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Der Vegetarische Metzger

Normalerweise bin ich ja eher skeptisch bis bestenfalls amüsiert, wenn es um vegetarische Fleischimitate geht. Braucht man das wirklich, Vöner, Seitanhuhn, Tofu-Chorizo, Lupinenschnitzel? Es gibt doch so viel tolles Gemüse, Pilze, Hülsenfrüchte etc, und ich vermisse Würste und Braten ja überhaupt nicht. Vielleicht auch weil ich schon als Kind aufgehört habe, Fleisch zu essen. Wer erst im Erwachsenenalter zum Vegetarier oder Veganer geworden ist, trauert all dem wohl eher nach und Fleischesser können sich eine Ernährung ohne ja oft garnicht vorstellen. Dies ist sicher auch eher die Zielgruppe für den Concept Store und Imbiss Der Vegetarischen Metzger in Kreuzberg.
Allerdings muss ich zugeben, auch mich haben die Produkte ehrlich überrascht und überzeugt! Geschmack und Konsistenz des vegetarischen Teriyaki Hühnchens waren super.
Die Aufschnittplatte war wie Abendessen bei Omi in Kindertagen... Die Burger sahen auch gut aus und die extra für uns testweise zubereiteten gebratenen Glasnudeln mit vegetarischen Garnelen und Hühnchen, Cashews, Wasserkastanien, Edamame, Zitronengras und Ingwer waren so lecker, das sollte auf die Karte übernommen werden!
Der Service war auch sehr nett und die Einrichtung witzig, mit Stoffwurstkette und Fleischereitheke.
Es gibt zudem eine breite Auswahl an tiefgekühlten Produkten, von veggie Hähnchenfilet und Thunfisch, über Würstchen, bis hin zu Speck, Hackfleisch und Burgerbratlingen, die man mit nach Hause nehmen und da nach Belieben zubereiten kann.
Da sie ja kein tierisches Eiweiß beinhalten halten sie sich auch aufgetaut noch einige Tage, vorausgesetzt man hält es so lange aus sie nicht zu verputzen...

Der Vegetarische Metzger
Bergmannstr. 1
Berlin - Kreuzberg

Mo-Sa: 11:30 Uhr – 22:00 Uhr
So: 13:00 Uhr – 20:00 Uhr

U Mehringdamm

Hum Vegan Cuisine

Good Karma Food verspricht das Restaurant Hum und nur selten konnte man sein Karma auf so leckere Weise aufbessern, wie in diesem veganen vietnamesischen Paradies nahe des Helmholtzplatzes. Komplett tierfrei, dafür voller köstlicher Aromen, mit hausgemachten Gewürzmischungen, frischen Zutaten und großteils mit bio Tofu bringen die Gerichte auch nicht-Veganer in höhere Sphären der Glückseligkeit.
Die Auswahl ist groß, es gibt auch einige ungewöhnliche Gerichte, die man nicht bei jedem vietnamesischen Lokal an der nächsten Ecke bekommt, dementsprechend lastet die Qual der Wahl schwer. Schon die Vorspeisen können überzeugen, z.B. der knusprige Reis-Kokoscrêpe mit reichlich frischen Kräutern und Tofu (groß genug für 2 Personen), Spieße von Tofu und Austernpilze umwickelt mit Betelblättern, oder die wunderbar zarten gedämpften Teigtäschlein...
In diesem verregnet Sommer bringen auch Hauptgerichte, wie die gigantische Schüssel Udon Curry (dicke Udonnudeln in Kokosmilchsuppe mit Gemüse und Tofu) oder im Tontopf geschmorter Tofu mit vielen köstlichen Pilzen (so herzhaft und sämig zugleich) zumindest die innere Sonne zum scheinen und wärmen wohlig das Foodie-Herz.
Und dem leckeren Wassermelonenshake konnte ich bislang bei keinem Besuch widerstehen, mmmmh, so simpel und so gut.
Auch die Einrichtung ist hübsch, mit viel hellem Holz und Pflanzen, und der Service freundlich, schnell und aufmerksam.
Eine schöne Entdeckung, die aus der Masse der vietnamesischen Restaurants in Berlin heraus sticht. Ich komme bestimmt noch viele Male wieder und probiere mich durch all die schönen anderen Gerichte auf der Speisekarte.

Hum Vegan Cuisine
Raumerstr. 38
Berlin - Prenzlauer Berg [hier clicken für Google Maps]

offen:
Montag – Freitag 12:00 – 23:00 Uhr
Samstag 17:00 – 23:00 Uhr
Sonntag 12:00 – 23:00 Uhr

The Bowl

Rote Bete-Falafel mit Cashew-Zitronensauce
 und gebratenen Auberginen
Vor gut einer Woche war ich zum Pre-Opening von The Bowl in Friedrichshain eingeladen. In den Räumlichkeiten des mittlerweile geschlossenen veganen Restaurants MioMatto hat sich nun The Bowl mit einem Konzept eingerichtet, das noch über vegan hinausgeht.
Mit "clean eating" wird die Idee umschrieben, die den hier zubereiteten Speisen zugrunde liegt. Alles was hier angeboten wird ist rein pflanzlich, biozertifiziert, frei von Gluten, weißem Zucker und künstlichen Zusatzstoffen sowie Transfetten.
Manch einem mag das nach zuviel Verzicht klingen, aber keine Sorge, die Schüsseln kommen alles andere als karg daher! Es wurde nur herausgelassen, was sowieso unnötig, ungesund und unappetitlich ist.
Es wird reichlich Rohkost serviert, aber nicht nur - es gibt auch Gebratenes und Gekochtes. Verwendet werden durchweg frische und hochwertige Zutaten, davon vieles was in letzter Zeit als "Superfood" einen wahren Medienhype erlebt (Quinoa, Chia- und Hanfsamen, Algen, Matcha und Co.).
Erfreulicherweise wird im The Bowl nicht versucht, Fleischgerichte mit veganen Imitaten aus Tofu, Lupine oder Seitan nachzukochen, sondern es wird auf selbstkreierte, eigenständige Rezepte gesetzt.
Gereicht wird alles, wie bereits der Restaurantname erahnen lässt, in Schüsseln, in denen sich Gemüse, Hülsenfrüchte, Sprossen, frisches Grün und cremige Cashewsoßen oder würzige Dips zu einem großartigen und farbenfrohen Ganzen auftürmen.
Tempeh, Miso-Hummus mit Curcuma-Kichererbsen und Rotkraut-Kimchi
Unverkrampft werden traditionelle Rezepte aus aller Welt abgewandelt und eigene, moderne Varianten erschaffen, so gibt es zum Beispiel Rote Bete-Falafel und Rotkraut-Kimchi, Miso-Hummus, oder Rosenkohl in Tamari angebraten.
Besonders köstlich fand ich die Schokomole aus roher Schokolade mit gebratenem Maiskolben. Süßlich und doch herzhaft, fruchtig, mit Röstaromen und dazu frischen Salat - eine wunderbare Kombination!
Sehr empfehlenswert sind auch die Smoothies, hier Purple Haze aus Blaubeeren, Hibiskus, Datteln, Banane, Zimt, Kokosmilch, Hanfsamen... das geht direkt auch als Dessert!

