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Café Komine

Was wäre ein Leben ohne Kuchen...? So das Motto des Café Komine. Frei nach Loriots Mopszitat würde ich antworten: möglich aber sinnlos.
Bereits im Sommer habe ich die feinen japanisch-französischen Törtchen der Konditorei Café Komine mit absoluter Begeisterung probiert und heute erst schaffe ich es endlich mal darüber zu schreiben. Wurde aber auch Zeit, rangiert das Café Komine doch seitdem unter meinen Lieblingsplätzen in Berlin... So wunderbar raffinierte Matcha-Eclair, Yuzu-Käseküchlein, "Mont Blanc" Kastaniencreme-Törtchen, kombiniert mit so aufmerksamem Service sind nur schwer nochmal zu finden.

Das Café ist klein und in einer Ecke der Stadt gelegen, in die es mich zugegebenermaßen nur selten verschlägt, aber die Anreise lohnt sich allemal. Hier wird nach allen Regeln der Kunst gebacken und das Beste aus französischer Patisserie mit feinsten japanischen Zutaten kombiniert.

Wer es lieber klassisch französisch mag, wird auch fündig: Tarte Tatin, Tarte au Citron, Eclair a la Pistache, Mousse au Chocolat Schnitten mit Valrhona Schokolade... Ein Traum!
Ich muss seeehr bald mal wieder nach Wilmersdorf, denn was ist ein Winter ohne Kuchen und Matcha Latte? Unerträglich!

Café Komine
Welserstr. 13 -15
Berlin Wilmersdorf [clicken für Anzeige auf Google maps]

Marubi

Eine Schüssel mit dampfenden, hausgemachten Nudeln sind ja eigentlich immer wahres Comfort Food, sobald es draußen aber grau und ungemütlich wird, kann ich mir wirklich kaum etwas Wärmenderes für Magen & Seele vorstellen. Bei Marubi (früher in der Kollwitzstr, heute ein paar Hundert Meter weiter Richtung Mitte am Senefelder Platz), gibt es jeden Tag frisch gemachte Ramen und Jiaozi und Gyoza, gedämpfte oder gebratene handgemachte Teigtaschen.

Die in Japan so beliebten, aber aus China stammenden Ramen werden entweder traditionell in deftiger und ausdrücklich Glutamat-freier Suppe mit verschiedenen Toppings serviert, oder für Vegetarier auch ohne Brühe. Auch die feinen Teigtaschen gibt es in vegetarischen Varianten. Sehr schön!
Die Preise sind fair, die Bedienung schnell, der Laden zurecht gut besucht und die Luft in der offen einsehbaren Küche gleicht der eines Dampfbades.
Gönnt man sich dann noch ein Matchaeis als Dessert, geht man sicher mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht gegen jedes Berliner Wetterunbill gewappnet wieder nach draußen.
Die Mochi kann man sich allerdings sparen, die waren nix (aka Fertigkram aus der Packung).


Marubi
Schönhauser Allee 177
Berlin - Mitte [hier clicken für google maps]

U2 Senefelder Platz

Offen:
Mo - Sa 12 - 22 Uhr
So: 17 - 22 Uhr


Udon Kobo Ishin

Leider gibt es hier keine frischen Udon mehr!
Nachdem leider eines meiner Lieblingsrestaurants, das Susuru, geschlossen hat, bin ich nun umso glücklicher ein neues, großartiges auf Udon spezialisiertes Lokal gefunden zu haben: Kobo Ishin! Nur wenige Schritte vom Hackeschen Markt entfernt hat vor einiger Zeit eine Filiale der Ishin Kette eröffnet. Während in den anderen Ishin Restaurants hauptsächlich Sushi auf der Karte steht, dreht sich in der Filiale am Litfaß-Platz alles um Udon: dicke, lange japanische Weizennudeln. Diese werden hier frisch von Hand gemacht und - typisch japanisch und hierzulande sonst kaum zu finden - kalt oder warm angeboten mit verschiedenen Soßen und frei wählbaren Toppings, als Curry-Udon, Cream-Udon (nie zuvor gesehen - kennt das jemand?) oder klassisch als Suppe.
Ich musste bislang jedesmal "Kitsune Udon" nehmen, Nudelsuppe mit dünnen, frittierten Tofuscheiben, sie ist einfach zu gut! Der Name des Gerichts rührt von der Ähnlichkeit der Tofuschnitten in Form und Farbe zu Fuchsschwänzen, denn "Kitsune" heißt Fuchs auf Japanisch.
Die Udon sind absolut perfekt - mit genau der richtigen Konsistenz, weich aber mit Biss ("schön batzig", wie meine aus Bayern stammende liebe Begleitung meinte, und recht hat sie!) und so flutschig wie sie sein sollen, so dass man sie genüsslich einschlürfen kann.
Dazu der speziell eingelegte und frittierte Tofu, weich und leicht süßlich, auf dem ein Häuflein geriebener Rettich und Yuzu-Paste (Yuzu - köstlichste aller Zitrusfrüchte!), sowie Frühlingszwiebeln und ein Shiitake Pilz schwimmen. Minimalistisch und super authentisch - es schmeckt wirklich wie in Japan! Leider gehört dazu auch das weiß-rosa gefärbte Scheibchen Naruto / "Fischwurst" - das brauche ich ja so garnicht... Außerdem muss auch angemerkt werden, dass sämtliche Brühen und Soßen mit Dashi gemacht werden - sprich: sie sind nicht vegetarisch, sondern aus getrockneten Fischflocken ausgekocht. Seufz, das übliche Problem von Vegetariern mit japanischer Küche...

Gänzlich unproblematisch für Vegetarier sind hingegen die Desserts: z.B. Taiyaki (fischförmige aber fischfrei Waffeln, gefüllt mit süßem Adzukibohnenmuß) und Mitarashi Dango (feste Reismehlklößchen am Spieß gegrillt mit süßer Sojasoße) - ganz so wie sie oft an japanischen Schreinen verkauft werden.

Ebenfalls fantastisch sind die frittierten Auberginen zur Vorspeise.


Sehr gut gefällt mir, dass es eine Tasse leckeren japanischen Grüntee gratis gibt, die man mehrfach mit heißem Wasser aufgießen kann.

Der Service ist freundlich und auffallend schnell. Die Einrichtung ist eher pragmatisch und lädt nicht gerade zu langem verweilen ein - dazu passt auch die recht frühen Schließzeiten. Wichtig ist auch: unbedingt Bargeld mitnehmen - Kartenzahlung ist hier nicht möglich (überraschend bei so einem großen Restaurant).

Die Hauptgerichte gibt es übrigens in zwei Größen, schon die normale Udon-Portion kommt in einer riesigen Schüssel - ist aber gut zu schaffen. Die große Portion wiederum wird in einer wirklich Schüssel von wirklich gewaltigem Ausmaß serviert, die schon nach einer echten Herausforderung aussieht! Irgendwann muss ich meinem nimmersatten Ruf gerecht werdend mir auch dieses riesenhafte Udongelage geben! Mir sind einige japanische Seniorinnen aufgefallen, die diese gigantische Menge Udon genüsslich weggeschlürft haben, während sich junge Männer die Reste haben einpacken lassen - 1:00 für die Damen!

