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CODA Dessertbar

Für mich persönlich ist es ein vor gut einem Jahr wahr gewordener Traum: ein ganzes fine Dining Menü nur bestehend aus Desserts! Und dazu super edle Drinkpairings, von denen jedes einzelne Getränk schon ein kleines Kunstwerk darstellt! So gut! Und so unverständlich, dass das Konzept der CODA Dessertbar so außergewöhnlich ist. Warum sollte man nur tagsüber Appetit auf etwas Süßes haben? Wie oft hat mich nachts schon das Verlangen umgetrieben, auszugehen und irgendwo ein tolles Dessert zu genießen, doch Cafés haben dann schon geschlossen, in ein Restaurant gehen und nur ein Dessert bestellen kommt meist auch nicht so gut an und in Bars erhält man allenfalls versalzene Erdnüsse... Und da haben wir den zweiten Regelbruch, den CODA glücklicherweise begeht: alkoholische Getränke können durchaus aller bestens zu Süßspeisen passen, man muss dazu nicht ausschließlich salzige Knabbereien reichen. In vielen ganz klassischen Desserts gehört ja auch Alkohol zum Rezept, warum also nicht auch einen Cocktail dazu genießen? Und warum haben Dessertweine so ein angestaubt-altmodisches Image?

CODA räumt da mal ordentlich auf, sprengt Konventionen, aber ohne gewaltsam mit schrägen Geschmackskombinationen irritieren und spektakulären Neuheiten übers Knie brechen zu wollen, sondern mit Bedacht und dem unbedingten Drang zu höchster Qualität und Perfektion in Küche und Bar. Mastermind hinter all dem, Patissier René Frank verzichtet selbstverständlich auf künstliche Aromen und Farbstoffe und den übermäßigen Gebrauch von Zucker. Er versteht es, die natürliche Süße der Zutaten zur vollen Geltung kommen zu lassen, auch wenn er Gemüse verwendet, die man hierzulande nicht unbedingt mit etwas Süßem assoziiert. Das ist schließlich auch alles eine Frage von Gewohnheiten, in Asien ist es völlig normal gesüßtes Bohnenmus in Küchlein zu füllen, während in Mexiko herzhafte Schokoladensoße zu Fleischgerichten genossen wird und im übrigen ist z.B. die Tomate eigentlich ja eine Frucht, kein Gemüse...
Vergessen wir einfach mal für einen Moment, wie wir Auberginen sonst zu uns nehmen und lassen uns auf das Gaumenabenteuer ein, das das CODA uns bietet, indem es die Auberginen karamelisiert und mit Lakritze und Apfelbalsamico zu einer aromenakrobatischen Meisterleistung vereint.
Oder wenn die geheimnisvolle schwarze Haube gehoben wird, unter der eine angenehm holzige Rauchwolke die fantastische Kreation aus purem Kakao, Pflaume und Zichorie (ja, genau die hierzulande wie Unkraut am Wegesrand wachsende Verwandte des Chicoreesalats, die sich auch in Malzkaffees gerne wiederfindet) aromatisiert hat.
Zu jedem Dessert wird ein Drinkpairing empfohlen, das das Geschmackserlebnis noch vervollkommnet.
Man kann um 19 Uhr kommen und sich das Sechs-Gänge-Menü gönnen, man kann aber auch ab 22 Uhr als Kostprobe nur ein oder zwei Desserts auswählen. Zum entsprechenden Drinkpairing (wahlweise mit oder auch ohne Alkohol) sei allerdings geraten, schließlich hat der Chef sich viel dabei gedacht und er hat einen unschlagbaren Sinn für ein feines Zusammenspiel.

Aber auch die Cocktails alleine, ohne Essen, funktionieren ganz wunderbar. Auch hier werden nur die feinsten Zutaten gewählten, die es vermögen, die Geschmacksknospen zuerst stutzig, dann orgiastisch werden zu lassen. Mit viel Aufwand wird z.B. eine leuchtend grüne Essenz aus frischen Pandanblättern gewonnen, oder Yuzusake mit Stickstoff zu einem herrlichen Sorbet schockgefrostet, das mit Birnenschaumwein aufgegossen wird, oder frischer, herber Rote Beetesaft mit dem lieblichen Bouquet von Himbeeren und betörend nach Zuckerrohr duftendem Cachaça vereint.

