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Brunchette bei Dinette

In einer eher ruhigen Ecke von Friedrichshain befindet sich das hübsche französische Café Dînette. Dort findet einmal im Monat ein wunderbarer Brunch aka Brunchette statt, das nächste Mal am 19. März. Ich träume immer noch von dem Trans Croque, den ich dort letztes Mal genossen habe: ein üppigst mit Pilzen, Spinat, Bechamelsauce, Käse, Spiegelei und Trüffelöl überbackenes Brot. Der sexy vegetarische Bruder des Croque Monsieur. Irgendwie zuviel von allem und gerade darum so gut!
Auch die hausgemachten Limonaden sind lecker, mit frischen Früchten und Kräutern.
Der French Toast aus Brioche mit hausgemachten Quittengelee war zwar ganz lecker, aber eher klein und lieblos präsentiert. Aber dieser Trans Croque, ah, alleine dafür möchte ich gerne bald nochmal zum Brunch dorthin!
Reservierung ist sehr empfehlenswert, es kann voll werden!

Dînette
Lehmbruckstrasse 9
Berlin-Friedrichshain
Tel: 030 75566038

S+U+Tram Warschauer Str

Offen:
Mo - Fr: 12 - 16 Uhr
So nur zu Brunchette (checkt die Facebookseite für Termine): 10:30 - 16:30 Uhr

The Bowl

Rote Bete-Falafel mit Cashew-Zitronensauce
 und gebratenen Auberginen
Vor gut einer Woche war ich zum Pre-Opening von The Bowl in Friedrichshain eingeladen. In den Räumlichkeiten des mittlerweile geschlossenen veganen Restaurants MioMatto hat sich nun The Bowl mit einem Konzept eingerichtet, das noch über vegan hinausgeht.
Mit "clean eating" wird die Idee umschrieben, die den hier zubereiteten Speisen zugrunde liegt. Alles was hier angeboten wird ist rein pflanzlich, biozertifiziert, frei von Gluten, weißem Zucker und künstlichen Zusatzstoffen sowie Transfetten.
Manch einem mag das nach zuviel Verzicht klingen, aber keine Sorge, die Schüsseln kommen alles andere als karg daher! Es wurde nur herausgelassen, was sowieso unnötig, ungesund und unappetitlich ist.
Es wird reichlich Rohkost serviert, aber nicht nur - es gibt auch Gebratenes und Gekochtes. Verwendet werden durchweg frische und hochwertige Zutaten, davon vieles was in letzter Zeit als "Superfood" einen wahren Medienhype erlebt (Quinoa, Chia- und Hanfsamen, Algen, Matcha und Co.).
Erfreulicherweise wird im The Bowl nicht versucht, Fleischgerichte mit veganen Imitaten aus Tofu, Lupine oder Seitan nachzukochen, sondern es wird auf selbstkreierte, eigenständige Rezepte gesetzt.
Gereicht wird alles, wie bereits der Restaurantname erahnen lässt, in Schüsseln, in denen sich Gemüse, Hülsenfrüchte, Sprossen, frisches Grün und cremige Cashewsoßen oder würzige Dips zu einem großartigen und farbenfrohen Ganzen auftürmen.
Tempeh, Miso-Hummus mit Curcuma-Kichererbsen und Rotkraut-Kimchi
Unverkrampft werden traditionelle Rezepte aus aller Welt abgewandelt und eigene, moderne Varianten erschaffen, so gibt es zum Beispiel Rote Bete-Falafel und Rotkraut-Kimchi, Miso-Hummus, oder Rosenkohl in Tamari angebraten.
Besonders köstlich fand ich die Schokomole aus roher Schokolade mit gebratenem Maiskolben. Süßlich und doch herzhaft, fruchtig, mit Röstaromen und dazu frischen Salat - eine wunderbare Kombination!
Sehr empfehlenswert sind auch die Smoothies, hier Purple Haze aus Blaubeeren, Hibiskus, Datteln, Banane, Zimt, Kokosmilch, Hanfsamen... das geht direkt auch als Dessert!