Udon Kobo Ishin
Litfaß-Platz 1
Berlin - Mitte [hier clicken für Google Maps]

S & Tram: Hackescher Markt

Offen:
Mo - Fr 
12:00 - 14:30
18:00 - 21:30 Uhr 

Sa: 
14:00 - 21:30 Uhr




Kame

Ein Traum ist wahr geworden, es gibt jetzt neuerdings eine japanische Bäckerei in Berlin!
Kame, japanisch für Schildkröte, heißt das schöne Ladencafé, in dem man entweder vor Ort Leckereien aus dem Backofen oder dem Reiskocher genießen, oder sich damit für zu Hause eindecken kann.
Es gibt einen persönlichen Liebling von mir, Melonpan (ein süßes Hefebrötchen mit Keksteigkruste, das die Melone nur wegen des Aussehens im Namen trägt), sowie Anpan (mit weißer oder roter Bohnenpaste gefüllte süße Brötchen), Matcha-Cheesecake, Matcha-Tiramisu, typisch japanisches (sehr weißes und weiches) Weißbrot für daheim und auch einige herzhafte Snacks, darunter Karepan (Brötchen mit Curryfüllungen) oder leckere Onigirazu (ähnlich wie die Reisdreiecke Onigiri, mit einem Algenblatt umwickelte Reis"sandwiches" mit unterschiedlichen Füllungen).

Ich musste natürlich gleich alles Mögliche probieren: Onigirazu mit Tempeh, Melonpan, Matcha Soja Latte und ein Shiroanpan (mit weißem Bohnenmus gefülltes Brötchen) zum Mitnehmen. Und alles hat mich zum Strahlen gebracht, wie den Anpanman! Wirklich so lecker wie in Japan!
Die ungemein freundliche Bedienung und die helle Einrichtung mit den schönen Kimonos an den Wänden lädt sehr zum Verweilen - und vielleicht doch noch eine weitere kleine Köstlichkeit bestellen - ein.
Übrigens, fun fact, das japanische Wort für Brot und Brötchen, Pan, kommt vom portugiesischen Pão, da portugiesische Jesuitenmissionare derartige Backwaren im 15./16. Jhd. als Erste in Japan bekannt machten...

Kame
Leibnizstr. 45
Berlin Charlottenburg

Offen:
Mo-Fr: 9 - 17 Uhr
Sa: 9 - 16 Uhr

und neuerdings auch in Mitte und da auch am Sonntag!
Linienstr. 113
Berlin Mitte

Coco Genki

Eine neue Empfehlung von ganzem Herzen zum Neuen Jahr: Coco Genki, ein japanisches Bistro in Mitte! Bereits seit 2014 wird hier supergesund und köstlich gekocht und die besten Einflüsse aus japanischer und "westlicher" Küche gemischt. Auf der auf Frische und Saisonalität bedachten und deshalb wöchentlich neuen Speisekarte finden sich sowohl typisch japanische Bentoboxen, als auch Pastagerichte (auf Wunsch auch mit Vollkornnudeln) oder vegane Burger, Onigiri (Reisbällchen), Suppen und Salate. "Coco" bedeutet "hier" und "genki" heißt "gesund" und damit wäre auch schon geklärt, was den sehr freundlichen Betreiberinnen besonders wichtig ist. Viele Zutaten sind regional und bio, alles ist frisch und selbst zubereitet, auf Glutamat wird ausdrücklich verzichtet und der größte Teil der Gerichte wird auch in veganer Variante angeboten. Feine Tees und originelle Smoothies stehen auch auf dem Menü. Traumhaft!
Bei meinem Besuch im Dezember bestand das veggie Bento der Woche aus Reis mit Quinoa, Sesam und Amaranth, Spaghetti-Kürbis mit Tofu-Hack, Shiitake, Karotten und Frühlingszwiebel, Kartoffelsalat, Ruccolasalat und hausgemachten Pickles. Das Tolle an Bentoboxen ist ja, dass man immer so viele schöne verschiedene Leckereien probieren kann. Als Dessert hatte ich noch eine kleine aber sehr feine Kürbis Crème Brûlée und einen Matcha "Cappuccino". Alles war wirklich rundum glücklichmachend und ich möchte unbedingt bald wiederkommen!
Das Coco Genki ist ein triftiger Grund das von mir sonst eher vernachlässigte Mittagessen häufiger in den Speiseplan einzubauen...

Coco Genki
Wallstr. 36
Berlin - Mitte

Tel: 030 54827273
Geöffnet: Mo - Fr: 10 - 18 Uhr
Manchmal wird auch Sonntags ein Brunch angeboten, das erfährt man am Besten auf der Facebookseite.

Charlie's Asian Bakery & Coffee

Meine Liebe zum Matcha habe ich ja schon oft genug kundgetan, so wundert es wohl kaum, dass ich schwer beglückt war als ich von einer asiatischen Bäckerei und Café in Kreuzberg gelesen habe. Ich halte es eigentlich nicht für nötig, das gleiche zu schreiben wie die Bloggerkollegen, darum habe ich Charlie's Asian Bakery & Coffee eine Weile einfach genossen, ohne Fotos zu machen und ohne darüber zu posten. Nach einem Jahr nun, will ich doch eine Empfehlung für dieses hübsche Café aussprechen. Ich kann es mir nicht länger verkneifen, hey, es gibt dort Matcha-Kranzkuchen mit weißer Schoko, Ingwer und getrockneten Rosenblüten, Blaubeer-Mango-Kokostörtchen und Banane-Sesamkuchen... und Sommerrollen, Banh Mi und feine Suppen... Matcha Latte oder vietnamesischen (Eis-)Kaffee... und als Augenschmaus: Kimonos! Klingt und schmeckt alles nach großartiger Fusion aus vietnamesischen, japanischen und deutschen Einflüssen. Das darf doch auf Nimmersatt nicht fehlen!
Der abgebildete Matchakuchen war zwar ein klein bisschen trocken, aber das sei bei Außentemperaturen von 36-37°C verziehen, da backt der Kuchen ja quasi auf der Theke noch nach.

Auch beim Village Street Food Market in der Neuen Heimat ist Charlie's Bakery oft mit einem Stand vertreten. Man sollte unbedingt ein-zwei kleine Köstlichkeiten probieren, denn sie sehen nicht nur wunderschön aus, sondern sind auch Geschmacksbömbchen! Vieles ist zudem vegan und einiges glutenfrei.

