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Udon Kobo Ishin

Leider gibt es hier keine frischen Udon mehr!
Nachdem leider eines meiner Lieblingsrestaurants, das Susuru, geschlossen hat, bin ich nun umso glücklicher ein neues, großartiges auf Udon spezialisiertes Lokal gefunden zu haben: Kobo Ishin! Nur wenige Schritte vom Hackeschen Markt entfernt hat vor einiger Zeit eine Filiale der Ishin Kette eröffnet. Während in den anderen Ishin Restaurants hauptsächlich Sushi auf der Karte steht, dreht sich in der Filiale am Litfaß-Platz alles um Udon: dicke, lange japanische Weizennudeln. Diese werden hier frisch von Hand gemacht und - typisch japanisch und hierzulande sonst kaum zu finden - kalt oder warm angeboten mit verschiedenen Soßen und frei wählbaren Toppings, als Curry-Udon, Cream-Udon (nie zuvor gesehen - kennt das jemand?) oder klassisch als Suppe.
Ich musste bislang jedesmal "Kitsune Udon" nehmen, Nudelsuppe mit dünnen, frittierten Tofuscheiben, sie ist einfach zu gut! Der Name des Gerichts rührt von der Ähnlichkeit der Tofuschnitten in Form und Farbe zu Fuchsschwänzen, denn "Kitsune" heißt Fuchs auf Japanisch.
Die Udon sind absolut perfekt - mit genau der richtigen Konsistenz, weich aber mit Biss ("schön batzig", wie meine aus Bayern stammende liebe Begleitung meinte, und recht hat sie!) und so flutschig wie sie sein sollen, so dass man sie genüsslich einschlürfen kann.
Dazu der speziell eingelegte und frittierte Tofu, weich und leicht süßlich, auf dem ein Häuflein geriebener Rettich und Yuzu-Paste (Yuzu - köstlichste aller Zitrusfrüchte!), sowie Frühlingszwiebeln und ein Shiitake Pilz schwimmen. Minimalistisch und super authentisch - es schmeckt wirklich wie in Japan! Leider gehört dazu auch das weiß-rosa gefärbte Scheibchen Naruto / "Fischwurst" - das brauche ich ja so garnicht... Außerdem muss auch angemerkt werden, dass sämtliche Brühen und Soßen mit Dashi gemacht werden - sprich: sie sind nicht vegetarisch, sondern aus getrockneten Fischflocken ausgekocht. Seufz, das übliche Problem von Vegetariern mit japanischer Küche...

Gänzlich unproblematisch für Vegetarier sind hingegen die Desserts: z.B. Taiyaki (fischförmige aber fischfrei Waffeln, gefüllt mit süßem Adzukibohnenmuß) und Mitarashi Dango (feste Reismehlklößchen am Spieß gegrillt mit süßer Sojasoße) - ganz so wie sie oft an japanischen Schreinen verkauft werden.

Ebenfalls fantastisch sind die frittierten Auberginen zur Vorspeise.


Sehr gut gefällt mir, dass es eine Tasse leckeren japanischen Grüntee gratis gibt, die man mehrfach mit heißem Wasser aufgießen kann.

Der Service ist freundlich und auffallend schnell. Die Einrichtung ist eher pragmatisch und lädt nicht gerade zu langem verweilen ein - dazu passt auch die recht frühen Schließzeiten. Wichtig ist auch: unbedingt Bargeld mitnehmen - Kartenzahlung ist hier nicht möglich (überraschend bei so einem großen Restaurant).

Die Hauptgerichte gibt es übrigens in zwei Größen, schon die normale Udon-Portion kommt in einer riesigen Schüssel - ist aber gut zu schaffen. Die große Portion wiederum wird in einer wirklich Schüssel von wirklich gewaltigem Ausmaß serviert, die schon nach einer echten Herausforderung aussieht! Irgendwann muss ich meinem nimmersatten Ruf gerecht werdend mir auch dieses riesenhafte Udongelage geben! Mir sind einige japanische Seniorinnen aufgefallen, die diese gigantische Menge Udon genüsslich weggeschlürft haben, während sich junge Männer die Reste haben einpacken lassen - 1:00 für die Damen!

