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Rio Boteco zurück im Prenzlauer Berg

Es ist wieder soweit! Schon zwei Jahre ist es her, dass mein Lieblings-Pop-Up aus London zum ersten Mal in Berlin statt gefunden hat und nun ist Rio Boteco zurück im Prenzlauer Berg, mit der Mission uns mit typisch brasilianischen Boteco Gerichten in verfeinerter Version zu beglücken. Botecos sind Kneipen in denen kleine herzhafte Speisen zu den Drinks angeboten werden, comfort food, das bestens zu Cachaca oder Bier passt. Das Ganze kommt gern mit viel Musik daher und wird in geselligem Rahmen genossen.
So auch bei Rio Boteco: alle Gäste sitzen zusammen am großen Tisch im gemütlichen The Hidden und kommen über das für alle gleichzeitig servierte viergängige Menü bestehend aus allerlei brasilianischen Leckereien miteinander ins Gespräch.
Drei Abende lang gibt es die Gelegenheit in diesen Genuss zu kommen. Heute Abend ist bereits ausgebucht, aber am Freitag und Samstag gibt es noch wenige Plätze. Also schnell reservieren!
Infos hier:
 https://www.facebook.com/events/354077678606361/
Reservierungen an: mm@margocamilo.com



CODA Dessertbar

Für mich persönlich ist es ein vor gut einem Jahr wahr gewordener Traum: ein ganzes fine Dining Menü nur bestehend aus Desserts! Und dazu super edle Drinkpairings, von denen jedes einzelne Getränk schon ein kleines Kunstwerk darstellt! So gut! Und so unverständlich, dass das Konzept der CODA Dessertbar so außergewöhnlich ist. Warum sollte man nur tagsüber Appetit auf etwas Süßes haben? Wie oft hat mich nachts schon das Verlangen umgetrieben, auszugehen und irgendwo ein tolles Dessert zu genießen, doch Cafés haben dann schon geschlossen, in ein Restaurant gehen und nur ein Dessert bestellen kommt meist auch nicht so gut an und in Bars erhält man allenfalls versalzene Erdnüsse... Und da haben wir den zweiten Regelbruch, den CODA glücklicherweise begeht: alkoholische Getränke können durchaus aller bestens zu Süßspeisen passen, man muss dazu nicht ausschließlich salzige Knabbereien reichen. In vielen ganz klassischen Desserts gehört ja auch Alkohol zum Rezept, warum also nicht auch einen Cocktail dazu genießen? Und warum haben Dessertweine so ein angestaubt-altmodisches Image?

CODA räumt da mal ordentlich auf, sprengt Konventionen, aber ohne gewaltsam mit schrägen Geschmackskombinationen irritieren und spektakulären Neuheiten übers Knie brechen zu wollen, sondern mit Bedacht und dem unbedingten Drang zu höchster Qualität und Perfektion in Küche und Bar. Mastermind hinter all dem, Patissier René Frank verzichtet selbstverständlich auf künstliche Aromen und Farbstoffe und den übermäßigen Gebrauch von Zucker. Er versteht es, die natürliche Süße der Zutaten zur vollen Geltung kommen zu lassen, auch wenn er Gemüse verwendet, die man hierzulande nicht unbedingt mit etwas Süßem assoziiert. Das ist schließlich auch alles eine Frage von Gewohnheiten, in Asien ist es völlig normal gesüßtes Bohnenmus in Küchlein zu füllen, während in Mexiko herzhafte Schokoladensoße zu Fleischgerichten genossen wird und im übrigen ist z.B. die Tomate eigentlich ja eine Frucht, kein Gemüse...
Vergessen wir einfach mal für einen Moment, wie wir Auberginen sonst zu uns nehmen und lassen uns auf das Gaumenabenteuer ein, das das CODA uns bietet, indem es die Auberginen karamelisiert und mit Lakritze und Apfelbalsamico zu einer aromenakrobatischen Meisterleistung vereint.
Oder wenn die geheimnisvolle schwarze Haube gehoben wird, unter der eine angenehm holzige Rauchwolke die fantastische Kreation aus purem Kakao, Pflaume und Zichorie (ja, genau die hierzulande wie Unkraut am Wegesrand wachsende Verwandte des Chicoreesalats, die sich auch in Malzkaffees gerne wiederfindet) aromatisiert hat.
Zu jedem Dessert wird ein Drinkpairing empfohlen, das das Geschmackserlebnis noch vervollkommnet.
Man kann um 19 Uhr kommen und sich das Sechs-Gänge-Menü gönnen, man kann aber auch ab 22 Uhr als Kostprobe nur ein oder zwei Desserts auswählen. Zum entsprechenden Drinkpairing (wahlweise mit oder auch ohne Alkohol) sei allerdings geraten, schließlich hat der Chef sich viel dabei gedacht und er hat einen unschlagbaren Sinn für ein feines Zusammenspiel.

Aber auch die Cocktails alleine, ohne Essen, funktionieren ganz wunderbar. Auch hier werden nur die feinsten Zutaten gewählten, die es vermögen, die Geschmacksknospen zuerst stutzig, dann orgiastisch werden zu lassen. Mit viel Aufwand wird z.B. eine leuchtend grüne Essenz aus frischen Pandanblättern gewonnen, oder Yuzusake mit Stickstoff zu einem herrlichen Sorbet schockgefrostet, das mit Birnenschaumwein aufgegossen wird, oder frischer, herber Rote Beetesaft mit dem lieblichen Bouquet von Himbeeren und betörend nach Zuckerrohr duftendem Cachaça vereint.

Das CODA bietet eine sehr moderne kulinarische Weltreise, von alten, fast vergessenen hiesigen Ingredienzien, bis hin zu exotischen und obskuren Kräutern und Spirituosen, all das dargeboten mit höchster Kunstfertigkeit und durchgeführt mit den Techniken eines Sterne-gekrönten Meisterpatissiers.

Auch dem Gault Millau ist soviel Innovationsgeist und Gespür für Geschmacksexplosionen nicht entgangen. Zum Glück (und meinem Erstaunen) ist die CODA Dessertbar trotzdem nicht monatelang im Voraus ausgebucht, Walk-ins sind willkommen und trotz aller Eleganz in Glas, Teller und dem schwarz-gold dominierten Interieur ist die Atmosphäre nicht steif, sondern warm und der Service sehr zuvorkommend. Größer könnte der Kontrast zur winterlich düster-grauen Neuköllner Friedelstraße kaum sein, wenn man das CODA betritt um sich mit allen Sinnen verwöhnen zu lassen.