Charlie's Asian Bakery & Coffee
Oranienstr. 187
Berlin Kreuzberg (Map)

U Kottbusser Tor oder Görlitzer Bahnhof

Offen: So - Mi 9 - 21 Uhr, Do - Sa 9 - 22 Uhr

YuMe

Juchu, vegetarische Gyôza in Berlin! Obwohl es Gyôza in Japan beinahe an jeder Ecke gibt, sucht man nach einer fleischfreien Variante dieser gebratenen Teigtaschen dort eher vergeblich. Die Füllung besteht normalerweise immer aus Schwein, Schwein oder ähm... Schwein! Zu meiner großen Freude hat der kleine Gyôza Imbiss YuMe in Neukölln neben dem Klassiker auch eine köstliche veggie Variante im ständigen Angebot. Momentan gibt es zusätzlich auch noch feine Shiitake Gyôza, ebenfalls ganz ohne (Borsten-)Tier im Inneren.
Diese japanischen Maultaschen kommen im halben Dutzend daher, zum wirklich fairen Preis von 2,90 EUR (12 Stück kosten 4,90 EUR). Direkt vor dem Verzehr werden sie solange angebraten, bis die Nudelteigränder gebräunt und leicht knusprig sind. Fettig, heiß und gut sind diese Glücklichmacher! Bei YuMe sind sie von Teig bis zur Füllung frisch hausgemacht und können mit verschiedenen Soßen komplementiert werden (Wasabi-Mayo, Chili Öl, Essig, Sojasoße).
Und zum Nachtisch muss noch ein Matcha Cookie sein. Ein Träumchen!

Pannierstr. 55 

Offen: 
So - Do 12:00 - 23:00
Fr - Sa 12:00 - 24:00

Nächste Haltestellen:
Sonnenallee / Panierstr (Bus 171, 194, M29, M41)
U Hermannplatz

House of Small Wonder

Von außen kaum ersichtlich, tut sich im Inneren des trefflich benannten "House of Small Wonder" eine eigene Welt auf. Eine Wendeltreppe führt in dieses kleine Paradies, in dem mit vielen Pflanzen, Holzplanken, alten bunten Fenstern, einer Wahnsinnstapete und gewächshausartigem sanftem Oberlicht eine ganz besondere Stimmung geschaffen wurde, die man in dem unscheinbaren Neubau in der Johannisstr nie erwartet hätte.
Die Betreiber sind von Williamsburg nach Berlin gezogen, haben das Konzept für dieses schöne Café (das sie seit 2010 in New York erfolgreich geführt haben) mitgebracht und im Dezember 2014 hier eröffnet. Kulinarisch ist auf ganz wunderbare Weise ein klarer japanischer Einfluss auszumachen: schön intensiven Matcha Cappuccino,
fantastisches japanisches Frühstück: Misosuppe, zwei vegetarische Onigiri Reisbällchen (eines davon mit einem meiner Lieblingskräuter Shiso aka Perilla!), einige japanische Pickles und etwas Hijiki-Algensalat mit Edamame (Foto siehe ganz oben), Matcha Poundcake (leider etwas zu lange gebacken), gebratene Udon (dicke Nudeln) mit Gemüse, und einiges mehr... Aber auch Köstlichkeiten, wie Croissant French Toast (die Edelversion von Arme Ritter - sehr zu empfehlen!) aus hausgemachten Croissants, mit Schlagsahne, Ahornsirup und frischem Obst,
oder tolle Sandwiches wie z.B. Baguette mit Brie, Apfel und selbstgemachter Feigenkonfitüre...
Hier kann man ganz großartig grauen Wintertagen entfliehen, genießen und tagträumen. Gerade nachdem sowohl das Nazuna als auch die Matcha Bar am Mauerpark geschlossen wurden, freue ich mich, dass ich einen so schönen neuen Ort gefunden habe, an dem ich meinen Matcha-Gelüsten fröhnen kann.
Nebenan soll jetzt auch noch ein dazugehöriges japanisches Restaurant öffnen, man darf gespannt sein...

House of Small Wonder
Johannisstr. 20
Berlin-Mitte

Geöffnet:
Mo - Fr: 9- 17 Uhr
Sa - So: 10 - 16 Uhr

Sayonara Nazuna

Einer meiner absoluten Lieblingsläden schließt in wenigen Tagen seine Pforten: das japanische Delikatessengeschäft Nazuna wird am 23. Dez zum letzten Mal in der Danziger Str 65 geöffnet sein. Danach wollen sich die Betreiber auf die japanische Chocolateriekunst konzentrieren und den online Verkauf ausbauen. D.h. es wird weiterhin die köstliche Matcha- oder Yuzuschokolade über die Website und im Dawandashop und (wenn ich es richtig verstanden habe) auch in einigen ausgesuchten Geschäften geben, wie z.B. dem Enishi in der Pappelallee.
Die tollen japanisch-inspirierten Desserts, wie Matcha Creme auf Quitten Agar-Agar, Matcha Bisquitterolle, Yuzukuchen, Matcha-Baumkuchen und die bildschönen Kanten (Fruchtgelee-Häppchen), sowie die sehr authentischen Bentoboxen sollte man sich jetzt in den letzten Tagen unbedingt nochmal zu Gemüte führen. Diese Köstlichkeiten wird es wohl leider nach Schließung des Ladengeschäfts in Berlin so nicht mehr geben. Also nutzt die letzte Chance und deckt Euch mit Nazuna-Leckereien ein, solange es noch möglich ist. Es gibt dort übrigens auch ganz wunderbare Geschenkboxen und Pralinen... für alle, die noch ein exquisites Weihnachtsgeschenk suchen ;)

Nazuna
Danziger Str. 65
Berlin-Prenzlauer Berg

Öffnungszeiten:
Di-Fr: 12-20Uhr Sa: 12-18Uhr
So, Mo & Feiertag: geschlossen

Gobento

Lange habe ich gezögert, bis ich mich durchgerungen habe diesen Artikel zu schreiben. Zu gut schmeckt es mir im Gobento und zu klein ist das Restaurant - das wollte ich erstmal für mich behalten und ganz oft selbst dort essen! Nicht, dass dann plötzlich zu viele andere den Laden stürmen und für mich vielleicht kein Plätzchen mehr frei ist. Ansturm wäre durchaus berechtigt, so liebevoll, speziell und köstlich wie die hier servierten Bentōboxen sind. Aber naja, Glück wächst ja bekanntlich, wenn man es teilt, darum hier nun meine Empfehlung zu meinem neuen Favoriten Gobento...