Das CODA bietet eine sehr moderne kulinarische Weltreise, von alten, fast vergessenen hiesigen Ingredienzien, bis hin zu exotischen und obskuren Kräutern und Spirituosen, all das dargeboten mit höchster Kunstfertigkeit und durchgeführt mit den Techniken eines Sterne-gekrönten Meisterpatissiers.

Auch dem Gault Millau ist soviel Innovationsgeist und Gespür für Geschmacksexplosionen nicht entgangen. Zum Glück (und meinem Erstaunen) ist die CODA Dessertbar trotzdem nicht monatelang im Voraus ausgebucht, Walk-ins sind willkommen und trotz aller Eleganz in Glas, Teller und dem schwarz-gold dominierten Interieur ist die Atmosphäre nicht steif, sondern warm und der Service sehr zuvorkommend. Größer könnte der Kontrast zur winterlich düster-grauen Neuköllner Friedelstraße kaum sein, wenn man das CODA betritt um sich mit allen Sinnen verwöhnen zu lassen.

Coda Dessertbar
Friedelstr. 47 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Neukölln

Tel: 030 91496396

Offen:
Di bis Sa: 19 Uhr bis spät

U Hermannplatz

Café Komine

Was wäre ein Leben ohne Kuchen...? So das Motto des Café Komine. Frei nach Loriots Mopszitat würde ich antworten: möglich aber sinnlos.
Bereits im Sommer habe ich die feinen japanisch-französischen Törtchen der Konditorei Café Komine mit absoluter Begeisterung probiert und heute erst schaffe ich es endlich mal darüber zu schreiben. Wurde aber auch Zeit, rangiert das Café Komine doch seitdem unter meinen Lieblingsplätzen in Berlin... So wunderbar raffinierte Matcha-Eclair, Yuzu-Käseküchlein, "Mont Blanc" Kastaniencreme-Törtchen, kombiniert mit so aufmerksamem Service sind nur schwer nochmal zu finden.

Das Café ist klein und in einer Ecke der Stadt gelegen, in die es mich zugegebenermaßen nur selten verschlägt, aber die Anreise lohnt sich allemal. Hier wird nach allen Regeln der Kunst gebacken und das Beste aus französischer Patisserie mit feinsten japanischen Zutaten kombiniert.

Wer es lieber klassisch französisch mag, wird auch fündig: Tarte Tatin, Tarte au Citron, Eclair a la Pistache, Mousse au Chocolat Schnitten mit Valrhona Schokolade... Ein Traum!
Ich muss seeehr bald mal wieder nach Wilmersdorf, denn was ist ein Winter ohne Kuchen und Matcha Latte? Unerträglich!

Café Komine
Welserstr. 13 -15
Berlin Wilmersdorf [clicken für Anzeige auf Google maps]

Pasteur

Dieses Café wurde leider geschlossen.
Wenn vietnamesische Küche und französische Patisseriekunst sich vereinen, kann ja nur etwas Gutes dabei herauskommen. So geschehen im erst kürzlich eröffneten schönen Café namens Pasteur in der Kollwitzstraße. Hier finden sich wunderhübsche kleine Choux (aka die extravaganten kleinen Geschwister des gemeinen Windbeutels) mit feinen asiatisch inspirierten Füllungen wie Matcha, Yuzu oder Mango, oder auch raffinierte vietnamesische Desserts aus Reis, Bohnen oder Lotussamen.

Wem der Sinn nach etwas Herzhaftem steht, dem seien die Banh Mi empfohlen, Baguettes mit verschiedenen vietnamesischen Füllungen. Wobei ich sagen muss, ein bisschen mehr Würze hätte die vegetarische Variante vertragen können, aber schön frisch und gut war es allemal und das Brot war herrlich knusprig und nicht so lummelig wie andernorts...

Außerdem gibt es leckere Yuzulimonade und vietnamesischen Kaffee, auch als Eiskaffee, und schön draußen sitzen kann man auch (wenn es gerade mal nicht regnet).