Hoffentlich hält sich The Bowl länger als sein Vorgänger, ich hatte meinen Spaß an den kunterbunten Aromabömbchen!
Die Location passt doch eigentlich auch gut, direkt über dem Veganz Supermarkt, dem Veggie-Imbiss Goodies und mit gutem Blick über die trubelige Warschauer Brücke...
Die Bezeichnung als "Berlins erstes Clean-Eating-Restaurant" mag etwas hochtrabend und affektiert klingen und der Untertitel "Soul Food Restaurant", den sich The Bowl auf Facebook gegeben hat, ist schlichtweg falsch, ist dieser Begriff doch bereits für die vor (Trans)Fett, Hühnchen und Zucker strotzende Südstaatenküche fest vergeben, dennoch ist es ein sympathisches Lokal, in dem man lecker und gesund und noch dazu mit gutem Gewissen so richtig reinhauen kann! Die Gründerin meinte bei ihrer kleinen Ansprache am Eröffnungsabend, sie hätte am liebsten sogar das Besteck einfach weggelassen, also bitte: keine falsche Zurückhaltung, ordentlich in die Schüsseln fassen und genießen!

The Bowl
Warschauer Straße 33 [click to see map]
Berlin - Friedrichshain

Geöffnet: täglich von 10 - 23 Uhr

*Auf meinen Fotos sind übrigens nur die Probierportionen der Eröffnungsfeier zu sehen, im normalen Restaurantbetrieb kommt alles größer und reichhaltiger daher - nicht irritieren lassen, bitte!

Chakalaka Suppers

Ganz auf die Schnelle möchte ich heute die wunderbaren Chakalaka Pop-Up Dinners, die in unregelmäßigen Abständen im Café Futuro in Neukölln stattfinden, empfehlen. Meistens wird man hier mit südafrikanischen Spezialitäten beglückt, manchmal kommen auch tolle Kooperationen mit Kochenthusiasten aus anderen Ecken der Welt zustande, immer ist alles vegan!
Nächste Woche steht z.B. ein Multikulti Dinner an, wenn die südafrikanisch-indische Chakalaka-Stammköchin mit einer polnisch-kasachisch-koreanischen Freundin den Kochlöffel schwingt.
Behaltet am besten die Facebookseite im Auge und reserviert gleich, wenn ihr an einem Chakalaka Supper teilnehmen möchtet. Es lohnt sich!
Ich habe leider kein Foto hinbekommen als ich dort essen war, da es im Café Futuro so schummerig-dunkel war, aber ich versichere: das Essen war wunderschön und köstlich! Und sehr fair im Preis mit EUR 10 für ein Drei-Gänge-Menü. Also nichts wie hin und glücklich essen!

Chakalaka Suppers 

MioMatto

Dieses Restaurant gibt es leider nicht mehr!
Vor kurzem war ich netterweise im noch recht neuen veganen Restaurant MioMatto zum Essen eingeladen. Hier kann man sowohl italienische Klassiker wie Pizza und Pastagerichte in rein pflanzlicher Version genießen, und dabei bewundern, wie gut sich Käse, Salami und Co ersetzen lassen. Es gibt hier aber auch eine zweite Karte, auf der wöchentlich wechselnde, sehr kreative, vegane Mehrgangmenüs auf hohem kulinarischen Niveau angeboten werden. Bei diesen Menüs wird in erster Linie nicht versucht, Fleischgerichte nachzuahmen, sondern es werden eigene Ideen ausprobiert und auf neue Kreationen gesetzt, die gar nicht auf die Imitation traditionell fleischiger oder milchiger Zutaten angewiesen sind. Egal ob man sich nun für Pizza, Pasta oder Menü entscheidet, sicher ist, dass man weder als Fleischesser oder Vegetarier hier etwas vermissen wird. Was hier aus der Küche kommt, überzeugt! Der erste Gang des Menüs bestand vorige Woche aus einer wunderbar fruchtigen, sämigen Paprikasuppe, die mit einem knusprigen Croustini serviert wurde, auf dem sich Tomatenstückchen, Oliven, Kräuter und ein täuschend echtes Calamari - Imitat türmten. Ein sehr schöner Auftakt. Als Hauptgericht und meiner Meinung nach auch tatsächlich Höhepunkt, wurden wir mit geschmorter, süßsauer marinierter Aubergine verwöhnt, die auf einem samtigen Süßkartoffelmus gebettet war. Dem ganzen verlieh ein Chutney aus gesalzenen Zitronen, Koriander-Crumbles und eines meiner absoluten Lieblingskräuter, Perilla aka Shiso, den letzten Schliff - grandios! 
Zum Abschluss gab es zur Abrundung (des Menüs und der Hüften) noch ein Schokomousse mit Minzcremetupfern und Süßweingelee-Talerchen. Wer nach so viel Genuss noch nicht genug hat, kann sich auch noch einen mit viel Hingabe und Professionalität gemixt, gerührt oder geschüttelten Cocktail gönnen. Und natürlich sind auch die Cocktails vegan, hier verirrt sich keine Milch, Sahne oder Eiweiß ins Glas, anstatt mit Honig wird mit Agavensirup gesüßt. Die Männer hinter der Bar sind Spezialisten ihres Fachs, die nebenbei auch gerne mal sehr informativ über die Geschichte des Cocktails oder ihres Steckenpferdes, des Rums, referrieren. So sind sicher auch die von ihnen regelmäßig angeboteten Tastings eine Empfehlung wert. Ob nun für italienische Klassiker, feine Dreigangmenüs, Cocktails oder ein leichtes Mittagessen in der Lounge, hier dürfte für jeden Freund guter Küche was dabei sein. Mir hat es gefallen und ich komme bald mal wieder und probiere mehr!
Vielen Dank Yelp und MioMatto für die Einladung.

MioMatto
Warschauer Str. 33
Berlin - Friedrichshain

Lucky Leek

Zum neuen Jahr möchte ich heute keine Neuentdeckung empfehlen, sondern ein  Restaurant, das schon sehr lange auf meiner Liste ganz weit oben steht. Das Lucky Leek ist ein Restaurant im Kollwitzkiez, das Gourmetherzen höher und Tierherzen weiter schlagen lässt, denn was hier auf die Teller kommt ist rein pflanzlich und durchweg köstlich.
Vor ein paar Monaten ist das Lucky Leek in größere Räumlichkeiten umgezogen, so dass es nun leichter ist einen Tisch zu ergattern, eine Reservierung ist trotzdem empfehlenswert, denn die Qualität der Speisen und des Services haben sich längst herumgesprochen. Unter anderem habe ich auch im meines Wissens nach einzigen Berlin Veggie Guide in Buchform über das Lucky Leek nur Gutes gelesen.
Hier wird mit viel Kreativität und Können vegan gekocht und sämtliche Geschmacksknospen angesprochen. Es lohnt sich das Menü zu wählen, um mehr probieren zu können. Die Karte ändert sich ständig entsprechend der Jahreszeit und bietet so immer wieder neue Erlebnisse.

Bei meinem Besuch vor einigen Wochen gab es ein hervorragendes Auberginentatar mit Belugalinsenkaviar auf gebratenem Brot (wie Arme Ritter, aber natürlich nicht süß), mit veganer Sourcream, Salat und Sprossen.
Hierbei wurde zwar die Konsistenz nicht-vegetarischer Speisen wie Tatar und Kaviar nachgeahmt, die Aromen waren jedoch völlig eigenständig, bedurften keiner Anlehnung an Fleisch oder Fisch, sondern behaupteten sich sehr überzeugend durch Frische und Intensität. Das Fruchtige der Aubergine, das Nussige der Linsen, die Wärme des Brotes und die säuerliche, kräuter-grüne leichte Schärfe der Sprossen und des Rucola ergänzten sich perfekt.
Auch das Hauptgericht meiner Wahl überzeugte durch Aromenvielfalt: Rotkraut mit fruchtig süßer Hoisinsoße, Knödel mit schwarzem Sesam, ein gebratenes Seitan Medaillon, Salzmandeln und Zucchininudeln. Winterlich, wärmend, deftig, ohne aber schwer und grob daherzukommen. Jede Zutat, jeder Soßenklecks, jedes Gewürz wirkt durchdacht und an der richtigen Stelle eingesetzt. Einzig mit dem Salz wurde für meinen Geschmack ein klein bisschen zu großzügig umgegangen, aber das mag mein persönliches Empfinden sein.

