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Rio Boteco zurück im Prenzlauer Berg

Es ist wieder soweit! Schon zwei Jahre ist es her, dass mein Lieblings-Pop-Up aus London zum ersten Mal in Berlin statt gefunden hat und nun ist Rio Boteco zurück im Prenzlauer Berg, mit der Mission uns mit typisch brasilianischen Boteco Gerichten in verfeinerter Version zu beglücken. Botecos sind Kneipen in denen kleine herzhafte Speisen zu den Drinks angeboten werden, comfort food, das bestens zu Cachaca oder Bier passt. Das Ganze kommt gern mit viel Musik daher und wird in geselligem Rahmen genossen.
So auch bei Rio Boteco: alle Gäste sitzen zusammen am großen Tisch im gemütlichen The Hidden und kommen über das für alle gleichzeitig servierte viergängige Menü bestehend aus allerlei brasilianischen Leckereien miteinander ins Gespräch.
Drei Abende lang gibt es die Gelegenheit in diesen Genuss zu kommen. Heute Abend ist bereits ausgebucht, aber am Freitag und Samstag gibt es noch wenige Plätze. Also schnell reservieren!
Infos hier:
 https://www.facebook.com/events/354077678606361/
Reservierungen an: mm@margocamilo.com



CODA Dessertbar

Für mich persönlich ist es ein vor gut einem Jahr wahr gewordener Traum: ein ganzes fine Dining Menü nur bestehend aus Desserts! Und dazu super edle Drinkpairings, von denen jedes einzelne Getränk schon ein kleines Kunstwerk darstellt! So gut! Und so unverständlich, dass das Konzept der CODA Dessertbar so außergewöhnlich ist. Warum sollte man nur tagsüber Appetit auf etwas Süßes haben? Wie oft hat mich nachts schon das Verlangen umgetrieben, auszugehen und irgendwo ein tolles Dessert zu genießen, doch Cafés haben dann schon geschlossen, in ein Restaurant gehen und nur ein Dessert bestellen kommt meist auch nicht so gut an und in Bars erhält man allenfalls versalzene Erdnüsse... Und da haben wir den zweiten Regelbruch, den CODA glücklicherweise begeht: alkoholische Getränke können durchaus aller bestens zu Süßspeisen passen, man muss dazu nicht ausschließlich salzige Knabbereien reichen. In vielen ganz klassischen Desserts gehört ja auch Alkohol zum Rezept, warum also nicht auch einen Cocktail dazu genießen? Und warum haben Dessertweine so ein angestaubt-altmodisches Image?

CODA räumt da mal ordentlich auf, sprengt Konventionen, aber ohne gewaltsam mit schrägen Geschmackskombinationen irritieren und spektakulären Neuheiten übers Knie brechen zu wollen, sondern mit Bedacht und dem unbedingten Drang zu höchster Qualität und Perfektion in Küche und Bar. Mastermind hinter all dem, Patissier René Frank verzichtet selbstverständlich auf künstliche Aromen und Farbstoffe und den übermäßigen Gebrauch von Zucker. Er versteht es, die natürliche Süße der Zutaten zur vollen Geltung kommen zu lassen, auch wenn er Gemüse verwendet, die man hierzulande nicht unbedingt mit etwas Süßem assoziiert. Das ist schließlich auch alles eine Frage von Gewohnheiten, in Asien ist es völlig normal gesüßtes Bohnenmus in Küchlein zu füllen, während in Mexiko herzhafte Schokoladensoße zu Fleischgerichten genossen wird und im übrigen ist z.B. die Tomate eigentlich ja eine Frucht, kein Gemüse...
Vergessen wir einfach mal für einen Moment, wie wir Auberginen sonst zu uns nehmen und lassen uns auf das Gaumenabenteuer ein, das das CODA uns bietet, indem es die Auberginen karamelisiert und mit Lakritze und Apfelbalsamico zu einer aromenakrobatischen Meisterleistung vereint.
Oder wenn die geheimnisvolle schwarze Haube gehoben wird, unter der eine angenehm holzige Rauchwolke die fantastische Kreation aus purem Kakao, Pflaume und Zichorie (ja, genau die hierzulande wie Unkraut am Wegesrand wachsende Verwandte des Chicoreesalats, die sich auch in Malzkaffees gerne wiederfindet) aromatisiert hat.
Zu jedem Dessert wird ein Drinkpairing empfohlen, das das Geschmackserlebnis noch vervollkommnet.
Man kann um 19 Uhr kommen und sich das Sechs-Gänge-Menü gönnen, man kann aber auch ab 22 Uhr als Kostprobe nur ein oder zwei Desserts auswählen. Zum entsprechenden Drinkpairing (wahlweise mit oder auch ohne Alkohol) sei allerdings geraten, schließlich hat der Chef sich viel dabei gedacht und er hat einen unschlagbaren Sinn für ein feines Zusammenspiel.