Udon Kobo Ishin
Litfaß-Platz 1
Berlin - Mitte [hier clicken für Google Maps]

S & Tram: Hackescher Markt

Offen:
Mo - Fr 
12:00 - 14:30
18:00 - 21:30 Uhr 

Sa: 
14:00 - 21:30 Uhr




Joris

In der Brunnenstr, nicht weit von dem köstlichen vietnamesisch-vegetarischen Restaurant Chay Viet, hat diesen Sommer das auf Ofenkartoffeln spezialisierte Joris eröffnet. Das Essen ist so simpel wie gut, die über der Theke an die Wand geschriebenen, verschiedenen Zusammenstellungsoptionen sind wiederum etwas komplizierter, wurden uns aber zum Glück hilfreich und nett erklärt.
Zu den gebackenen Kartoffeln können diverse kalte Beilagen wie Quark, Salat, Tomaten, Kichererbsen, Oliven, marinierte Pilze o.ä. gewählt werden, oder aber warme Soßen, zum Beispiel Bolognese mit Gemüse oder ein Pilzragout.
Frische Kräuter sind lobenswerterweise immer einige dabei und zu den kalten Beilagen kann man sich eines der leckeren Dressings aussuchen, Himbeeressig ist sehr empfehlenswert...
Wer keine Lust auf Kartoffeln hat, kann stattdessen eine Suppe nehmen. Diese werden täglich mit saisonalen Zutaten frisch zubereitet.
Die Einrichtung des Joris ist schlicht, hell und geschmackvoll, mit einigen hübschen Details wie einer alten Küchenwaage etc.
Der einzige Wermutstropfen ist meiner Meinung nach der etwas hohe Preis. Um die 7 Eur für ein einfaches Kartoffelgericht finde ich ziemlich happig.
Aber es schmeckt und ist auf jeden Fall super und zudem gesund für die Mittagspause, wenn man in der Gegend arbeitet.

Joris
Brunnenstr. 158
Berlin - Mitte
Tel: 030/47365973

U8 Bernauer Str

offen:
Mon - Sa:  8:30 - 20:30 Uhr
So:10:00 - 20:30 Uhr

Cocolo


Ich habe eine neue Zuflucht gefunden, wenn mich mal wieder das Japan-Fernweh plagt. Man muss dafür nicht einmal in den Flieger steigen und sich 12 Stunden mit Flugzeugfraß und schlechten Filmen herumschlagen, es reicht sich nach Mitte in die Gipsstraße zu begeben. Dort gibt es seit einiger Zeit ein waschechtes Ramen Restaurant namens Cocolo, das aus Japan herübergebeamt sein könnte. Schmal, eng, nicht sehr hell, vollgestopft mit schlürfenden Gästen, dekoriert mit einigen witzigen Japan-Memorabilia, mit dampfenden Suppen-Töpfen und eigens für das Cocolo angefertigtem, irdenem Geschirr.
Zugegebenermaßen ist Ramen eigentlich nicht gerade der Traum aller Vegetarier, wird die klassische Brühe für Ramen doch einem armen Schwein aus dem Leib gekocht, doch - ein Glück - es gibt auch vegetarische Varianten für die keinerlei Getier sondern Miso als Geschmacksgeber verwendet wird.
Enorm wichtig sind auch gute, hausgemachte Nudeln, mit einem sehr eigenen Geschmack (der durch die Verwendung von Soda- und Pottasche-haltigem Wasser erreicht wird) - auch hier volle Punktzahl für das Cocolo!
Die weiteren Zutaten, verschiedenes Gemüse, ein halbes fast hartes Ei & Algen waren ebenfalls lecker. Die Portionen waren okay, aus Japan kenne ich sie eher größer, aber für den größeren Hunger kann eine Extraportion Nudeln geordert werden. Außerdem gibt es einige Vorspeisen (z.B. Edamame, mmmmh) und Grüntee-Eis zum Dessert.
Bei nächster Gelegenheit will ich auch unbedingt mal zum Grapefruit Chūhai Trinken vorbeikommen, meinem Izakaya-Lieblingsgetränk: Shōchū mit frischgepresster Grapefruit.

Angefangen hat das Cocolo als mobile Suppenküche, die durch Mitte wanderte, nun hat es glücklicherweise ein festes Zuhause gefunden, wo man jeden Tag ab 18 Uhr so viel schlürfen darf, wie man möchte :)

Cocolo
Gipsstr. 3
Berlin-Mitte

Anstatt Soundtrack zum Artikel, heute eine Filmempfehlung: Tampopo!

