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Essen in den Zeiten von Corona


Essen in den Zeiten von Corona - frei nach Gabriel García Márquez - ist ein hochemotionales Thema. Zunächst wurden, nebst der im Vergleich zum Vormonat siebenfach erhöhten Menge von Klopapier (belangloser Fakt des Tages), Pasta und Dosentomaten gehamstert, was mich wegen der plumpen Einfallslosigkeit doch etwas enttäuscht hat.
Wenig später verschwanden dann, zugegebenermaßen auf höherem Niveau was die Kochkünste angeht, auch sämtliche getrocknete Hülsenfrüchte aus den Regalen. Wobei ich mich frage, wie viele dieser Belugalinsen, Mung- und Saubohnen tatsächlich im Topf und nicht als Kinderbeschäftigung im Rahmen des Homeschooling in Eulenform o.ä. aufgeklebt auf DinA4 Zetteln enden oder in der hintersten Ecke eines Küchenschranks zehn Jahren überdauern, nur um dann höchstens für einen nostalgischen "hach, weeßte noch, Corona..."-Seufzer herhalten zu können, bevor sie entsorgt werden.
Ich hoffe wenigstens, eine positive Konsequenz aus dieser Krise ist, dass mehr Menschen besser kochen und backen lernen und die ganzen gehorteten Lebensmittel nicht irgendwann im Müll enden.

Währenddessen wurden auch Restaurants, Bars und Cafés angewiesen erst einen großen Teil ihrer Tische zu verbannen, um 1,50m Abstand zum Nachbartisch zu schaffen, nur um kurz darauf auf unbestimmte Zeit ganz ihre Türen schließen zu müssen. Wer weiß, wie viele Gaststätten aus diesem künstlichen Koma wieder erwachen und überhaupt jemals wieder ihre Türen öffnen können werden...
Natürlich ist die oberste Priorität, dass wir alle möglichst gesund und lebendig aus dieser Pandemie herauskommen, aber die drohende Aussicht auf ein Berlin mit deutlich geschrumpfter kulinarischer und kultureller Szene und voller bankrotter und arbeitsloser Kreativer und Gastronomen kommt für mich dem Bild der Zombie-Apokalypse verdammt nahe.
Um diesem Szenario entgegenzusteuern, sollten wir uns nicht nur auf Corona-Zuschüsse verlassen, obwohl ich wirklich positiv von dieser schnellen und unbürokratischen finanziellen Hilfe überrascht bin. Ich fände es toll, wenn jeder im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten, auch einen Beitrag leisten würde und das Lieblingsrestaurant, die Stammbar, das Nachbarschaftscafé, die kleine Bäckerei, das ambitionierte Kino, den netten Laden, oder auch kleinere Konzertveranstalter unterstützt. Das kann man tun, indem man Gutscheine kauft, auf eine Erstattung von bereits erstandenen Tickets verzichtet, oder indem man die Lieferservices und Take-Away/Pick-up Möglichkeiten in Anspruch nimmt, die nun mehr denn je verfügbar sind.
Ich gehe davon aus, dass jeder Koch jetzt noch pingeliger um höchste Hygienestandards bemüht ist, wer aber supersicher gehen möchte, kann ja auch das Essen zuhause nochmal ein paar Minuten bei hoher Temperatur in den Ofen stellen. Damit dürfte jeglicher Virus ausgemerzt sein.

Hier also nun ein paar ausgewählte Empfehlungen für Take Away und/oder Pick-up:

Gobento: wie immer im Rahmen einer One-Man-Show werden die japanisch inspirierten Köstlichkeiten vom Chef nicht nur zubereitet und hübsch angerichtet, sondern nun sogar persönlich nach Hause geliefert und mit der gewohnt appetitanregend enthusiastischen Beschreibung überreicht. 9.99 EUR pro Bentobox, Gratislieferung in Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Neukölln. Umliegende Bezirke anfragen. Bestellung per SMS an 0176 55228792.

Daniel's Eatery @The Hidden: Daniel kocht und backt gesunde Leckereien vor, die zuhause nur noch in den Ofen geschoben oder in einfachen Schritten fertig zubereitet werden können. Mittwochs gibt es DIY Quiches und Freitags tolles Dinner with Flowers in Zusammenarbeit mit dem Floristik Studio Horeis. Zu Ostern gibt es auch ein spezielles Ostermenü! Bis zum Vorabend bestellen und dann Mi bzw Fr zwischen 16-18 Uhr im The Hidden in der Heinrich-Roller-Str. 8 abholen.

8greenbottles: der kleine Naturweinladen im Prenzlauer Berg verschickt "Stayhome" Pakete per Fahrradkurier. 3 wöchentlich wechselnde, handverlesene Naturweine und ein Goodie (mal ein Cookie vom benachbarten, köstlichen Cookies & Co, mal ein veganer Donut von Brammibal's, oder diese Woche Salzmandeln von der wunderbaren Jazzbar Rhinoçéros) für 49 EUR, Lieferung inklusive. Bis 16 Uhr bestellen und noch am gleichen Tag die Isolation schön trinken!

RosaCaleta: wer im 4km Umkreis des RosaCaleta wohnt, muss auch in Coronazeiten nicht auf Guava Jerk Tofu oder Chicken und andere jamaikanische Delikatessen verzichten und kann sich diese Mi - So zwischen 15 - 19 Uhr liefern lassen.

Bananas & Breads: dem ein oder anderen ist dieser auf Bananabread spezialisierte Bäcker vielleicht bekannt vom African Food Market. Nun liefert Banana & Breads persönlich zwei Mal die Woche leckere Bananenkuchen für 16 EUR pro Laib aus. Bis Mo oder Do 12 Uhr bestellen, geliefert wird dann am Di oder Fr bis an die Haustüre.

Pappa e Ciccia: der chice Italiener hat sich flux zum Take Away Lasagneria Club gewandelt. Seit Ende März gibt es Mo - Fr 12 - 18 Uhr Lasagne in drei verschiedenen Varianten (klassisch "Ragu", vegetarisch, vegan), Tiramisu und wechselnde Wochenspecials zum Mitnehmen. Früh kommen, sonst ist es auch schonmal nachmittags ausverkauft.

Hokey Pokey: ganz ohne Schlangestehen kann man jetzt die beliebtesten Sorten der Eispatisserie im Halbliter Becher per Lieferando erstehen und zuhause am offenen Fenster oder auf Balkonien genießen.

Standard Pizza: die "serious Pizza" neapolitanischer Art gibt es täglich zum Mitnehmen und wird in das PLZ Gebiet 10115, 10119, 10405, 10435, 10437 geliefert - Mindestbestellwert für Lieferung ist 35 EUR. Die wechselnde Karte ist auf Instagram zu finden. Auch Pizzateig zum selbst belegen und backen ist erhältlich!