Hoffentlich hält sich The Bowl länger als sein Vorgänger, ich hatte meinen Spaß an den kunterbunten Aromabömbchen!
Die Location passt doch eigentlich auch gut, direkt über dem Veganz Supermarkt, dem Veggie-Imbiss Goodies und mit gutem Blick über die trubelige Warschauer Brücke...
Die Bezeichnung als "Berlins erstes Clean-Eating-Restaurant" mag etwas hochtrabend und affektiert klingen und der Untertitel "Soul Food Restaurant", den sich The Bowl auf Facebook gegeben hat, ist schlichtweg falsch, ist dieser Begriff doch bereits für die vor (Trans)Fett, Hühnchen und Zucker strotzende Südstaatenküche fest vergeben, dennoch ist es ein sympathisches Lokal, in dem man lecker und gesund und noch dazu mit gutem Gewissen so richtig reinhauen kann! Die Gründerin meinte bei ihrer kleinen Ansprache am Eröffnungsabend, sie hätte am liebsten sogar das Besteck einfach weggelassen, also bitte: keine falsche Zurückhaltung, ordentlich in die Schüsseln fassen und genießen!

The Bowl
Warschauer Straße 33 [click to see map]
Berlin - Friedrichshain

Geöffnet: täglich von 10 - 23 Uhr

*Auf meinen Fotos sind übrigens nur die Probierportionen der Eröffnungsfeier zu sehen, im normalen Restaurantbetrieb kommt alles größer und reichhaltiger daher - nicht irritieren lassen, bitte!

Madinina - Délice Créole

Seit nun fast einem Jahr gibt es ein weiteres kleines Stückchen Karibik in Berlin. Der Name deutet schon darauf hin: im Madinina gibt es Köstlichkeiten aus Martinique, karibische Spezialitäten mit französischen Touch. Sowohl in flüssiger Form, wie hervorragenden Rum, als auch in Form von täglich wechselnden Gerichten. Je nach Saison, Angebot und Inspiration überlegt sich der sehr sympathische Inhaber, Koch und Oberkellner in einer Person, Eric, ständig neue, leckere Kreationen.

Auf der handgeschriebenen kleinen Speisekarte finden sich, neben frischem Fisch und Hühnchengerichten, zum Glück auch reichlich Vegetarisches. Schon die Vorspeisen sind raffiniert und liebevoll angerichtet: Avocadotartar mit Tomaten und feingeriebenen Karotten, kunstvoll wie ein Törtchen aufgetürmt, Accras (frittierte Teigbällchen, entweder vegetarisch mit Karotten oder mit Crevetten oder Fisch) mit frischem Salat aus feinsäuberlich gehäuteten Tomaten und dekorativen langen Gurkenstreifen, köstlich-knoblauchiger, lauwarmer Okrasalat oder auch reichhaltige Suppen (z.B. Linsen- oder Kokos-Okra-Gemüsesuppe)... ich könnte mich schon an den Vorspeisen glücklich satt essen.
Das vegetarische Hauptgericht ist meist ein Curry, entweder mit Tofu oder Soja-Chunks und eigener Gewürzmischung. Wer gerne scharf isst, sollte nach der hausgemachten Chilisoße fragen. Die ist fruchtig und hat es in sich!

Unbedingt probieren sollte man auch den hausgemachten Rumpunch bzw Likör. Hierfür wird nicht einfach Saft mit Rum gemischt, sondern Früchte, wie z.B. Zitronen über längere Zeit in hochwertigen Rum aus Martinique eingelegt. Selbstverständlich gibt es auch DIE Rum-Klassiker der französischen Antillen, Ti Punch und Planteur. Auch das hat es alles natürlich in sich! Wie die Chilisoße mit Vorsicht zu genießen, aber auf jeden Fall: genießen!!