Pasteur
Kollwitzstr. 48 [hier clicken für google maps]
Berlin Prenzlauer Berg

Offen:
Di - Do 12 - 21 Uhr
Fr - So 12 - 22:30 Uhr

Les Patisseries de Sebastien

Sonntag = Kuchentag! Und sonst jeder Tag eigentlich auch, finde ich! Einer meiner absoluten Favoriten auf dem Gebiet feinen französischen Gebäcks ist schon seit Jahren die Patisserie de Sébastien auf der Invalidenstraße in Mitte. Ich kann es selbst kaum fassen, dass ich bislang noch nie über diese fantastische französische Konditorei geschrieben habe. Was für eine Lücke auf meinem Blog! Höchste Zeit diese zu füllen, und zwar mit köstlichen Croissants, Petit Fours, Pistazien-Himbeer-Torte, Tarte Tatin, Coulants au chocolat, Brioche...
Der Patissier backt 5 Tage die Woche frisch und er versteht sein Handwerk! Alles ist wirklich mit großer Hingabe, Kunstfertigkeit und Perfektion hergestellt, sowohl optisch als auch geschmacklich absolut hervorragend.
Die Petit Four bieten sich als Miniaturausgaben der großen Kuchen und Torten besonders gut an, um sich durch möglichst vieles durch zu probieren. Auf meinem Bild oben im Uhrzeigersinn: Kaffee-Eclairchen, Tarte Tatinchen, Coulant au chocolat (Schokoküchlein mit flüssigem Kern), Himbeer-Pistazientörtchen mit fluffig-weichem Makronen-ähnlichen Boden. Jedes einzelne dieser kleinen Kunstwerke war eine Geschmacksbombe und ich kann mich nicht entscheiden, was mir am besten geschmeckt hat, da sie alle so unglaublich lecker waren.
Auch Brote werden hier angeboten und sehen ebenfalls toll aus, die habe ich allerdings noch nicht probiert.
Der Gastraum ist zwar nicht der allergemütlichste, aber hier dreht sich nunmal alles nur um die Köstlichkeiten auf dem Teller, nicht um das Drumherum. Wer keinen der wenigen Sitzplätze erobern kann, kann sich alles auch zum Mitnehmen einpacken lassen. Es lohnt sich!

Patisserie de Sebastien
Invalidenstr. 157
Berlin - Mitte [hier clicken für Google Maps]

Offen: Mi - So: 8:30 - 17 Uhr

Nimmersatt unterwegs: Lissabon

Tartar Fourme d'Ambert im Time Out Mercado da Ribeira
Im Winterdomizil meiner Wahl, Lissabon, gibt es zugegebenermaßen ein überwältigendes Angebot an Fisch und sonstigem Meeresgetier, als Vegetarier hat man es da auf den ersten Blick nicht ganz leicht. Sehr hilfreich ist daher dieser schöner Blogpost meiner Gastgeberin über vegetarische Restaurants in Portugals Hauptstadt, zu dem ich auch meinen Senf beigetragen habe: http://www.sunnylisbon.pt/2016/03/29/vegetarian-menu-in-lisbon/
mosambikanisch bei Cantinha do Aziz
Und dann sind da natürlich noch diese ganzen tollen portugiesischen Kuchen... hach!
Eine Auswahl meiner Lieblinge in Farbe und bunt:

Pastel de Nata muss natürlich sein...
mein Favorit: die Manteigaria Pastéis de Nata Manufaktur, Rua do Loreto 2




















und großartige Schokokuchen...
O Bolo da Nonna, Praça das Flores 41
















A Minha Cozinha, Rua Infantaria 16
















oder auch wunderbare Pavlova...
O Bolo da Marta im Buchladen Ler Devagar, LX Factory

ZUKA Dessertkultur

Sonntag Nachmittag = Kuchenzeit! Wie wäre es heute zum Beispiel mit einem Aprikosen-Mascarpone-Grüntee Törtchen bei ZUKA in Wilmersdorf? Für meinen Geschmack (als bekennende Matchaholikerin) hätte der Grüntee zwar ruhig etwas intensiver hervorschmecken dürfen, aber es war auf jeden Fall schon sehr fein. Die gesamte Palette an kleinen süßen Köstlichkeiten in der langen Glasvitrine der Patisserie ZUKA ist Verlockung pur, ein Törtchen kunstvoller als das nächste. Die Zutaten sind hochwertig, Schokolade von Valrhona, frische Beeren, gekonnte Aromenkompositionen, nie zu süßWenn man sich also nicht entscheiden kann, sollte man einfach öfter mal wiederkommen und sich durchprobieren! In der Zwischenzeit kann man sich auf der Facebookseite der Patisserie über die aktuellen Specials auf dem Laufenden halten und schonmal das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