Canal: mit diesen edlen Pistazien-Himbeer oder Earl Grey Eclairs lässt sich auch der trögste Home Office Nachmittag aufmotzen. Mindestbestellwert ist allerdings 17 EUR, da muss man sich schon ganz schön die Zuckerkante geben. Dazu kommt die Liefergebühr, je nach Entfernung 3-5 EUR. Geliefert wird Mi - Sa von 15:30 bis 18 Uhr.

Korean Food Stories: jede Woche gibt es einen anderen Hit von der Speisekarte dieses feinen kleinen koreanischen Restaurants auf der Prenzlauer Allee. Nur Lunch, nur zum Mitnehmen. Hier vorbestellen.

Kanaan: ab Di 7.4. gibt es täglich von 12-20 Uhr süchtig machendes Hummus zum Mitnehmen von der neuen Adresse des israelisch-palästinensischen Restaurants in der Schliemannstr. 15, Prenzlauer Berg oder Lieferung per Lieferando.

Bekarei: die köstlichen portugiesischen und griechischen Backwaren der Bekarei werden jetzt auch gegen eine Liefergebühr von 2 Eur in großem Radius um die beiden Filialen im Prenzlauer Berg und Kreuzberg ausgefahren. Wie wäre es mit einer Pastel de Nata Box, feine Pita oder Burger Buns zum selbst belegen daheim... Mindestbestellwert 15 EUR.

Shuga: erst vor Kurzem habe ich diese neue kleine, hervorragende Patisserie entdeckt und ich möchte die Babka und Rugelach nicht mehr missen! Lieferung (mindestens am Vortag bestellen) im Prenzlauer Berg gratis, Mitte, Wedding und Pankow 5 Eur, andere Bezirke nach Absprache. Mindestbestellwert 25 EUR, oder Take Away von Fr - So 9 - 13 Uhr in der Gleimstr. 42.

Bleibt zuhause, wascht die Hände, esst gut und unterstützt eure Nachbarn und betroffene kleine Businesses!

MàM - Contemporary Thai Street Food

Dieses Restaurant wurde leider geschlossen!
Es scheint mir nur mehr als recht, das neue Jahr mit einer überraschenden Neueröffnung aus dem letzten Jahr in meiner Nachbarschaft zu beginnen. Seit September gibt es im MàM auf der Schönhauser Allee moderne thailändische Küche, speziell Street Food mit besonderem Twist. Klassiker wie Pad Thai sind hier nicht einfach gewöhnliche, gebratene Nudeln, sondern raffiniert gewürzte Reisbandnudeln mit Tamarindensauce, nicht zu ölig, mit frischen Kräutern, Limette, Erdnüssen und einem panierten wachsweichen Ei, und gebackenem Tofu (oder nach Wahl Garnelen oder Hühnchen). Als besonders wärmend bei dem momentanen S***wetter erweist sich die pikante Kokosmilchsuppe Khao Soi mit Weizennudeln, einige davon knusprig frittiert. Alles kommt sehr geschmackvoll angerichtet, und das ist durchaus zweideutig gemeint, in schönem Geschirr und mit offensichtlich knackig frischen Zutaten daher.

Ganz unwiderstehlich ist auch der Matcha Cheesecake mit Erdnussparfait und Mangosoße als Dessert. Dieses köstliche Zusammenspiel frischer, herber und süßer Aromen und unterschiedlicher Konsistenzen sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen.
MàM - Contemporary Thai Street Food
Schönhauser Allee 74 [hier clicken für Google Maps]
Berlin - Prenzlauer Berg
Tel: 030 40746179

Offen:
Mo - Fr: 12 - 23 Uhr
Sa - So: 14 - 23 Uhr

Pasteur

Dieses Café wurde leider geschlossen.
Wenn vietnamesische Küche und französische Patisseriekunst sich vereinen, kann ja nur etwas Gutes dabei herauskommen. So geschehen im erst kürzlich eröffneten schönen Café namens Pasteur in der Kollwitzstraße. Hier finden sich wunderhübsche kleine Choux (aka die extravaganten kleinen Geschwister des gemeinen Windbeutels) mit feinen asiatisch inspirierten Füllungen wie Matcha, Yuzu oder Mango, oder auch raffinierte vietnamesische Desserts aus Reis, Bohnen oder Lotussamen.

Wem der Sinn nach etwas Herzhaftem steht, dem seien die Banh Mi empfohlen, Baguettes mit verschiedenen vietnamesischen Füllungen. Wobei ich sagen muss, ein bisschen mehr Würze hätte die vegetarische Variante vertragen können, aber schön frisch und gut war es allemal und das Brot war herrlich knusprig und nicht so lummelig wie andernorts...

Außerdem gibt es leckere Yuzulimonade und vietnamesischen Kaffee, auch als Eiskaffee, und schön draußen sitzen kann man auch (wenn es gerade mal nicht regnet).

Pasteur
Kollwitzstr. 48 [hier clicken für google maps]
Berlin Prenzlauer Berg

Offen:
Di - Do 12 - 21 Uhr
Fr - So 12 - 22:30 Uhr

Hum Vegan Cuisine

Good Karma Food verspricht das Restaurant Hum und nur selten konnte man sein Karma auf so leckere Weise aufbessern, wie in diesem veganen vietnamesischen Paradies nahe des Helmholtzplatzes. Komplett tierfrei, dafür voller köstlicher Aromen, mit hausgemachten Gewürzmischungen, frischen Zutaten und großteils mit bio Tofu bringen die Gerichte auch nicht-Veganer in höhere Sphären der Glückseligkeit.
Die Auswahl ist groß, es gibt auch einige ungewöhnliche Gerichte, die man nicht bei jedem vietnamesischen Lokal an der nächsten Ecke bekommt, dementsprechend lastet die Qual der Wahl schwer. Schon die Vorspeisen können überzeugen, z.B. der knusprige Reis-Kokoscrêpe mit reichlich frischen Kräutern und Tofu (groß genug für 2 Personen), Spieße von Tofu und Austernpilze umwickelt mit Betelblättern, oder die wunderbar zarten gedämpften Teigtäschlein...
In diesem verregnet Sommer bringen auch Hauptgerichte, wie die gigantische Schüssel Udon Curry (dicke Udonnudeln in Kokosmilchsuppe mit Gemüse und Tofu) oder im Tontopf geschmorter Tofu mit vielen köstlichen Pilzen (so herzhaft und sämig zugleich) zumindest die innere Sonne zum scheinen und wärmen wohlig das Foodie-Herz.
Und dem leckeren Wassermelonenshake konnte ich bislang bei keinem Besuch widerstehen, mmmmh, so simpel und so gut.
Auch die Einrichtung ist hübsch, mit viel hellem Holz und Pflanzen, und der Service freundlich, schnell und aufmerksam.
Eine schöne Entdeckung, die aus der Masse der vietnamesischen Restaurants in Berlin heraus sticht. Ich komme bestimmt noch viele Male wieder und probiere mich durch all die schönen anderen Gerichte auf der Speisekarte.