Aber auch die Cocktails alleine, ohne Essen, funktionieren ganz wunderbar. Auch hier werden nur die feinsten Zutaten gewählten, die es vermögen, die Geschmacksknospen zuerst stutzig, dann orgiastisch werden zu lassen. Mit viel Aufwand wird z.B. eine leuchtend grüne Essenz aus frischen Pandanblättern gewonnen, oder Yuzusake mit Stickstoff zu einem herrlichen Sorbet schockgefrostet, das mit Birnenschaumwein aufgegossen wird, oder frischer, herber Rote Beetesaft mit dem lieblichen Bouquet von Himbeeren und betörend nach Zuckerrohr duftendem Cachaça vereint.

Das CODA bietet eine sehr moderne kulinarische Weltreise, von alten, fast vergessenen hiesigen Ingredienzien, bis hin zu exotischen und obskuren Kräutern und Spirituosen, all das dargeboten mit höchster Kunstfertigkeit und durchgeführt mit den Techniken eines Sterne-gekrönten Meisterpatissiers.

Auch dem Gault Millau ist soviel Innovationsgeist und Gespür für Geschmacksexplosionen nicht entgangen. Zum Glück (und meinem Erstaunen) ist die CODA Dessertbar trotzdem nicht monatelang im Voraus ausgebucht, Walk-ins sind willkommen und trotz aller Eleganz in Glas, Teller und dem schwarz-gold dominierten Interieur ist die Atmosphäre nicht steif, sondern warm und der Service sehr zuvorkommend. Größer könnte der Kontrast zur winterlich düster-grauen Neuköllner Friedelstraße kaum sein, wenn man das CODA betritt um sich mit allen Sinnen verwöhnen zu lassen.

Coda Dessertbar
Friedelstr. 47 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Neukölln

Tel: 030 91496396

Offen:
Di bis Sa: 19 Uhr bis spät

U Hermannplatz

Café Komine

Was wäre ein Leben ohne Kuchen...? So das Motto des Café Komine. Frei nach Loriots Mopszitat würde ich antworten: möglich aber sinnlos.
Bereits im Sommer habe ich die feinen japanisch-französischen Törtchen der Konditorei Café Komine mit absoluter Begeisterung probiert und heute erst schaffe ich es endlich mal darüber zu schreiben. Wurde aber auch Zeit, rangiert das Café Komine doch seitdem unter meinen Lieblingsplätzen in Berlin... So wunderbar raffinierte Matcha-Eclair, Yuzu-Käseküchlein, "Mont Blanc" Kastaniencreme-Törtchen, kombiniert mit so aufmerksamem Service sind nur schwer nochmal zu finden.

Das Café ist klein und in einer Ecke der Stadt gelegen, in die es mich zugegebenermaßen nur selten verschlägt, aber die Anreise lohnt sich allemal. Hier wird nach allen Regeln der Kunst gebacken und das Beste aus französischer Patisserie mit feinsten japanischen Zutaten kombiniert.

Wer es lieber klassisch französisch mag, wird auch fündig: Tarte Tatin, Tarte au Citron, Eclair a la Pistache, Mousse au Chocolat Schnitten mit Valrhona Schokolade... Ein Traum!
Ich muss seeehr bald mal wieder nach Wilmersdorf, denn was ist ein Winter ohne Kuchen und Matcha Latte? Unerträglich!