ZUKA Dessertkultur
Emser Str. 25 (siehe Google Maps)
Berlin - Wilmersdorf

U Hohenzollernplatz
oder
Bus 249 Pariser Str

Offen:
Mo - Sa: 9 - 20 Uhr
So: 10 - 20 Uhr

Ülkem Baklavalari

Großes Kino gibt es nicht nur diese Woche bei der Berlinale, großes Baklava-Kino gibt es seit einiger Zeit täglich in der kleinen Filiale von Ülkem Baklavalari in der Oranienstraße.
Hier werden sehr feine türkische Baklava angeboten: dünne, knusprige Teigplatten, gefüllt mit Pistazien, Walnüssen, Haselnüssen oder Grieß, übergossen mit Zuckersirup und bestreut mit gemahlenen Pistazien. Von allem zu viel - und genau das macht diese Baklava so großartig!
Ich habe in Berlin noch keine besseren Baklava entdeckt.
Nur bedient würde ich gerne etwas netter, aber hey, die berauschende Süße der Baklava, macht die Herbe des Services eigentlich auch schon wieder wett.

Ülkem Baklavalari
Oranienstr. 176
Berlin - Kreuzberg

U8 Kottbusser Tor

Mon Plaisir

Und noch ein kulinarisches Highlight auf der Pappelallee: seit ein paar Monaten gibt es hier die französische Chocolaterie, Patisserie & Café Mon Plaisir.
Besondere Spezialitäten sind Schokoladen und Pralinen, die seit einigen Jahren schwer im Trend liegenden Macarons und hervorrande französische Törtchen vom elsässer Sternepatissier Rebert aus Wissembourg, von dem ich schon vor einigen Jahren auf diesem Blog vorgeschwärmt habe... Ein wahrgewordener Traum, dass man diese großartigen süßen Kunstwerke nun auch in Berlin genießen kann.

Es gibt auch guten Kaffee, feinen Tee (z.B. Grüntee mit Kirschblüten), einige selbstgebackene Küchlein, köstliche Ricciarelli (italienische weiche Kekse mit Pistazie, Mandel, o.ä.), verschiedene andere hochqualitative Schokoladen und alles, was das Herz eines jeden Liebhabers süßer Dinge ganz ganz hoch schlagen lassen dürfte.
Das Vergnügen ist ganz meinerseits!

Mon Plaisir
Pappelallee 9
Berlin Prenzlauer Berg [click for Map]

U2 Eberswalder Str

Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 12:00 - 19:00
Sa: 11:30 - 19:00
So: 14:00 - 18:00

Princess Cheesecake

Spezialisierung auf eine gewisse Delikatesse und ihre Varianten halte ich eigentlich immer für eine gute Idee, geht das doch meistens mit Perfektionierung einher. Im besten Sinne wurde das bei Princess Cheesecake verwirklicht. Käsekuchen in all seinen Spielarten, vom ganz klassischen Modell in seiner simplen Schönheit, über Russischen Zupfkuchen und New York Cheesecake, oder auch Tartes mit Birnen oder karamelisierten Äpfeln, bis hin zu bombastischen Torten mit Quarkcremes in verschiedenen Geschmacksrichtungen - allesamt eine wahre Pracht!

Hier ist wirklich ein Kuchen schöner als der andere und die Wahl fällt reichlich schwer. Dazu kommen noch äußerst verlockende Düfte aus der offenen Küche, wo man den Meister am Werk sehen kann. Wir mussten einige Zeit auf einen freien Sitzplatz warten, an einem Sonntag nachmittag war berechtigterweise ganz schön viel los. Während wir auf die Kuchentheke starrend warteten, wurde uns stolz berichtet, dass bei den Zutaten auf höchste Qualität geachtet wird, bio und möglichst auch regional soll alles sein und ohne chemische Zusätze, Farb- und Konservierungsstoffe. So arbeitet man hier auf hohem Niveau nach dem selbstgewählten und überall wiederzufindenden Motto "make every day a lovely day". Very lovely indeed!

