Meine Lieblinge sind die mit der leicht süßlichen Füllung aus fritiertem Tofu und Shiitake und jene mit grünen Bohnen, Seetang und Möhren. Gebraten machen sich die Teigtäschchen mit Schnittlauch-Ei-Füllung besonders gut.

Es gibt vier verschiedene Soßen zur Auswahl, am besten probiert man einfach von allem ein bisschen. Meiner Meinung nach ist etwas Reisessig aber auf jeden Fall ein Muss zu den Dumplings.

Auch die Vorspeisen überzeugen: besonders gut sind hier die noch schön knackigen grünen Bohnen mit Senfblättern und Ingwersoße, und die Gurken mit Knoblauch sind ein wahrer Klassiker.
Feine chinesische Tees, serviert in der Kanne mit einem zierlichen Trinkschälchen, runden das Geschmackserlebnis ab.
Im Sommer kann man vor dem Restaurant auf der ruhigen Schliemannstraße schön draußen sitzen und auf den kleinen Tischchen am besten einen ganzen Turm Bambusbehälter mit Teigtaschen vor sich stapeln lassen. Die fairen Preise lassen das auch zu und der Service ist außerdem superfreundlich und aufmerksam. Ich bin wirklich rundum begeistert! Ein funkelnder neuer Stern am Berliner Dim Sum Firmament!

Lecker Song
Schliemannstr. 19 (hier clicken um Adresse auf Google Maps zu sehen)
Berlin - Prenzlauer Berg

Offen:
Mo - Sa 12 - 22 Uhr
So: 16 - 22 Uhr

nächste Haltestellen:
S Prenzlauer Allee
Raumerstr (Tram 12)

YuMe

Juchu, vegetarische Gyôza in Berlin! Obwohl es Gyôza in Japan beinahe an jeder Ecke gibt, sucht man nach einer fleischfreien Variante dieser gebratenen Teigtaschen dort eher vergeblich. Die Füllung besteht normalerweise immer aus Schwein, Schwein oder ähm... Schwein! Zu meiner großen Freude hat der kleine Gyôza Imbiss YuMe in Neukölln neben dem Klassiker auch eine köstliche veggie Variante im ständigen Angebot. Momentan gibt es zusätzlich auch noch feine Shiitake Gyôza, ebenfalls ganz ohne (Borsten-)Tier im Inneren.
Diese japanischen Maultaschen kommen im halben Dutzend daher, zum wirklich fairen Preis von 2,90 EUR (12 Stück kosten 4,90 EUR). Direkt vor dem Verzehr werden sie solange angebraten, bis die Nudelteigränder gebräunt und leicht knusprig sind. Fettig, heiß und gut sind diese Glücklichmacher! Bei YuMe sind sie von Teig bis zur Füllung frisch hausgemacht und können mit verschiedenen Soßen komplementiert werden (Wasabi-Mayo, Chili Öl, Essig, Sojasoße).
Und zum Nachtisch muss noch ein Matcha Cookie sein. Ein Träumchen!

Pannierstr. 55 

Offen: 
So - Do 12:00 - 23:00
Fr - Sa 12:00 - 24:00

Nächste Haltestellen:
Sonnenallee / Panierstr (Bus 171, 194, M29, M41)
U Hermannplatz

Qua Phe

Nächste Woche sollen die Temperaturen ja endlich wieder auf über 30°C ansteigen - perfektes Wetter für einen köstlichen vietnamesischen Eiskaffee bei Quà Phê. Dieser wird, so wie das sein muss, langsam durch den typischen auf dem Glas sitzenden Metallfilter auf gesüßte Kondensmilch und große Eiswürfel tropfen gelassen. Also erst Geduld, dann Genuss! Und dazu vielleicht eines der wunderbaren vietnamesischen Desserts, Che Thap Cam, mit Kokosmilch, süßen Bohnen, Sagoperlchen und Taro. Farbenfroh, aber nicht künstlich im Geschmack und nicht zu süß, ist das nicht nur ein Erlebnis fürs Auge, sondern auch für den Gaumen. Die unterschiedlichen Konsistenzen der einzelnen Zutaten, von cremig bis (wackel-)puddingartig, bieten der Zunge ein erfrischendes Abenteuer!