Hum Vegan Cuisine
Raumerstr. 38
Berlin - Prenzlauer Berg [hier clicken für Google Maps]

offen:
Montag – Freitag 12:00 – 23:00 Uhr
Samstag 17:00 – 23:00 Uhr
Sonntag 12:00 – 23:00 Uhr

The Tree

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um ein chices Blumengeschäft, tatsächlich aber ist The Tree ein schönes, neues chinesisches Nudelrestaurant mit außergewöhnlichem Einrichtungsstil. In einem der beiden Gasträume mit den offengelegten Ziegelwänden ist ein großer Tisch einer Installation aus frischen und getrockneten Pflanzen vorbehalten. Hungrige Gäste sollten frühzeitig kommen, um einen Platz an den übrigen rustikalen Tischen zu ergattern. Neben der Floristik sind die hausgemachten Nudeln der Star dieses sympathischen Restaurants, und die sind wirklich köstlich! Besonders die vegetarische Variante mit der würzigen Erdnusspaste und verschiedenem frischem Gemüse und Pilzen hat mich begeistert. Schlürfen kann so schön sein!
Auch die Vorspeisen sind fantastisch: zum Beispiel knackige Lotuswurzeln, Kartoffelschnitze und Blumenkohlröschen mit Sesam, frischer Seidentofu mit Frühlingszwiebeln und Sojasoße, Spinat in Sesamsoße... Außerdem gibt es feine Tees.
Wir wurden sehr freundlich bedient, allerdings muss man sich auf ein bisschen Wartezeit einrichten, da eben alles frisch zubereitet wird. Es lohnt sich!

The Tree
Brunnenstr. 167
Berlin - Mitte

Tel: 030 67961848

U Bernauer Str

Marubi

Eine Schüssel mit dampfenden, hausgemachten Nudeln sind ja eigentlich immer wahres Comfort Food, sobald es draußen aber grau und ungemütlich wird, kann ich mir wirklich kaum etwas Wärmenderes für Magen & Seele vorstellen. Bei Marubi (früher in der Kollwitzstr, heute ein paar Hundert Meter weiter Richtung Mitte am Senefelder Platz), gibt es jeden Tag frisch gemachte Ramen und Jiaozi und Gyoza, gedämpfte oder gebratene handgemachte Teigtaschen.

Die in Japan so beliebten, aber aus China stammenden Ramen werden entweder traditionell in deftiger und ausdrücklich Glutamat-freier Suppe mit verschiedenen Toppings serviert, oder für Vegetarier auch ohne Brühe. Auch die feinen Teigtaschen gibt es in vegetarischen Varianten. Sehr schön!
Die Preise sind fair, die Bedienung schnell, der Laden zurecht gut besucht und die Luft in der offen einsehbaren Küche gleicht der eines Dampfbades.
Gönnt man sich dann noch ein Matchaeis als Dessert, geht man sicher mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht gegen jedes Berliner Wetterunbill gewappnet wieder nach draußen.
Die Mochi kann man sich allerdings sparen, die waren nix (aka Fertigkram aus der Packung).


Marubi
Schönhauser Allee 177
Berlin - Mitte [hier clicken für google maps]

U2 Senefelder Platz

Offen:
Mo - Sa 12 - 22 Uhr
So: 17 - 22 Uhr


Charlie's Asian Bakery & Coffee

Meine Liebe zum Matcha habe ich ja schon oft genug kundgetan, so wundert es wohl kaum, dass ich schwer beglückt war als ich von einer asiatischen Bäckerei und Café in Kreuzberg gelesen habe. Ich halte es eigentlich nicht für nötig, das gleiche zu schreiben wie die Bloggerkollegen, darum habe ich Charlie's Asian Bakery & Coffee eine Weile einfach genossen, ohne Fotos zu machen und ohne darüber zu posten. Nach einem Jahr nun, will ich doch eine Empfehlung für dieses hübsche Café aussprechen. Ich kann es mir nicht länger verkneifen, hey, es gibt dort Matcha-Kranzkuchen mit weißer Schoko, Ingwer und getrockneten Rosenblüten, Blaubeer-Mango-Kokostörtchen und Banane-Sesamkuchen... und Sommerrollen, Banh Mi und feine Suppen... Matcha Latte oder vietnamesischen (Eis-)Kaffee... und als Augenschmaus: Kimonos! Klingt und schmeckt alles nach großartiger Fusion aus vietnamesischen, japanischen und deutschen Einflüssen. Das darf doch auf Nimmersatt nicht fehlen!
Der abgebildete Matchakuchen war zwar ein klein bisschen trocken, aber das sei bei Außentemperaturen von 36-37°C verziehen, da backt der Kuchen ja quasi auf der Theke noch nach.

Auch beim Village Street Food Market in der Neuen Heimat ist Charlie's Bakery oft mit einem Stand vertreten. Man sollte unbedingt ein-zwei kleine Köstlichkeiten probieren, denn sie sehen nicht nur wunderschön aus, sondern sind auch Geschmacksbömbchen! Vieles ist zudem vegan und einiges glutenfrei.

Charlie's Asian Bakery & Coffee
Oranienstr. 187
Berlin Kreuzberg (Map)

U Kottbusser Tor oder Görlitzer Bahnhof

Offen: So - Mi 9 - 21 Uhr, Do - Sa 9 - 22 Uhr

Lecker Song

Und gleich nochmal Teigtaschen! Diesmal Jiaozi nach Pekinger Art von dem netten kleinen Restaurant Lecker Song im Prenzlauer Berg. Hier werden in erster Linie gedämpfte Dumplings in Bambuskörbchen serviert, einige Sorten können auch gebraten bestellt werden. Es gibt eine breite Auswahl ganz unterschiedlicher Füllungen, auch sehr viele vegetarische, von denen eine köstlicher ist, als die andere.
Auf Geschmacksverstärker wird bei Lecker Song erfreulicherweise ausdrücklich verzichtet. Diese wären auch wirklich absolut unnötig, strotzen die abwechslungsreich gewürzten chinesischen Maultaschen doch so schon vor Aromen. Meine Lieblinge sind die mit der leicht süßlichen Füllung aus fritiertem Tofu und Shiitake und jene mit grünen Bohnen, Seetang und Möhren. Gebraten machen sich die Teigtäschchen mit Schnittlauch-Ei-Füllung besonders gut.

Es gibt vier verschiedene Soßen zur Auswahl, am besten probiert man einfach von allem ein bisschen. Meiner Meinung nach ist etwas Reisessig aber auf jeden Fall ein Muss zu den Dumplings.