Die Prinzessin macht ihrem royalen Titel wirklich alle Ehren, Orangentorte, Schokomoussetorte und Zupfkuchen waren absolut königliche Genüsse! Und ich bin mir sicher, alles andere aus der Theke steht diesen in nichts nach... Anscheinend gibt es auf Wunsch und Bestellung auch lactose- und glutenfreien Kuchen sowie auch veganen Kuchen.
Ich freue mich auf die nächste Audienz!


Princess Cheesecake

Tucholskystr. 37
Berlin - Mitte


Tel: 030 28 09 27 60

Mo - So: 12:00 - 19:00

Mr. Minsch

Erst kürzlich habe ich gelernt: der Tortenhimmel befindet sich auf der Yorckstr! Der Kuchenhimmel auch! Und der Backgott heißt Mr. Minsch!
Was der Konditor Minsch auffährt, übertrifft nicht nur an Größe, sondern auch an Köstlichkeit alles, was ich in Berlin an Torten und Kuchen bisher so vorgesetzt bekommen habe. (Vielleicht geschmacklich nicht die Werkstatt der Süße, aber das ist auch nicht wirklich vergleichbar)
Die Auswahl ist wirklich grandios: von herrlichster Himbeertorte (mein Favorit!), über Schoko Schoko (der Name ist Programm), gewaltige Zimtschnecken, Blaubeerkäsetorte (mit lila Lippengarantie), Schwarzwälder Kirsch, bis hin zu verschiedenen Obststreuselkuchen wie bei Oma...
Ich muss sagen, für mich war die Warteschlange am Sonntagnachmittag ein Segen, schneller hätte ich mich wohl sowieso nicht entscheiden können. Zum Glück war ich mit zwei Freundinnen da und wir haben uns drei Stück Torte geteilt, so konnten wir möglichst viel probieren und mussten uns nicht auf eine Sorte einschränken. Und vorallem diese Himbeertorte war wirklich ein Traum, soooo unglaublich gut! Sehr himbeerig, auf ganz weichem, lockerem Bisquitboden, die Creme sahnig und frisch (evtl mit Buttermilch gemacht?) und überhaupt nicht glibbrig-gelatinig.


Die Kuchen und Torten sind auf beste Weise bodenständig: kein Firlefanz, keine exotischen Zutaten oder trendigen Rezepte, sondern altbewährtes und das in Topqualität. Jedes Stück kostet 3 EUR, dafür bekommt man ein wirklich sehr großzügiges Stück (nicht so ein Zahnfüllerchen wie in manch einem hippen Café).
Es handelt sich bei Mr Minsch mehr oder weniger einfach um ein hübsches Schaufenster mit Luke aus der heraus verkauft wird. Es gibt keine Sitzplätze drinnen, entweder man nimmt sich die Backwaren mit, oder ergattert einen der Tische auf dem Gehweg im dekorativen Dschungel.
Sehr schön auch die etwas kuriosen, schrulligen Details im Laden, wie die großen Einmachgläser an der Rückwand, in denen Marzipannasen, Ohren und andere essbare(?) Körperteile ein etwas sonderbares Dasein fristen, oder die bei Groß und Klein beliebten Gummiglotzer oder auch die Namensschildhalter, die mich an das eiskalte Händchen der Addams Family erinnert haben.

Allen Mitmenschen mit Wespenphobie sei allerdings geraten, den Kuchen gut verpackt mit nach Hause zu nehmen, alle Fenster und Türen zu schließen und sich dann dem Genuss hinzugeben. Momentan gleicht es ansonsten eher einem Kleinkrieg, will man im Freien Konditoreiware zu sich nehmen...