TuBi

Nein, nein, keine blöden Witze und Anspielungen auf den Allerwertesten - wir achten und ehren das "h" in der Suppe und singen hier nur kulinarisch betrachtet ein Hohelied auf Phos! Pho, das ist das vietnamesische Nationalgericht, eine aromatische Suppe, meist mit Nudeln und reichlich frischen Kräutern serviert und ja, Fleisch - hierzulande aber zugunsten der dankbaren Vegetarier auch oft mit Tofu und Gemüse zu haben.
Mit einer sehr feinen solchen Suppe habe ich mich vor kurzem bei TuBi in Charlottenburg aufwärmen können. In dem sehr schön mit Bambusgestecken und riesigen Kastanienzweigen dekorierten Restaurant lässt sich das vietnamesische Essen auch wirklich angenehm genießen. Auch die Speisen selbst sind hübsch angerichtet, mit frischem Koriander und Thaibasilikum gekrönt, so dass Augen und Gaumen gleichermaßen verwöhnt werden.
Bei der Pho, die ich bestellt hatte (Nr 36 mit Tofu anstatt Fleisch) kam sogar noch ein ganzer Extrateller mit Kräutern, Sprossen und Limette, so dass ich selbst entscheiden konnte ob und wieviel ich davon in meiner Suppe haben wollte. Schöne Idee und da mein Blog ja nunmal nicht umsonst Nimmersatt heißt, habe ich einen Großteil davon auch meiner Nudelsuppe und mir zugutekommen lassen.
Auch die Kokoscurry-Nudelsuppe meiner Begleiterin war sehr lecker: cremig, süßlich-würzig, mit viel Gemüse und ebenfalls mit fritiertem Tofu.
Mit jeweils 7,90Eur sind die Phos nicht ganz so billig wie in manch einem vietnamesischen Restaurant in östlicheren Gefilden Berlins, dafür aber frisch, köstlich und ohne an den Zutaten, den Portionen oder dem Service zu sparen.
Günstig wiederum ist es mittags im TuBi: da gibt es dann ein Mittagsmenu für nur 5,90Eur.
Es gibt nicht nur Suppen bei TuBi, sondern auch Reis- und Nudelgerichte, Frühlings- und Sommerrollen und Salate - bestimmt alle auch probierenswert!

Sehr nett war auch der Nachtisch aufs Haus, den es zum Abschluss noch gab: Vanilleeis und gebackene Banane mit Honig und gehackten Erdnüssen. Für uns war das dann schon Dessert Nümmero 2, da wir uns nichtsahnend vorher schon in einem knusprig-feinen Teig ausgebackene Süßkartoffelschnitze zu Gemüte geführt hatten. Aber solche Überraschungen hat man ja gerne und dafür findet sich im separaten Süßmagen auch immer noch ein Plätzchen.
Absolut empfehlenswert fand ich auch die Shakes aus frischen Früchten: sehr lecker und man fühlt sich gleich besser gewappnet gegen fiese Grippeviren, die einen auf der S-Bahnfahrt nach Hause attackieren könnten.

Achso, Soundtrack zum Artikel (und Ohrwurm für die S-Bahnfahrt) gibts auch wieder ;)

TuBi
Leibnizstr. 62
Berlin-Charlottenburg [click here to see map]


S Savignyplatz, U Adenauerplatz

Tel: 030-30831448
geöffnet: Montag bis Freitag von 12- 15 Uhr / 17.30- 23 Uhr und Samstag, Sonntag, Feiertag von 17.30- 23 Uhr