Auch die Vorspeisen überzeugen: besonders gut sind hier die noch schön knackigen grünen Bohnen mit Senfblättern und Ingwersoße, und die Gurken mit Knoblauch sind ein wahrer Klassiker.
Feine chinesische Tees, serviert in der Kanne mit einem zierlichen Trinkschälchen, runden das Geschmackserlebnis ab.
Im Sommer kann man vor dem Restaurant auf der ruhigen Schliemannstraße schön draußen sitzen und auf den kleinen Tischchen am besten einen ganzen Turm Bambusbehälter mit Teigtaschen vor sich stapeln lassen. Die fairen Preise lassen das auch zu und der Service ist außerdem superfreundlich und aufmerksam. Ich bin wirklich rundum begeistert! Ein funkelnder neuer Stern am Berliner Dim Sum Firmament!

Lecker Song
Schliemannstr. 19 (hier clicken um Adresse auf Google Maps zu sehen)
Berlin - Prenzlauer Berg

Offen:
Mo - Sa 12 - 22 Uhr
So: 16 - 22 Uhr

nächste Haltestellen:
S Prenzlauer Allee
Raumerstr (Tram 12)

YuMe

Juchu, vegetarische Gyôza in Berlin! Obwohl es Gyôza in Japan beinahe an jeder Ecke gibt, sucht man nach einer fleischfreien Variante dieser gebratenen Teigtaschen dort eher vergeblich. Die Füllung besteht normalerweise immer aus Schwein, Schwein oder ähm... Schwein! Zu meiner großen Freude hat der kleine Gyôza Imbiss YuMe in Neukölln neben dem Klassiker auch eine köstliche veggie Variante im ständigen Angebot. Momentan gibt es zusätzlich auch noch feine Shiitake Gyôza, ebenfalls ganz ohne (Borsten-)Tier im Inneren.
Diese japanischen Maultaschen kommen im halben Dutzend daher, zum wirklich fairen Preis von 2,90 EUR (12 Stück kosten 4,90 EUR). Direkt vor dem Verzehr werden sie solange angebraten, bis die Nudelteigränder gebräunt und leicht knusprig sind. Fettig, heiß und gut sind diese Glücklichmacher! Bei YuMe sind sie von Teig bis zur Füllung frisch hausgemacht und können mit verschiedenen Soßen komplementiert werden (Wasabi-Mayo, Chili Öl, Essig, Sojasoße).
Und zum Nachtisch muss noch ein Matcha Cookie sein. Ein Träumchen!

Pannierstr. 55 

Offen: 
So - Do 12:00 - 23:00
Fr - Sa 12:00 - 24:00

Nächste Haltestellen:
Sonnenallee / Panierstr (Bus 171, 194, M29, M41)
U Hermannplatz

Qua Phe

Nächste Woche sollen die Temperaturen ja endlich wieder auf über 30°C ansteigen - perfektes Wetter für einen köstlichen vietnamesischen Eiskaffee bei Quà Phê. Dieser wird, so wie das sein muss, langsam durch den typischen auf dem Glas sitzenden Metallfilter auf gesüßte Kondensmilch und große Eiswürfel tropfen gelassen. Also erst Geduld, dann Genuss! Und dazu vielleicht eines der wunderbaren vietnamesischen Desserts, Che Thap Cam, mit Kokosmilch, süßen Bohnen, Sagoperlchen und Taro. Farbenfroh, aber nicht künstlich im Geschmack und nicht zu süß, ist das nicht nur ein Erlebnis fürs Auge, sondern auch für den Gaumen. Die unterschiedlichen Konsistenzen der einzelnen Zutaten, von cremig bis (wackel-)puddingartig, bieten der Zunge ein erfrischendes Abenteuer!

Neben dem hervorragenden Kaffee, den es natürlich nicht nur auf Eis gibt, ist das signature dish des Quà Phê hausgemachte Bánh Bao. Hierbei handelt es sich um gedämpfte, weiche, weiße Brötchen, die mit verschiendenen Füllungen angeboten werden. Ich muss immer an Dampfnudeln denken, aber fluffiger, ohne den angebackenen braunen Boden und eben gefüllt, z.B. mit mariniertem Tofu, frischen Kräutern (Koriander & Shiso - zwei meiner absoluten Lieblinge!) und Gemüse - köstlich!
Auch die fein-säuerliche Tomaten-Tamarinde-Suppe ist sehr zu empfehlen, ebenso die frischen Salate, beispielsweise mit Avocado und Granatapfelkernen oder Glasnudelsalat mit reichlich Kräutern und Gemüse und Sesam. Oder auch die herzhaft gefüllten vietnamesischen Crêpes (aus Reismehl, vermute ich)... es gibt viele Leckerein zu entdecken in diesem hübschen Café und es lohnt sich mehrere unterschiedliche Gerichtchen zu bestellen und sich durchzuprobieren. Alles kommt schön angerichtet in Körbchen und auf Bananenblättern und macht satter, als man vielleicht beim ersten Anblick der feinen Kleinigkeiten vermuten mag.
Das Café selbst ist chic eingerichtet, ein bisschen vietnamesische Folklore, ein bisschen Moderne, grobe Holztische, offene Küche, schöne Blumengestecke, stilvolles Teegeschirr, Magazine... hier kann man es aushalten! Auch draußen kann man sehr angenehm sitzen und den Berliner Sommer genießen, wenn er uns denn gerade mal einen Besuch abstattet!
Das Quà Phê ist ein fantastischer Ort für ein leckeres und gesundes Mittagessen, einen Snack oder zum Verweilen und Lesen bei einem Nachmittagskaffee. Auch wer sich vegan oder glutenfrei ernährt, kann hier glücklich werden. Mich freut vor allem, dass hier viele Gerichte angeboten werden, die man auf den Speisekarten anderer vietnamesischer Restaurants vergeblich sucht. Die bei der Einrichtung schon sichtbaren Mischung aus Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der kreativen Küche.
Ein neuer Lieblingsort in Mitte!

Quà Phê
Max-Beer-Str. 37 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Mitte

Offen: täglich 9 - 22 Uhr

nächste Haltestelle:
U Rosa-Luxemburg-Platz

Gobento

Lange habe ich gezögert, bis ich mich durchgerungen habe diesen Artikel zu schreiben. Zu gut schmeckt es mir im Gobento und zu klein ist das Restaurant - das wollte ich erstmal für mich behalten und ganz oft selbst dort essen! Nicht, dass dann plötzlich zu viele andere den Laden stürmen und für mich vielleicht kein Plätzchen mehr frei ist. Ansturm wäre durchaus berechtigt, so liebevoll, speziell und köstlich wie die hier servierten Bentōboxen sind. Aber naja, Glück wächst ja bekanntlich, wenn man es teilt, darum hier nun meine Empfehlung zu meinem neuen Favoriten Gobento...