Zum krönenden Abschluss konnten wir auch dem Dessert nicht widerstehen: feine, nicht zu süße, kleine Geschmacksbömbchen: ein Marzipanknödel, ein Kakaotrüffel, Kürbismousse und eine eingelegte Feige mitsamt Kekslöffel.
Ein rundum glücklichmachendes Festmahl!

Bedient wurden wir auffallend freundlich und zuvorkommend, ruckzuck stand immer jemand parat um unsere Wünsche zu erfüllen.
Momentan ist das Lucky Leek Team gerade im wohlverdienten
Urlaub, aber ab nächstem Mittwoch, 8.1., darf hier wieder in vollen Zügen genossen werden!
Am besten schonmal reservieren und sich gleich zum Jahresanfang was Feines gönnen. Auf ein leckeres Jahr 2014!

Lucky Leek
Kollwitzstr. 54
Berlin - Prenzlauer Berg

U2 Senefelder Platz

Tel: 030/66408710

Momos

Eigentlich wollte ich schon längst über das Momos schreiben, so dass man noch die letzten Herbstsonnenstrahlen an einem der Tischchen vor dem Restaurant hätte auszunutzen können, denn drinnen ist wenig Platz. Dafür ist jetzt wohl doch schon ein bisschen spät im Jahr, aber ein Besuch lohnt sich trotzdem!

Spezialität des Hauses sind die namengebenden Momos, herrliche kleine gedämpfte Teigtaschen aus Nepal mit verschiedenen vegetarischen und teils auch veganen Füllungen. Das aktuelle Speisenangebot findet sich hier.
Die traditionellen Rezepte für Momofüllungen werden hier etwas freier interpretiert und europäischen Essgewohnheiten angepasst, was aber der Gaumenfreude keinen Abbruch tut.
Dazu gibt es hausgemachte Dips, wie frischer Minze-Joghurt oder intensive Tomatensalsa.
Die Zutaten sind ausschließlich vegetarisch und aus biologischem Anbau, wenn möglich auch aus der Region. Man kann die Momos entweder einfach gedämpft genießen, oder in einer Suppe oder angebraten. Zum Dessert gibt es auch Momos aus Zimtteig mit süßer Bananenfüllung.
Sehr lecker! Allerdings sind Momos nichts für den Riesenhunger in Kombination mit dem Minigeldbeutel, aber in Anbetracht des Genusses, der hochwertigen Biozutaten und des enormen Arbeitsaufwandes bei der Zubereitung der Teigtäschchen, ist der Preis in Ordnung.
Eine schöne Bereicherung des kulinarischen Stadtplans. Und wenn drinnen alle Plätze belegt sind, gibt es die Momos auch zum Mitnehmen...

Momos
Fehrbelliner Str. 5
Berlin-Mitte

U2 Senefelder Platz

Tel: 0176-24315868

Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag: 12:00 bis 19:30 Uhr
Freitag: 12:00 bis 21:00 Uhr
Samstag: 13:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag: Ruhetag

Sophia's Daily Happa Dinner Events

Einmal im Monat wird in der Merkezi Galerie in Kreuzberg zwischen der Kunst ordentlich aufgetischt! Und zwar ein rein vegetarisches 4-Gänge Menü, jedes Mal zu einem bestimmten Thema / Motto, phantasie- und liebevoll ausgedacht und zubereitet von der Bloggerin, Journalistin, DJ, Künstlerin und Köchin aus Leidenschaft: Sophia Hoffmann. Sie kocht nur mit Hilfe eines monatlich wechselnden Schnippelboys ganz alleine für die versammelte Gesellschaft, davor habe ich, gerade auch wegen der Liebe zu verspielten Details, allergrößten Respekt.
Ich hatte im Mai das Vergnügen, an ihrer "Kindergeburtstag reloaded" Dinner Night teilzunehmen, ein wirklich gelungener Nichtgeburtstag mitsamt Partyhütchen, Luftschlangen, Ballons und der verfeinerten Version wahrer Klassiker der Kindergeburtstagsküche, wie dem
Überraschungsei der etwas anderen Art (Amuse Gueule: gekochtes Eigelb, gewälzt in Salzstangenkrümeln, Schnittlauch und schwarzem Sesam an Blauschimmelsoße, die mit dem Strohhalm aufgesaugt werden sollte)

 Tofuwürstchen (formschön als Tintenfisch dekoriert) mit Kartoffelsalat
Burger, ebenfalls der etwas anderen Art (handgemachtes, mit Bambuskohle schwarz gefärbtes Brötchen mit vegetarischem Bratling und rosa eingelegten Zwiebeln), mit Süßkartoffelspalten frisch aus dem Ofen
... und nein, die Augen waren nicht essbar, wie manch ein Anwesender zähneknischend feststellen musste...

und zu guter Letzt: Kalter Hund aus selbstgebackenen Butterkeksen und Schokokusstörtchen mit beschwippsten Orangenfilets (hicks!).

Lecker :)
Mehr dazu hier:


In der Zwischenzeit hat schon das nächste Dinner Event stattgefunden, passend zum Frühling mit dem Thema "Herbalized - Kräuterzeit"... Im Juni kocht Sophia in Wien groß auf. Am Besten man verfolgt ihr Blog oder ihre Facebookseite, wenn man sich zum nächsten Ma(h)l anmelden möchte.

Reservierung per Email an: ohohohsophia@googlemail.com unbedingt erforderlich! Auf Wunsch wird auch vegan gekocht. Preis für das Menü: sehr faire 15 EUR (Getränke kosten natürlich extra)!

Merkezi Galerie
Adalbertstr. 5
Berlin - Kreuzberg

U 1 & 8 Kottbusser Tor

Nimmersatt unterwegs: Budapest

Ungarn, das Land von Gulasch und Salami! So das Klischee und daran hat sich auch nicht wirklich viel geändert. Zumindest ist das das Bild, das sich Touristen auf den ersten Blick hin bietet. Aber zum Glück verhält es sich zumindest in Budapest ähnlich wie in Berlin, der Stadt der Currywürste und Döner: man muss nur ein klein bisschen genauer schauen und schon findet man auch eine Unmenge anderer, oft genug auch vegetarischer Leckereien.
Nicht nur was das Essen angeht, lohnt sich in Pest oft ein Blick in die Hinterhöfe: manchmal sehen sie einfach nur sehr speziell aus, oft genug verbirgt sich darin ein Biergarten, und an Sonntagen sollte man auf jeden Fall den Weg zum Szimpla Kert finden und besser nicht zuviel gefrühstückt haben.

Hier wird sonntagvormittags ein Bauernmarkt abgehalten, bei dem sich Tische, aufgesägte Trabis und Bäuche biegen, vor lauter regionaler, hausgemachter, frischer Köstlichkeiten. Sei es direkt vom Kleinbauern hergestellter Ziegenkäse (gerne geräuchert, geflochten, gekringelt oder in Croissantform!), selbsteingekochte Marmeladen oder Gemüsebrotaufstriche, natürlich Paprika in allen denkbaren Varianten, tollen Blechkuchen, oder auch "Budapesto" mit Kräutern der Umgebung...
Dazu Musik, nette Atmosphäre, Probierhäppchen, nicht wenige Touristen, aber auch eine Menge Anwohner, die sich all diese schönen Lebensmittel auch nicht entgehen lassen wollen.