Der Kokospunch, aus cremiger Kokosmilch, Gewürzen und Rum ist beinahe ein Nachtischchen. Wobei auch die Desserts allesamt nicht zu verachten sind, ob Cassava- oder Kokosflan, Süßkartoffelpudding (ich habe leider den korrekten Namen vergessen), Sorbet de coco oder Ananaskuchen.
Alles wird hier frisch zubereitet und obwohl die Karte klein ist und ständig neu geschrieben wird, kommt es vor, dass es das ein oder andere gerade nicht gibt. Doch dann empfiehlt Eric gerne eine ebenso leckere Alternative und verschwindet gleich darauf in der Küche und macht sich ans Werk. Das ist mir so viel lieber, als ein Riesenangebot, bei dem dann klar ist, dass alles ewig vorbereitet in der Kühltruhe oder sonstwo lagert.
Kurzum, ein toller kleiner Laden, in dem viel Herzblut und Handarbeit steckt, authentisch, mit liebevoller Wandbemalung und den typischen karierten Madras-Tischdecken... Hier lassen sich bei Punch, guter kreolischer Küche, passender Musik und netter Gesellschaft bestens auch graue Berliner Wintertage überstehen.


Madinina - Délice Créole
Warschauer Str. 12
Berlin - Friedrichshain
U Frankfurter Tor, M10 Grünberger Str. / Warschauer Str.

Offen:
Di - Fr: 12:00 - 23:00 Uhr
Sa - So: 17:00 - 23:00 Uhr
Tel: 030 65214154

MioMatto

Dieses Restaurant gibt es leider nicht mehr!
Vor kurzem war ich netterweise im noch recht neuen veganen Restaurant MioMatto zum Essen eingeladen. Hier kann man sowohl italienische Klassiker wie Pizza und Pastagerichte in rein pflanzlicher Version genießen, und dabei bewundern, wie gut sich Käse, Salami und Co ersetzen lassen. Es gibt hier aber auch eine zweite Karte, auf der wöchentlich wechselnde, sehr kreative, vegane Mehrgangmenüs auf hohem kulinarischen Niveau angeboten werden. Bei diesen Menüs wird in erster Linie nicht versucht, Fleischgerichte nachzuahmen, sondern es werden eigene Ideen ausprobiert und auf neue Kreationen gesetzt, die gar nicht auf die Imitation traditionell fleischiger oder milchiger Zutaten angewiesen sind. Egal ob man sich nun für Pizza, Pasta oder Menü entscheidet, sicher ist, dass man weder als Fleischesser oder Vegetarier hier etwas vermissen wird. Was hier aus der Küche kommt, überzeugt! Der erste Gang des Menüs bestand vorige Woche aus einer wunderbar fruchtigen, sämigen Paprikasuppe, die mit einem knusprigen Croustini serviert wurde, auf dem sich Tomatenstückchen, Oliven, Kräuter und ein täuschend echtes Calamari - Imitat türmten. Ein sehr schöner Auftakt. Als Hauptgericht und meiner Meinung nach auch tatsächlich Höhepunkt, wurden wir mit geschmorter, süßsauer marinierter Aubergine verwöhnt, die auf einem samtigen Süßkartoffelmus gebettet war. Dem ganzen verlieh ein Chutney aus gesalzenen Zitronen, Koriander-Crumbles und eines meiner absoluten Lieblingskräuter, Perilla aka Shiso, den letzten Schliff - grandios! 
Zum Abschluss gab es zur Abrundung (des Menüs und der Hüften) noch ein Schokomousse mit Minzcremetupfern und Süßweingelee-Talerchen. Wer nach so viel Genuss noch nicht genug hat, kann sich auch noch einen mit viel Hingabe und Professionalität gemixt, gerührt oder geschüttelten Cocktail gönnen. Und natürlich sind auch die Cocktails vegan, hier verirrt sich keine Milch, Sahne oder Eiweiß ins Glas, anstatt mit Honig wird mit Agavensirup gesüßt. Die Männer hinter der Bar sind Spezialisten ihres Fachs, die nebenbei auch gerne mal sehr informativ über die Geschichte des Cocktails oder ihres Steckenpferdes, des Rums, referrieren. So sind sicher auch die von ihnen regelmäßig angeboteten Tastings eine Empfehlung wert. Ob nun für italienische Klassiker, feine Dreigangmenüs, Cocktails oder ein leichtes Mittagessen in der Lounge, hier dürfte für jeden Freund guter Küche was dabei sein. Mir hat es gefallen und ich komme bald mal wieder und probiere mehr!
Vielen Dank Yelp und MioMatto für die Einladung.