Sasaya

Lange Zeit hatte ich den Eindruck, aus irgendeinem Grund soll ich dieses Restaurant nicht besuchen. So oft wie bei keinem anderen Restaurant war ich bei Sasaya gewesen und hungrig wieder von dannen gezogen. Die Gründe dafür waren unterschiedlich: mal stand ich am Ruhetag vor der Tür, mehrmals außerhalb der knapp bemessenen Öffnungszeiten, dann wiederum fand ich eines Tages glückselig Einlass, nur um dann festzustellen, dass die Küche schon Feierabend gemacht hatte und es nur noch Getränke gab und wieder ein andermal war kein Platz mehr frei...
Irgendwie schien sich das Sasaya gegen mich verschworen zu haben, dabei sah das Essen toll aus, das Ambiente machte einen netten Eindruck und die Empfehlungen klangen verlockend. Selbst die japanische Mutter einer Freundin war hochzufrieden und das will was heißen, wenn es um japanisches Essen in Berlin geht. Das war auch der Grund warum ich nicht aufgeben wollte. Nun schon wieder seit einem dreiviertel Jahr zurück aus dem Land der aufgehenden Sushi, überkommt mich nicht gerade selten die Sehnsucht nach japanischen Spezialitäten.
Sushi gibt es in Berlin ja allerorten, aber darüber hinaus ist meiner Meinung nach leider wenig Authentisches und gleichzeitig Vegetarisches aus Japan geboten.
Bei aller Liebe zu vegetarischen Sushivarianten, es gibt doch noch sooooo viel mehr japanische Köstlichkeiten!
Häufig und gerne stille ich meinen Gyoza- und Udonheißhunger bei Susuru in Mitte, dessen Yasai Gyoza (Gemüseteigtaschen) neulich eine Freundin vor Begeisterung beinahe zu Tränen rührte.

Aber auch bei Sasaya gibt es Udon und außerdem Soba, japanische Buchweizennudeln. Außerdem japanische Desserts - kaum etwas vermisse ich mehr! Ich musste es also ins Sasaya schaffen, koste es auch noch so viele Versuche!
Neulich war es dann endlich soweit: wir kamen gerade noch pünktlich zur Mittagsöffnungszeit, es war ein Tisch frei, es war kein Ruhetag - ich konnte es kaum fassen!
Eine Mini-Vorspeise bekommt man auf Kosten des Hauses, was natürlich gleich positiv stimmt. Zur Mittagszeit gibt es auch noch einen Tee geschenkt - noch besser!
Ich gebe es zu, an jenem Tag war ich gerade in Sushilaune und habe eine vegetarische Inside-out Variante probiert, Spicy Vege Sushi, gefüllt mit Avokado, eingelegtem Rettich, Perilla, außenherum Sesam. Sehr lecker, vor allem der Geschmack frischen Perillas (in Japan Shiso genannt und dort etwa so viel verwendet wie hierzulande Petersilie) weckt Fernweh und sämtliche Geschmacksknospen, bevor diese ins Wasabikoma befördert werden. Als kleine Beilage hatte ich Rengoma, Spinat mit Sesam, auch ganz köstlich und sehr authentisch, auch was die hübsche Präsentation angeht.

Leider war dann die letzte Bestellrunde schon durch, und ich musste vor Neid ergrünt all die herlichen Nachtische in andrer Leute Münder verschwinden sehen.
Der unverzeihliche Fehler im Sasaya die Nachspeise nicht gleich mitzubestellen, sollte niemandem unterlaufen!
Um mir diese Lehre zu verinnerlichen, bin ich nur kurze Zeit später nochmal ins Sasaya eingekehrt, habe diesmal mit meiner Begleitung brav Nicht-Sushi-Gerichte und ein Dessert geordert: Sansai Soba (Suppe mit Berggemüse und Buchweizennudeln) und Kitsune Udon (Suppe mit breiten Weizennudeln und fritiertem Tofu und Algen) und hinterher eine nur in ihrer Perfektion japanische Crème brûlée, die mit einer in Kokosflocken gehüllten Kugel Vanilleeis getoppt war. Was für ein Fest!

Allerdings muss ich sagen, dass mich die Soba nicht ganz überzeugt haben. Sie waren von der Konsistenz her etwas zäh, fast pappig und auch sehr viel dunkelgrauer als die, die ich aus Japan kenne. Zugegebenermaßen bin in diesem Punkt wahrscheinlich einfach verwöhnt, da ich in Japan immer frisch handgemachte Soba vorgesetzt bekommen habe, während diese hier wohl gewöhnliche getrocknete waren, die dem Vergleich nicht standhalten konnten.
Das Berggemüse wiederum war genauso, wie es sich gehört: kleine Pilzchen, eingelegter Farn oder ähnliche grüne Stängelchen, Bambus und das ein oder andere undefinierbare, was in japanischen Bergwäldern eben so wächst.
Die Udonsuppe war ebenfalls sehr gut, wenn auch nicht ganz so raffiniert und originell, wie die von Susuru. Bei Sasaya wird eher die gute, bodenständige Version serviert, aber dagegen ist ja nichts einzuwenden. Wir hatten wie gesagt Kitsune Udon, wobei Kitsune, das japanische Wort für Fuchs, nicht auf eine unvegetarische Einlage aus fernöstlichen Wäldern hindeutet, sondern auf den fritierten Tofu, der farblich dem Fell des Fuchses gleichen soll. In Japan kommt er häufig länglich daher und ähnelt dann auch in der Form entfernt einem Fuchsschwanz. Hier im Sasaya war der Tofu in mundgerechtere Stücke geschnitten und hatte sich gut mit der Brühe vollgesogen und so einen kräftigen Geschmack angenommen, der ihm sehr zu Gute kam. Absolut delikat! Auch die Udon waren prima - ich würde sie im Sasaya definitiv den Soba vorziehen.