vegetarische Box
Von der Idee her japanisch, aber doch an keine traditionell japanischen Rezepte gebunden, sondern der Kreativität des Chefs entsprungen, werden hier verschieden belegte oder gefüllte Reisbällchen und Teigtaschen angeboten. Bei den Reisbällchen handelt es sich ausdrücklich nicht um Sushi - das findet sich schließlich mittlerweile sowieso überall zuhauf.
Dass hier so einiges (auf angenehme Weise) anders läuft, merkt man schnell. Es gibt z.B. außer gratis angebotenem Tee keine Getränke, diese sollte man sich selbst mitbringen. Der gut ausgestattete Späti an der Ecke ist da ganz hilfreich, wenn man damit nicht gerechnet hat...
Außerdem gibt es auch keine Speisekarte. Der sehr nette Chef kommt selbst aus der offenen Küche zu jedem Gast an den Tisch und erkundigt sich vorab, ob man alles mag oder ob er z.B. Fisch oder Fleisch weglassen soll und bringt dann nach einiger Vorbereitungszeit eine einem Gourmet-Schatzkästchen gleiche Bentōbox.
Je nachdem was gerade in Saison ist und dem Chef an jenem Tag gerade an kulinarischen Ideen durch den Kopf gegangen ist, finden sich da z.B. in der vegetarischen Version: Reisschiffchen reich belegt mit grünem Spargel, Avocado und langsam gekochter Kartoffel in leichtem Teigmantel, daneben gebackene Aubergine mit knusprig-karamelisierter Limetten-Sesamsoße mit Frühlingszwiebel bestreut, mit etwas Frischkäse auf in Inarizushi-artigen Tofu gehüllten Reis. Dazu knusprig gebratene Teigtaschen mit Kimchifüllung auf Gurkenstreifen in Sesamöl, sowie Reisbällchen mit getrocknetem Tofu und Matchapulver (jaaaaa! Matcha! damit hat man bei mir immer gewonnen).
Nachschlag!
Ein andermal gab es auch Hefeteigbällchen, gefüllt mit Schwarzwurzel und süßlicher Teriyaki-Sauce. Als kleine Beilagen finden sich meist mit roter Beete pink gefärbter Ingwer, Krautsalat mit Kurkuma, Edamame mit Sesam und japanische Cracker in jeder Box.

Eine solche Portion kostet immer 10 EUR (egal ob vegetarisch, mit Fleisch oder Meeresgetier) und die Kästchen voller aufwendigst komplett frisch selbstgemachten, wunderbaren Geschmacksbömbchen sind jeden Cent davon mehr als wert!

Die Zubereitung dauert verständlicherweise ein bisschen, aber warten und vorfreuen lohnt sich wirklich. Also ein bisschen Zeit, Getränke und für Geschmackserlebnisse offene, gute Freunde zum Unterhalten mitbringen - zur Not finden sich auch Spiele und Mangas zur freien Verfügung in einem Regal am Eingang ;) - und ich bin mir sicher: ein gelungener Abend ist garantiert!
Hier wird mit unheimlich viel Hingabe, Enthusiasmus und Gastfreundschaft ein besonderes Konzept durchgezogen - 100% unterstützenswert!

Gobento
Stubbenkammerstr. 5
Berlin - Prenzlauer Berg

S Prenzlauer Allee, Tram Fröbelstr.

Tel: 0172 3652269 (Reservierung empfohlen!)

Geöffnet:
Mi - Fr 17 - 22 Uhr
Sa - So: 18:30 - 22 Uhr

Markthalle 9 Street Food Thursday

Tamilisches Street Food
Seit April ist Berlin um ein Essenshighlight reicher: Street Food Thursday in der Markthalle Neun in Kreuzberg. Ich bin ja generell ein Fan von Märkten, Berge schön angerichteten Essens können mich immer begeistern, ist das Essen dann aber auch noch verzehrbereit und duftet köstlich aus allen Ecken der Markthalle, bin ich nicht mehr zu halten.
Der donnerstägliche Street Food Markt bietet eine Menge Leckereien, von kleinen Häppchen bis zu vollen Mahlzeiten, das meiste davon in kleinen Schälchen oder Papptellern zum sofortigen Verputzen. Von tamilischen Fladen mit Chutneys, über Austern, Spätzle, Wein und riesigen Käserädern, bis zu brandenburgischen Tapas und vor Ort zubereitetem Crumble... Von britischen Pies, mecklenburgischen Senf- und Marmeladenvariationen, jamaikanischer Küche und koreanischen Kimchi (serviert von einer Dame in Dirndl), bis zu japanischen Taiyaki.
Taiyaki mit Süßkartoffelfüllung
Es empfiehlt sich viel Hunger mitzubringen, mehrere Runden zu drehen und sich das komplette Angebot zu Gemüte zu führen und dann so viel wie nur irgend möglich zu kosten. Am Besten vielleicht mit Freunden, so kann man mehr verschiedene Köstlichkeiten probieren...
getrüffeltes Mairübchen und grünes Gazpacho
Dem Großteil der Verkäufer merkt man den Stolz auf das angebotene Produkt, die gekonnte Zubereitung und die Qualität der Zutaten berechtigterweise absolut an. Viele der Zutaten stammen aus der Region, oft aus eigenem Anbau, Einiges auch bio. Die Preise sind weder sonderlich billig, noch extrem teuer. Bei soviel Liebe zu ausgeklügelten Rezepten und guten Zutaten, halte ich die Preise für völlig gerechtfertigt.
Die Stimmung sowohl unter den Käufern als auch Verkäufern schien mir wirklich leidenschaftlich und begeistert, es lag greifbarer Essensenthusiasmus in der Luft. Ein mir persönlich wohlbekanntes Gefühl... schön zu sehen, wenn Mitmenschen es teilen! So viele glückliche Gesichter mit roten Bäckchen sieht man in Berlin ja nicht gerade alle Tage.
Der Street Food Thursday ist wirklich eine Bereicherung für Berlin! Hoffentlich bleibt er uns lange erhalten.

Street Food Thursday
Markthalle Neun
Eisenbahnstrasse 42/43
Berlin-Kreuzberg
Jeden Donnerstag 17 - 22 Uhr

Matcha Bar


Dieses Café hat leider nicht mehr geöffnet.
Als bekennender Matcha Maniac war ich natürlich schwer begeistert zu erfahren, dass es seit kurzem in der Eberswalder Str eine Matcha Bar gibt.
Hier wird der Edelste aller Grüntees aus Japan serviert, feinstes smaragdgrünes Pulver mit dem ganz unvergleichlichen Aroma.
Klein aber fein ist nicht nur die Räumlichkeit, sondern auch das Angebot: Matcha traditionell, pur in einer hübschen japanischen Teeschale, Matcha mit aufgeschäumter Sojamilch und für den kleinen Hunger Inari-Sushi und Onigiri (Reisecken) und Matchamuffins - alles hausgemacht und sehr empfehlenswert!
Jeder bestellte Matcha wird so wie es sich gehört frisch mit dem typischen Bambusbesen aufgeschlagen.
Momentan hat die Matcha Bar nur sonntags geöffnet, das soll aber bald auf Mittwoch bis Sonntag ausgeweitet werden. Ich freu mich drauf!

Matcha Bar
Eberswalder Str. 4
Berlin - Prenzlauer Berg

geöffnet So 12 - 18 Uhr

Nazuna

Das Nazuna hat leider geschlossen, es soll aber als japanische Chocolaterie weiterbestehen. Die köstlichen Matcha und Yuzu Schokoladen gibt es derweil im Dawanda Shop und Neuigkeiten auf der Nazuna Facebookseite.