Mr. Minsch
Yorckstr. 15
Berlin-Kreuzberg

S Yorckstr oder U Mehringdamm
Mittwoch bis Sonntag 12.00-18.30 und Feiertags

Schneiders Schokoladen

Seit wievielen Tagen schneit und matscht es jetzt eigentlich schon vor sich hin? Ich weiß es nicht mehr, weiß nur, dass das aufs Gemüt schlägt, wenn man nicht mit allen Mitteln dagegen ankämpft. Mein liebstes Hausmittel gegen Wintertrübsal ist heiße Schokolade und ein Stück Kuchen, einverleibt in gemütlicher Umgebung. Ein wunderbarer Ort für diese Glückskur ist Schneiders Schokoladen in Mitte.
Hier gibt es hochwertige Schokoladen aus aller Welt und hausgemacht, Pralinen von meiner absoluten Lieblingsconfisserie Lauenstein, eine wechselnde kleine, aber sehr feine Auswahl von Kuchen und Torten - alles zum mitnehmen oder im hübschen, freundlich eingerichteten Ladencafé geniesen.
Die heiße Schokolade ist selbstredend köstlich, ebenso als super empfehlenswert hat sich die Mangolassi Torte herausgestellt. Auch das Pastel de Nata auf meinem Photo war fein. Die Preise sind zum Glück auch human und der hohen Qualität absolut angemessen.

Hätte Frau Herr diesen Schokoladen gekannt, wäre die Frustation bestimmt nicht so groß gewesen. Männer gibts schließlich mittlerweile fast geschenkt... ;)


Schneiders Schokoladen

Ackerstraße 149
Berlin-Mitte [click for map, please!]

Tram 12, M8 Pappelplatz, U8 Rosenthaler Platz

Mo-Sa 11.00 - 18.30
So/Feiertage 12.00 -18.00

Werkstatt der Süße

Zur Feier der (noch unfertigen) Umgestaltung des Nimmersatt Blogs heute eine Empfehlung für eine absolute Perle im Prenzlauer Berg, ein Muss für jeden Träger eines Sweet Tooth!

Kleine Kunstwerke! Anders kann ich die Köstlichkeiten nicht bezeichnen, die man in der Patisserie mit dem Namen Werkstatt der Süße bewundern und sich einverleiben kann. In Anbetracht der Kreativität und der Kunstfertigkeit mit der hier gewirkt wird, könnte man es auch als Atelier der Süße bezeichnen. Kein Wunder, ist der Patissier, dem wir diese Wunderwerke zu verdanken haben doch auch kein Unbekannter, sondern einer der ganz Großen seiner Zunft. Guido Fuhrmann war in Spitzenhotels tätig und beliefert diese auch weiterhin - in seinem kleinen Café im Prenzlauer Berg kann aber auch jedes Normalschleckermaul in den Genuss seiner süßen Kreationen kommen. Die ideale Medizin gegen triste Stimmung, die sich an grauen, regnerisch-kalten Herbst- oder Wintertage nur allzu leicht einschleicht.
Beim Anblick des mit weißer Schokolade umhüllten Ananaskegels, der Rooibos-Karamelltörtchen, der Grüntee-Apfeltart, der unterschiedlichen Schokokuvertüren, der schimmernden Zuckerperlen, der riesigen, makellosen Brombeeren, die sich in einem Sahnewölkchen zwischen zwei Schokoteigböden kuscheln geht die Sonne auf! Spätestens beim ersten Bissen, nach einiger Überwindung mit der Gabel brutal in das filigrane Meisterwerk zu stechen, wähnt man sich im Paradies.
Verschiedene Konsistenzen sind hier perfekt kombiniert, es knuspert, es knackt, es prickelt, es schmilzt auf der Zunge - alles zugleich! Das Kleinod meiner Wahl war ein unheimlich luftig und gleichzeitig maximalst cremiges Schokomousse in einem pudrigen Safran(?)-Mäntelchen, gekrönt von einem herrlich fruchtigen und nur leicht herben Cassismousse mit Heidelbeerhälften on top und einem hauchzarten Schokoladenblättchen.
Ebenfalls zum Tränen in die Augen bekommen vor lauter Entzückung war das vielschichtige Kunstwerk auf dem Teller meines staunenden Begleiters. Es bestand aus einer unheimlich aromatischen Sanddornmasse mit wunderbarer Dichte, versetzt mit Inselchen aus einer Marzipancreme auf einem lockeren Mohnteigboden und geziert mit einer verspielten Welle aus weißer Schokolade. Ein wahres Geschmacksfeuerwerk!
Nach jedem Biss muss man erstmal einen Moment innehalten und begreifen, was da alles im Mund vor sich geht!
Auch der Espresso, serviert in einem hübschen Glas und mit dem für mich obligatorischen Wasser dazu, wurde gelobt. Vorallem das dazugereichte kleine Gebäck, ein schokoladig-mandelig-beerig-saftiges Häppchen Gaumenfreude, war so gut, dass ich gleich noch ein weiteres hinterher geordert habe - klein aber unglaublich fein!
Die Preise sind angemessen: um die 3 Eur kostet ein Törtchen, das ist in Anbetracht der aufwendigen Handarbeit, der hochqualitativen Zutaten und des Geschmackserlebnisses keinesfalls zuviel. Außerdem gibt es Pralinen und andere kleine Glücklichmacher und das übliche Café-Getränkeangebot.
Eine schöne Sache finde ich auch die Schauküche, die in das Café integriert ist, die eigentliche Werkstatt der Süße also. Hier hat man die Gelegenheit die Entstehung der Köstlichkeiten zu beobachten. Neulich war schon allerlei weihnachtliches Naschwerk auf dem Arbeitstisch gestanden und ich musste an die Werkstatt der Weihnachtswichtel denken. Alberne rote Zipfelmützen hat aber niemand getragen.