Neben dem hervorragenden Kaffee, den es natürlich nicht nur auf Eis gibt, ist das signature dish des Quà Phê hausgemachte Bánh Bao. Hierbei handelt es sich um gedämpfte, weiche, weiße Brötchen, die mit verschiendenen Füllungen angeboten werden. Ich muss immer an Dampfnudeln denken, aber fluffiger, ohne den angebackenen braunen Boden und eben gefüllt, z.B. mit mariniertem Tofu, frischen Kräutern (Koriander & Shiso - zwei meiner absoluten Lieblinge!) und Gemüse - köstlich!
Auch die fein-säuerliche Tomaten-Tamarinde-Suppe ist sehr zu empfehlen, ebenso die frischen Salate, beispielsweise mit Avocado und Granatapfelkernen oder Glasnudelsalat mit reichlich Kräutern und Gemüse und Sesam. Oder auch die herzhaft gefüllten vietnamesischen Crêpes (aus Reismehl, vermute ich)... es gibt viele Leckerein zu entdecken in diesem hübschen Café und es lohnt sich mehrere unterschiedliche Gerichtchen zu bestellen und sich durchzuprobieren. Alles kommt schön angerichtet in Körbchen und auf Bananenblättern und macht satter, als man vielleicht beim ersten Anblick der feinen Kleinigkeiten vermuten mag.
Das Café selbst ist chic eingerichtet, ein bisschen vietnamesische Folklore, ein bisschen Moderne, grobe Holztische, offene Küche, schöne Blumengestecke, stilvolles Teegeschirr, Magazine... hier kann man es aushalten! Auch draußen kann man sehr angenehm sitzen und den Berliner Sommer genießen, wenn er uns denn gerade mal einen Besuch abstattet!
Das Quà Phê ist ein fantastischer Ort für ein leckeres und gesundes Mittagessen, einen Snack oder zum Verweilen und Lesen bei einem Nachmittagskaffee. Auch wer sich vegan oder glutenfrei ernährt, kann hier glücklich werden. Mich freut vor allem, dass hier viele Gerichte angeboten werden, die man auf den Speisekarten anderer vietnamesischer Restaurants vergeblich sucht. Die bei der Einrichtung schon sichtbaren Mischung aus Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der kreativen Küche.
Ein neuer Lieblingsort in Mitte!

Quà Phê
Max-Beer-Str. 37 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Mitte

Offen: täglich 9 - 22 Uhr

nächste Haltestelle:
U Rosa-Luxemburg-Platz

The Bowl

Rote Bete-Falafel mit Cashew-Zitronensauce
 und gebratenen Auberginen
Vor gut einer Woche war ich zum Pre-Opening von The Bowl in Friedrichshain eingeladen. In den Räumlichkeiten des mittlerweile geschlossenen veganen Restaurants MioMatto hat sich nun The Bowl mit einem Konzept eingerichtet, das noch über vegan hinausgeht.
Mit "clean eating" wird die Idee umschrieben, die den hier zubereiteten Speisen zugrunde liegt. Alles was hier angeboten wird ist rein pflanzlich, biozertifiziert, frei von Gluten, weißem Zucker und künstlichen Zusatzstoffen sowie Transfetten.
Manch einem mag das nach zuviel Verzicht klingen, aber keine Sorge, die Schüsseln kommen alles andere als karg daher! Es wurde nur herausgelassen, was sowieso unnötig, ungesund und unappetitlich ist.
Es wird reichlich Rohkost serviert, aber nicht nur - es gibt auch Gebratenes und Gekochtes. Verwendet werden durchweg frische und hochwertige Zutaten, davon vieles was in letzter Zeit als "Superfood" einen wahren Medienhype erlebt (Quinoa, Chia- und Hanfsamen, Algen, Matcha und Co.).
Erfreulicherweise wird im The Bowl nicht versucht, Fleischgerichte mit veganen Imitaten aus Tofu, Lupine oder Seitan nachzukochen, sondern es wird auf selbstkreierte, eigenständige Rezepte gesetzt.
Gereicht wird alles, wie bereits der Restaurantname erahnen lässt, in Schüsseln, in denen sich Gemüse, Hülsenfrüchte, Sprossen, frisches Grün und cremige Cashewsoßen oder würzige Dips zu einem großartigen und farbenfrohen Ganzen auftürmen.
Tempeh, Miso-Hummus mit Curcuma-Kichererbsen und Rotkraut-Kimchi
Unverkrampft werden traditionelle Rezepte aus aller Welt abgewandelt und eigene, moderne Varianten erschaffen, so gibt es zum Beispiel Rote Bete-Falafel und Rotkraut-Kimchi, Miso-Hummus, oder Rosenkohl in Tamari angebraten.
Besonders köstlich fand ich die Schokomole aus roher Schokolade mit gebratenem Maiskolben. Süßlich und doch herzhaft, fruchtig, mit Röstaromen und dazu frischen Salat - eine wunderbare Kombination!
Sehr empfehlenswert sind auch die Smoothies, hier Purple Haze aus Blaubeeren, Hibiskus, Datteln, Banane, Zimt, Kokosmilch, Hanfsamen... das geht direkt auch als Dessert!