Café Komine
Welserstr. 13 -15
Berlin Wilmersdorf [clicken für Anzeige auf Google maps]

Les Patisseries de Sebastien

Sonntag = Kuchentag! Und sonst jeder Tag eigentlich auch, finde ich! Einer meiner absoluten Favoriten auf dem Gebiet feinen französischen Gebäcks ist schon seit Jahren die Patisserie de Sébastien auf der Invalidenstraße in Mitte. Ich kann es selbst kaum fassen, dass ich bislang noch nie über diese fantastische französische Konditorei geschrieben habe. Was für eine Lücke auf meinem Blog! Höchste Zeit diese zu füllen, und zwar mit köstlichen Croissants, Petit Fours, Pistazien-Himbeer-Torte, Tarte Tatin, Coulants au chocolat, Brioche...
Der Patissier backt 5 Tage die Woche frisch und er versteht sein Handwerk! Alles ist wirklich mit großer Hingabe, Kunstfertigkeit und Perfektion hergestellt, sowohl optisch als auch geschmacklich absolut hervorragend.
Die Petit Four bieten sich als Miniaturausgaben der großen Kuchen und Torten besonders gut an, um sich durch möglichst vieles durch zu probieren. Auf meinem Bild oben im Uhrzeigersinn: Kaffee-Eclairchen, Tarte Tatinchen, Coulant au chocolat (Schokoküchlein mit flüssigem Kern), Himbeer-Pistazientörtchen mit fluffig-weichem Makronen-ähnlichen Boden. Jedes einzelne dieser kleinen Kunstwerke war eine Geschmacksbombe und ich kann mich nicht entscheiden, was mir am besten geschmeckt hat, da sie alle so unglaublich lecker waren.
Auch Brote werden hier angeboten und sehen ebenfalls toll aus, die habe ich allerdings noch nicht probiert.
Der Gastraum ist zwar nicht der allergemütlichste, aber hier dreht sich nunmal alles nur um die Köstlichkeiten auf dem Teller, nicht um das Drumherum. Wer keinen der wenigen Sitzplätze erobern kann, kann sich alles auch zum Mitnehmen einpacken lassen. Es lohnt sich!

Patisserie de Sebastien
Invalidenstr. 157
Berlin - Mitte [hier clicken für Google Maps]

Offen: Mi - So: 8:30 - 17 Uhr

Salon Sucré

Am Ende der Görlitzer Str, nach einem eisigen Marsch durch Schneegestöber, wurden mir vor Kurzem die besten Croissants Berlins persönlich vorgestellt. Eine neue Bekanntschaft ganz nach meinem Geschmack. Im Salon Sucré backt der französische Konditor Eric Muller jedes Wochenende mit viel Hingabe ganz besondere Köstlichkeiten: kleine Törtchen, Mandelhörnchen, Eclairs, Pain au Chocolat, Brioche und eben Croissants, wahlweise auch herzhaft gefüllt...
Alles wird von Hand frisch zubereitet und so gut, dass man selbst in Frankreich nach ähnlichem Genuss suchen muss, geschweige denn in Berlin.


Auch der Kaffee ist lecker in der kleinen Patisserie und wer auch noch einen neuen Haarschnitt möchte, kann diesen im angeschlossenen Friseursalon bei der sympathischen brasilianischen Frau des Konditors verpasst bekommen. Das Rundumglücklich-Paket quasi!

Salon Sucré
Görlitzer Str. 32a [hier clicken für Google Maps]
Berlin - Kreuzberg

Die Patisserie hat nur Freitag - Sonntag von 10- 18 Uhr geöffnet!

Bosco

Leider hat dieses schöne Restaurant für immer seine Türen geschlossen. 
Ein neuer Lieblingsitaliener am Horizont! Im Bosco in Kreuzberg kommen kreative italienische Köstlichkeiten auf den Teller und meistens geht das mit wundervollen Überraschungen einher! Die auf dem Foto hier abgebildeten hausgemachten Tagliolini mit schwarzem Trüffel und Parmesan waren ganz hervorragend, stellen davon abgesehen aber eher eine Ausnahme dar, weil sie in der üblicherweise erwarteten Form serviert wurden. Besonders die Antipasti versetzen im Bosco gerne mal ordentlich ins Staunen. Wer zum Beispiel "Burrata, Tomaten, Salat, schwarze Oliven" bestellt, bekommt ein farbintensives Kunstwerk aus Kirschtomatenfilets und Burrata auf Salatsmoothiespiegel mit getrockneten und zu einem rechteckigen Blatt ausgerollten schwarzen Oliven.
Aus "Steinpilzen, Quinoa, Trüffel, Parmesan, Haselnuss, Petersilie" wird ebenfalls ein Gourmetgemälde auf den Vorspeisenteller gezaubert: auf köstlicher Parmesansoße prangen quitschgrüne Petersiliengeleetupfer, strategisch verteilte Cracker aus Quinoa und Haselnüssen und herrlich saftig angebratene, großzügige Steinpilzstücke und feine Trüffelhobel.
Ein Augenschmaus und Gaumenkitzel allererster Güte!
Mit Hilfe der tollen Fotos auf der Webseite des Restaurants kann man sich ein gutes Bild machen, wie schön die Speisen hier tatsächlich sind.