MioMatto
Warschauer Str. 33
Berlin - Friedrichshain

Firolino

Wie auf der noch im Aufbau befindlichen Webseite von Firolino erklärt wird, ist die Spezialität des Hauses, Piadina, ein aus der Emilia Romagna stammender Snack. Es handelt sich dabei um einen ohne Fett auf einer heißen Platte gebackenen dünnen Fladen, der mit allerlei Leckereien nach Wunsch des Gastes belegt wird. Bisher kannte ich diese feine, kleine italienische Mahlzeit nur aus dem Il Syndicato in Mitte, nun war ich freudig überrascht sie auch in Friedrichshain bei Firolino in hervorragender Qualität vorzufinden. Der Fladen wurde ganz frisch gebacken, war ein klein bisschen dicker und dadurch auch weicher als bei Il Syndicato. Als Belag habe ich ganz simpel Mozzarella, Tomate und Ruccola gewählt und war auch davon positiv überrascht. Der Mozzarella war schön milchig und fest, von genau richtiger Konsistenz, nicht so wässerig, schlabberig wie das was in deutschen Supermärkten meist billig über die Theke geht. Die Tomate hatte trotz Saisonferne Geschmack, der Ruccolasalat war ebenso frisch wie der schwarze Pfeffer, der kurz vorm Servieren noch darüber gemahlen wurde und schön sein Aroma verströhmte.
Um das Glück noch perfekt zu machen, gibt es netterweise bei Firolino noch zu jeder Piadina einen Kaffee hinterher geschenkt! Der war dann auch noch lecker dazu! Und das alles: satt, warm und glücklich für nur 2,50€!
So rundum zufrieden war ich, dass ich ganz bald mal wieder hin will und dann die Variante mit Pecorino ausprobieren möchte. Diesmal war mir nicht danach, zu frisch war noch in meinem Hirn verankert, was ich erst neulich über eine Unterart des Pecorino, den Casu Marzu gelesen hatte... Aber der landet ja sicherlich (hoffentlich!!!) nicht in meinem nächsten Piadina.

Der Laden selbst ist klein, hell, schlicht und freundlich eingerichtet. Es gibt ein paar Magazine und verschiedene italienische Limonaden zu entdecken.
Die Bedienung war auch wirklich nett und aufmerksam, schnell und durchweg am Lächeln.

Ich war wirklich rundum zufrieden und kann euch Firolino nur wärmstens empfehlen! Ganz nach dem Motto des Ladens: Piadina e basta!

Firolino
Neue Bahnhofstr. 30
Berlin-Friedrichshain [click to see map]