Und dann gibt es natürlich die berühmten Kaffeehäuser... Bei einem guten Stück Torte kann ich ja nie nein sagen und wenn sie in dem in Budapest üblichen Format (was Größe und Reichhaltigkeit angeht) daherkommen, ist das auch schon eine Mahlzeit. Völlig zurecht berühmt sind die Torten von Gerbeaud. Das seit 1858 bestehende Café Gerbeaud ist quasi das erste Haus am Platze, was Konditorenkunst und feinste Innenstadtlage angeht. Von daher ist es auch nicht gerade billig, es geht eher so in Richtung 1 Forint pro Kilokalorie (und die Torten sind alles andere als diätgeeignet...). Und trotzdem wird man keinen Bissen bereuen. 
Was hier an Kaffee, Kuchen, Torten, süßen Teilchen, Macarons und Sandwiches serviert wird, ist absolut großartig.

Auf dem Weg zum Stadtwäldchen kamen wir am Südostasiatischen Goldmuseum vorbei und haben zufällig von außen ein Schild gesehen, dass das Museum auch ein Teehaus beherbergt. Dieser Zufallsfund erwies sich als ganz besonderes Kleinod. Hier gibt es nicht nur hervorragende Grüntees aus u.a. Vietnam und Laos, Blütentees und Teecocktails, sondern auch ganz wunderbare Kuchen und Törtchen. 
Diese kann man sich entweder im herrlich überschwenglich eingerichteten Innenraum oder auf der sonnigen Terrasse im mit Skulpturen, Wasserspielen und asiatischen Pflanzen gestalteten Garten zu Gemüte führen. Traumhaft!

Nicht allzu weit von der Andrássy útca, wo das Museum mit Teehaus liegt, befindet sich auch etwas versteckt ein hervorragendes veganes Restaurant, das Napfényes. Hier bekommt man tatsächlich auch Gulaschsuppe, allerdings ohne Fleisch, aber nicht weniger herzhaft mit verschiedenen Bohnen, Paprika und Griesklößchen. Diese Vorspeise traf schonmal ganz meinen Geschmack und auch mit dem Hauptgericht, einer vegetarischen Grillplatte für 2, wurden wir nicht enttäuscht.
Besonders lecker waren die mit Gemüse gefüllten, gerollten und mit Sesampanade umhüllten Pfannkuchen (für die Berliner: gemeint sind Eierkuchen, aber in diesem Fall ohne Ei!). Aber auch die senfig marinierten Seitanstückchen, das Rotkraut und die fein gewürzten Stampfkartoffeln und hausgemachten Saucen waren nicht zu verachten.
Sehr gut haben mir auch die frisch selbst hergestellten Limonaden mit Rosenwasser oder Ingwergeschmack gefallen.

Und zu guter Letzt möchte ich noch die an verschiedenen Standorten in der Stadt zu findende Hummus Bar empfehlen. Das Motto dieser kleinen Kette, die sich auf das Beste aus der Kichererbse spezialisiert hat, ist "Hummus is sexy" - da kann ich nur zustimmen!
Ich persönlich kann mich der Erotik von so gutem Hummus, Shakshuka, Falafel und Taboule nicht entziehen. Und will es auch garnicht versuchen, zu schön ist der Genuss...

Szimpla Kert Farmer's Market
VII. ker. Budapest
Kazinczy u. 14.
Jeden Sonntag 9-14 Uhr

Gerbeaud
1051 Budapest Vörösmarty tér 7-8.
Täglich 9 - 21.00 Uhr

Sövény Aladár Teahouse

1062, Budapest, Andrássy út 110
Täglich 10.00 - 19.00 Uhr

Napfényes Etterem
1077 Budapest, Rózsa utca 39
Täglich 12.00 - 22.30 Uhr

Hummus Bar
verschiedene Filialen, manche rein vegetarisch, andere bieten auch israelische Fleischgerichte
Adressen und Karte hier

HelloFresh

Vor kurzem habe ich eine Anfrage bekommen, ob ich nicht mal eine "HelloFresh-Box" testen wolle - klar, warum nicht, bei einer Kiste guten Essens sage ich nie nein. Was daraufhin geliefert wurde, hat tatsächlich meine Erwartungen übertroffen! HelloFresh unterscheidet sich von der "normalen" Biokiste, durch das beigelegte Rezeptheft und die exakte Portionierung des Boxinhaltes auf die Mengen, die man für diese Rezepte braucht. Quasi das Konzept von Kochhaus, nur eben nachhause geliefert.
Damit nicht nur ich was von dem Spaß habe, gibt es für meine Leser 20 EUR Rabatt auf Eure erste HelloFresh Box, wenn Ihr diesem Link hier folgt!
Vorab wurde abgeklärt, für wie viele Personen ich koche und dass ich die vegetarische Variante möchte. Einen Dienstag später wurde mir eine Riesenkiste bis an die Wohnungstür geliefert, randvoll mit allen Zutaten für drei Mahlzeiten: handgeschöpfter Bio-Ricotta, junger Spinat, kräftiger Rucola, frischer Kerbel, Quinoa, Muskat (1g-weise eingetütet!), Knoblauch (1 Zehe im Klarsichtbeutelchen!), Bio-Parmesan, Blumenkohl galore, Bio-Kokosmilch, frisches Zitronengras und vieles mehr... 
Wahnsinn - mit so vielen tollen Zutaten habe ich mich dann erstmal bei Freunden mit größerem Esstisch eingeladen und wir haben gekocht, bis sich selbst diese beachtliche Tafel vor lauter Speisen zu biegen begann. Die Idee mit den Rezepten ist super, so kocht man mal was, auf was man alleine so vielleicht nicht gekommen wäre und muss dafür nicht extra Unmengen an Zutaten einkaufen, von denen man dann nur ein Löffelchen voll braucht... Die Rezepte selbst klangen auch alle drei sehr gut: Spinat-Ricotta-Nocken mit Parmesan, überbackene Tomate gefüllt mit Quinoa und ein Blumenkohl-Kokoscurry mit Zitronengras & Cashews.
Die Zutaten waren wirklich von toller Qualität, großteils bio und regional, und haben mich sehr überzeugt. 