Die eigentlichen Hauptgerichte sind hier nie vegetarisch, darum habe ich mich ausschließlich durch Antipasti und Primi geschlemmt und bin damit auch wirklich sehr gut gefahren. Ich bin bislang jedes Mal, von den Geschmackserlebnissen der Antipasti voll und ganz begeistert und mit Pasta oder Risotto (mit Kürbis, Parmesanchips, geschmolzenem Camembert, Senf und Amarettini Bröseln - mmmh!) bestens gesättigt und von feinem Wein gewärmt, glücklich heimgerollt!
Auch die Desserts klingen spannend und wollen unbedingt demnächst mal probiert werden, z.B. Blaubeeren, Tanne, Thymian oder Holunderblüte, Rosen, Veilchen, Quark. Ich habe nicht den blassesten Schimmer auf welche Weise diese Zutaten zubereitet werden, aber alleine schon die Zusammenstellungen klingen vielversprechend.

Die Karte ändert sich häufig und kann hier online eingesehen werden. Sehr freundliche und zuvorkommende Bedienung runden das perfekte Bosco-Dinner ab.
Wäre es nicht so ein teures Vergnügen, wäre ich sicher häufiger im Bosco anzutreffen. Aber Kunst hat nunmal ihren Preis... und hier lohnt er sich auch tatsächlich, man bekommt für sein Geld wirklich viel geboten!

Bosco
Wrangelstr. 42 (Ecke Sorauer Str) - Google Maps
Berlin - Kreuzberg

U Schlesisches Tor

Offen: Di-So : 19 - 24 Uhr


Fotos: Martin Stahl 

Markthalle 9 Street Food Thursday

Tamilisches Street Food
Seit April ist Berlin um ein Essenshighlight reicher: Street Food Thursday in der Markthalle Neun in Kreuzberg. Ich bin ja generell ein Fan von Märkten, Berge schön angerichteten Essens können mich immer begeistern, ist das Essen dann aber auch noch verzehrbereit und duftet köstlich aus allen Ecken der Markthalle, bin ich nicht mehr zu halten.
Der donnerstägliche Street Food Markt bietet eine Menge Leckereien, von kleinen Häppchen bis zu vollen Mahlzeiten, das meiste davon in kleinen Schälchen oder Papptellern zum sofortigen Verputzen. Von tamilischen Fladen mit Chutneys, über Austern, Spätzle, Wein und riesigen Käserädern, bis zu brandenburgischen Tapas und vor Ort zubereitetem Crumble... Von britischen Pies, mecklenburgischen Senf- und Marmeladenvariationen, jamaikanischer Küche und koreanischen Kimchi (serviert von einer Dame in Dirndl), bis zu japanischen Taiyaki.
Taiyaki mit Süßkartoffelfüllung
Es empfiehlt sich viel Hunger mitzubringen, mehrere Runden zu drehen und sich das komplette Angebot zu Gemüte zu führen und dann so viel wie nur irgend möglich zu kosten. Am Besten vielleicht mit Freunden, so kann man mehr verschiedene Köstlichkeiten probieren...
getrüffeltes Mairübchen und grünes Gazpacho
Dem Großteil der Verkäufer merkt man den Stolz auf das angebotene Produkt, die gekonnte Zubereitung und die Qualität der Zutaten berechtigterweise absolut an. Viele der Zutaten stammen aus der Region, oft aus eigenem Anbau, Einiges auch bio. Die Preise sind weder sonderlich billig, noch extrem teuer. Bei soviel Liebe zu ausgeklügelten Rezepten und guten Zutaten, halte ich die Preise für völlig gerechtfertigt.
Die Stimmung sowohl unter den Käufern als auch Verkäufern schien mir wirklich leidenschaftlich und begeistert, es lag greifbarer Essensenthusiasmus in der Luft. Ein mir persönlich wohlbekanntes Gefühl... schön zu sehen, wenn Mitmenschen es teilen! So viele glückliche Gesichter mit roten Bäckchen sieht man in Berlin ja nicht gerade alle Tage.
Der Street Food Thursday ist wirklich eine Bereicherung für Berlin! Hoffentlich bleibt er uns lange erhalten.