Hoffentlich hält sich The Bowl länger als sein Vorgänger, ich hatte meinen Spaß an den kunterbunten Aromabömbchen!
Die Location passt doch eigentlich auch gut, direkt über dem Veganz Supermarkt, dem Veggie-Imbiss Goodies und mit gutem Blick über die trubelige Warschauer Brücke...
Die Bezeichnung als "Berlins erstes Clean-Eating-Restaurant" mag etwas hochtrabend und affektiert klingen und der Untertitel "Soul Food Restaurant", den sich The Bowl auf Facebook gegeben hat, ist schlichtweg falsch, ist dieser Begriff doch bereits für die vor (Trans)Fett, Hühnchen und Zucker strotzende Südstaatenküche fest vergeben, dennoch ist es ein sympathisches Lokal, in dem man lecker und gesund und noch dazu mit gutem Gewissen so richtig reinhauen kann! Die Gründerin meinte bei ihrer kleinen Ansprache am Eröffnungsabend, sie hätte am liebsten sogar das Besteck einfach weggelassen, also bitte: keine falsche Zurückhaltung, ordentlich in die Schüsseln fassen und genießen!

The Bowl
Warschauer Straße 33 [click to see map]
Berlin - Friedrichshain

Geöffnet: täglich von 10 - 23 Uhr

*Auf meinen Fotos sind übrigens nur die Probierportionen der Eröffnungsfeier zu sehen, im normalen Restaurantbetrieb kommt alles größer und reichhaltiger daher - nicht irritieren lassen, bitte!

Memory Ausstellung im Memory Cafe

Die Pictoplasma, einer meiner persönlichen Höhepunkte des Berliner Veranstaltungs- kalenders naht mal wieder!

Vom 29. April bis 3. Mai wird von früh bis spät dem Character Design gehuldigt, mit Ausstellungen, Workshops, Screenings, Parties.. Hohe Feiertage also, die es nicht zu verpassen gilt!

Dieses Mal sollte man unbedingt im schönen Memory Café vorbeischauen, wo das großartige Eggplant Collective mit einer Ausstellung mit dem passenden Titel Memory zu Gast sein wird.
Feines koreanisches Essen, Kunst und tolle Leute - was will man mehr!?!


Chakalaka Suppers

Ganz auf die Schnelle möchte ich heute die wunderbaren Chakalaka Pop-Up Dinners, die in unregelmäßigen Abständen im Café Futuro in Neukölln stattfinden, empfehlen. Meistens wird man hier mit südafrikanischen Spezialitäten beglückt, manchmal kommen auch tolle Kooperationen mit Kochenthusiasten aus anderen Ecken der Welt zustande, immer ist alles vegan!
Nächste Woche steht z.B. ein Multikulti Dinner an, wenn die südafrikanisch-indische Chakalaka-Stammköchin mit einer polnisch-kasachisch-koreanischen Freundin den Kochlöffel schwingt.
Behaltet am besten die Facebookseite im Auge und reserviert gleich, wenn ihr an einem Chakalaka Supper teilnehmen möchtet. Es lohnt sich!
Ich habe leider kein Foto hinbekommen als ich dort essen war, da es im Café Futuro so schummerig-dunkel war, aber ich versichere: das Essen war wunderschön und köstlich! Und sehr fair im Preis mit EUR 10 für ein Drei-Gänge-Menü. Also nichts wie hin und glücklich essen!

Chakalaka Suppers 

House of Small Wonder

Von außen kaum ersichtlich, tut sich im Inneren des trefflich benannten "House of Small Wonder" eine eigene Welt auf. Eine Wendeltreppe führt in dieses kleine Paradies, in dem mit vielen Pflanzen, Holzplanken, alten bunten Fenstern, einer Wahnsinnstapete und gewächshausartigem sanftem Oberlicht eine ganz besondere Stimmung geschaffen wurde, die man in dem unscheinbaren Neubau in der Johannisstr nie erwartet hätte.
Die Betreiber sind von Williamsburg nach Berlin gezogen, haben das Konzept für dieses schöne Café (das sie seit 2010 in New York erfolgreich geführt haben) mitgebracht und im Dezember 2014 hier eröffnet. Kulinarisch ist auf ganz wunderbare Weise ein klarer japanischer Einfluss auszumachen: schön intensiven Matcha Cappuccino,
fantastisches japanisches Frühstück: Misosuppe, zwei vegetarische Onigiri Reisbällchen (eines davon mit einem meiner Lieblingskräuter Shiso aka Perilla!), einige japanische Pickles und etwas Hijiki-Algensalat mit Edamame (Foto siehe ganz oben), Matcha Poundcake (leider etwas zu lange gebacken), gebratene Udon (dicke Nudeln) mit Gemüse, und einiges mehr... Aber auch Köstlichkeiten, wie Croissant French Toast (die Edelversion von Arme Ritter - sehr zu empfehlen!) aus hausgemachten Croissants, mit Schlagsahne, Ahornsirup und frischem Obst,
oder tolle Sandwiches wie z.B. Baguette mit Brie, Apfel und selbstgemachter Feigenkonfitüre...
Hier kann man ganz großartig grauen Wintertagen entfliehen, genießen und tagträumen. Gerade nachdem sowohl das Nazuna als auch die Matcha Bar am Mauerpark geschlossen wurden, freue ich mich, dass ich einen so schönen neuen Ort gefunden habe, an dem ich meinen Matcha-Gelüsten fröhnen kann.
Nebenan soll jetzt auch noch ein dazugehöriges japanisches Restaurant öffnen, man darf gespannt sein...