vegetarische Box
Von der Idee her japanisch, aber doch an keine traditionell japanischen Rezepte gebunden, sondern der Kreativität des Chefs entsprungen, werden hier verschieden belegte oder gefüllte Reisbällchen und Teigtaschen angeboten. Bei den Reisbällchen handelt es sich ausdrücklich nicht um Sushi - das findet sich schließlich mittlerweile sowieso überall zuhauf.
Dass hier so einiges (auf angenehme Weise) anders läuft, merkt man schnell. Es gibt z.B. außer gratis angebotenem Tee keine Getränke, diese sollte man sich selbst mitbringen. Der gut ausgestattete Späti an der Ecke ist da ganz hilfreich, wenn man damit nicht gerechnet hat...
Außerdem gibt es auch keine Speisekarte. Der sehr nette Chef kommt selbst aus der offenen Küche zu jedem Gast an den Tisch und erkundigt sich vorab, ob man alles mag oder ob er z.B. Fisch oder Fleisch weglassen soll und bringt dann nach einiger Vorbereitungszeit eine einem Gourmet-Schatzkästchen gleiche Bentōbox.
Je nachdem was gerade in Saison ist und dem Chef an jenem Tag gerade an kulinarischen Ideen durch den Kopf gegangen ist, finden sich da z.B. in der vegetarischen Version: Reisschiffchen reich belegt mit grünem Spargel, Avocado und langsam gekochter Kartoffel in leichtem Teigmantel, daneben gebackene Aubergine mit knusprig-karamelisierter Limetten-Sesamsoße mit Frühlingszwiebel bestreut, mit etwas Frischkäse auf in Inarizushi-artigen Tofu gehüllten Reis. Dazu knusprig gebratene Teigtaschen mit Kimchifüllung auf Gurkenstreifen in Sesamöl, sowie Reisbällchen mit getrocknetem Tofu und Matchapulver (jaaaaa! Matcha! damit hat man bei mir immer gewonnen).
Nachschlag!
Ein andermal gab es auch Hefeteigbällchen, gefüllt mit Schwarzwurzel und süßlicher Teriyaki-Sauce. Als kleine Beilagen finden sich meist mit roter Beete pink gefärbter Ingwer, Krautsalat mit Kurkuma, Edamame mit Sesam und japanische Cracker in jeder Box.

Eine solche Portion kostet immer 10 EUR (egal ob vegetarisch, mit Fleisch oder Meeresgetier) und die Kästchen voller aufwendigst komplett frisch selbstgemachten, wunderbaren Geschmacksbömbchen sind jeden Cent davon mehr als wert!

Die Zubereitung dauert verständlicherweise ein bisschen, aber warten und vorfreuen lohnt sich wirklich. Also ein bisschen Zeit, Getränke und für Geschmackserlebnisse offene, gute Freunde zum Unterhalten mitbringen - zur Not finden sich auch Spiele und Mangas zur freien Verfügung in einem Regal am Eingang ;) - und ich bin mir sicher: ein gelungener Abend ist garantiert!
Hier wird mit unheimlich viel Hingabe, Enthusiasmus und Gastfreundschaft ein besonderes Konzept durchgezogen - 100% unterstützenswert!

Gobento
Stubbenkammerstr. 5
Berlin - Prenzlauer Berg

S Prenzlauer Allee, Tram Fröbelstr.

Tel: 0172 3652269 (Reservierung empfohlen!)

Geöffnet:
Mi - Fr 17 - 22 Uhr
Sa - So: 18:30 - 22 Uhr

Momos

Eigentlich wollte ich schon längst über das Momos schreiben, so dass man noch die letzten Herbstsonnenstrahlen an einem der Tischchen vor dem Restaurant hätte auszunutzen können, denn drinnen ist wenig Platz. Dafür ist jetzt wohl doch schon ein bisschen spät im Jahr, aber ein Besuch lohnt sich trotzdem!

Spezialität des Hauses sind die namengebenden Momos, herrliche kleine gedämpfte Teigtaschen aus Nepal mit verschiedenen vegetarischen und teils auch veganen Füllungen. Das aktuelle Speisenangebot findet sich hier.
Die traditionellen Rezepte für Momofüllungen werden hier etwas freier interpretiert und europäischen Essgewohnheiten angepasst, was aber der Gaumenfreude keinen Abbruch tut.
Dazu gibt es hausgemachte Dips, wie frischer Minze-Joghurt oder intensive Tomatensalsa.
Die Zutaten sind ausschließlich vegetarisch und aus biologischem Anbau, wenn möglich auch aus der Region. Man kann die Momos entweder einfach gedämpft genießen, oder in einer Suppe oder angebraten. Zum Dessert gibt es auch Momos aus Zimtteig mit süßer Bananenfüllung.
Sehr lecker! Allerdings sind Momos nichts für den Riesenhunger in Kombination mit dem Minigeldbeutel, aber in Anbetracht des Genusses, der hochwertigen Biozutaten und des enormen Arbeitsaufwandes bei der Zubereitung der Teigtäschchen, ist der Preis in Ordnung.
Eine schöne Bereicherung des kulinarischen Stadtplans. Und wenn drinnen alle Plätze belegt sind, gibt es die Momos auch zum Mitnehmen...

Momos
Fehrbelliner Str. 5
Berlin-Mitte

U2 Senefelder Platz

Tel: 0176-24315868

Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag: 12:00 bis 19:30 Uhr
Freitag: 12:00 bis 21:00 Uhr
Samstag: 13:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag: Ruhetag

Ixthys

Eher Imbiss denn Restaurant ist das kleine koreanische Lokal Ixthys am Winterfeldplatz, das Essen jedoch ist super authentisch und liebevoll zubereitet.
Recht speziell ist allerdings die übermäßig christliche Ein- und Ausrichtung des Ladens... Schon an der Tür prangt ein Schild "Der Mensch lebt nicht von Brot allein" usw (jo, Reis tut's auch, finde ich!) und drinnen sind die Wände komplett mit handgeschriebenen Bibelzitaten bedeckt. Auch bei der Speisekarte wurde nicht an Missionierungseifer gespart, ca 60 - 70% der Karte werden bestimmt von christlichen Inhalten, nur die unteren Drittel der Seiten sind dem Kulinarischen gewidmet.
Hier allerdings finden sich wahre Köstlichkeiten. Nach einigem Überfliegen der seitenlangen Prosa über Jesu Leben & Wirken, stieß ich beglückt auch auf fünf vegetarichen Gerichte. Dem Herrn und den beiden freundlichen Damen in der Küche sei Dank!
Für jeglicher Frömmigkeit eher fernstehende Personen, zu denen ich mich selbst zähle, empfiehlt sich eine sehr starke Fixiertheit auf das vorzügliche Essen. Nur nicht ablenken lassen! Auf Hardcore-Atheisten und Andersgläubigen mag das Übermaß an christlicher Prosa beklemmend wirken, hoffentlich jedoch nicht auf den Magen schlagen. Denn trotz abweichendem Weltbild möchte ich jedem die ganz wunderbare Suppe mit hausgemachten Nudeln, Gemüse, Sesam, Chili und zweierlei Tofu, sowie das hier servierte koreanische Nationalgericht Bibimbap sehr empfehlen.
Ixthys