Einzig das Nockenrezept wollten nicht so recht gelingen: leider geriet der Teig zu dünnflüssig und sie hielten trotz zusätzlichem Mehl nur mäßig gut zusammen und sahen nicht so toll aus: der anwesende Dreijährige brach sogar etwas dramatisch in Tränen aus, als er die Nocken auf seinen Teller bekam... Kein durchschlagender Erfolg, obwohl sie am Ende garnicht schlecht geschmeckt haben.
Richtig fantastisch hingegen fand ich das zweite Rezept, das wir gleich darauf als weiteren Gang genossen: mit Quinoa gefüllte, überbackene Fleischtomaten auf Rucola. Leicht zuzubereiten, leckere Füllung, durch das Quinoa auch was Besonderes und unproblematisch im Ofen schmurgelnd, während wir uns noch im Nocken-Nahkampf befanden. Sehr lecker war hier auch der äußerst aromatische Rucola, wirklich ganz frisch und beinahe scharf im Geschmack. Den Kerbel würde ich nächstes Mal eher frisch und roh übers Essen streuen, damit er noch mehr zur Geltung kommt. Schließlich ist er ein viel zu unterschätztes altes Küchenkraut.
Dieses Gericht war sehr reichlich, so dass sich jeder richtig satt essen konnte.
Auch das dritte Rezept, dass am folgenden Tag zum Einsatz kam, gelang bestens: Blumenkohl in Zitronengras-Kokos-Curry mit Cashews. Dieses Gericht ließ sich sehr gut als Suppe essen, ich könnte es mir aber auch prima als Sauce zu Basmatireis vorstellen.
Ich habe nach meinem Geschmack noch etwas nachgewürzt, da ich gerne in meinem Gewürzschrank wuhle und alles gerne intensiv mag. Es steht ja jedem offen, wie genau man sich an die Rezepte hält. Die Rezepte für das Curry und die gefüllten Tomaten waren wirklich unkompliziert und schnell nachzukochen und die Resultate waren sehr lecker. 
Ich war wirklich äußerst zufrieden und habe die Box bei Freunden und Familie auch schon kräftig weiterempfohlen. Ich finde, sie bietet sich super als Geschenk an oder auch, wenn man mal mit Freunden einen besonderen Kochabend verbringen möchte. Es ist doch was Tolles, wenn man eine Überraschungskiste nach Hause gebracht bekommt und die dann voller Spannung öffnen und sich am schönen Inhalt erfreuen kann - fast wie Weihnachten!
Natürlich ist es auch eine gute Sache für all diejenigen, die manchmal nicht mehr wissen, was sie ihren Lieben jetzt schon wieder kochen sollen und so einfach wöchentlich neue Ideen für gesunde, ausgewogene, ungewöhnliche und trotzdem nicht komplizierte Gerichte direkt in die Küche geliefert bekommen. Und im Gegensatz zu Rezeptbüchern, wo man häufig nur die Bilder anschaut und denkt: "sieht gut aus, könnte ich irgendwann ja mal machen" und dann eh nie macht, ist man hier mit den herrlichen Zutaten gewissermaßen verpflichtet und auch total motiviert gleich loszulegen!
Preislich finde ich die Boxen auch in Ordnung, z.B. 39 EUR für drei Mahlzeiten für 2 Personen, 59 EUR für 4 Personen, 89 EUR für 6 Personen. D.h. runtergerechnet sind es ca. 5-6 EUR pro Person und Essen, das ist es absolut wert, gerade wenn man die Spitzenqualität der Zutaten bedenkt und die Tatsache, dass man sich die Zeit und Rennerei durch x Läden spart, um die Zutaten zusammenzusuchen. Außerdem bekommt man eben nur soviele Zutaten, wie man braucht, nicht Riesenpackungen von denen man irgendwann dann die Hälfte wegschmeisst. Es werden sowieso viel zu viele Lebensmittel verschwendet, das lässt sich so auf schöne Weise einschränken.
HelloFresh gibt es übrigens nicht nur in Berlin. Um zu sehen, ob man sich in einem der vielen Liefergebiete befindet, muss man einfach nur die Postleitzahl auf der Webseite eingeben.
Und jetzt schnappt Euch schnell den 20 EUR Gutschein und probiert es selbst aus, es lohnt sich wirklich! Ich hatte viel Freude mit meiner vegetarischen HelloFresh-Box!

Mehr Infos gibt es auf www.hellofresh.de

Chay Viet

Bereits im April wurde mir von einem Nimmersatt-Leser ein "super super neues vegetarisches vietnamesisches Restaurant in der Brunnenstraße" empfohlen und es hat doch tatsächlich bis letzte Woche gedauert, bis ich es endlich mal dorthin geschafft habe. Und ja, Chay Viet ist wirklich super super! Vielen Dank für den Tipp, Jan!

Ein rein vegetarisches vietnamesisches Restaurant mit vielen ungewöhnlichen Gerichten auf der Karte, die wunderbar gewürzt sind, mit vielen frischen Kräutern und auch mit der richtigen Schärfe... ein Traum!
Und ein herrliches Geschmackserlebnis, vorallem in Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil der asiatischen Restaurants in Deutschland nicht nur fast identische Speisekarten hat, sondern auch die gleichen Fertigwürzmischungen zu nutzen scheint.
Bei Chay Viet wird hingegen nach eigenen Rezepten gekocht, ohne Glutamat und ohne künstliche Farb- oder Konservierungsstoffe. Das Gemüse und die Kräuter sind frisch und knackig und es kommt viel Tofu in verschiedenen Varianten, sowie Seitan (Weizengluten) zum Einsatz. Neben Klassikern wie Pho (DIE vietnamesische Nudelsuppe schlechthin),  Glasnudelsalat und Sommerrollen, die hier in veganen Varianten angeboten werden (eine Seltenheit, gerade bei der Suppe wird ja sonst häufig keine vegetarische Brühe verwendet und in der Salatsauce ist normalerweise Fischsauce...), gibt es viele feine Gerichte, die mir neu waren. So hatte ich als Hauptspeise gefüllte Tofutaschen mit Shiitake Pilzen und verschiedenem Gemüse in würzig-süßlich-scharfer Sauce im Tontopf gegart, dazu ein Teller mit Reis und knackigem Brokoli und grünen Bohnen. Sehr reichlich, sehr köstlich, sehr glücklichmachend!

Auch ganz toll war die sämige Kokoscurry-Nudelsuppe mit frischer Minze und  Erdnüssen, Tofu, Reischips und Gemüse nach zentralvietnamesischer Art, die mein Mittester genoss. Eigentlich eher Nudeln in Sauce, denn Suppe, aber ungemein lecker. Echtes "comfort food"!
Zur Vorspeise hatten wir eine sehr gelungene vegetarische Variante des Saté-Spießes: kleine, flache, runde "Bratlinge" aus einer Mischung von zerstampften Bananen und Tofu, am Spieß gebraten und mit einer herrlichen Erdnuss-Sauce. Hier hätten allerdings für den Preis von 5 EUR auch gerne 2 Spieße daliegen können, so stimmte irgendwie das Verhältnis zu den nur 2 EUR teureren, überaus großzügigen Hauptgerichten nicht ganz. Aber naja, bei so leckerem Essen, feinen Aromen, Kreativität und nettem Service will ich wirklich nicht meckern.

Das Einzige, woran man sonst noch ein bisschen was verbessern könnte, wäre die Gemütlichkeit.. durch die vielen Fliesen wirkt das Restaurant etwas kühl und da auch nur wenige Gäste da waren, hallte jedes Wort wider... Ein gutes Mittel dagegen, wäre einfach viel mehr Kundschaft: wenn der Laden vollsitzt, wirds doch gleich viel gemütlicher ;) Also bitte - nichts wie hin! Es lohnt sich!
Ich komme auf jeden Fall bald wieder, um noch mehr zu probieren!

Chay Viet
Brunnenstr. 164 
Berlin - Mitte


U8 Bernauer Str oder Rosenthaler Platz
Tram 12 Brunnenstr/Invalidenstr

Tel: 030-48494554

La Mano Verde

Dieses Restaurant ist umgezogen in den Kempinski Plaza, Uhlandstr. 181-183, 10623 Berlin - Charlottenburg

Versteckt in einem Winkel von Mitte, in den es einen normalerweise nicht zum Aus- und Essengehen verschlägt, liegt ein absolutes Kleinod der veganen Küche. Das La Mano Verde bietet abseits von jedem chici Szeneschnickschnack feine vegane Gerichte und sehr raffinierte Rohkost. Die Preise sind eher gehoben, aber man bekommt auch wirklich etwas geboten: hochqualitative Zutaten, ungewöhnliche Zusammenstellungen, neue Geschmackserlebnisse, ganz ohne Geschmacksverstärker und tierische Erzeugnisse.

Das geht schon bei den Vorspeisen los: Feldsalat mit Passe Pierre Algen (auch Salicorne, Meeresspargel oder -bohnen genannt) und Avocado, Edamame Bohnen und Orangenfilets... oder auch sehr (roh)köstlich und ganz schön füllend: Tomaten-Oliventörtchen mit Pilzsalat und Basilikumöl!