Coda Dessertbar
Friedelstr. 47 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Neukölln

Tel: 030 91496396

Offen:
Di bis Sa: 19 Uhr bis spät

U Hermannplatz

Rio Boteco in Berlin

Mein Lieblingspop-up Rio Boteco aus London kommt nun endlich auch nach Berlin! Feine brasilianische Küche und tolle Drinks mit Abelha bio Cachaça. Hier in Berlin wird es drei Abende lang, am 7., 8. und 9. September ein fantastisches Menü geben, serviert in geradezu familiärem Rahmen im hübschen, wohnzimmerartigen "The Hidden" im Prenzlauer Berg. Alle Gäste sitzen gemeinsam um den großen Tisch und das Essen wird für alle zur gleichen Zeit serviert. Gerne dürfen sich die Gäste zum Essen auch die ein oder andere Flasche Wein teilen (vom Demeter Weingut Leiner aus der Pfalz) und Caipirinha passt neben dem guten Riesling auch ganz hervorragend zum herrlichen Hauptgericht Moqueca... Hierbei handelt es sich um Fisch, oder vegetarisch mit gegrillter Kochbanane, und Gemüse in Kokosmilch und Dende Öl (das übrigens von einer kleinen, nachhaltig bewirtschafteten Farm in Bahia stammt - kein Regenwald wurde für die Ölpalmen abgeholzt). Dazu gereicht werden Reis, Farofa (Cassava) und in Cachaça eingelegte kleine Chilis aus dem Garten der Mutter der Gastgeberin aus Bahia.
Den Nachtisch zaubert Helio Fenerich, Nigella Lawsons Lieblingskoch, bekannt für seine Pop-ups und privaten Dinnerevents in London und sein letztes Jahr in Brasilien erschienenes Dessert & Kuchenrezeptbuch.
Am Samstag Morgen gibt es auch noch Brunch mit allerlei süßen & herzhaften Köstlichkeiten aus Brasilien. Und einem ganz gefährlich guten an Espresso Martini angelehnten Drink, natürlich mit Cachaça - der ideale Start in den Tag, hicks! Frühstück ist ja schließlich die wichtigste Mahlzeit des Tages...

Meiner Meinung nach ein absolutes Muss - dieses Pop-Up Restaurant wird mein September-Highlight! Lasst es Euch auch nicht entgehen, noch sind ein paar wenige Plätze frei!
Bitte unbedingt reservieren unter info@rioboteco.com

Das gesamte Menü ist hier zu finden.

Rio Boteco Berlin
The Hidden
Heinrich-Roller-Str. 8
10405 Berlin - Prenzlauer Berg [hier clicken für Google Maps]

Geöffnet 
Do 7.9., Fr 8.9., Sa 9.9. ab 19:30 Uhr
am Sa 9.9. auch zum Brunch ab 10:30 Uhr

Orlando Italian Gourmet

Angefangen haben die freundlichen Leute von Orlando Italian Gourmet mit einem Stand auf den Street Food Märkten Berlins und Dinner Events - nun haben sie vor Kurzem ihr eigenes Bistro im Prenzlauer Berg eröffnet. Und es ist wirklich sehr schön geworden! In mühevoller Handarbeit und mit viel Kreativität wurde ein sehr geschmackvolles (hö hö!) Interieur geschaffen, in dem man gerne verweilt und noch eine und noch eine Leckerei aus der Küche bestellt.

Auf dem großen Thekentisch am Eingang finden sich Beispielgerichte, eine feste Karte hingegegen gibt es nicht, sondern ein wechselndes Angebot, das auch nochmal auf der Tafel geschrieben steht.
Spezialität des Hauses sind eigentlich Arancine, Reiskroketten aus Sizilien, aber ich muss sagen, die haben mich persönlich am wenigsten beeindruckt.
Sehr begeistert war ich aber von den frisch gemachten, Piadine, gefüllte oder belegte Fladen aus der Emilia-Romagna. In der Orlando-Version kommen sie kleiner daher als üblich, dafür ist der Belag sehr reichhaltig.
Außerdem trafen die hausgemachten Canneloni mit Ricotta-Auberginenfüllung voll und ganz meinen Geschmack! Köstlich!

Auch sehr gut war die sizilianische kalte Auberginen Caponata als Vorspeise.

Preislich sind die kleinen Gerichte auch auf sehr zivilem Niveau, da kann man es sich erfreulicherweise auch leisten mehrere von diesen verlockenden Delikatessen zu probieren.
Eine echte Bereicherung im Kiez, ich freue mich!

Orlando Italian Gourmet
Rhinower Str. 10
Berlin - Prenzlauer Berg [click für Google Maps]

S+U Schönhauser Allee

Volta

Leider hat das Volta geschlossen.
Seit mindestens 10 Jahren heißt es immer wieder: der Wedding kommt! Bislang lässt der große Wedding-Orgasmus allerdings noch auf sich warten. Einzelne Flirtversuche von hippen Locations mit dem rauen Stadtteil gab es aber zwar immer wieder, von Galerien, Clubs, Bars und Pop-Up Eateries bis hin zu Modemärkten. Vieles hat sich nur als kurze Affäre herausgestellt und hinterließ zudem eher den Eindruck einer Fernbeziehung, für die trendige junge Leute aus anderen Ecken der Stadt (oder der Welt) extra angereist kamen. Publikum aus dem Kiez selbst war hier selten anzutreffen.
Nun gibt es seit einiger Zeit in einem der tollen Pavillons auf der Brunnenstraße das Volta und ich hoffe, dieses ungewöhnliche Restaurant / Bar bleibt uns lange erhalten.
Man muss gleich sagen: hier geht es extremst hip zu und die Preise sind dementsprechend auch eher gehoben. Aber was hier auf den Teller und ins Glas kommt, ist es allemal wert. Ganz hervorragend hat mir zum Beispiel ein Gericht namens Purple Bites gefallen, butterzart gebackene Aubergine auf köstlicher Maiscreme, angerichtet mit frischem Koriandergrün und Popcorn.

Ebenfalls eine Geschmacksbombe ist hier die vegetarische Variante des Ceviche. Dazu möchte ich anerkennend anmerken, dass es wirklich nicht einfach ist, ein Gericht, das sich in erster Linie um Fisch dreht, überzeugend auch ohne Getier hinzubekommen. Dank super-aromatischem Limetten-Koriander-Chili-Sesam-Dressing und der feinen Textur der als Fischersatz eingesetzten Palmherzenbin ich aber durchweg begeistert! Die Speisekarte ist klein und kann hier eingeschaut werden. Die Portionsgrößen sind so, dass man auch gut noch ein zweites Gericht bestellen kann um wirklich satt zu werden (zumindest was die vegetarischen Speisen angeht). Zudem kann man hier auch selbstgebrautes Bier und andere feine Drinks bekommen, wirbt doch die Website mit "Freshly brewed beer & bar-food with a gourmet twist." Ich bin kein Bierfan, aber wenn es so großartig ist, wie das im Volta servierte Bar-Food, kann ich nur sagen: Prost Mahlzeit! Auf die Gourmetliebe!