S Ostkreuz

Tel: 030-405 286 50

geöffnet ab 10, manchmal schon früher

Schneeweiss

Schon als ich noch in Japan weilte, wurde mir kräftig von einer Restaurant-Neuentdeckung in Friedrichhain vorgeschwärmt. Mit Käsespätzle und Kräutersaitlingen wurde mir der Mund wässrig gemacht, so dass ich gleich nach meiner Rückkehr nach Berlin unbedingt dieses Restaurant ausprobieren wollte.
Nun hat es doch ein bisschen länger gedauert, bis ich in den Genuss der "alpenländischen" Küche des Schneeweiss gekommen bin, aber das hat die Vorfreude nicht gemindert. "Alpenländisch", das heisst süddeutsche und österreichische Spezialitäten, sowie italienische Einflüsse. Und das scheint schwer in Mode zu sein, in Prenzlauer Berg, Mitte und eben Friedrichshain sprießen trendige Restaurants und Läden aus dem Boden, die sich kulinarisch im Süden der Republik verorten. Vom schwäbischen Bäcker, zum Knödelrestaurant zur Palatschinken Bar (demnächst auf diesem Blog)- es scheinen sich wohl so einige Bewohner eben jener Stadtteile nach Omis Küche zu sehnen...
Mir solls recht sein, ist dies doch eine willkommene Abwechslung zum Thai-Inder-Italiener-Einheitsbrei, der wenig authentisch daherkommt und trotzdem vielerorts die Restaurantszene beherrscht. Dann doch lieber mal Hausmannskost, Wiederentdeckung von Altbewährtem ist ganz und gar keine schlechte Sache!
Und wenn sie dann noch so modern und elegant daherkommt, wie bei Schneeweiss ist das Feinschmeckerherz schnell überzeugt. Obwohl, "schnell" ist wohl das falsche Stichwort... Bei meinem Besuch dort musste ich mich und meinen knurrenden Magen schon ziemlich in Geduld üben - 20 Minuten warten bis überhaupt mal die Karte kommt und über eine Stunde bis das Essen auf dem Tisch steht, finde ich einfach zu lang! Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass das sonst nicht so lange ginge. Wollen wirs hoffen!
Wie auch immer: das Warten lohnt sich! Auf der täglich wechselnden Karte finden sich viele schöne Dinge, zum Glück (obwohl das Restaurant wohl für seine Wiener Schnitzel mit lauwarmem Kartoffelsalat berühmt ist) auch viele vegetarische Schmankerln, die die Auswahl nicht gerade leicht gestalten.
Die Kartoffelrolle mit Pfifferlingsfüllung und karamellisiertem grünen Spargel und anderem Gemüse war definitiv eine gute Entscheidung, sehr fein und so noch nie gesehen. Ein gutes Beispiel für die ungewöhnliche, kreative Verwendung von altbekannten Zutaten. Für meinen Geschmack hätte (jaja, typisch süddeutsch) ein wenig mehr Sauce nicht geschadet. Aber naja, lieber ein bisschen trocken als in Saucenkleb erstickt, wie der allgegenwärtige Gemüseteller im Landgasthof jeder deutschen Provinzstadt. So kam das Aroma der einzelnen Zutaten schön deutlich heraus, sowohl der Eigengeschmack der Kartoffeln aus denen der "Teig" der Rolle bestand, als auch das der Pilze, sowie des lecker-knackigen Gemüses.
Die hausgemachten Ravioli mit Dörrtomaten-Ricotta-Füllung meiner Begleiterin waren auch wunderbar, wenn auch nicht ganz so überraschend und raffiniert wie die Kartoffelrolle. Die Ravioli hatten die Größe von Maultaschen und waren schön bissfest. Die Füllung war wunderbar intensiv fruchtig-tomatig, da das Aroma einer getrockneten Tomate ja viel konzentrierter ist als in ihren frischen Artgenossen.

Beide Gerichte waren reichlich und und gut füllend, Überlegungen ob an einem heißen Sommertag eine leichtere der alpenländischen Küche vorzuziehen wäre entgegenkommend jedoch zum Glück ohne tonnenschwer im Magen zu liegen.
Wer wie ich nicht so ein Weintrinker ist, dem sei zur Rhabarber-Schorle geraten - sehr erfrischend!