Street Food Thursday
Markthalle Neun
Eisenbahnstrasse 42/43
Berlin-Kreuzberg
Jeden Donnerstag 17 - 22 Uhr

Cookies Cream

Letzte Woche wurde ich sehr netterweise ins Cookies Cream eingeladen, das dem Club Cookies angeschlossene vegetarische Gourmet Restaurant. Ob der hippen Umgebung habe ich mich nicht getraut meine Knipse auszupacken und das Essen zu photographieren, darum nur ein Bild dessen, was einem dort mal abgesehen vom Essen am meisten ins Auge fällt: Bärtchen! Willkommen in Berlin Mitte.
Doch weder die hohe Schnäuzer- und Nasenfahrrad-Dichte, noch das mehrere Quadratmeter große Ficken Kunstwerk mit dem American Express Logo, dessen künstlerische Intension sich mir nicht ganz erschloss, vermögen von der wirklich hervorragenden Küche abzulenken.

Erster Pluspunkt: die Küche ist offen und man kann den Kochkünstlern beim Pochieren, Dressieren, Passieren, Flambieren und Melieren zuschauen, da steigt die Vorfreude!

Zweiter Pluspunkt: entscheidet man sich für ein drei-gängiges Menü, kommt man recht günstig weg und hat von allem was. 32 EUR für Vorspeise, Hauptgericht und Dessert sind für ein Gourmet-Erlebnis der im Cookies Cream gebotenen Art ein angemessener Preis.

Dritter Pluspunkt: alles vegetarisch und das fiel einigen am Tisch erst nach zehnminütigem Kartenstudieren (und die wöchentlich wechselnde Karte hat nur eine Seite!) auf, da das Angebot nichts vermissen lässt.

Vierter Pluspunkt: das Essen ist einfach wirklich gut! Ob Artischockensalat, Steinpilzessenz, pochiertes Ei auf Beluga-Linsen, Baby Leaf Salat mit Ziegenricotta - schon bei den Vorspeisen hatte ich die Qual der Wahl.
Bei der Hauptspeise fiel mir die Entscheidung leichter: wunderbare Parmesanknödel, die so zart waren, dass sie im Mund beinahe zu schmelzen schienen auf einer fantastischen Zitronensauce mit Zitronenconfit und Karrotengemüse (das zwar mit gelben und violetten Karotten hübsch aussah, aber leider geschmacklich kaum zu identifizieren war. Da hätte ich mir intensiveren Eigengeschmack gewünscht).
Um mich herum entschied man sich großteils für die sehr farbenfrohe Lasagne oder die quitschgrünen Rosenkohlcanneloni. Sah auch sehr gut aus, wenn der gemeine Rosenkohl nur nicht mein persönlicher Feind wäre.

Das Dessert setzte all dem wie erhofft noch ein Krönchen auf: Nougatmousse auf sehr limettiger Avocado-Creme, reichhaltig, aber weder schwer noch zu süß - perfekt! Oder Limettentörtchen mit Holunderbeerensorbet, bei dem vorallem das super-aromatische Holunderbeerensorbet ein Traum war!

Der einzige Minuspunkt beim Essen: die Portionsgröße der Hauptgerichte ließ doch sehr zu wünschen übrig, man müsste eher von der "Portionskleine" sprechen... Besonders die männlichen Anwesenden waren auch nach den drei Gängen noch hungrig. Erfahrene Tischnachbarn bestellten gleich extra-große Portionen. Keine besonders gute Grundlage auch für jene, die im Club unten noch die Nacht verfeiern wollten.
Irgendwie unbefriedigend und unverständlich, ich glaube kaum, dass z.B. drei anstatt zwei gerade mal tischtennisballgroßes Parmesanknödelchen das Restaurant in den Ruin stürzen würden. Nun ja.

Davon abgesehen konnte ich kein Hipster-Moustache-Haar in der Suppe finden, nein, wirklich nichts zu meckern! Saisonale Zutaten, auf den Punkt zubereitete, schön angerichtete Speisen, kreative Zusammenstellungen - sehr köstlich!


Cookies Cream

Behrenstraße 55 10117 Berlin

Der Eingang liegt gut versteckt im Hinterhof. Man muss klingeln und dann durchs Gebäude irren. Das gehört zum Konzept, wie bei achso chicen Parties in "secret locations"... nicht aus der Ruhe bringen lassen und einfach anderen Gästen unauffällig folgen ;)

Tel: +(0)30 2749-2940

geöffnet: Di. - Sa. ab 19 Uhr