Schon lange überfällig ist hier eine Empfehlung für Nazuna, diesem Mangel soll heute endlich Abhilfe verschafft werden! Das Nazuna ist ein japanischer Delikatessenladen und Patisserie in der Danziger Straße. Zweiteres, die japanischen oder japanisch-inspirierten Küchlein, Mochi, Schokoladen, Süßigkeiten verschiedener Art sind es, die mich dort besonders begeistern.
Die (nicht-süßen) Bentô-Menüs der japanischen Köchin Tsuki Hasegawa, sehen zwar auch sehr gut aus, sind aber leider in der Regel nicht vegetarisch.
Zuständig für die süßen Meisterwerke ist der Patissier Sven Schumacher. Er verarbeitet eindeutig Einflüsse aus der Heimatstadt seiner Partnerin, Kyoto, in meinen Augen DAS Mekka für alles Kulinarische. So findet man in der Theke des Nazuna köstliche Matcha (Grüntee) Baumkuchen, Yuzu-Zitrus Kuchen, Mochi (Reismehlküchlein) gefüllt mit Azuki Bohnen Paste oder Kastanie oder z.B. auch Pralinen mit schwarzem Sesam oder Matcha. Ich hatte gestern ein wunderbares Matcha Mousse auf Quittenkompott, dazu einen Sencha. Ein Traum!
Hier wird alles frisch zubereitet und es wird auf hochwertige, saisonale Zutaten viel Wert gelegt, darum ändert sich das Angebot auch ständig. Die aktuellen Speisen in all ihrer Pracht lassen sich auf der Facebookseite von Nazuna bewundern. Der Laden mit den wenigen Sitzmöglichkeiten hat einen eigenwilligen Charme: die Fliesen der früher hier befindlichen Metzgerei (?!) wurden an den Wänden belassen, alles wirkt sehr hell und sauber ohne kalt oder ungemütlich zu sein, einige japanische Accessoirs beleben den sonst sehr weißen Raum, wie zum Bsp. die im Schaufenster stehende japanische Tigerpuppe mit Wackelkopf (ähnlich dem guten alten Wackeldackel), und in der großen Glastheke finden sich die angebotenen Köstlichkeiten. Der Tee wird in sehr geschmackvollen, in Japan handgefertigten Tassen auf kleinen Holztabletts serviert.
Die Speisen sind bis ins Detail durchdacht, kreativ und perfekt präsentiert.
Ein Juwel auf dem sonst eher rauhen Pflaster der Danziger Str.

Nazuna
Danziger Str 65
Berlin-Prenzlauer Berg [googlemaps]

Tel. 030 68 07 50 43
E-mail. info@nazuna-berlin.com

Offen
Mo-Fr: 12-20Uhr     Sa: 12-18Uhr     So: geschlossen
Jeder 3. Samstag und der darauffolgende Montag geschlossen.
Nächsten Samstag, 16.3.13, ist so ein "3." Samstag...

Teehaus im Japanischen Bonsaigarten Ferch

Juchu, Wochenende! Und in den nächsten Tagen soll es sogar nochmal schön warm werden. Perfekt für einen kleinen Ausflug, z.B. nach Ferch am schönen Schwielowsee. Dort gibt es einen - zu meiner Überraschung - ungemein authentischen japanischen Bonsaigarten mitsamt Teehaus.
Allein die Tatsache, dass jemand irgendwo in Brandenburg Bonsai Bäumchen züchtet und ausstellt, hätte mich nun nicht allzu sehr vom Hocker gehauen. Dass sich hier aber jemand mit größter Hingabe und Perfektion ein kleines Stückchen Japan erschaffen hat, finde ich doch wirklich bemerkenswert. Ein traditioneller Garten mit Pavillon, Koi-Teich, in dem rot-weiß-goldene Flossen im Sonnenlicht aufblitzen, Mooskissen, Krüppelkiefern, Kirschblüte im Frühling, Azaleen im Frühsommer, japanischem Ahorn, der sich im Herbst in wunderschönstes Rot färbt und ein Teehaus mit Blick in die Kieswellen eines Zengartens...
Und der Tee erst: Sencha, genau so wie er sein muss! Angeboten werden verschieden hohen Qualitätsstufen, bio noch dazu und einfach köstlich. Sehr nett und zuvorkommend serviert in hübschem japanischem Geschirr.
Es werden auch verschiedene andere Tees aus aller Welt angeboten, aber meine Liebe zu japanischem Tee und das perfekte Setting lassen eigentlich keine andere Wahl zu, als einen feinen Sencha.
Dazu gibt es ebenfalls sehr authentisch japanische Süßigkeiten, wie Mochi und Yōkan, traditionelles Teegebäck, aber auch ein wechselndes Angebot hausgemachter, leckerer europäischer Kuchen.
Zum Kauf angeboten werden neben Teekannen, japanischen Windspielen und einer guten Teeauswahl auch feine Matchaschokolade, sowie Matchamarzipan.
Wer hätt's gedacht, dass nur eine kleine Radtour von Potsdam entfernt, so ein japanisches Kleinod existiert... Ich bin begeistert!


Japanischer Bonsaigarten
Fercher Str. 61
14548 Schwielowsee / OT Ferch

geöffnet: April bis Oktober, Di bis So 10 bis 18 Uhr

Mamecha

Eigentlich wollte ich diesen Monat in Japan verbringen. In einer kleinen Stadt an der Pazifikküste, nordöstlich von Tokyo... vor vier Wochen wandelte sich mein Traumziel zu einem der Plätze auf der Welt, wo man momentan wohl am wenigsten sein möchte. Schweren Herzens habe ich meinen Flug gecancelt und versuche nun hier mein Bestes zu tun.
Gestern habe ich durch Zufall einen Ort gefunden, wo man sich in Berlin Japan auf wunderbare Weise nahe fühlen kann: das Mamecha Green Tea Café in Mitte. Hier gibt es neben einer schönen Auswahl verschiedener japanischer Teesorten (Sencha, Genmaicha, Bancha, Houjicha) auch deren König, den Matcha, pur mit kleiner Süßigkeit serviert, wie sich das gehört, oder als (Iced) Matcha Latte, Matcha Cappuccino, Matcha Eiscreme, Matcha Cheesecake... kurz gesagt: ich als bekennender Matcha Maniac bin im Mamecha im 7. Himmel! Und gibt es auch einen weiteren meiner kulinarischen Favoriten aus Japan: Mochi - Klebreisbällchen, die sich wie ein Kuss anfühlen - ok, das klingt kitschig, aber ich finde es treffend. Vllt bin ich auch einfach verliebt in Mochi :) Ganz toll: Sakuramochi umhüllt von einem eingelegten Kirschblatt (dazu empfiehlt sich jetzt zur Kirschblütensaison auch noch ein Tee aus Kirschblättern, eine echte Besonderheit) oder Yukimi Eis: Vanille-Eis im Mochimantel. Außerdem steht auch Kinako Latte auf der Getränketafel - ich bin so begeistert! Kinako, gemahlene gerösteten Sojabohnen, das sich mindestens so häufig an japanischen Süßigkeiten findet wie hierzulande Zimt oder gemahlene Nüsse, ist hier sonst kaum zu bekommen. Ähnlich ist es mit Shiso, intensiv schmeckende lila Kräuter die in Japan sehr verbreitet sind - im Mamecha wird Shiso als Tee angeboten.
Des weiteren gibt es kleine Gerichte wie Avocado Salat, Edamame, Miso Suppe, Tofu Salat und wechselnde Mittagsgerichte (leider in der Regel nicht vegetarisch), wie Bento Boxen mit vielen verschiedenen Kleinigkeiten, Omuraisu (gebratener Reis in ein Omelette gewickelt), japanisches Curry, etc. Diese Gerichte spiegeln sehr authentisch das wieder, was man in Japan alltäglich so isst - Sushi gehört da eher selten dazu, auch wenn das hier oft das einzige ist, was man unter japanischem Essen versteht.
Auch die Einrichtung im Mamecha Café ist sehr geschmackvoll: podestartige Sitzgelegenheiten bezogen mit Tatamimatten, viel Holz, ein matchagrüner Noren-Vorhang zur Küche hin, schönes japanisches Geschirr..
Ich war nach dieser Entdeckung gestern so begeistert, dass ich heute gleich nochmal hingegangen bin und das dürfte in nächster Zeit noch öfter vorkommen.