Volta
Brunnenstr. 73 (hier clicken für Google Maps)
Berlin-Wedding

U8 Voltastr

Offen: Mo - Sa ab 18 Uhr

Reservierung (sehr empfohlen!) per SMS oder Whatsapp : +49 (0) 176 77 55 64 22

Bosco

Leider hat dieses schöne Restaurant für immer seine Türen geschlossen. 
Ein neuer Lieblingsitaliener am Horizont! Im Bosco in Kreuzberg kommen kreative italienische Köstlichkeiten auf den Teller und meistens geht das mit wundervollen Überraschungen einher! Die auf dem Foto hier abgebildeten hausgemachten Tagliolini mit schwarzem Trüffel und Parmesan waren ganz hervorragend, stellen davon abgesehen aber eher eine Ausnahme dar, weil sie in der üblicherweise erwarteten Form serviert wurden. Besonders die Antipasti versetzen im Bosco gerne mal ordentlich ins Staunen. Wer zum Beispiel "Burrata, Tomaten, Salat, schwarze Oliven" bestellt, bekommt ein farbintensives Kunstwerk aus Kirschtomatenfilets und Burrata auf Salatsmoothiespiegel mit getrockneten und zu einem rechteckigen Blatt ausgerollten schwarzen Oliven.
Aus "Steinpilzen, Quinoa, Trüffel, Parmesan, Haselnuss, Petersilie" wird ebenfalls ein Gourmetgemälde auf den Vorspeisenteller gezaubert: auf köstlicher Parmesansoße prangen quitschgrüne Petersiliengeleetupfer, strategisch verteilte Cracker aus Quinoa und Haselnüssen und herrlich saftig angebratene, großzügige Steinpilzstücke und feine Trüffelhobel.
Ein Augenschmaus und Gaumenkitzel allererster Güte!
Mit Hilfe der tollen Fotos auf der Webseite des Restaurants kann man sich ein gutes Bild machen, wie schön die Speisen hier tatsächlich sind.

Die eigentlichen Hauptgerichte sind hier nie vegetarisch, darum habe ich mich ausschließlich durch Antipasti und Primi geschlemmt und bin damit auch wirklich sehr gut gefahren. Ich bin bislang jedes Mal, von den Geschmackserlebnissen der Antipasti voll und ganz begeistert und mit Pasta oder Risotto (mit Kürbis, Parmesanchips, geschmolzenem Camembert, Senf und Amarettini Bröseln - mmmh!) bestens gesättigt und von feinem Wein gewärmt, glücklich heimgerollt!
Auch die Desserts klingen spannend und wollen unbedingt demnächst mal probiert werden, z.B. Blaubeeren, Tanne, Thymian oder Holunderblüte, Rosen, Veilchen, Quark. Ich habe nicht den blassesten Schimmer auf welche Weise diese Zutaten zubereitet werden, aber alleine schon die Zusammenstellungen klingen vielversprechend.

Die Karte ändert sich häufig und kann hier online eingesehen werden. Sehr freundliche und zuvorkommende Bedienung runden das perfekte Bosco-Dinner ab.
Wäre es nicht so ein teures Vergnügen, wäre ich sicher häufiger im Bosco anzutreffen. Aber Kunst hat nunmal ihren Preis... und hier lohnt er sich auch tatsächlich, man bekommt für sein Geld wirklich viel geboten!

Bosco
Wrangelstr. 42 (Ecke Sorauer Str) - Google Maps
Berlin - Kreuzberg

U Schlesisches Tor

Offen: Di-So : 19 - 24 Uhr


Fotos: Martin Stahl 

Charlie's Asian Bakery & Coffee

Meine Liebe zum Matcha habe ich ja schon oft genug kundgetan, so wundert es wohl kaum, dass ich schwer beglückt war als ich von einer asiatischen Bäckerei und Café in Kreuzberg gelesen habe. Ich halte es eigentlich nicht für nötig, das gleiche zu schreiben wie die Bloggerkollegen, darum habe ich Charlie's Asian Bakery & Coffee eine Weile einfach genossen, ohne Fotos zu machen und ohne darüber zu posten. Nach einem Jahr nun, will ich doch eine Empfehlung für dieses hübsche Café aussprechen. Ich kann es mir nicht länger verkneifen, hey, es gibt dort Matcha-Kranzkuchen mit weißer Schoko, Ingwer und getrockneten Rosenblüten, Blaubeer-Mango-Kokostörtchen und Banane-Sesamkuchen... und Sommerrollen, Banh Mi und feine Suppen... Matcha Latte oder vietnamesischen (Eis-)Kaffee... und als Augenschmaus: Kimonos! Klingt und schmeckt alles nach großartiger Fusion aus vietnamesischen, japanischen und deutschen Einflüssen. Das darf doch auf Nimmersatt nicht fehlen!
Der abgebildete Matchakuchen war zwar ein klein bisschen trocken, aber das sei bei Außentemperaturen von 36-37°C verziehen, da backt der Kuchen ja quasi auf der Theke noch nach.

Auch beim Village Street Food Market in der Neuen Heimat ist Charlie's Bakery oft mit einem Stand vertreten. Man sollte unbedingt ein-zwei kleine Köstlichkeiten probieren, denn sie sehen nicht nur wunderschön aus, sondern sind auch Geschmacksbömbchen! Vieles ist zudem vegan und einiges glutenfrei.

Charlie's Asian Bakery & Coffee
Oranienstr. 187
Berlin Kreuzberg (Map)

U Kottbusser Tor oder Görlitzer Bahnhof

Offen: So - Mi 9 - 21 Uhr, Do - Sa 9 - 22 Uhr

Kranhaus Café

Wenn das Wetter wieder besser wird, habe ich einen tollen Ausflugstipp für Euch: das Kranhaus Café in Schöneweide! Im sehr gelungen restaurierten Turm unter dem historischen Kran, hat vor nicht allzu langer Zeit im Erdgeschoss ein Café eröffnet.
Die Einrichtung ist chic, mit passendem industriellem Charme und viel Licht und die hausgemachten Kuchen und Quiches, die guten Tee- und Kaffeespezialitäten und frisch gepressten Säfte wissen zu überzeugen.
Auch zum Frühstücken stelle ich es mir hier wirklich toll vor. Eine sehr angenehme Überraschung so mitten im Gewerbegebiet Schöneweide.


Direkt am sogenannten Spreeknie gelegen, bietet dieses ungewöhnliche Café sowohl von drinnen durch die große Glasfront als auch von der Sonnenterrasse aus Blick aufs Wasser. Hier lassen sich perfekt die vielen großen und kleinen Ausflugsboote beobachten.