Bei den Hauptspeisen fällt die Wahl auch wirklich schwer: so gut klingt alles! Z.B. hausgemachte Kartoffel-Mangoldravioli mit Kräuterseitlingen in Trüffelrahmsauce - die Ravioli mit dem richtigen Biss und die Sauce wirklich schön cremig und trüffelig, nur vom Mangold war nicht viel zu entdecken und auch die Kräuterseitlinge waren etwas rar.



Oder den deftigen gebratenen Tempeh mit Tomaten-Mandelkruste und Kartofel-Lauchpuree, Fenchel und Cranberry Jus - toll! Oder doch die Spaghetti mit Meeresgemüse, getrockneten Tomaten, Sesam und Chili in Koriander-Knoblauchöl und Pinienkern "Parmesan"? Hmmmmm....

Zum Nachtisch kann ich das am Tisch flambierte Zitronengras-Kokos Creme Brulee empfehlen, oder auch den Triple Chocolate Fudge (wobei dieser das einzige Gericht war, bei dem ich dachte, mit Milch-Eiern-Butter zubereitet, wäre er wohl noch leckerer gewesen - aber natürlich auch viel schwerer im Magen gelegen!).


Eher etwas mickrig für 7,50 EUR fand ich das Black Forrest genannte Dessert, das ungefähr die Größe von zwei Pralinen hatte, garniert mit ein wenig Obst. Das hätte wirklich etwas mehr sein dürfen.
Das Restaurant ist zwar nicht klein, es ist aber trotzdem empfehlenswert einen Tisch zu reservieren - weniger weil man fürchten muss, keinen Platz mehr zu bekommen, sondern viel mehr, weil die Gerichte recht aufwendig vorzubereiten sind und die Küche sich auf die ungefähre Gästezahl einstellen muss. Als wir vor einiger Zeit, ohne zu reservieren, zu viert dort einfielen, war die Verlegenheit erst groß, dann haben wir uns zwar doch setzen dürfen, wurden aber vor längeren Wartezeiten gewarnt und tatsächlich dauerte alles ein Weilchen.
Als ich ein andermal vorher reserviert hatte, ging alles tatsächlich viel schneller.
Dem Klischee entsprechend sind die weiblichen Gäste haushoch in der Überzahl - schön blöd, wenn Mann sich das entgehen lässt. Das feine Essen meine ich jetzt natürlich... ;)

La Mano Verde
Scharnhorststr. 28-29
Berlin-Mitte
Tel. (030) 827.03.120
Öffnungszeiten 17- 23 Uhr - Dienstag geschlossen
Kempinski Plaza nähe Ku'damm 
Uhlandstr. 181-183
10623 Berlin 
offen: Dienstag bis Samstag 
12:00 -15:30 Uhr und 18:00-23:00 Uhr
Tel. (030) 827 03 120

Cookies Cream

Letzte Woche wurde ich sehr netterweise ins Cookies Cream eingeladen, das dem Club Cookies angeschlossene vegetarische Gourmet Restaurant. Ob der hippen Umgebung habe ich mich nicht getraut meine Knipse auszupacken und das Essen zu photographieren, darum nur ein Bild dessen, was einem dort mal abgesehen vom Essen am meisten ins Auge fällt: Bärtchen! Willkommen in Berlin Mitte.
Doch weder die hohe Schnäuzer- und Nasenfahrrad-Dichte, noch das mehrere Quadratmeter große Ficken Kunstwerk mit dem American Express Logo, dessen künstlerische Intension sich mir nicht ganz erschloss, vermögen von der wirklich hervorragenden Küche abzulenken.

Erster Pluspunkt: die Küche ist offen und man kann den Kochkünstlern beim Pochieren, Dressieren, Passieren, Flambieren und Melieren zuschauen, da steigt die Vorfreude!

Zweiter Pluspunkt: entscheidet man sich für ein drei-gängiges Menü, kommt man recht günstig weg und hat von allem was. 32 EUR für Vorspeise, Hauptgericht und Dessert sind für ein Gourmet-Erlebnis der im Cookies Cream gebotenen Art ein angemessener Preis.

Dritter Pluspunkt: alles vegetarisch und das fiel einigen am Tisch erst nach zehnminütigem Kartenstudieren (und die wöchentlich wechselnde Karte hat nur eine Seite!) auf, da das Angebot nichts vermissen lässt.

Vierter Pluspunkt: das Essen ist einfach wirklich gut! Ob Artischockensalat, Steinpilzessenz, pochiertes Ei auf Beluga-Linsen, Baby Leaf Salat mit Ziegenricotta - schon bei den Vorspeisen hatte ich die Qual der Wahl.
Bei der Hauptspeise fiel mir die Entscheidung leichter: wunderbare Parmesanknödel, die so zart waren, dass sie im Mund beinahe zu schmelzen schienen auf einer fantastischen Zitronensauce mit Zitronenconfit und Karrotengemüse (das zwar mit gelben und violetten Karotten hübsch aussah, aber leider geschmacklich kaum zu identifizieren war. Da hätte ich mir intensiveren Eigengeschmack gewünscht).
Um mich herum entschied man sich großteils für die sehr farbenfrohe Lasagne oder die quitschgrünen Rosenkohlcanneloni. Sah auch sehr gut aus, wenn der gemeine Rosenkohl nur nicht mein persönlicher Feind wäre.

Das Dessert setzte all dem wie erhofft noch ein Krönchen auf: Nougatmousse auf sehr limettiger Avocado-Creme, reichhaltig, aber weder schwer noch zu süß - perfekt! Oder Limettentörtchen mit Holunderbeerensorbet, bei dem vorallem das super-aromatische Holunderbeerensorbet ein Traum war!

Der einzige Minuspunkt beim Essen: die Portionsgröße der Hauptgerichte ließ doch sehr zu wünschen übrig, man müsste eher von der "Portionskleine" sprechen... Besonders die männlichen Anwesenden waren auch nach den drei Gängen noch hungrig. Erfahrene Tischnachbarn bestellten gleich extra-große Portionen. Keine besonders gute Grundlage auch für jene, die im Club unten noch die Nacht verfeiern wollten.
Irgendwie unbefriedigend und unverständlich, ich glaube kaum, dass z.B. drei anstatt zwei gerade mal tischtennisballgroßes Parmesanknödelchen das Restaurant in den Ruin stürzen würden. Nun ja.

Davon abgesehen konnte ich kein Hipster-Moustache-Haar in der Suppe finden, nein, wirklich nichts zu meckern! Saisonale Zutaten, auf den Punkt zubereitete, schön angerichtete Speisen, kreative Zusammenstellungen - sehr köstlich!


Cookies Cream

Behrenstraße 55 10117 Berlin

Der Eingang liegt gut versteckt im Hinterhof. Man muss klingeln und dann durchs Gebäude irren. Das gehört zum Konzept, wie bei achso chicen Parties in "secret locations"... nicht aus der Ruhe bringen lassen und einfach anderen Gästen unauffällig folgen ;)

Tel: +(0)30 2749-2940

geöffnet: Di. - Sa. ab 19 Uhr

Hans Wurst


Dieses Restaurant wurde leider geschlossen!