Im Café steht eine Spendenbox für die Erdbeben- und Tsunamiopfer aus. Man kann hier also nicht nur genießen, sondern auch etwas Gutes für Andere tun...

Mamecha - Japanese Green Tea Café
Mulackstr. 33

Cocolo


Ich habe eine neue Zuflucht gefunden, wenn mich mal wieder das Japan-Fernweh plagt. Man muss dafür nicht einmal in den Flieger steigen und sich 12 Stunden mit Flugzeugfraß und schlechten Filmen herumschlagen, es reicht sich nach Mitte in die Gipsstraße zu begeben. Dort gibt es seit einiger Zeit ein waschechtes Ramen Restaurant namens Cocolo, das aus Japan herübergebeamt sein könnte. Schmal, eng, nicht sehr hell, vollgestopft mit schlürfenden Gästen, dekoriert mit einigen witzigen Japan-Memorabilia, mit dampfenden Suppen-Töpfen und eigens für das Cocolo angefertigtem, irdenem Geschirr.
Zugegebenermaßen ist Ramen eigentlich nicht gerade der Traum aller Vegetarier, wird die klassische Brühe für Ramen doch einem armen Schwein aus dem Leib gekocht, doch - ein Glück - es gibt auch vegetarische Varianten für die keinerlei Getier sondern Miso als Geschmacksgeber verwendet wird.
Enorm wichtig sind auch gute, hausgemachte Nudeln, mit einem sehr eigenen Geschmack (der durch die Verwendung von Soda- und Pottasche-haltigem Wasser erreicht wird) - auch hier volle Punktzahl für das Cocolo!
Die weiteren Zutaten, verschiedenes Gemüse, ein halbes fast hartes Ei & Algen waren ebenfalls lecker. Die Portionen waren okay, aus Japan kenne ich sie eher größer, aber für den größeren Hunger kann eine Extraportion Nudeln geordert werden. Außerdem gibt es einige Vorspeisen (z.B. Edamame, mmmmh) und Grüntee-Eis zum Dessert.
Bei nächster Gelegenheit will ich auch unbedingt mal zum Grapefruit Chūhai Trinken vorbeikommen, meinem Izakaya-Lieblingsgetränk: Shōchū mit frischgepresster Grapefruit.

Angefangen hat das Cocolo als mobile Suppenküche, die durch Mitte wanderte, nun hat es glücklicherweise ein festes Zuhause gefunden, wo man jeden Tag ab 18 Uhr so viel schlürfen darf, wie man möchte :)

Cocolo
Gipsstr. 3
Berlin-Mitte

Anstatt Soundtrack zum Artikel, heute eine Filmempfehlung: Tampopo!

Sasaya

Lange Zeit hatte ich den Eindruck, aus irgendeinem Grund soll ich dieses Restaurant nicht besuchen. So oft wie bei keinem anderen Restaurant war ich bei Sasaya gewesen und hungrig wieder von dannen gezogen. Die Gründe dafür waren unterschiedlich: mal stand ich am Ruhetag vor der Tür, mehrmals außerhalb der knapp bemessenen Öffnungszeiten, dann wiederum fand ich eines Tages glückselig Einlass, nur um dann festzustellen, dass die Küche schon Feierabend gemacht hatte und es nur noch Getränke gab und wieder ein andermal war kein Platz mehr frei...
Irgendwie schien sich das Sasaya gegen mich verschworen zu haben, dabei sah das Essen toll aus, das Ambiente machte einen netten Eindruck und die Empfehlungen klangen verlockend. Selbst die japanische Mutter einer Freundin war hochzufrieden und das will was heißen, wenn es um japanisches Essen in Berlin geht. Das war auch der Grund warum ich nicht aufgeben wollte. Nun schon wieder seit einem dreiviertel Jahr zurück aus dem Land der aufgehenden Sushi, überkommt mich nicht gerade selten die Sehnsucht nach japanischen Spezialitäten.
Sushi gibt es in Berlin ja allerorten, aber darüber hinaus ist meiner Meinung nach leider wenig Authentisches und gleichzeitig Vegetarisches aus Japan geboten.
Bei aller Liebe zu vegetarischen Sushivarianten, es gibt doch noch sooooo viel mehr japanische Köstlichkeiten!
Häufig und gerne stille ich meinen Gyoza- und Udonheißhunger bei Susuru in Mitte, dessen Yasai Gyoza (Gemüseteigtaschen) neulich eine Freundin vor Begeisterung beinahe zu Tränen rührte.

Aber auch bei Sasaya gibt es Udon und außerdem Soba, japanische Buchweizennudeln. Außerdem japanische Desserts - kaum etwas vermisse ich mehr! Ich musste es also ins Sasaya schaffen, koste es auch noch so viele Versuche!
Neulich war es dann endlich soweit: wir kamen gerade noch pünktlich zur Mittagsöffnungszeit, es war ein Tisch frei, es war kein Ruhetag - ich konnte es kaum fassen!
Eine Mini-Vorspeise bekommt man auf Kosten des Hauses, was natürlich gleich positiv stimmt. Zur Mittagszeit gibt es auch noch einen Tee geschenkt - noch besser!
Ich gebe es zu, an jenem Tag war ich gerade in Sushilaune und habe eine vegetarische Inside-out Variante probiert, Spicy Vege Sushi, gefüllt mit Avokado, eingelegtem Rettich, Perilla, außenherum Sesam. Sehr lecker, vor allem der Geschmack frischen Perillas (in Japan Shiso genannt und dort etwa so viel verwendet wie hierzulande Petersilie) weckt Fernweh und sämtliche Geschmacksknospen, bevor diese ins Wasabikoma befördert werden. Als kleine Beilage hatte ich Rengoma, Spinat mit Sesam, auch ganz köstlich und sehr authentisch, auch was die hübsche Präsentation angeht.

Leider war dann die letzte Bestellrunde schon durch, und ich musste vor Neid ergrünt all die herlichen Nachtische in andrer Leute Münder verschwinden sehen.
Der unverzeihliche Fehler im Sasaya die Nachspeise nicht gleich mitzubestellen, sollte niemandem unterlaufen!
Um mir diese Lehre zu verinnerlichen, bin ich nur kurze Zeit später nochmal ins Sasaya eingekehrt, habe diesmal mit meiner Begleitung brav Nicht-Sushi-Gerichte und ein Dessert geordert: Sansai Soba (Suppe mit Berggemüse und Buchweizennudeln) und Kitsune Udon (Suppe mit breiten Weizennudeln und fritiertem Tofu und Algen) und hinterher eine nur in ihrer Perfektion japanische Crème brûlée, die mit einer in Kokosflocken gehüllten Kugel Vanilleeis getoppt war. Was für ein Fest!