Das Kranhaus bietet sich wirklich ideal an als Ausflugsziel bei einer Radtour durch den Plänterwald an der Spree entlang Richtung Köpenick. Der Uferweg wird auch immer weiter ausgebaut, vielleicht ist er ja bald auch ganz durchgängig.
Ich hoffe, es finden viele Gäste den Weg zum schönen Kranhaus Café, so dass es uns lange erhalten bleibt.

Kranhaus Café
Paul-Tropp-Straße 11 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Schöneweide

Offen: 10 - 18 Uhr

nächste Haltestelle:
Rathenaustr./HTW (Tram 27, 63, 67)

Qua Phe

Nächste Woche sollen die Temperaturen ja endlich wieder auf über 30°C ansteigen - perfektes Wetter für einen köstlichen vietnamesischen Eiskaffee bei Quà Phê. Dieser wird, so wie das sein muss, langsam durch den typischen auf dem Glas sitzenden Metallfilter auf gesüßte Kondensmilch und große Eiswürfel tropfen gelassen. Also erst Geduld, dann Genuss! Und dazu vielleicht eines der wunderbaren vietnamesischen Desserts, Che Thap Cam, mit Kokosmilch, süßen Bohnen, Sagoperlchen und Taro. Farbenfroh, aber nicht künstlich im Geschmack und nicht zu süß, ist das nicht nur ein Erlebnis fürs Auge, sondern auch für den Gaumen. Die unterschiedlichen Konsistenzen der einzelnen Zutaten, von cremig bis (wackel-)puddingartig, bieten der Zunge ein erfrischendes Abenteuer!

Neben dem hervorragenden Kaffee, den es natürlich nicht nur auf Eis gibt, ist das signature dish des Quà Phê hausgemachte Bánh Bao. Hierbei handelt es sich um gedämpfte, weiche, weiße Brötchen, die mit verschiendenen Füllungen angeboten werden. Ich muss immer an Dampfnudeln denken, aber fluffiger, ohne den angebackenen braunen Boden und eben gefüllt, z.B. mit mariniertem Tofu, frischen Kräutern (Koriander & Shiso - zwei meiner absoluten Lieblinge!) und Gemüse - köstlich!
Auch die fein-säuerliche Tomaten-Tamarinde-Suppe ist sehr zu empfehlen, ebenso die frischen Salate, beispielsweise mit Avocado und Granatapfelkernen oder Glasnudelsalat mit reichlich Kräutern und Gemüse und Sesam. Oder auch die herzhaft gefüllten vietnamesischen Crêpes (aus Reismehl, vermute ich)... es gibt viele Leckerein zu entdecken in diesem hübschen Café und es lohnt sich mehrere unterschiedliche Gerichtchen zu bestellen und sich durchzuprobieren. Alles kommt schön angerichtet in Körbchen und auf Bananenblättern und macht satter, als man vielleicht beim ersten Anblick der feinen Kleinigkeiten vermuten mag.
Das Café selbst ist chic eingerichtet, ein bisschen vietnamesische Folklore, ein bisschen Moderne, grobe Holztische, offene Küche, schöne Blumengestecke, stilvolles Teegeschirr, Magazine... hier kann man es aushalten! Auch draußen kann man sehr angenehm sitzen und den Berliner Sommer genießen, wenn er uns denn gerade mal einen Besuch abstattet!
Das Quà Phê ist ein fantastischer Ort für ein leckeres und gesundes Mittagessen, einen Snack oder zum Verweilen und Lesen bei einem Nachmittagskaffee. Auch wer sich vegan oder glutenfrei ernährt, kann hier glücklich werden. Mich freut vor allem, dass hier viele Gerichte angeboten werden, die man auf den Speisekarten anderer vietnamesischer Restaurants vergeblich sucht. Die bei der Einrichtung schon sichtbaren Mischung aus Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der kreativen Küche.
Ein neuer Lieblingsort in Mitte!

Quà Phê
Max-Beer-Str. 37 (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Mitte

Offen: täglich 9 - 22 Uhr

nächste Haltestelle:
U Rosa-Luxemburg-Platz

Memory Ausstellung im Memory Cafe

Die Pictoplasma, einer meiner persönlichen Höhepunkte des Berliner Veranstaltungs- kalenders naht mal wieder!

Vom 29. April bis 3. Mai wird von früh bis spät dem Character Design gehuldigt, mit Ausstellungen, Workshops, Screenings, Parties.. Hohe Feiertage also, die es nicht zu verpassen gilt!

Dieses Mal sollte man unbedingt im schönen Memory Café vorbeischauen, wo das großartige Eggplant Collective mit einer Ausstellung mit dem passenden Titel Memory zu Gast sein wird.
Feines koreanisches Essen, Kunst und tolle Leute - was will man mehr!?!


Sophia's Daily Happa Dinner Events

Einmal im Monat wird in der Merkezi Galerie in Kreuzberg zwischen der Kunst ordentlich aufgetischt! Und zwar ein rein vegetarisches 4-Gänge Menü, jedes Mal zu einem bestimmten Thema / Motto, phantasie- und liebevoll ausgedacht und zubereitet von der Bloggerin, Journalistin, DJ, Künstlerin und Köchin aus Leidenschaft: Sophia Hoffmann. Sie kocht nur mit Hilfe eines monatlich wechselnden Schnippelboys ganz alleine für die versammelte Gesellschaft, davor habe ich, gerade auch wegen der Liebe zu verspielten Details, allergrößten Respekt.
Ich hatte im Mai das Vergnügen, an ihrer "Kindergeburtstag reloaded" Dinner Night teilzunehmen, ein wirklich gelungener Nichtgeburtstag mitsamt Partyhütchen, Luftschlangen, Ballons und der verfeinerten Version wahrer Klassiker der Kindergeburtstagsküche, wie dem
Überraschungsei der etwas anderen Art (Amuse Gueule: gekochtes Eigelb, gewälzt in Salzstangenkrümeln, Schnittlauch und schwarzem Sesam an Blauschimmelsoße, die mit dem Strohhalm aufgesaugt werden sollte)

 Tofuwürstchen (formschön als Tintenfisch dekoriert) mit Kartoffelsalat
Burger, ebenfalls der etwas anderen Art (handgemachtes, mit Bambuskohle schwarz gefärbtes Brötchen mit vegetarischem Bratling und rosa eingelegten Zwiebeln), mit Süßkartoffelspalten frisch aus dem Ofen
... und nein, die Augen waren nicht essbar, wie manch ein Anwesender zähneknischend feststellen musste...

und zu guter Letzt: Kalter Hund aus selbstgebackenen Butterkeksen und Schokokusstörtchen mit beschwippsten Orangenfilets (hicks!).

Lecker :)
Mehr dazu hier:


In der Zwischenzeit hat schon das nächste Dinner Event stattgefunden, passend zum Frühling mit dem Thema "Herbalized - Kräuterzeit"... Im Juni kocht Sophia in Wien groß auf. Am Besten man verfolgt ihr Blog oder ihre Facebookseite, wenn man sich zum nächsten Ma(h)l anmelden möchte.