Im Hans Wurst wird nicht gekaspert, trotz des Namens, hier wird lecker gekocht und genossen. Im Hans Wurst gibt's keine Wurst, trotz des Namens, hier wird lecker vegan gekocht und genossen, ohne dass dem Gast der Verzicht auf tierische Zutaten überhaupt auffallen muss. Wer vermisst schon irgendetwas, bei einem im Ofen gebackenen Hokkaido Kürbis, gefüllt mit einem Reispilau mit Seitan und Zucchini an einer fruchtigen Paprikasauce, dekoriert mit rohem Fenchel, Orange und Chicoree..
Es gibt nur eine kleine, aber feine Tageskarte mit Tofu-Burgern, Pizza, Salat, Suppe und wechselnden, saisonalen Gerichten, großteils auch bio, wie z.B. dem erwähnten Kürbis. Auch ein-zwei verlockende Desserts sind im Angebot. Alle Speisen kosten unter 10 Eur und sind wirklich liebevoll zubereitet und angerichtet. Den einzigen kleinen Abzug würde ich persönlich dafür erteilen, dass die Burger nicht in Brötchen, sondern zwischen zwei Toasts serviert werden - aber meine Begleitung hat das wiederum nicht weiter gestört, also bin ich da vielleicht auch einfach ein bisschen mäkelig.
Zum Aufzuwärmen bei den (fast) sibirischen Temperaturen momentan, kann ich sowohl die heiße Sojamilch mit Agavendicksaft, als auch den Chai (Soja) Latte empfehlen.
Sonntags gibt es außerdem veganen Brunch zwischen 11 und 17 Uhr.
Das Hans Wurst gleicht von der Einrichtung her vielen Cafes/Kneipen im Prenzlauer Berg: alte Sofas, wacklige Stühle, Holztische, eher minimalistisch dekoriert, ein DJ Pult mit Plattenspielern... man würde nicht unbedingt vermuten, dass es hier überhaupt (außer vielleicht Salzstangen) etwas zu Essen gibt, erst recht nicht so gute vegane Gerichte.
Oft denke ich bei vegetarischen oder veganen Restaurants: gut gemeint und symphatisch, aber kochen kann ich mir zuhause besser. Man merkt häufig, dass keine Profis in der Küche stehen und dann auch eher auf Studenten-WG-Küchenniveau gekocht wird. Diesen Eindruck habe ich vom Hans Wurst nicht, hier weiß man in der Küche wie es geht! So macht das Spaß!


Hans Wurst

Dunckerstrasse 2a
Berlin-Prenzlauer Berg
U2 Eberswalderstr. / M10 Husemannstr
offen: Mo-Sa: ab 12:00, So ab 11:00, Küche von 12 - 22 Uhr

Yellow Sunshine

Ein Artikel über das Yellow Sunshine ist eigentlich schon ewig fällig. Deutschlands erstes vegetarisches Bio Fast Food Diner darf natürlich nicht länger hier fehlen, obwohl (oder gerade weil) es mittlerweile einige Nachahmer gibt. Ich glaube, ich habe nur nie früher über das Yellow Sunshine geschrieben, weil es sowieso immer überall als erste Anlaufstelle genannt wird, wenn jemand nach einem vegetarischen Restaurant in Berlin fragt. Nicht zu unrecht, aber hier auf dem Nimmersatt Blog soll ja eigentlich immer etwas Neues stehen und nicht das, was sowieso jeder kennt.
Aber egal, das Yellow Sunshine hat eine Empfehlung definitiv verdient und vielleicht gibt es ja doch den ein oder anderen Vegetarier, der noch nicht dort war, oder den ein oder anderen Nicht-Vegetarier, der neugierig ist wie wohl eine phosphatfreie Seitan-Currywurst schmeckt, eine vegane Gyrospfanne oder auch ein Spinat-Käse-Burger...

Auf meinem Photo zu sehen ist der feine Hot Chili Burger, ein echter Seelenwärmer! Ein saftiger vegetarischer Bratling in einem warmen Sesambrötchen, mit Salat, Tomate, Zwiebel, Essiggurke und reichlich Chili-Ketchup, wie sich das gehört! Manchmal muss sowas einfach sein! Bei aller Liebe zu raffinierter asiatischer Küche, kunstfertigen Törtchen oder mediterranen Spezialitäten, es gibt einfach Momente im Leben, da habe auch ich Burger-Cravings und dann ist Yellow Sunshine der perfekteste Ort zum glücklich werden. Mit Soße an der Backe und anschließendem Fingerlecken.

Nach dem erwähnten veganen Gyros und der Currywurst hatte ich allerdings bisher noch nicht so richtig Verlangen, mutige Vorkoster dürfen gerne ihre Erfahrungen in den Kommentaren schildern.
Die Burger kosten so um die 4 Eur, also nicht gerade superbillig, aber für bio und lecker auch nicht übermäßig teuer. Es werden auch Burgermenüs angeboten, mit Pommes Frites, Salat und Softdrink. Außerdem gibt es eine Tagessupppe und zum Vernaschen Partybällchen, vegane Nuggets oder auch ein Softeis zum Dessert.
Viel Spaß beim Fast-Food-Frönen!


Yellow Sunshine

Wiener Straße 19
Berlin-Kreuzberg [click here to see map]

geöffnet So-Do 12°°-24°° und Fr-Sa 12°°-01°° Uhr

Tel.: 030/69598720

Paula

Es wird mal wieder Zeit für eine Empfehlung in einem anderen Bezirk, die Artikel auf diesem Blog zu Mitte und Prenzlauer Berg sind ja wirklich in unverhältnismäßig hoher Zahl vertreten. Darum heute mal zu einem wunderhübschen Café in einem von mir bisher völlig vernachlässigten Viertel: Pankow. Hier gibt es in der Florastr das Café Paula, wo man umgeben von sehr geschmackvollen Jahrhundertwendefliesen und zuckergussigen Pastellfarben zum Beispiel ganz hervorragenden Kuchen, Tartes, Eis, Toast, Waffeln, Suppe, Tee und Kaffee geniesen kann. Die Zutaten sind fast durchweg bio und es wird offensichtlich viel Wert auf gute Qualität gelegt, was auch die eher an Mitte erinnernden Preise erklärt.
Auch Allergiker werden hier fündig, alle Getränke und so manche Eissorte ist auch mit Sojamilch erhältlich.
Ich habe mir am Wochenende einen superleckeren Haselnuss-Zucchini-Kuchen gegönnt - toll! Locker und dank der feingeriebenen Zucchini, die ansonsten nicht vorgeschmeckt hat kein bisschen trocken, mit einer wahnsinns Schokonusscreme getoppt.. mmh! Sehr empfehlenswert. Die anderen Kuchen sahen aber auch allesamt fantastisch aus, so dass mir die Auswahl wirklich nicht leicht fiel. Zum Glück wurde ich sehr freundlich und geduldig bedient, trotz meiner länger ausfallenden Entscheidungsfindung.
Ich habe jedenfalls beschlossen, bald mal für ein Frühstück wiederzukommen. Dafür wird alles Mögliche hausgemacht, zum Beispiel verschiedene Brotaufstriche und die Backwaren ja sowieso.. Klingt sehr verlockend! Das hatte ich ausnahmsweise mal ganz schnell entschieden.
Und wenn man schonmal in der Florastr ist, empfiehlt es sich auch noch einen Blick in die Altdeutsche Bäckerei unter der Nummer 79 zu werfen, die überhaupt nicht so altbacken daherkommt, wie man bei dem Namen vermuten könnte. Dort gibt es gutes Brot und auch tolle Kuchen (Stachelbeer zum Beispiel- wo findet man das sonst noch?).
Wenn das Wetter mitspielt und man ein kleines Verdauungspäuschen einlegen möchte, ist auch das in der Florastr auf recht ungewöhnliche Weise möglich! Ein kleiner Pankowspaziergang lohnt sich also :)



Café Paula
Florastraße 14
Berlin-Pankow [click here for map, please]


U+S-Bhf. Pankow, S-Bhf. Wollankstraße, Bus M27, 250

Telefon: 0173-617 14 27

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 8.30-19 Uhr, Sa+So 11-19 Uhr

Maja's Deli

Nachdem ich in meinen letzten Blogposts nur von Japan und nur von Süßigkeiten geschrieben habe, gibts heute mal wieder was Deftiges, Gesundes aus Berlin. Schon lange auf meiner Liste dringender Empfehlungen wartet nämlich Maja's Deli, ein veganer Imbiss, der sich früher auf der Schönhauser Allee befand, sich aber seit nun sicher schon zwei Jahren in der ruhigeren Pappelallee eingerichtet hat.
Was hier auf den Teller kommt ist keine 5 Sterne Gourmet-Kochkunst, sondern vielmehr grundehrliches, tierfreies Essen, wie aus der Studenten-WG Küche. Lecker, gut sättigend und wie daheim gekocht.
In diesem kleinen Laden wird nicht so viel Wert darauf gelegt wie das Essen präsentiert wird und manchmal ist auch ein bisschen zu stark oder zu lasch gewürzt, aber das kommt hier irgendwie ganz sympathisch rüber, steigert das heimelige Gefühl und es ist nie so, dass es mir dort mal nicht geschmeckt hätte. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Gemüsesoßen oder Aufläufen und dazu Reis, Couscous, Hirse o.ä. Außerdem gibt es täglich wechselnde Suppen.