Allerdings muss ich sagen, dass mich die Soba nicht ganz überzeugt haben. Sie waren von der Konsistenz her etwas zäh, fast pappig und auch sehr viel dunkelgrauer als die, die ich aus Japan kenne. Zugegebenermaßen bin in diesem Punkt wahrscheinlich einfach verwöhnt, da ich in Japan immer frisch handgemachte Soba vorgesetzt bekommen habe, während diese hier wohl gewöhnliche getrocknete waren, die dem Vergleich nicht standhalten konnten.
Das Berggemüse wiederum war genauso, wie es sich gehört: kleine Pilzchen, eingelegter Farn oder ähnliche grüne Stängelchen, Bambus und das ein oder andere undefinierbare, was in japanischen Bergwäldern eben so wächst.
Die Udonsuppe war ebenfalls sehr gut, wenn auch nicht ganz so raffiniert und originell, wie die von Susuru. Bei Sasaya wird eher die gute, bodenständige Version serviert, aber dagegen ist ja nichts einzuwenden. Wir hatten wie gesagt Kitsune Udon, wobei Kitsune, das japanische Wort für Fuchs, nicht auf eine unvegetarische Einlage aus fernöstlichen Wäldern hindeutet, sondern auf den fritierten Tofu, der farblich dem Fell des Fuchses gleichen soll. In Japan kommt er häufig länglich daher und ähnelt dann auch in der Form entfernt einem Fuchsschwanz. Hier im Sasaya war der Tofu in mundgerechtere Stücke geschnitten und hatte sich gut mit der Brühe vollgesogen und so einen kräftigen Geschmack angenommen, der ihm sehr zu Gute kam. Absolut delikat! Auch die Udon waren prima - ich würde sie im Sasaya definitiv den Soba vorziehen.

Sehr erfreulich sind die vielen kleinen Beilagen, die das Sasaya authentischerweise im Angebot hat. Hier finden sich auch gewagtere Delikatessen, wie zum Beispiel Tororo, sehr schleimig daherkommender, geriebener roher japanischer Yams. Ich mag Tororo gerne, am liebsten zu Soba, dann kann man sie so richtig schön reinschlürpsen. Aber ich kann mir vorstellen, dass nicht jedem, dem dieser weiße, kalte, geschmacksneutrale Schlabber zum ersten Mal vorgesetzt wird, dessen Vorzüge leicht zu vermitteln sind... Umso schöner, dass sich so etwas auf der Speisekarte findet, bekommt man das doch sonst kaum wo in Deutschland geboten.
Allein dafür und für die Verkostung weiterer Desserts muss ich meine momentane Glückssträhne ausnutzen und das Sasaya noch öfter besuchen. Unter den Nachspeisen habe ich nämlich auch einiges mit meiner weltallerliebsten Süßspeisenzutat gesichtet: Matcha! Den Grünteekuchen und Konsorten kann ich mir unmöglich noch länger entgehen lassen.

Sehr lobenswert sind auch die Tees im Sasaya. Ich kann den Genmai Cha aus ganzem Herzen empfehlen, der Geschmack von Popreis in japanischem Grüntee ist einfach was Besonderes.
Zu den verschiedenen angebotenen Sakesorten bin ich noch nicht gekommen, aber auch das steht mit Sicherheit bald mal an: hicks!

Nicht zu vergessen sei auch der freundliche, zuverlässige Service, da gibt es wirklich nichts auszusetzen. Nur mit der letzten Bestellrunde, da kennt man im Sasaya keine Gnade. Aber gut, das ist verständlich und akzeptabel, denn die letzte Runde wird allen mitgeteilt und damit muss man sich eben arrangieren.
Auch finde ich die Preise im Sasaya sehr in Ordnung und vor allem mittags äußerst günstig. Die vegetarischen Gerichte lagen alle ca. bei 6 Euro, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

In diesem Sinne also "itadakimasu" und genießt meine Musikempfehlung passend zum Artikel und zur Jahreszeit ;)


Sasaya
Lychener Str. 50
Berlin -Prenzlauer Berg [click to see map]

U+S Schönhauser Allee
Tram 12 Raumerstr

Telefon: 44 71 77 21 (Reservierung empfohlen!)

Öffnungszeiten: Do-Di 12-14.30 und 18-22.30 Uhr (die Küche macht jeweils eine halbe Stunde vorher dicht!)

Survivalguide For Vegetarians In Japan

Wie bereits mehrfach erwähnt bin ich diesen Sommer über nicht in Berlin sondern auf der anderen Seite des Planeten und als Vegetarier in Japan muss man mit mancherlei Schwierigkeiten rechnen auf der Suche nach fleischfreien Gerichten. Macht man sich aber die Mühe diese Suche durchzustehen und Neues auszutesten wird dies meistens auf höchste belohnt, denn hat man hier mal was vegetarisches zu essen gefunden, ist es in 99% der Fälle superlecker! Um anderen den steinigen Weg durch den Kanji-Dschungel auf Speisekarten und Verpackungen, durch das hiesige Überangebot an Restaurants und Lebensmittelgeschäften, durch japanische Kühltheken und Gemüseregale zu erleichtern, habe ich ein neues Blog angefangen. Auf Englisch werde ich in meinem Survivalguide For Vegetarians In Japan nicht nur wie hier Restaurants und Cafés empfehlen, die Vegetarierherzen höher schlagen lassen. Ich werde auch von meinen Kämpfen gegen Katsuobushi und Konsorten berichten, in der Hoffnung, dass meine Leser damit in Zukunft hier weniger Probleme haben, bzw. sich nicht so blöd anstellen wie ich ;) Außerdem werden einzelne Gerichte und Lebensmittel vorgestellt und ich werde erklären wie man sie zubereitet. Es dürfte also auch für Essensinteressierte außerhalb Japans ganz unterhaltsam sein einen Blick reinzuwerfen. In gut sortierten asiatischen Supermärkten in Deutschland lässt sich sicherlich vieles, worüber ich berichte auch finden und zuhause nachkochen. Also schaut mal vorbei :)

Aber auch auf Nimmersatt gehts natürlich weiter, keine Sorge..