Reservierung per Email an: ohohohsophia@googlemail.com unbedingt erforderlich! Auf Wunsch wird auch vegan gekocht. Preis für das Menü: sehr faire 15 EUR (Getränke kosten natürlich extra)!

Merkezi Galerie
Adalbertstr. 5
Berlin - Kreuzberg

U 1 & 8 Kottbusser Tor

Kochu Karu


Schon wieder eine Nimmersatt-Empfehlung für ein koreanisches Restaurant, aber hey, wenn das Bibimbab so köstlich ist, wie bei Kochu Karu, möchte ich das doch niemandem vorenthalten...
Das noch recht neue Restaurant, geführt von der koreanischen Opernsängerin Bin Lee Zauner und ihrem Lebensgefährten, dem spanischen Koch José Miranda Morillo, gibt sich stylish, offen für Einflüsse aus verschiedenen Küchen der Welt, damit weniger traditionell, aber extrem qualitätsbewusst. Alle Zutaten sind aus biologischem Anbau und weitgehend von regionalen Erzeugern. Lobenswerterweise sind Tiefkühlkost und Mikrowelle tabu.
Es gibt spanisch-koreanische "Tapas", sprich kleine köstliche Häppchen, die zu Wein bzw Reiswein geknabbert werden können, oder auch bestens als Vorspeise geeignet sind, aber auch volle Hauptgerichte, wie das bereits erwähnte typisch koreanische Bibimbab.
Die Karte ist klein, die Auswahl für Vegetarier begrenzt, billig ist es auch nicht gerade, aber dafür ist alles frisch und vom Feinsten, von daher definitiv den Preis wert.
Auch die Nachspeise, Grüntee Mousse mit winterlich eingemachten Früchten, war sehr lecker und empfehlenswert, wenn auch weniger intensiv grünteeig im Geschmack wie erwartet.
Sonst empfinde ich "Fusionküche" immer eher beinahe als Schimpfwort, aber in diesem Fall ist es wirklich sehr gut gelungen, Ideen und Zutaten unterschiedlichster Länderküchen auf einen Tisch zu bringen.
Nichts wie hin!

Kochu Karu
Eberswalder Str. 35 
Berlin - Prenzlauer Berg [click to see map]

Tel: (030) 80 93 81 91
U2 Eberswalder Str
Geöffnet: Di - Fr: 11:30 - 16:00 und 18:00 - 22:30 Uhr
Sa + So: 11:30 - 22:30 Uhr

Osmans Töchter


Die Pappelallee avanciert mehr und mehr zur Gourmetmeile: ich mochte schon lange das kleine koreanische Restaurant Core, auch Pizzeria Zia Maria und das japanische Crêpes-Café Crêpestation stehen hoch in meiner Gunst. Nun eröffnete vor kurzem auch noch ein ganz wunderbares türkisches Restaurant, nebenan ein auf Pies aus den Südstaaten spezialisiertes Café und ein Stückchen weiter auf der gegenüberliegenden Straßenseite kann man neuerdings köstliche süddeutsche Küche genießen...
Wo also anfangen? Ich würde sagen "Ladies first", darum heute Osmans Töchter! Es ist wohl nicht schwer zu erraten, dass es sich hierbei um das erwähnte türkische Restaurant handelt. Allerdings liegt völlig falsch, wer hier Döner & co erwartet. Während Dönerimbisse meistens eine reine Männerdomäne sind, wird Osmans Töchter allein von Frauen geführt. Die sind nicht nur unheimlich (gast-)freundlich und schmeißen den Laden mit viel Verve, sichtbarer Leidenschaft und Freude, sie kochen noch dazu ganz fantastisch. 
Die Karte ist klein, fein, wechselt häufig und wird zudem ergänzt durch einige auf der Tafel angeschriebenen Tagesgerichte. Bislang war ich dreimal dort, habe dreimal unterschiedliche Speisen probiert und bin dreimal äußerst zufrieden gewesen.
Sehr gut und reichlich, gerade an endlich mal warmen Sommerabenden ist der bisher jedesmal auf der Karte stehende Salat mit Teigröllchen, die mit Aubergine und Schafskäse gefüllt und in Sesam gewälzt wurden. Ebenso köstlich ist das gemischte türkische Vorspeisensortiment, ein Brett voller kleiner Schälchen, die verschiedene Cremes und Salate, Oliven, etc enthielten, serviert mit frischem Brot.
Auf der Tageskarte waren bei einem meiner Besuche auch Gözleme, von mir heißgeliebte Teigfladen gefüllt z.B. entweder mit Kartoffeln oder Spinat und Schafskäse - unbedingt empfehlenswert! 
Letztes mal hatte ich mit Couscous gefüllte Tomaten, leicht, frisch und raffiniert gewürzt mit frischer Minze und Granatapfelkernen. Wie ich beim Bestellen schon vorgewarnt wurde, nichts für den ganz großen Hunger, aber das hat mir ausnahmsweise mal nichts ausgemacht, hatte ich doch schon den verführerischen Nachtisch im Auge und war froh für diesen noch ein Plätzchen frei zu haben... Schon allein für das unglaublich gute Grieshelva, in dessen Inneren sich Vanilleeis verbirgt, angerichtet mit in Raki eingelegten Orangen lohnt sich der Besuch bei Osmans reizenden Töchtern. 
Auch die Einrichtung ist sehr gelungen, große Tafeln, einige bunte Holzstühlen, ansonsten fast vollständig in weiß gehalten, die Decke voller Einmachgläserlämpchen. Hier wurde offenbar genau wie bei der Zubereitung der Speisen, mit viel Liebe, guten Ideen und Geschmack vorgegangen - rundum positiv!

Tel: 03032663388
Offen: täglich 18:00 - 23:00 Uhr
U2 Eberswalder

Hokey Pokey

Da es jetzt ja ein paar Tage schön warm und sonnig bleiben soll, hier ein kleiner Eistipp auf die Schnelle. Mein neues liebstes Pilgerziel um dem Eisgott zu huldigen ist die Eispatisserie Hokey Pokey in der Stargarder Straße.
Sehr, sehr leckeres Eis, von erfrischenden Sorbets wie z.B. Limette, Waldbeere, Birne oder Prosecco-Minze, bis zu sündhaft cremigen Milcheissorten wie dem namensgebende Hokey Pokey (Vanille mit reichlich Karamell) oder Weiße Schoko mit Tonka, Rocky Road (Schoko, Pekanüsse, Marshmallows), Banane mit Erdnussbutter, Belgische Schokolade, Rhabarber mit Mascarpone, Schokomousse mit Kaffee... Ein Traum ist auch Indische Mango: so intensiv und eine tolle Konsistenz! Und das alles ohne künstliche Zusatzstoffe.

Ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus und bei jedem Besuch sehe ich wieder eine Sorte mehr, von der ich denke "Schaffe ich heute nicht mehr, aber nächstes Mal ganz bestimmt!!". Ich hoffe also auf einen langen Sommer und viele weitere Besuche, so dass ich all diese verlockenden Sorten durchprobieren kann. Bis jetzt war ich noch von keiner enttäuscht.
Sehr geschmackvoll eingerichtet ist der kleine Laden auch und selbst bei längeren Entscheidungsprozessen kam bei den freundlichen Eismännern keine Ungeduld auf - volle Punktzahl!
Schön ist auch, dass dieser Eisladen nicht schon so früh schließt, sondern im Sommer bis 23 Uhr geöffnet hat, so dass man sich an lauen Sommerabenden auch noch zum Dessert oder einfach um den Feierabend zu versüßen noch ein feines Eis gönnen kann.

Eispatisserie Hokey Pokey
Stargarder Strasse 73
Berlin - Prenzlauer Berg

HBC Restaurant


Das HBC Restaurant gibt es leider nicht mehr.

Schon viel zu lange ist es wieder her, dass ich das ich das HBC besucht habe und es hier empfehlen möchte. Jetzt, fast drei Monate später, muss ich mir aber wirklich endlich mal die Zeit nehmen... Mittlerweile hat sich die Karte längst wieder geändert, die Gerichte, die ich probiert habe, sind nicht mehr im Angebot, aber ungewöhnlich (und) lecker ist es sicher immer noch. Hip, international und Mitte-stylish geht es im HBC, dem ehemaligen Haus Ungarn, sowieso immer zu. Von außen erkennt man nicht unbedingt, dass hier ein Restaurant zu finden ist. Durch eine etwas unscheinbare Eingangstür geht es erst einmal direkt in die Garderobe, von dort aus eine Treppe nach oben, wo man mit Glück die richtige Tür zum Restaurant erwischt, evtl aber auch in der Bar landet oder in Mitten einer Photoausstellung.
Es ist empfehlenswert zu reservieren, bei meinem Besuch füllte sich das Lokal schnell bis auf den letzten Tisch.
Ebenso empfiehlt es sich das HBC Menu zu nehmen, denn die einzelnen Portionen sind eher Portiönchen und man kann gut und gerne drei Gänge vertragen, ohne sich überfüllt zu fühlen. Das Menu zum Preis von 33 Euro besteht aus einer Vorspeise, einem Hauptgericht mit einer Beilage, sowie einem Dessert. Bestellt man die Gänge einzeln, zahlt man jeweils ca. 7 Euro für Vor- und Nachspeise und gut 17 Euro für ein Hauptgericht - allerdings ohne Beilage! Diese kostet noch einmal um die 7 Euro.
Die Gerichte sind nicht eindeutig einer Länderküche zuzuordnen, ich würde sagen stark französisch inspiriert mit einigen asiatischen Einflüssen.
Es gibt netterweise immer auch vegetarische Optionen und jedes einzelne Gericht überrascht mit ungewöhnlichen Zutaten und phantasievollen Kombinationen.

So ging mein Menu damals zum Beispiel mit einem vorzüglichen Salat mit "Meereskraut" (aka Algen) und Artischocken und Silberzwiebeln los. Silberzwiebeln mag ich eigentlich gar nicht, aber in dieser Zusammenstellung überzeugten sie mit ihrer süß-sauren Note als Kontrast zum salzig-kräftigen Meergeschmack der Algen und dem nussigen Aroma des Feldsalats und der in Öl eingelegten Artischocke.
Als Hauptgericht hatte ich angebratene Maroniknödel mit Pied de Mouton (Pilze, die sehr Pfifferlingen ähneln) und als Beilage Pak Choi mit Quitten. Auch alles sehr fein, wobei ich alles insgesamt ein bisschen zu süß fand. Die Quitten waren wohl mit einigem Zucker gekocht, die Pilze waren an einem süßen Fruchtspiegel angerichtet (war es eine Cranberry Soße? Ich kann mich nicht mehr genau erinnern..) und die Esskastanien verliehen dem Maroniknödel ebenfalls eine gewisse Süße. Hier hätten wenigstens die Pilze so richtig herzhaft und zuckerfrei
sein können und auch die Quittenstückchen wären mir naturbelassen sauer lieber gewesen. Aber gut, das ist Geschmackssache und vielleicht habe ich dahingehend das Menu auch etwas ungeschickt zusammengestellt.

 Die Nachspeise hingegen war genau richtig gewählt und richtig gesüßt: ein Schokoingwerküchlein in ein wenig Himbeersuppe, mit kandiertem Ingwer on top und einem Klecks feiner Creme. Ganz wunderbar!
Mit der Rechnung kam dann erstmal ein kurzer Schreck, denn es wurde uns ein Menu mehr abgerechnet, als wir bestellt & gegessen hatten. Dies wurde zum Glück umgehend, allerdings auch ohne Entschuldigung, korrigiert. Nunja... Sonderlich freundlich und aufmerksam war unsere Bedienung an jenem Abend sowieso nicht, was vielleicht cool sein soll, allerdings bei diesem Preisniveau meiner Meinung nach unprofessionel und nicht angebracht ist. Kann man nur hoffen, dass wir es da gerade ungünstig erwischt haben.

.HBC Restaurant
Karl-Liebknecht-Str. 9
Berlin - Mitte

U + S Alexanderplatz

Montag bis Samstag ab 19 Uhr
Reservierung empfohlen:
reservation@hbc-berlin.de

+49 (0) 30 2434 29 20

Princess Cheesecake

Spezialisierung auf eine gewisse Delikatesse und ihre Varianten halte ich eigentlich immer für eine gute Idee, geht das doch meistens mit Perfektionierung einher. Im besten Sinne wurde das bei Princess Cheesecake verwirklicht. Käsekuchen in all seinen Spielarten, vom ganz klassischen Modell in seiner simplen Schönheit, über Russischen Zupfkuchen und New York Cheesecake, oder auch Tartes mit Birnen oder karamelisierten Äpfeln, bis hin zu bombastischen Torten mit Quarkcremes in verschiedenen Geschmacksrichtungen - allesamt eine wahre Pracht!

Hier ist wirklich ein Kuchen schöner als der andere und die Wahl fällt reichlich schwer. Dazu kommen noch äußerst verlockende Düfte aus der offenen Küche, wo man den Meister am Werk sehen kann. Wir mussten einige Zeit auf einen freien Sitzplatz warten, an einem Sonntag nachmittag war berechtigterweise ganz schön viel los. Während wir auf die Kuchentheke starrend warteten, wurde uns stolz berichtet, dass bei den Zutaten auf höchste Qualität geachtet wird, bio und möglichst auch regional soll alles sein und ohne chemische Zusätze, Farb- und Konservierungsstoffe. So arbeitet man hier auf hohem Niveau nach dem selbstgewählten und überall wiederzufindenden Motto "make every day a lovely day". Very lovely indeed!