U1, U2, U3, U4  U7 Nollendorfplatz

Offen: Mo-Sa 12-21.30 Uhr
Tel:
030 81474769

Markthalle 9 Street Food Thursday

Tamilisches Street Food
Seit April ist Berlin um ein Essenshighlight reicher: Street Food Thursday in der Markthalle Neun in Kreuzberg. Ich bin ja generell ein Fan von Märkten, Berge schön angerichteten Essens können mich immer begeistern, ist das Essen dann aber auch noch verzehrbereit und duftet köstlich aus allen Ecken der Markthalle, bin ich nicht mehr zu halten.
Der donnerstägliche Street Food Markt bietet eine Menge Leckereien, von kleinen Häppchen bis zu vollen Mahlzeiten, das meiste davon in kleinen Schälchen oder Papptellern zum sofortigen Verputzen. Von tamilischen Fladen mit Chutneys, über Austern, Spätzle, Wein und riesigen Käserädern, bis zu brandenburgischen Tapas und vor Ort zubereitetem Crumble... Von britischen Pies, mecklenburgischen Senf- und Marmeladenvariationen, jamaikanischer Küche und koreanischen Kimchi (serviert von einer Dame in Dirndl), bis zu japanischen Taiyaki.
Taiyaki mit Süßkartoffelfüllung
Es empfiehlt sich viel Hunger mitzubringen, mehrere Runden zu drehen und sich das komplette Angebot zu Gemüte zu führen und dann so viel wie nur irgend möglich zu kosten. Am Besten vielleicht mit Freunden, so kann man mehr verschiedene Köstlichkeiten probieren...
getrüffeltes Mairübchen und grünes Gazpacho
Dem Großteil der Verkäufer merkt man den Stolz auf das angebotene Produkt, die gekonnte Zubereitung und die Qualität der Zutaten berechtigterweise absolut an. Viele der Zutaten stammen aus der Region, oft aus eigenem Anbau, Einiges auch bio. Die Preise sind weder sonderlich billig, noch extrem teuer. Bei soviel Liebe zu ausgeklügelten Rezepten und guten Zutaten, halte ich die Preise für völlig gerechtfertigt.
Die Stimmung sowohl unter den Käufern als auch Verkäufern schien mir wirklich leidenschaftlich und begeistert, es lag greifbarer Essensenthusiasmus in der Luft. Ein mir persönlich wohlbekanntes Gefühl... schön zu sehen, wenn Mitmenschen es teilen! So viele glückliche Gesichter mit roten Bäckchen sieht man in Berlin ja nicht gerade alle Tage.
Der Street Food Thursday ist wirklich eine Bereicherung für Berlin! Hoffentlich bleibt er uns lange erhalten.

Street Food Thursday
Markthalle Neun
Eisenbahnstrasse 42/43
Berlin-Kreuzberg
Jeden Donnerstag 17 - 22 Uhr

Nazuna

Das Nazuna hat leider geschlossen, es soll aber als japanische Chocolaterie weiterbestehen. Die köstlichen Matcha und Yuzu Schokoladen gibt es derweil im Dawanda Shop und Neuigkeiten auf der Nazuna Facebookseite.

Schon lange überfällig ist hier eine Empfehlung für Nazuna, diesem Mangel soll heute endlich Abhilfe verschafft werden! Das Nazuna ist ein japanischer Delikatessenladen und Patisserie in der Danziger Straße. Zweiteres, die japanischen oder japanisch-inspirierten Küchlein, Mochi, Schokoladen, Süßigkeiten verschiedener Art sind es, die mich dort besonders begeistern.
Die (nicht-süßen) Bentô-Menüs der japanischen Köchin Tsuki Hasegawa, sehen zwar auch sehr gut aus, sind aber leider in der Regel nicht vegetarisch.
Zuständig für die süßen Meisterwerke ist der Patissier Sven Schumacher. Er verarbeitet eindeutig Einflüsse aus der Heimatstadt seiner Partnerin, Kyoto, in meinen Augen DAS Mekka für alles Kulinarische. So findet man in der Theke des Nazuna köstliche Matcha (Grüntee) Baumkuchen, Yuzu-Zitrus Kuchen, Mochi (Reismehlküchlein) gefüllt mit Azuki Bohnen Paste oder Kastanie oder z.B. auch Pralinen mit schwarzem Sesam oder Matcha. Ich hatte gestern ein wunderbares Matcha Mousse auf Quittenkompott, dazu einen Sencha. Ein Traum!
Hier wird alles frisch zubereitet und es wird auf hochwertige, saisonale Zutaten viel Wert gelegt, darum ändert sich das Angebot auch ständig. Die aktuellen Speisen in all ihrer Pracht lassen sich auf der Facebookseite von Nazuna bewundern. Der Laden mit den wenigen Sitzmöglichkeiten hat einen eigenwilligen Charme: die Fliesen der früher hier befindlichen Metzgerei (?!) wurden an den Wänden belassen, alles wirkt sehr hell und sauber ohne kalt oder ungemütlich zu sein, einige japanische Accessoirs beleben den sonst sehr weißen Raum, wie zum Bsp. die im Schaufenster stehende japanische Tigerpuppe mit Wackelkopf (ähnlich dem guten alten Wackeldackel), und in der großen Glastheke finden sich die angebotenen Köstlichkeiten. Der Tee wird in sehr geschmackvollen, in Japan handgefertigten Tassen auf kleinen Holztabletts serviert.
Die Speisen sind bis ins Detail durchdacht, kreativ und perfekt präsentiert.
Ein Juwel auf dem sonst eher rauhen Pflaster der Danziger Str.

Nazuna
Danziger Str 65
Berlin-Prenzlauer Berg [googlemaps]

Tel. 030 68 07 50 43
E-mail. info@nazuna-berlin.com

Offen
Mo-Fr: 12-20Uhr     Sa: 12-18Uhr     So: geschlossen
Jeder 3. Samstag und der darauffolgende Montag geschlossen.
Nächsten Samstag, 16.3.13, ist so ein "3." Samstag...