Sehr erfreulich sind die vielen kleinen Beilagen, die das Sasaya authentischerweise im Angebot hat. Hier finden sich auch gewagtere Delikatessen, wie zum Beispiel Tororo, sehr schleimig daherkommender, geriebener roher japanischer Yams. Ich mag Tororo gerne, am liebsten zu Soba, dann kann man sie so richtig schön reinschlürpsen. Aber ich kann mir vorstellen, dass nicht jedem, dem dieser weiße, kalte, geschmacksneutrale Schlabber zum ersten Mal vorgesetzt wird, dessen Vorzüge leicht zu vermitteln sind... Umso schöner, dass sich so etwas auf der Speisekarte findet, bekommt man das doch sonst kaum wo in Deutschland geboten.
Allein dafür und für die Verkostung weiterer Desserts muss ich meine momentane Glückssträhne ausnutzen und das Sasaya noch öfter besuchen. Unter den Nachspeisen habe ich nämlich auch einiges mit meiner weltallerliebsten Süßspeisenzutat gesichtet: Matcha! Den Grünteekuchen und Konsorten kann ich mir unmöglich noch länger entgehen lassen.

Sehr lobenswert sind auch die Tees im Sasaya. Ich kann den Genmai Cha aus ganzem Herzen empfehlen, der Geschmack von Popreis in japanischem Grüntee ist einfach was Besonderes.
Zu den verschiedenen angebotenen Sakesorten bin ich noch nicht gekommen, aber auch das steht mit Sicherheit bald mal an: hicks!

Nicht zu vergessen sei auch der freundliche, zuverlässige Service, da gibt es wirklich nichts auszusetzen. Nur mit der letzten Bestellrunde, da kennt man im Sasaya keine Gnade. Aber gut, das ist verständlich und akzeptabel, denn die letzte Runde wird allen mitgeteilt und damit muss man sich eben arrangieren.
Auch finde ich die Preise im Sasaya sehr in Ordnung und vor allem mittags äußerst günstig. Die vegetarischen Gerichte lagen alle ca. bei 6 Euro, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

In diesem Sinne also "itadakimasu" und genießt meine Musikempfehlung passend zum Artikel und zur Jahreszeit ;)


Sasaya
Lychener Str. 50
Berlin -Prenzlauer Berg [click to see map]

U+S Schönhauser Allee
Tram 12 Raumerstr

Telefon: 44 71 77 21 (Reservierung empfohlen!)

Öffnungszeiten: Do-Di 12-14.30 und 18-22.30 Uhr (die Küche macht jeweils eine halbe Stunde vorher dicht!)