House of Small Wonder
Johannisstr. 20
Berlin-Mitte

Geöffnet:
Mo - Fr: 9- 17 Uhr
Sa - So: 10 - 16 Uhr

Chutnify

Eeeeendlich! Hervorragendes, kreatives indisches Essen in Berlin! Halleluja!
Ich bin großer Fan vieler indischer Gerichte, aber bislang fand ich es mehr als schwierig diese in ansprechender Weise in Berlin ausfindig zu machen. Und das obwohl es gefühlt an jeder Ecke ein indisches Lokal neben dem anderen gibt. Allerdings alle mit der exakt gleichen Speisekarte, mit exakt gleichen Soßen (mit Unmengen Sahne verweichlicht und mit Rosinen und Mandelblättchen verschlimmbessert...), mit den exakt gleichen bappsüßen Fertig-Chutneys aus dem Großhandel, mit der exakt gleichen lieblosen Präsentation – flotsch alles auf einem Teller!
Kein Hauch von Kreativität, Liebe zum Produkt, frischen Kräutern oder der Geschmacksexplosion gerade gerösteter Gewürze...

Diesen Herbst allerdings bekam ich eine Einladung zur Eröffnung des Chutnify, die ich zwar wegen Urlaubs nicht wahrnehmen konnte, die aber meine Aufmerksamkeit geweckt hat, da hier endlich mal etwas anders gekocht und etwas Spezielles geboten wird!

Nun kam ich neulich mit etwas Verspätung doch noch in den Genuss. Es fällt zuerst auf, dass die sonst üblichen Gerichte auf der Speisekarte gänzlich fehlen, sich dafür aber auf Dosa konzentriert wird, ein dünner Reisfladen aus dem Süden des Subkontinents. Diese Dosa werden mit unterschiedlichen Füllungen, vegetarisch z.B. ganz klassisch mit Kartoffelcurry oder mit Paneer (Rahmkäse) und Paprika angeboten. Außerdem hebt sich das Restaurant, wie der Name schon ahnen lässt, durch ungemein köstliche, hausgemachte Chutneys hervor, die zu allen Speisen gereicht werden. Jedes einzelne davon ein Geschmacks-Kleinod: ob süß-pikant mit Ananas, frisch-fruchtig mit Tomate, grün-kräuterlich wie ein Pesto mit Thaibasilikum und Minze, mild-flockig mit geriebener Kokosnuss – ich war von allen Chutneys begeistert!
Zusätzlich gab es noch ein wunderbares Okra-Gemüse-Sößchen und ein Tomaten-Gurken-Granatapfelkern-Salat mit frischem Koriander zum gefüllten Dosa, ein herrliches Menü! 

Zur Vorspeise habe ich mir noch mit meiner reizenden Begleitung traumhaft zarte Süßkartoffelbratlinge geteilt, die mit Kichererbsen Masala Mix und frischen Kräutern und ebenfalls unbeschreiblich guten, würzig-scharfen Chutney - Soßen gereicht wurden. Dazu hausgemachte Salzlimettenlimonade – ein Genuss! 

Ich werde bestimmt sehr bald wieder im Chutnify anzutreffen sein. Allerdings empfiehlt es sich besonders am Wochenende zu reservieren, ich musste schon einmal wieder enttäuscht gehen, da alle Plätze in dem hübsch eingerichteten kleinen Restaurant komplett belegt waren... Bei angenehmeren Temperaturen kann man auch schön draußen sitzen, aber solange möchte ich mit meinem nächsten Besuch nicht abwarten!

Chutnify
Sredzkistr. 43
Berlin-Prenzlauer Berg
Offen: Di-So 12-23 Uhr