Kochu Karu


Schon wieder eine Nimmersatt-Empfehlung für ein koreanisches Restaurant, aber hey, wenn das Bibimbab so köstlich ist, wie bei Kochu Karu, möchte ich das doch niemandem vorenthalten...
Das noch recht neue Restaurant, geführt von der koreanischen Opernsängerin Bin Lee Zauner und ihrem Lebensgefährten, dem spanischen Koch José Miranda Morillo, gibt sich stylish, offen für Einflüsse aus verschiedenen Küchen der Welt, damit weniger traditionell, aber extrem qualitätsbewusst. Alle Zutaten sind aus biologischem Anbau und weitgehend von regionalen Erzeugern. Lobenswerterweise sind Tiefkühlkost und Mikrowelle tabu.
Es gibt spanisch-koreanische "Tapas", sprich kleine köstliche Häppchen, die zu Wein bzw Reiswein geknabbert werden können, oder auch bestens als Vorspeise geeignet sind, aber auch volle Hauptgerichte, wie das bereits erwähnte typisch koreanische Bibimbab.
Die Karte ist klein, die Auswahl für Vegetarier begrenzt, billig ist es auch nicht gerade, aber dafür ist alles frisch und vom Feinsten, von daher definitiv den Preis wert.
Auch die Nachspeise, Grüntee Mousse mit winterlich eingemachten Früchten, war sehr lecker und empfehlenswert, wenn auch weniger intensiv grünteeig im Geschmack wie erwartet.
Sonst empfinde ich "Fusionküche" immer eher beinahe als Schimpfwort, aber in diesem Fall ist es wirklich sehr gut gelungen, Ideen und Zutaten unterschiedlichster Länderküchen auf einen Tisch zu bringen.
Nichts wie hin!

Kochu Karu
Eberswalder Str. 35 
Berlin - Prenzlauer Berg [click to see map]

Tel: (030) 80 93 81 91
U2 Eberswalder Str
Geöffnet: Di - Fr: 11:30 - 16:00 und 18:00 - 22:30 Uhr
Sa + So: 11:30 - 22:30 Uhr

Gong Gan (aka Memory Café)

Direkt neben dem Vintage Design Laden Memory Shop liegt dieses schöne Café, das bis vor kurzem Memory Café hieß. Nun hat es scheinbar nicht nur einen neuen Namen, Gong Gan, sondern auch einen neuen Betreiber, der seine Gäste nicht nur mit Kaffee und Tee glücklich macht, sondern auch mit köstlichen koreanischen Gerichten.
Beim vegetarischen Bibimbab wird der Reis mit viel frischem Gemüse, Salat, Tofu, getrockneten Algen, Pilzen gekrönt. Es wird ohne Spiegelei zubereitet, ist also auch für Veganer geeignet. Die scharfe Sauce kommt extra, so dass jeder Gast nach Geschmack dosieren kann. Wichtig bei Bibimbab ist ja immer nur, dass man alles ordentlich vermengt...
Eher untypisch wird dieses Bibimbab hier nicht im beinahe glühenden, irdenen Gefäß serviert, sondern in einer großen Schale. Vorteil: man verbrennt sich nicht so leicht. Nachteil: der Reis backt am Boden nicht so schön knusprig an.

Abends hat das Café nur Freitags und Samstags geöffnet, ansonsten bietet es sich aber für die Mittagspause oder einen leckeren Tee (frischer Ingwer ist ideal zu dieser Jahreszeit...) oder Kaffee unheimlich gut an.
Die Portion Bibimbab ist für 6 Eur üppig und liegt trotzdem zu Mittag nicht schwer im Magen, dank der vielen frischen, leichten Zutaten.
Außerdem ist die großteils selbstgemachte bzw. mit Geschmack ausgewählte Einrichtung sehr gelungen und die Atmosphäre total angenehm, wozu auch der äußerst freundliche Service noch beiträgt.

Ein perfekter Ort um sich bei Berliner Wintersauwetter aufzuwärmen und zu stärken!
Danke für den Tipp, liebe Bloody Bunny.

Gong Gan (aka Memory Café)
Schwedter Straße 2 Berlin - Mitte [click for map]
U2 Senefelder Platz

offen:
offen:
Mo - Do: 9:00 - 19:00 Uhr
Fr - Sa: 9:00 - 22:00 Uhr

Chay Viet

Bereits im April wurde mir von einem Nimmersatt-Leser ein "super super neues vegetarisches vietnamesisches Restaurant in der Brunnenstraße" empfohlen und es hat doch tatsächlich bis letzte Woche gedauert, bis ich es endlich mal dorthin geschafft habe. Und ja, Chay Viet ist wirklich super super! Vielen Dank für den Tipp, Jan!

Ein rein vegetarisches vietnamesisches Restaurant mit vielen ungewöhnlichen Gerichten auf der Karte, die wunderbar gewürzt sind, mit vielen frischen Kräutern und auch mit der richtigen Schärfe... ein Traum!
Und ein herrliches Geschmackserlebnis, vorallem in Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil der asiatischen Restaurants in Deutschland nicht nur fast identische Speisekarten hat, sondern auch die gleichen Fertigwürzmischungen zu nutzen scheint.
Bei Chay Viet wird hingegen nach eigenen Rezepten gekocht, ohne Glutamat und ohne künstliche Farb- oder Konservierungsstoffe. Das Gemüse und die Kräuter sind frisch und knackig und es kommt viel Tofu in verschiedenen Varianten, sowie Seitan (Weizengluten) zum Einsatz. Neben Klassikern wie Pho (DIE vietnamesische Nudelsuppe schlechthin),  Glasnudelsalat und Sommerrollen, die hier in veganen Varianten angeboten werden (eine Seltenheit, gerade bei der Suppe wird ja sonst häufig keine vegetarische Brühe verwendet und in der Salatsauce ist normalerweise Fischsauce...), gibt es viele feine Gerichte, die mir neu waren. So hatte ich als Hauptspeise gefüllte Tofutaschen mit Shiitake Pilzen und verschiedenem Gemüse in würzig-süßlich-scharfer Sauce im Tontopf gegart, dazu ein Teller mit Reis und knackigem Brokoli und grünen Bohnen. Sehr reichlich, sehr köstlich, sehr glücklichmachend!

Auch ganz toll war die sämige Kokoscurry-Nudelsuppe mit frischer Minze und  Erdnüssen, Tofu, Reischips und Gemüse nach zentralvietnamesischer Art, die mein Mittester genoss. Eigentlich eher Nudeln in Sauce, denn Suppe, aber ungemein lecker. Echtes "comfort food"!
Zur Vorspeise hatten wir eine sehr gelungene vegetarische Variante des Saté-Spießes: kleine, flache, runde "Bratlinge" aus einer Mischung von zerstampften Bananen und Tofu, am Spieß gebraten und mit einer herrlichen Erdnuss-Sauce. Hier hätten allerdings für den Preis von 5 EUR auch gerne 2 Spieße daliegen können, so stimmte irgendwie das Verhältnis zu den nur 2 EUR teureren, überaus großzügigen Hauptgerichten nicht ganz. Aber naja, bei so leckerem Essen, feinen Aromen, Kreativität und nettem Service will ich wirklich nicht meckern.