Ganz ehrlich, ich komme selten ins Schwärmen wenn es um Backwaren aus Berlin geht. Allzu häufig finde ich was Bäckereien und Konditoreien hier anbieten eine hart an der Grenze zum Ungenießbaren entlangschrammende (manchmal diese sogar überschreitende) Frechheiten. Sehr vieles kann ich selbst besser backen. Vieles ist speziell im Vergleich zu dem was ich im Süden der Republik, in Frankreich oder in Japan an Törtchen, süßen Stückchen, Petit Fours, Pralinen usw schon verköstigt habe eine absolute Schande.
Umso glücklicher machen mich Orte, wie die Werkstatt der Süße, die die Fahne hochhalten auf diesem Schlachtfeld und mit Können, Qualität, Geschmack, perfekter Gestaltung und Ideen überzeugen. Die stolz sein können, auf das was sie schaffen und anbieten. Die ich mit Freude und bestem Gewissen weiterempfehle. Ich hoffe, diese Pâtisserie findet genug treue Fans und die Beachtung, die es braucht um uns noch lange erhalten zu bleiben!


Werkstatt der Süße

Husemannstraße 25
Berlin-Prenzlauer Berg [click here to see map!]


Tram M10 Husemannstr, U2 Eberswalder Str

geöffnet: Di bis So: 10.00 bis 18.00 Uhr

Soundtrack zum Artikel hier ;)

Albrechts Patisserie

Wenn wir uns schonmal in der Rykestr befinden, kann ich nicht von dieser Nachbarschaft lassen, ohne quasi das Sahnehäubchen dieser Straße erwähnt zu haben. Es handelt sich hierbei um Albrechts Patisserie, wo jedes Törtchen einem kleinen Kunstwerk gleicht. Ein hübscher kleiner Laden mit toller roter Wand und großer verglaster Auslage, in der Gebäck ausliegt, das bei jedem Beauty Contest antreten und aufgrund äußerer und innerer Werte unter allen Umständen die ersten Plätze belegen müsste. Mein Tipp: eine Auswahl der kleinen, feinen Petit Fours nehmen, von denen das Stück nur 75ct kostet. So kann man am meisten ausprobieren :)
Viel mehr will ich zu den Törtchen, Tartes, Eclairs und Petit Fours aber gar nicht sagen, denn Wortschnittchen hat bereits die allerschönste Empfehlung zu Albrechts geschrieben!


Albrechts Patisserie
Rykestr 39
Berlin - Prenzlauer Berg
U2 Eberswalder Str, Tram M10 Husemannstr.