Die Prinzessin macht ihrem royalen Titel wirklich alle Ehren, Orangentorte, Schokomoussetorte und Zupfkuchen waren absolut königliche Genüsse! Und ich bin mir sicher, alles andere aus der Theke steht diesen in nichts nach... Anscheinend gibt es auf Wunsch und Bestellung auch lactose- und glutenfreien Kuchen sowie auch veganen Kuchen.
Ich freue mich auf die nächste Audienz!


Princess Cheesecake

Tucholskystr. 37
Berlin - Mitte


Tel: 030 28 09 27 60

Mo - So: 12:00 - 19:00

Cô Cô - Bánh Mì Deli

Immerhin kulinarisch lässt sich dem Kolonialismus und der Globalisierung etwas abgewinnen: Bánh Mì - französisches Baguette mit vietnamesischem Belag ist ein schönes Beispiel dafür. Ein wunderbarer Snack, der sich wohl nicht nur in Vietnam großer Beliebtheit erfreut, sondern in den letzten Jahren bereits amerikanische Großstädte erobert hat und nun seit einiger Zeit auch in Berlin zu haben ist.
Bei Cô Cô in Mitte gibt es eine ansprechende Auswahl verschiedener Zutaten, mit denen die Baguettes auf Bestellung frisch und üppig gefüllt werden. Für Vegetarier gibt es eine Bánh Mì Variante mit in Zitronengras-Sauce mariniertem Tofu oder auch eines mit gebratenem Ei. Beides kommt mit speziell eingelegtem (und trotzdem knackiges) Gemüse, Frühlingszwiebel, reichlich Koriander und hausgemachten Saucen.
An der köstlichen Füllung habe ich rein garnichts auszusetzen, der einzige Minuspunkt ist das etwas zu softe Baguette (dass bei meiner Begleitung eher ungute Subway-Assoziationen wachrief)... ein knuspriges, echt französisches Baguette wäre hier wirklich klar von Vorteil, dann würde ich volle Punktzahl vergeben..

Für alle, die lieber kein Baguette mögen, gibt es noch Reismehl-Omelettes. Eher etwas für den kleinen Hunger, aber geschmacklich ebenfalls großes Kino.

Auch hier gibt es eine veggie Option, gefüllt mit dem herrlichen Zitronengras-Tofu, eingelegtem Gemüse, frischen Sojasprossen und Kräutern, gehackten Erdnüsssen, sowie Sauce (bei der vegetarischen Variante wird netterweise auch auf die sonst obligatorische Fischsauce verzichtet).

Die angebotenen Desserts klingen auch interessant: Süßmais-Pudding mit Kokosmilch oder auch Ananas mit Chilisalz (!) zum Beispiel.. Muss ich bei Gelegenheit noch testen. Bei meinen Besuchen habe ich bislang nur die beiden vietnamesischen Kaffeespezialitäten (mal heiß, mal als Eiskaffee) quasi als Flüssigdessert genossen. Sehr zu empfehlen.

Was den Service angeht so habe ich es sehr unterschiedlich erwischt: mal lief alles wie am Schnürchen, ein andermal ging alles schief! Erst bekamen wir die Rindfleisch Bánh Mì anderer Kunden vorgesetzt, dann kam statt heißem Zitronengras-Tee ein Eistee, als wir den zurückgingen ließen, kam stattdessen heißer Grüntee mit Ingwer... und der dazubestellte Honig kam nie.
Naja, ich hoffe mal, wir haben da einfach nur einen schlechten Tag erwischt.
Ansonsten ist das Cô Cô ein schöner Laden mit super Interior-Design. Ich frage mich immer noch, ob es Zitronen sind, die in den großen Einmachgläsern im ganzen Laden stehen und wofür diese verwendet werden (oder ob sie rein der Deko dienen)?! Wie auch immer, ich habe mich gefreut über dieses neue Geschmackserlebnis, mal ein anderer Snack, jenseits von Pizza, Falafel und Kebab...

Cô Cô bánh mì deli
Rosenthalerstr. 2
10119 Berlin [click to see map]

fon: +49.30.24630595

U + Tram: Rosenthaler Platz

Öffnungszeiten
Mo – Do, So: 11:00 – 22:00 Uhr
Fr – Sa: 11:00 – 24:00 Uhr

Mr. Minsch

Erst kürzlich habe ich gelernt: der Tortenhimmel befindet sich auf der Yorckstr! Der Kuchenhimmel auch! Und der Backgott heißt Mr. Minsch!
Was der Konditor Minsch auffährt, übertrifft nicht nur an Größe, sondern auch an Köstlichkeit alles, was ich in Berlin an Torten und Kuchen bisher so vorgesetzt bekommen habe. (Vielleicht geschmacklich nicht die Werkstatt der Süße, aber das ist auch nicht wirklich vergleichbar)
Die Auswahl ist wirklich grandios: von herrlichster Himbeertorte (mein Favorit!), über Schoko Schoko (der Name ist Programm), gewaltige Zimtschnecken, Blaubeerkäsetorte (mit lila Lippengarantie), Schwarzwälder Kirsch, bis hin zu verschiedenen Obststreuselkuchen wie bei Oma...
Ich muss sagen, für mich war die Warteschlange am Sonntagnachmittag ein Segen, schneller hätte ich mich wohl sowieso nicht entscheiden können. Zum Glück war ich mit zwei Freundinnen da und wir haben uns drei Stück Torte geteilt, so konnten wir möglichst viel probieren und mussten uns nicht auf eine Sorte einschränken. Und vorallem diese Himbeertorte war wirklich ein Traum, soooo unglaublich gut! Sehr himbeerig, auf ganz weichem, lockerem Bisquitboden, die Creme sahnig und frisch (evtl mit Buttermilch gemacht?) und überhaupt nicht glibbrig-gelatinig.


Die Kuchen und Torten sind auf beste Weise bodenständig: kein Firlefanz, keine exotischen Zutaten oder trendigen Rezepte, sondern altbewährtes und das in Topqualität. Jedes Stück kostet 3 EUR, dafür bekommt man ein wirklich sehr großzügiges Stück (nicht so ein Zahnfüllerchen wie in manch einem hippen Café).
Es handelt sich bei Mr Minsch mehr oder weniger einfach um ein hübsches Schaufenster mit Luke aus der heraus verkauft wird. Es gibt keine Sitzplätze drinnen, entweder man nimmt sich die Backwaren mit, oder ergattert einen der Tische auf dem Gehweg im dekorativen Dschungel.
Sehr schön auch die etwas kuriosen, schrulligen Details im Laden, wie die großen Einmachgläser an der Rückwand, in denen Marzipannasen, Ohren und andere essbare(?) Körperteile ein etwas sonderbares Dasein fristen, oder die bei Groß und Klein beliebten Gummiglotzer oder auch die Namensschildhalter, die mich an das eiskalte Händchen der Addams Family erinnert haben.