Das Einzige, woran man sonst noch ein bisschen was verbessern könnte, wäre die Gemütlichkeit.. durch die vielen Fliesen wirkt das Restaurant etwas kühl und da auch nur wenige Gäste da waren, hallte jedes Wort wider... Ein gutes Mittel dagegen, wäre einfach viel mehr Kundschaft: wenn der Laden vollsitzt, wirds doch gleich viel gemütlicher ;) Also bitte - nichts wie hin! Es lohnt sich!
Ich komme auf jeden Fall bald wieder, um noch mehr zu probieren!

Chay Viet
Brunnenstr. 164 
Berlin - Mitte


U8 Bernauer Str oder Rosenthaler Platz
Tram 12 Brunnenstr/Invalidenstr

Tel: 030-48494554

Cô Cô - Bánh Mì Deli

Immerhin kulinarisch lässt sich dem Kolonialismus und der Globalisierung etwas abgewinnen: Bánh Mì - französisches Baguette mit vietnamesischem Belag ist ein schönes Beispiel dafür. Ein wunderbarer Snack, der sich wohl nicht nur in Vietnam großer Beliebtheit erfreut, sondern in den letzten Jahren bereits amerikanische Großstädte erobert hat und nun seit einiger Zeit auch in Berlin zu haben ist.
Bei Cô Cô in Mitte gibt es eine ansprechende Auswahl verschiedener Zutaten, mit denen die Baguettes auf Bestellung frisch und üppig gefüllt werden. Für Vegetarier gibt es eine Bánh Mì Variante mit in Zitronengras-Sauce mariniertem Tofu oder auch eines mit gebratenem Ei. Beides kommt mit speziell eingelegtem (und trotzdem knackiges) Gemüse, Frühlingszwiebel, reichlich Koriander und hausgemachten Saucen.
An der köstlichen Füllung habe ich rein garnichts auszusetzen, der einzige Minuspunkt ist das etwas zu softe Baguette (dass bei meiner Begleitung eher ungute Subway-Assoziationen wachrief)... ein knuspriges, echt französisches Baguette wäre hier wirklich klar von Vorteil, dann würde ich volle Punktzahl vergeben..

Für alle, die lieber kein Baguette mögen, gibt es noch Reismehl-Omelettes. Eher etwas für den kleinen Hunger, aber geschmacklich ebenfalls großes Kino.

Auch hier gibt es eine veggie Option, gefüllt mit dem herrlichen Zitronengras-Tofu, eingelegtem Gemüse, frischen Sojasprossen und Kräutern, gehackten Erdnüsssen, sowie Sauce (bei der vegetarischen Variante wird netterweise auch auf die sonst obligatorische Fischsauce verzichtet).

Die angebotenen Desserts klingen auch interessant: Süßmais-Pudding mit Kokosmilch oder auch Ananas mit Chilisalz (!) zum Beispiel.. Muss ich bei Gelegenheit noch testen. Bei meinen Besuchen habe ich bislang nur die beiden vietnamesischen Kaffeespezialitäten (mal heiß, mal als Eiskaffee) quasi als Flüssigdessert genossen. Sehr zu empfehlen.

Was den Service angeht so habe ich es sehr unterschiedlich erwischt: mal lief alles wie am Schnürchen, ein andermal ging alles schief! Erst bekamen wir die Rindfleisch Bánh Mì anderer Kunden vorgesetzt, dann kam statt heißem Zitronengras-Tee ein Eistee, als wir den zurückgingen ließen, kam stattdessen heißer Grüntee mit Ingwer... und der dazubestellte Honig kam nie.
Naja, ich hoffe mal, wir haben da einfach nur einen schlechten Tag erwischt.
Ansonsten ist das Cô Cô ein schöner Laden mit super Interior-Design. Ich frage mich immer noch, ob es Zitronen sind, die in den großen Einmachgläsern im ganzen Laden stehen und wofür diese verwendet werden (oder ob sie rein der Deko dienen)?! Wie auch immer, ich habe mich gefreut über dieses neue Geschmackserlebnis, mal ein anderer Snack, jenseits von Pizza, Falafel und Kebab...

Cô Cô bánh mì deli
Rosenthalerstr. 2
10119 Berlin [click to see map]

fon: +49.30.24630595

U + Tram: Rosenthaler Platz

Öffnungszeiten
Mo – Do, So: 11:00 – 22:00 Uhr
Fr – Sa: 11:00 – 24:00 Uhr

Wok Show 北方水饺

Am eher etwas im Abseits liegenden, nördlichen Ende des Prenzlauer Bergs befindet sich ein chinesisches Restaurant mit dem etwas irritierenden Namen Wok Show. Hier sind weder Wok noch irgendeine Show die Protagonisten, sondern ganz klar die ganz wunderbaren Teigtaschen (Jiaozi), die es hier besonders reichlich, frisch, gut und günstig gibt. Spezialisiert ist man hier wohl auf die gekochte Variante, darauf weißt der chinesische Name des Restaurants hin: 北方水饺 - gekochte Teigtaschen (Shuijiao) nach nördlicher Art. Die vegetarische Variante ist allerdings nur in gebratener Form zu haben, macht auch nichts, denn sie sind köstlich!
Wir haben zu zweit neben einigen kalten Vorspeisen erst 20 Teigtaschen bestellt und dann gleich nochmal 20 hinterher... Die obligatorische Essig-Sojasoße, in die man Jiaozi dippt, befindet sich übrigens in den Sojasoßenflaschen auf den Tischen - nicht verwechseln!
Bei den Vorspeisen hat mich vor allem das Kaofu Gericht begeistert. Kaofu ist Tofu, der durch trocknen und dann wieder einweichen eine ganz besondere, schwammähnliche Konsistenz bekommt, dank derer er besonders gut den Geschmack der Soße und Gewürze aufnehmen kann. Der Kaofu wird hier mit Bambussprossen und gekochten Erdnüssen in kräftiger Soße serviert.
Auch der scharf gewürzte Chinakohl und die erfrischenden Gurken mit reichlich Knoblauch waren sehr lecker!

Sorry, aber wer hier Frühlingsrollen oder Pekingente bestellt und nicht die sonst in Berlin kaum so gut zu bekommenden Spezialitäten, dem ist nicht zu helfen... Es müssen ja nicht gleich Schweineohren und Hühnerkrallen sein (aber wer die sucht, wird hier auch fündig), die tollen Teigtaschen allerdings sind wirklich ein Muss!

Die Wände zieren recht, wie soll ich sagen, "aufsehenerregende" Gemälde, die offenbar der kreativen Ader des Chefs entspringen. Ansonsten ist die Einrichtung unprätentiös und weit entfernt vom Style & Hype, der nur wenige Blocks weiter herrscht, dafür kann man hier auch noch für äußerst faire Preise sehr gutes Essen bekommen.

Wok Show
Greifenhagener Straße 31
Berlin - Prenzlauer Berg
Tel: 030 43911857

S & U Schönhauser Allee, Tram M1 Schönhauser Allee / Bornholmer Str

Mo - Mi: 17:00 - 22:30
Do - So: 12:30 - 22:30