Daily Juice

Ich weiß, der Sommer in Deutschland ist sehr wechselhaft und laut wetter.de hat es in Berlin momentan gerade mal 15°C: Fröstel! Darf ich erwähnen, dass hier in Japan heute in etwa das Doppelte gemessen wurde.. Na, wie auch immer, das kann sich ja erstens schnell wieder ändern und zweitens soll es hier ja auch nicht ums Wetter gehen, sondern um Kulinarisches. Darum heute auf die Schnelle ein kleiner, aber feiner und trotzallem sehr sommergeeigneter Tipp. Daily Juice am Rosenthaler Platz bietet Flüssignahrung aufs Feinste. Hier gibt es eine breite Auswahl frischgepresster Frucht- und Gemüsesäfte, Smoothies, Lassis und auch Suppen, falls jemandem wegen der kühlen Witterung doch eher der Sinn nach etwas Warmem steht. Klar, frische Säfte bekommt man vielerorts, aber hier gibt es ein paar ungewöhnliche Mischungen, der Laden ist ganz angenehm und der wechselnde Smoothie des Tages kostet nur 2 Euro und ist nicht wenig. Im Bild zu sehen ist links "Sommerfrische" (hach, wie passend ;D), bestehend aus Weintrauben, Wassermelone und Birne und rechts die schön saure "Karola", aus Karotte, Orange und Acerola. Wer es etwas gewagter haben möchte, kann sich zum Bsp. Gurken Lassi bestellen oder "Carioca", ein Smoothie aus Maracuja, Ananas, Sellerie, Orange und Ingwer. Mich haben allerdings eher die beerigen Mischungen angelacht, wie Himbeer, Birne und Honigmelone im "Fruity Kids", oder doch eher Ananas mit Minze... Schaut am besten selbst auf die Karte und findet eigene Favoriten - die Auswahl fällt Fruchtliebhabern sicher nicht leicht!
Suppen habe ich dort noch nicht probiert, finde es aber lobenswert, dass sie eine ausdrücklich vegane (und lecker klingende) Spinat-Cocos Suppe im Angebot haben.
Die Getränke sind jedenfalls sehr empfehlenswert, vor allem weil sie frisch gemischt werden und nicht schon wie sonst öfter zu sehen in großen Karaffen fertig da stehen. Das sieht zwar hübsch aus, aber die Vitamine verabschieden sich schon nach kurzer Zeit, dafür finden sich andere unliebsame Gäste ein, die gerne mal Magengrimmen verursachen. Dies passiert bei Daily Juice nicht und laut Angebotstafel wird auch alles mit viel Liebe gemixt - was kann da noch schiefgehen!
Und wenns mit der Sonne nicht hinhaut, gegen Erklältungen ist so eine Vitaminbombe sicher auch sehr wirksam...

Daily Juice
Torstr. 124
[click to see map]

Berlin-Mitte

Tram und U Rosenthaler Platz

Le Lamian

Irgendwie häufen sich meine Empfehlungen zu asiatischen Nudelsuppen, darum heute ein Photo von den fantastischen chinesischen Teigtaschen des Restaurants Le Lamian, obwohl es dort auch wieder tolle Suppen gibt. Le Lamain soll wohl "Zur fröhlichen hausgemachten Nudel" bedeuten, so steht es jedenfalls auf der Speisekarte. Fröhlich wird aber vielmehr der Gast, wenn ihm diese frisch zubereiteten Nudeln in verschiedenen Varianten serviert werden. Ob als gedämpfte, mit fein geschnittenem Gemüse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen mit Chili-Sesam-Soße oder dunkler Essigsoße, in der Suppe oder angebraten... das Le Lamian ist der Place to be für alle Nudelfreunde. Auch einige ungewöhnliche nichtnudelige Vorspeisen stehen auf der Karte. Die Einrichtung ist modern und eher etwas unterkühlt, aber nicht unangenehm. Beim Anblick des nudelteigknetenden Kochs und des riesigen Suppentopfes hinter dem Tresen mitten im Restaurant, habe ich mich gleich sehr wohl gefühlt :)
Auch die Desserts, vor allem die Reisteigkugel mit Orange, klingen vielversprechend, konnten aber von mir wegen mangeldem Freiraum im Magen nicht mehr gekostet werden. Aber der nächste Besuch dort steht garantiert bald an, zu lecker sind diese traditionellen chinesischen Teigwaren. Für Friedrichshainer Verhältnisse sind die Preise allerdings relativ hoch, die Teigtaschen-Vorspeise kostet ab 4,50 Euro, die Suppen bekommt man ab 7 Euro. Aber selbstgemachte Nudeln sind ja auch eine aufwendige Sache und nicht gerade an jeder Ecke zu bekommen, erst recht nicht in dieser Qualität, also finde ich die Preise durchaus berechtigt. Noch scheint das Le Lamian jedenfalls ein Geheimtipp (Danke dafür Karin!) zu sein, ich war der einzige Gast, und das trotz der Lage auf der sonst so belebten Simon-Dach-Str.