Allen Mitmenschen mit Wespenphobie sei allerdings geraten, den Kuchen gut verpackt mit nach Hause zu nehmen, alle Fenster und Türen zu schließen und sich dann dem Genuss hinzugeben. Momentan gleicht es ansonsten eher einem Kleinkrieg, will man im Freien Konditoreiware zu sich nehmen...

Mr. Minsch
Yorckstr. 15
Berlin-Kreuzberg

S Yorckstr oder U Mehringdamm
Mittwoch bis Sonntag 12.00-18.30 und Feiertags

Cemilzade Confiserie Orientale

Die schöne Confiserie hat leider geschlossen.

Na toll, es ist Juli, es regnet und ist viel zu kalt. Da möchte man es sich doch am liebsten mit einem warmen Getränk, etwas leckerem zum Naschen und am besten noch einer lieben Person zum Quatschen irgendwo gemütlich machen und sich irgendwohin versetzen, wo Sommer noch richtig Sommer ist. Mein neuer Favorit für solche Anlässe ist das feine Café / Lädchen Cemilzade Confiserie Orientale in der Linienstr.
Die Gestaltung ist sehr elegant, fast komplett in weiß gehalten mit grünem Samt, dezent eingesetzem Gold und mit Schwarz-Weiß-Photographien des wunderschönen Istanbuler Stammhauses dieser Traditionsconfiserie. Leider ist das Istanbuler Geschäft bereits seit den 20er Jahren nicht mehr in dem abgebildeten prächtigen Gebäude ansässig, aber süße Köstlichkeiten werden weiterhin auf altbewährte Weise hergestellt und mit diesen kann man sich jetzt auch in der Berliner Dependance beglücken lassen.
Die Auswahl ist klein aber fein: türkisches Marzipan, Kokospan (wie Marzipan, aber eben anstatt mit Mandeln mit Kokos) und Lokum in verschiedenen Varianten - mit Pistazien, Haselnüssen, Rosenwasser, oder Früchten. Alles ein Traum! Nicht zu süß und doch süß genug um glücklich zu machen. Jedes Häppchen hat einen ganz eigenen, feinen Geschmack - wirklich etwas zum Genießen! Dazu empfiehlt es sich natürlich einen türkischen Tee zu trinken. Auch türkischer Mokka und die angebotenen Kuchen sind verlockend, die Pistazientarte war z.B. ganz hervorragend.
Und auch als Geschenk finde ich diese kleinen Köstlichkeiten eine schöne Idee. Es gibt sie hübsch verpackt in unterschiedlichen Mengen und Mischungen.
Bedient wurde ich beide Male sehr freundlich und schön ist auch, dass man die Süßigkeiten an der Theke kosten kann.
Rundum empfehlenswert!

Cemilzade Confiserie Orientale
Linienstrasse 113
Berlin- Mitte

Tel: 030 60925957

S + Tram Oranienburger Str

Öffnungszeiten:
Mo: geschlossen
Di - Fr: 11:00 - 19:00
Sa - So: 12:00 - 18:00

Mamecha

Eigentlich wollte ich diesen Monat in Japan verbringen. In einer kleinen Stadt an der Pazifikküste, nordöstlich von Tokyo... vor vier Wochen wandelte sich mein Traumziel zu einem der Plätze auf der Welt, wo man momentan wohl am wenigsten sein möchte. Schweren Herzens habe ich meinen Flug gecancelt und versuche nun hier mein Bestes zu tun.
Gestern habe ich durch Zufall einen Ort gefunden, wo man sich in Berlin Japan auf wunderbare Weise nahe fühlen kann: das Mamecha Green Tea Café in Mitte. Hier gibt es neben einer schönen Auswahl verschiedener japanischer Teesorten (Sencha, Genmaicha, Bancha, Houjicha) auch deren König, den Matcha, pur mit kleiner Süßigkeit serviert, wie sich das gehört, oder als (Iced) Matcha Latte, Matcha Cappuccino, Matcha Eiscreme, Matcha Cheesecake... kurz gesagt: ich als bekennender Matcha Maniac bin im Mamecha im 7. Himmel! Und gibt es auch einen weiteren meiner kulinarischen Favoriten aus Japan: Mochi - Klebreisbällchen, die sich wie ein Kuss anfühlen - ok, das klingt kitschig, aber ich finde es treffend. Vllt bin ich auch einfach verliebt in Mochi :) Ganz toll: Sakuramochi umhüllt von einem eingelegten Kirschblatt (dazu empfiehlt sich jetzt zur Kirschblütensaison auch noch ein Tee aus Kirschblättern, eine echte Besonderheit) oder Yukimi Eis: Vanille-Eis im Mochimantel. Außerdem steht auch Kinako Latte auf der Getränketafel - ich bin so begeistert! Kinako, gemahlene gerösteten Sojabohnen, das sich mindestens so häufig an japanischen Süßigkeiten findet wie hierzulande Zimt oder gemahlene Nüsse, ist hier sonst kaum zu bekommen. Ähnlich ist es mit Shiso, intensiv schmeckende lila Kräuter die in Japan sehr verbreitet sind - im Mamecha wird Shiso als Tee angeboten.
Des weiteren gibt es kleine Gerichte wie Avocado Salat, Edamame, Miso Suppe, Tofu Salat und wechselnde Mittagsgerichte (leider in der Regel nicht vegetarisch), wie Bento Boxen mit vielen verschiedenen Kleinigkeiten, Omuraisu (gebratener Reis in ein Omelette gewickelt), japanisches Curry, etc. Diese Gerichte spiegeln sehr authentisch das wieder, was man in Japan alltäglich so isst - Sushi gehört da eher selten dazu, auch wenn das hier oft das einzige ist, was man unter japanischem Essen versteht.
Auch die Einrichtung im Mamecha Café ist sehr geschmackvoll: podestartige Sitzgelegenheiten bezogen mit Tatamimatten, viel Holz, ein matchagrüner Noren-Vorhang zur Küche hin, schönes japanisches Geschirr..
Ich war nach dieser Entdeckung gestern so begeistert, dass ich heute gleich nochmal hingegangen bin und das dürfte in nächster Zeit noch öfter vorkommen.

Im Café steht eine Spendenbox für die Erdbeben- und Tsunamiopfer aus. Man kann hier also nicht nur genießen, sondern auch etwas Gutes für Andere tun...

Mamecha - Japanese Green Tea Café
Mulackstr. 33