Meine auf dem Foto festgehaltene Wahl ist ein Gemüse-Kokos-Curry mit Kokoskruste überbacken und Hirse. Die Ursprünge der Gemüserezepte sind meistens geographisch in Indien, Südostasien und dem Mittelmeerraum zu verorten.
Leider nicht auf dem Foto, aber enorm empfehlenswert sind die veganen Backwaren. Wenn es Erdbeer-Rhababer Muffins gibt: zuschlagen! Das ist ein Befehl! Die sind wirklich super.
Alles gibt es auch zum Mitnehmen und sogar Cateringservice wird angeboten. Man kann es sich aber auch einfach drinnen auf den Barhockern oder draußen auf den blitzeblauen Sitzgelegenheiten bequem machen.
Go vegan!

Maja's Deli
Pappelallee 11 (click to see map)

Berlin - Prenzlauer Berg
Tel: 030 484 94851
10-18 Uhr geöffnet (ich glaube nur wochentags, bin mir aber nicht sicher)

U2 Eberswalder Str, Tram 12 Eberswalder Str/Pappelallee oder Raumerstr.

Good Bye, Snickers!

Heute kein Restaurant-Tipp, sondern schlechte Nachrichten für alle Vegetarier, die gerne Snickers, Bounty und Co essen!
Künftig wird, wie in vielen Käsesorten Lab, das aus den Mägen von Kühen gewonnen wird zur Herstellung verwendet.
Nicht vegetarisch, nicht koscher, nicht halal und ganz schön unappetitlich!
Wieso vergrault man sich so sinnlos eine große Käuferschicht?
* Edit: Rezeptur wegen zahlreicher Beschwerden nun doch wieder vegetarisch und auch die bisher mit Lab zubereiteten Eisversionen der Schokoriegel werden in Zukunft vegetarisch sein! Siehe Alexas Kommentar. *

Hummus - Shala

Hummus - Shala gibt es nicht mehr, dafür aber das Café Zula vom gleichen Hummus- und Pita- Spezialisten :)
Nachdem ich diesen Hummus Imbiss schon letzten Samstag lobend im Radio bei Trackback erwähnt habe, kommt jetzt auch endlich die schriftliche Empfehlung hier auf Nimmersatt. Laut dem Flyer des Hummus-Shala gibt es hier das beste Hummus der Stadt und tatsächlich: mir ist in Berlin noch kein besseres begegnet.
Für alle, die sich mit nahöstlicher Küche nicht auskennen: es handelt sich bei Hummus natürlich nicht um Erdboden, sondern um ein Püree aus gekochten Kichererbsen und Sesampaste (Tahina), Olivenöl und Gewürzen - auf die Mischung kommt es an!
Und nicht nur das Hummus ist hier besonders gut, auch die vom Besitzer höchstselbst gebackenen Pita suchen ihresgleichen. Gar kein Vergleich zu den mehr Putzlappen denn Broten gleichenden trockenen Fladen, die die meisten Falafelläden in Berlin zu ihren Gerichten reichen. Bei jenen weiß man ja häufig nicht, ob man gerade auf dem Einwickelpapier kaut oder das ebenfalls zum Einwickeln verwendete Fladenbrot zwischen den Zähnen hat. Sowas kommt bei Hummus-Shala garantiert nicht vor.
Das täglich frisch zubereitete Hummus wird hier mit hartgekochtem Ei, Petersilie und wahlweise mit etwas Tomatensalat oder gekochten Kichererbsen, sowie einer Kräuterpaste (nein, es ist kein Pesto auch wenns so aussieht!) vorwiegend aus Koriander und Chili angeboten. Außerdem gibt es Bagels, Salate, frisch gepresste Säfte, guten Kaffee, frischen Minztee, obendrein noch freien Internet-Hotspot und man kann sich im dazugehörenden Yoga-Shala verbiegen, bis man sich mit den Zehen hinterm Ohr kratzen kann. Vorausgesetzt man hat sich vorher nicht soviel leckeres Hummus gegönnt, dass der volle Magen ständig im Weg ist... :)
Ein hübscher, rein vegetarischer Laden, wo jedem Gericht Zeit und Hingabe gewidmet wird - wenn das mal nicht für gutes Karma sorgt!
Aber zuerst muss man den Weg erstmal finden, denn er befindet sich im Hinterhof und auf der Kastanienallee stehen soviele Schilder, dass man das des Hummus-Shala leicht übersieht. Also Augen auf, Hausnummer 79 merken, bei Dock 11 einbiegen und für rund 3 Euro glücklich futtern!


Hummus-Shala
Kastanienallee 79
Berlin - Prenzlauer Berg (natürlich nicht Mitte, wie ich fälschlicherweise im Radio behauptet habe)

Tram 12, M1
U2 Eberswalder Str

nur tagsüber geöffnet!

Blatt










Dieses Restaurant wurde leider geschlossen.

Um auch mal ein rein vegetarisches Lokal zu empfehlen und nicht immer nur auf einzelne Gerichte auf den Speisekarten verweisen zu müssen, komme ich heute mal zum Café und vegetarischen Imbiss Blatt. Hier schmeckt es richtig selbstgekocht, d.h. durchaus ordentlich, aber nicht zum Ausflippen ungewöhnlich. Im Angebot befinden sich 5-6 warme Speisen, von mediterran bis asiatisch, die man sich nach freier Wahl ins Schälchen schöpfen lassen kann. Je nach Größe des Schälchens wird der Preis berechnet, der sehr angemessen war. Lecker waren vor allem das Kartoffel-Kokos-Curry und der Gemüse-Eintopf mit Kichererbsen. Besonders gut sahen die süßen Sachen aus, zum Beispiel der Johannisbeer-Käsekuchen oder das eifreie Tiramisu.
Das Blatt ist auch einfach ein netter Platz für eine Mittagspause oder zum nachmittags abhängen und plauschen. Dazu lädt die Beinahe-Liegewiese mit Plüschhäschen-Deko an der Wand ein. Die Einrichtung ist mittemäßig stylish und ist im angenehmen Kontrast zum Prenzlberger Sperrmülleinrichtungs-Kult. Der kann zwar auch ganz gemütlich sein, wird doch aber mittlerweile von jedem Deppen ausgenutzt, der keine eigene Idee zur Ladengestaltung hat und kein Geld um gescheite Möbel zu kaufen. Gerade wo es Essen gibt, bin ich auf jeden Fall eher für neu und hell, anstelle von alt und ranzig.. und diesen Anspruch erfüllt das Blatt bestens!

Blatt
Steinstr. 5

Berlin-Mitte
U8 oder M2 Weinmeisterstr.

Mo-Fr: 11-18 Uhr
Sa: 11-17 Uhr