Nimmersatt unterwegs: Rebert

Obwohl ich im Moment nicht in Berlin bin, muss ich doch eine Empfehlung loswerden, darum also jetzt die neue Rubrik "Nimmersatt unterwegs"! Das Bedürfnis diese Rubrik ins Leben zu rufen wurde bei mir geweckt durch die Patisserie und Chocolaterie Rebert in Wissembourg. Ein kleines und überfülltes Paradies für all jene, die beim Anblick von perfekten Pralinen, Törtchen, Kuchen, Kakaospezialitäten ebenso dahinschmelzen können, wie diese Köstlichkeiten es zwischen Zunge und Gaumen tun. Allein für dieses Ladengeschäft und Café des bekannten Patissiers und Chocolatiers Rebert, der auch schon das französische olympische Team mit Desserts versorgte, lohnt sich eine Fahrt in den kleinen Ort kurz hinter der deutsch-französischen Grenze. Im linken Schaufenster liegen wunderhübsche Törtchen eng aneinandergeschmiegt, so dass es kaum möglich ist sich zwischen all diesen kleinen Träumen zu entscheiden: Vermicelle de Marron (Kastaniencreme mit entfernter Ähnlichkeit zu Spaghettieis, auf Sahne und einem Mürbeteigboden), oder Törtchen mit Pudding, Karamell und einer himmlischen Erdbeerfüllung, tiefschwarze Schokotörtchen umhüllt von einem hauchdünnen gebogenen Schokoblatt mit einem Hauch Goldstaub... hier werden jedem echten Nimmersatt die Knie weich allein vom Hinschauen!
In der rechten Ladenhälfte türmen sich die Pralinen, Kakaomandeln, Schokokastanien, Nougat, mit Nüssen bestreute Schokoladenpagoden und vieles mehr, was mich vor lauter Kucken meinen Einsatz beim Bestellungaufgeben fast verpassen ließ. Besonders beglückt war ich von der Entdeckung, dass hier in Form einer feinen grünen Praline auch meine Lieblingsgeschmackrichtung zu finden war: Matcha (edelstes japanisches Grünteepulver) mit weißer Schokolade (zu bewundern auf dem Bild oben).
Wer sein Törtchen gleich genießen möchte kann dies im angeschlossenen Café tun. Ein paar Cent billiger ist es sich die guten Stücke einpacken und mitgeben zu lassen. Billig ist freilich nicht das richtige Stichwort hier, wobei generell gesagt werden kann, dass die Preise für alles Gebackene gemäßigt sind, während Pralines und sonstige Schokoladenspezialitäten ein recht teures Vergnügen sind. Aber ein Vergnügen allererster Güte und von daher ihr Geld wert.

Rebert
Mâitre Pâtissier - Chocolatier
7 place du Marché aux Choux

67160 Wissembourg

Olivia

Da das Wetter ja tatsächlich nochmal sommerlich geworden ist, will ich heute die leckeren Törtchen, Kuchen, Petit Four etc bei Olivia in Friedrichshain empfehlen. Die sind zwar sicherlich auch bei miesem Wetter ganz köstlich, aber da es sich hier um einen kleinen Torten- und Schoko-Laden handelt, gibt es nur zwei Tische draußen vor der Tür.
Ist man von Berliner Bäckereien so genervt wie meinereiner, gleicht die Kuchentheke bei Olivia einem kleinen Paradies! Hier gibt es feine Törtchen und Kuchen mit frischem Obst und hochwertigen Zutaten, ganz ohne geschmacklose Glibber- und Zuckerbappguss-Alpträume.
Ein Schild verrät auch, dass hier völlig auf künstliche Aromen, Stabilisatoren, Margarine und Dosenfrüchte verzichtet wird und viel auf Zutaten aus biologischem Anbau zurückgegriffen wird. Doch auch von trockenem, grauem Ökodinkelgebäck sind wir hier weit entfernt. Es schmeckt einfach genau richtig!
Dazu gibt es tolle heiße Schokolade oder Chai-Tee mit geschäumter Milch.
Feine Schokoladentafeln in allen erdenklichen Varianten stehen zur Auswahl, so dass man sich auf für Zuhause mit einem dieser Glücklichmacher ausstatten kann.
Schöner Laden und nett bedient wurden wir auch!

Olivia
Wühlischstr. 30

Berlin-Friedrichshain
nahe Ostkreuz

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 10 bis 19 Uhr,
Samstag 10 bis 17 Uhr,
Sonntag 12 bis 17 Uhr.