Le Lamian
Traditional Chinese Noodle Soup
Simon-Dach-Str. 2

Berlin Friedrichshain
Tram M10 Frankfurter Tor

To Loc

Da mir mitgeteilt wurde, dass mein Lieblingsvietnamese leider auf unbestimmte Zeit geschlossen hat[edit: seit Mitte Dezember wieder geöffnet!], will ich heute ein anderes vietnamesisches Restaurant empfehlen. Es handelt sich hierbei um To Loc in der Wiener Str. Zumindest halte ich es für ein vietnamesisch Restaurant, da vietnamesische Gerichte auf der Karte zu finden sind. Laut Eigenbeschreibung handelt es sich aber um "Indochina-Küche", was ja nun ein recht missratener Kolonialbegriff ist und ich konnte nicht wirklich etwas typisch Laotisches oder Kambodschanisches entdecken. Wie auch immer: lecker ist es dort! Vorallem die rohen Frühlingsrollen, die sehr kunstvoll gewickelt, u.a. mit viel frischem Thai-Basilikum, Schnittlauch und Minze gefüllt und mit einer ungewöhnlichen, köstlichen, dickflüssigen Erdnuss-Sojasoße serviert werden. Die Reisgerichte sind eher durchschnittlich, dafür ist alles was mit Nudeln zu tun hat umso umwerfender. Besonders die Suppen, die in Portionen eines solchen Ausmaßes daherkommen, dass es ein Leichtes wäre, den Ausspruch "da würde ich mich am liebsten reinlegen" in die Tat umzusetzen. Auch hier wird nicht an frischem Grün gespart, ein Berg Koriander krönt die Reisnudeln, das sehr knackige Gemüse und den gebratenen Tofu in der zitronigen Brühe. Und das für um die 5 Euro... sehr fair!
Hungrig muss man diesen Laden wirklich nicht verlassen, vorausgesetzt man ergattert einen der wenigen Plätze. Denn das Lokal ist klein und der Andrang meist recht groß.

To Loc
Wiener Str. 61
Berlin Kreuzberg
Mo-Fr 12-24, Sa-So 14-24 Uhr geöffnet
U 12 Görlitzer Bahnhof

Selig

Schwer zu glauben, aber es gibt sie doch auch in Deutschland! Chinesische Restaurants, die NICHT Goldener Drache, China Pavillon oder Asia- Hastenichgesehn heißen, vor denen KEINE roten Lampions baumeln und KEINE löwenartigen Torwächterfiguren die Besucher schon von weitem vergraulen. In denen NICHT die immergleichen und alle gleichschmeckenden Glutamatgerichte dem abgeneigten Gast zum Fraß vorgesetzt werden und wo dessen Ohr NICHT von pseudo-traditionellem Gefiedel strapaziert wird.
Das Selig mit authentisch nordwestchinesischer Küche, hausgemachten Nudeln, schlichter und vor allem unkitschiger Einrichtung und angenehmer Musik ist so ein positives Beispiel, von denen es leider viel zu wenige gibt.
Schon alleine, dass sich kulinarisch auf den Nordwesten konzentriert wird und nicht ein Crossover sämtlicher chinesischer Küchen auf der Karte steht, ist meiner Meinung nach ein Pluspunkt. Lieber nur ein begrenztes Angebot, dafür das dann aber perfektioniert. Und davon kann im Selig die Rede sein.

Es gibt köstliche im Bambusbehälter gedämpfte Teigtaschen, scharfen Nudelsalat mit Sesam, Gurken und Blättertofustreifen, große aromatische Suppen mit reichlich frischem Gemüse und den erwähnten hausgemachten Nudeln, Heißer Topf (eine Art Eintopf), und und und...
Einige Gerichte sind wahlweise auch mit Reis zu haben, aber wenn man schonmal in Berlin die Gelegenheit hat frische Nudeln nach Lanzhou -Art zu bekommen, sollte man diese wohl auch nutzen.
Kleiner, netter und günstiger als manche anderen hochgepriesenen chinesischen Restaurants auf der Kantstr sei das Selig dringend empfohlen.