Nimmersatt unterwegs: altbekannter Süßkram einmal anders (Japan)

Wie angekündigt geht es heute nochmal um Süßigkeiten in Japan. Allerdings nicht um die traditionellen, handgefertigten edlen Wagashi, sondern um die gemeinen abgepackten aus dem Supermarkt. Die Dinge, die man glaubt eigentlich so ähnlich in jedem Supermarkt auf der ganzen Welt entdecken zu können. Hier in Japan sind viele davon wirklich eher "so ähnlich" als "genau so". Es gibt zwar Marken, die uns aus Deutschland geläufig sind und auch Formen und Arten von Süßigkeiten, die wir kennen, doch wurden diese an den hießigen Markt angepasst.
Was den meisten Japanbesuchern wohl als erstes ins Auge springt, sind die ungewöhnlichen und sich mit den Jahreszeiten ändernden KitKat Varianten. So gab es zartrosa KitKat mit Sakurageschmack im Frühling, grünweiß gestreiftes Matcha Latte KitKat im Frühsommer und Sommer und ganz neu und neben dem alltime favourite Matcha KitKat mein neuer Stern am Firmament ist Yûbari (Galia?) Melonengeschmack für den Hochsommer. Beeindruckend, wenn auch sehr süß war das Azukibohnen KitKat des letzten Sommers. Auch Nobelsorten mit lokalem Bezug, kreiert von japanischen Patissiers soll es geben, die habe ich aber leider noch nicht ausfindig machen können. Der Wahnsinn kennt keine Grenzen, aber irgendwie muss man mitmachen. Bei ständig wechselnden limitierten Editionen kommt wohl der Jäger und Sammler durch... und lecker sind sie ja auch, wäre da nicht die zu extreme Süße mancher Sorten (Fruit Parfait KitKat war wohl auch so ein Kandidat).
Doch nicht nur Schokoriegel wurden japanisiert, nein, es findet sich auch Eiscreme mit Azukibohnen, die gute alte Bisquitrolle und die rund um die Alpen beliebten Mont Blanc Küchlein (auch bekannt als Vermicelle de Marron)in kleidsamem Giftgrün mit reichlich Matcha, original belgische Waffeln mit original japanischem schwarzen Sesam, lila Softeis mit Süßkartoffelgeschmack oder auch pikante Nussknabbermischungen mit knusprigen Fischbabies darin (für die Nichtvegetarier)...
Diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzen und auch bei Getränken wird nicht haltgemacht. Ein totaler Flopp meiner Meinung nach ist das achso sommerliche Fanta Melon Creamsoda - bruah, ich hatte ja schon Schlimmes erwartet, da ich sowieso kein Fan von Softdrinks bin, aber diese Plärre hat meine Befürchtungen noch übertroffen.. Das angekündigte Pepsi Ice Cucumber habe ich (zum Glück?!) noch nicht gesichtet.
Etwas sehr viel Feineres ist da Melonpan, ein weiches süßes Brot ("pan" ist das vom portugiesischen "pão" abgeleitete japanische Wort für Brot), dessen Teig mit Melonenfruchtfleisch gemischt und hellgelb gebacken wird. Diese Köstlichkeit sollte doch zum Abschluss dieses ansonsten ja mal eher auf kulinarisch niedrigem Niveau rangierenden Artikels Erwähnung finden. Zur Ehrenrettung sozusagen.
Wer trotzdem gern mal eine der genannten KitKat Sorten probieren möchte, wendet sich in den Kommentaren an mich, für 5 Eur verschick ich ne Packung :D

PS: sehr unterhaltsame wöchentliche Besprechungen japanischer Süßigkeiten auf Englisch gibt es übrigens bei Giant Jeans Parlor.

Nimmersatt unterwegs: Kuzusakura in Tokyo

Wie bereits erwähnt, halte ich mich momentan in Tokyo auf, darum gibt es heute mal keine Restaurantempfehlung, sondern einen kleinen Bericht über eine meiner schon jetzt zahlreichen Entdeckungen auf japanischem, kulinarischem Gebiet.
Diese hier zu machen, fällt auch wirklich nicht schwer, Essen ist definitiv ein ganz großes Thema in Japan. Man braucht nur den Fernseher einschalten und kann sich sicher sein, dass auf mindestens einem von sagen wir mal fünf Programmen eine Kochsendung kommt und auf einem weiteren Restaurants getestet werden, wobei mindestens 3 mal in der Minute das Wörtchen "oishii" (lecker!) fällt.
Die Restaurantdichte auf den Straßen Tokyos ist sehr hoch, häufig sind diese auf ein bestimmtes Gericht in all seinen Varianten spezialisiert. Diese Spezialisierung führt dazu, dass die Rezeptur aufs äußerste ausgereift ist und eigentlich immer mit sehr viel Können gekocht wird. Hier wird sich nicht verzettelt, sondern ganz aufs Wesentlich konzentriert.
Neben den zahlreichen Restaurants gibt es sehr viele ebenso spezialisierte Lebensmittelläden, die z.B. nur frischen, hausgemachten Tofu verkaufen, oder ausschließlich Reiscracker oder nur Wagashi, feinste japanische Süßigkeiten, die traditionell zum Tee genossen werden.
Wichtig ist in Japan in fast allen Bereichen des Lebens die jeweilige Jahreszeit. Genauso wenig wie jemand einen Kimono mit Sakura-Muster im Herbst tragen würde, käme kaum jemand auf die Idee Yudofu im Hochsommer oder Zaru Soba im Winter zu essen.
Gleiches gilt natürlich auch für Süßigkeiten. So wird im Sommer darauf geachtet, dass diese einen erfrischenden Charakter haben: nicht zäh, klebrig, übermäßig süß und schwer, sondern leicht, feucht, oft jelly-artig, mit einem Hauch von fruchtigem Aroma. Eine solche Spezialität, die nur von Mitte April bis Ende August hergestellt wird, ist Kuzusakura. Dabei handelt es sich um eine Form von Mizu Manju, "Wasser-Süßigkeiten", aus Bohnenmehl hergestellte, glibberige Klöse, meist gefüllt mit süßer Azukibohnenpaste. Im Falle von Kuzusakura hat diese Füllung, wie der Namensbestandteil Sakura bereits verrät, Kirschgeschmack. Diese Klöse werden mit einem Blatt (mal echtes Laub, mal unechtes wie auf meinem Photo) umwickelt, so dass man sie einfacher halten kann, ohne sich die Finger zu verkleben, außerdem sieht das natürlich auch hübsch aus.
Im besten Fall, wie bei diesem für unter 1 Euro in einem schönen Dango-Laden in Shinjuku ergatterten Prachtstück, ist ein Kuzusakura leicht süß, was gut zur Bitterkeit des Grüntees passt, den man dazu trinken sollte, hat nur ein zartes Kirscharoma, um den Geschmack des Grüntees nicht zu verfälschen und erfrischt durch das Kühle des glibberigen Teiges, der trotz unterschiedlicher Konsistenz in etwa die gleiche Festigkeit aufweist, wie die Füllung. Außerdem muss eine solche Süßigkeit frisch zubereitet sein und sollte am selben Tag noch gegessen werden.
Neben Sakura, also Kirsch(blüten)geschmack, sind Matcha (Grüntee), Kurogoma (schwarzer Sesam) und Aprikose, alle meist mit der bereits erwähnten Azukibohnenmusfüllung, die häufigsten Geschmacksrichtungen von Namagashi, den frischen, feuchten Sommersüßigkeiten.
Aber auch aus Europa übernommene Süßigkeiten wurden anhand dieser Zutaten "japanisiert". Dazu demnächst mehr...