Selig
Kantstr. 51

10625 Berlin
U7, Bus 149 Wilmersdorfer Str.

De Nhat

Bei wem durch meine Susuru-Empfehlung der Appetit auf asiatische Nudelsuppen erwacht ist, dem sei auch ganz dringend die vietnamesische Küche des De Nhat ans Herz gelegt.
Hier werden fernab vom leider in Deutschland allgegenwärtigen Asia-Wok-Glutamatfrass sehr feine vietnamesisch Gerichte mit vielen frischen Kräutern, der genau richtigen Menge Chili und wenig Fett angeboten. Süßsauer-Soßen Alpträume aus Zucker, Essig und Ketchup werden dem Gast hier genauso erspart, wie alles erstickende Sojasoßen Überschwemmungen.
Alles im De Nhat wird frisch in der offenen Küche hergestellt, weswegen meist auch Extra-Wünsche erfüllbar sind, wie zum Beispiel die hier abgebildete Saigoner Rolle in einer Tofu-Version anstatt mit Hühnchen.
Sie ist übrigens die unfritierte, schmackhaftere Schwester der gemeinen Frühlingsrolle, und mein besonderer Tipp für dieses Restaurant.
Aber auch die Suppen und der vietnamesische Nudelsalat lassen mich gerne immer wieder hierherkommen.
Und das Schönste ist: alle Gerichte kosten gerade mal 5 Euro.
Leckere Getränke, wie verschiedene Shakes aus frischen Früchten, mit oder ohne Milch oder Kokosmilch gibt es hier. Natürlich auch verschiedene Tees und der wunderbare vietnamesische Kaffee mit reichlich dicker süßer Kondensmilch drin, der sogar mich als Teefan zur Kaffeeschlürferin konvertieren ließ.
Außerdem ist das Interieur sehr stylish, es gibt viele Plätze und meist wenig Andrang, auch zwei Bänke im Hinterhof mit dem speziellen Berliner Charme.

Fazit: leckerer und viel symphatischer als ein gewisses anderes, extrem überlaufenes und überbewertetes vietnamesisches Restaurant in Mitte...


De Nhat
Auguststr. 2a

Berlin-Mitte
Nähe Tram M1, 12 und U6 Oranienburger Tor oder S Oranienburger Str

geöffnet: Mo-Sa 12-24 Uhr

Susuru

Seit Ende März 2015 hat das Susuru leider geschlossen!

Susuru ist das japanische Wort für Schlürfen und es ist der Name des Restaurants, das die besten japanischen Udon-Nudelsuppen Berlins anbietet.
Und nicht nur das: es gibt auch tolle Gyoza (mit Gemüse gefüllte Teigtaschen), Nudelsalat aus dünnen Nudeln, der mit Rucola serviert vielleicht nicht gerade typisch japanisch, aber laut meinem japanischen Begleiter sehr lecker ist. Ebenfalls mit Rucola, hier in frittierter Version, ist die für heiße Tage ideale kalte Nudelsuppe, Wabisabi Men. Hinzu kommen wechselnde Tagesgerichte und Grüntee-Eis oder Schwarzer Sesam Pudding als Desserts.
Ein Traum ist vor allem die Juzu Udon-Suppe: dicke Nudeln in einer frisch zitronigen Brühe mit Karotten, Rettich und Pilzen.
Authentisch-japanische Küche mit eigener Note, endlich mal abseits von Sushi (was nicht heißt, dass Sushi nicht auch eine gute Sache sein kann :)).
Außerdem steht das in Japan an jeder Straßenecke am Automat erhältliche Calpico auf der Karte, das so schön nach aufgelöstem Traubenzucker schmeckt. Auf Japanisch heißt es übrigens Carupisu, aber man hat zum Glück bemerkt, dass sich auf dem internationalen Markt ein Getränk dessen Namen nach "Piss" klingt, nicht so gut ankommen könnte...
Sehr fein und groß ist auch der Matcha Macchiato (japanischer Grüntee mit Milch), den man gut gesüßt trinken sollte.
Als besonderer Pluspunkt kommt noch das sehr gelungene Einrichtungsdesign hinzu: auffallend anders und echt chic! Zu bewundern auch auf der unten angegebenen Homepage des Restaurants.
Auch die Bedienung war superfreundlich, was ja in Berlin nicht gerade selbstverständlich ist...

Also schnell hin und schön Schlürfen nicht vergessen! In Japan glaubt man, dass sich erst beim genüsslichen "Susuru" der Geschmack so richtig entfaltet.

Susuru
Rosa-Luxemburg-Str. 17
10178 Berlin-Mitte

U2 Rosa-Luxemburg-Platz