Fazit: empfehlenswert zu allen Jahreszeiten, sowohl zum Draußensitzen, als auch zum Aufenthalt im dem Namen alle Ehre machenden chic ganz in Weiß gehaltenem Innenraum. Reservieren sollte man unbedingt und etwas Zeit einrechnen vorsichtshalber. Außerdem Vorfreude auf ein tolles Essen mitbringen.
Und vielleicht nochmal bei der Bedienung nach der Story zu ihrem Mieze-Tatoo fragen. Die Geschichte, das ihre sämtlichen drei heißgeliebten Kater so hießen, es darum zu ihrem Spitznamen wurde und sie dann auch noch einen Mann kennen- und liebengelernt, der genauso hieß, klang doch fast zu schön um wahr zu sein... ;)


Schneeweiss

Simplonstr. 16 [click here for map, please]
Berlin-Friedrichshain

Yaam

Heute wird hier mal kein Restaurant im engeren Sinne empfohlen, aber keine Sorge, trotzdem ein Ort, an dem man bestens vegetarisch Schlemmen und den Tag genießen kann. Es geht um das Yaam, Outdoor Club, Strandbar, Berliner Lieblingshangout für alle Liebhaber afrikanischer und karibischer Musik, Kultur und last but not least Kochkünste. Jeden Sonntag ab 14 Uhr dampft es hier aus den großen Töpfen an den Ständen und man tut gut daran, den Verlockungen der Düfte von Erdnuss- und Zitronensauce, fritierter Cassava, Kochbananen und all dem anderen mehr oder weniger ital Gemüse nicht zu widerstehen! Schon allein dafür lohnt es sich hier her zukommen. Von der entspannten Atmosphäre, der netten Musik und der Tatsache, das Essen sowieso am besten schmeckt, wenn man Blick aufs Wasser, Sonne im Nacken und Sand zwischen den Zehen (möglichst nicht aber den Zähnen) hat, mal ganz abgesehen... Besonders wenn es so feine Sachen gibt, wie auf dem Photo hier zu sehen: nach ghanaischer Art zubereitetes Gemüse in cremiger Erdnusssauce mit Reis (links im Bild) oder Gemüse in würziger Zitronensauce (mein Favorit!) mit Couscous (rechts zu sehen).. mmmmmh!

Zwar nichts für mich und es überwiegt und überzeugt sowieso das vegetarische Angebot voll und ganz, aber allen die Fisch essen, dürfte auch das Wasser im Munde Wellen schlagen, denn hier wird gerne auch größeres Flossengetier fachmännisch auf dem Grill gebrutzelt.
Allerdings ist das Yaam (mal wieder, muss man leider sagen) bedroht, zumindest in seinem jetzigen Standort. Und nicht nur das Yaam: es ist geplant das Spreeufer mit elf Hochhäusern, Lofts, Hotels und Büroblocks zu bebauen, wofür sämtliche Strandbars etc am Friedrichshain/Kreuzberger Spreeufer weichen sollen. Dies ist ein Schlag mit dem Vorschlaghammer in das Herz der Berliner Ausgehszene und die Angleichung des Stadtbilds an x-beliebige Großstädte dieser Welt ohne den speziellen Charakter, der Berlin so anziehend gemacht hat für Bewohner und Touristen zugleich.
Alle Friedrichhainer und Kreuzberger sind heute aufgerufen abzustimmen in einem Bürgerentscheid. Mehr Infos auf Mediaspree versenken. Bitte nicht vom Nieselwetter aufhalten lassen und schön Stimme abgeben! Schließlich wollen wir auch in Zukunft im Yaam futtern, in der Bar 25 überm Wasser schaukeln, bei Kiki Blofeld unter Kronleuchtern und Sternenhimmel Caipi schlürfen, Platz für Projekte wie z.B. Kubik haben etc etc


Yaam

Stralauer Platz 35 [click for map]
10243 Berlin
gegenüber Ostbahnhof

Sigiriya

Und gleich nochmal ein Tipp in Friedrichshain. Diesmal handelt es sich um die sri lankische Küche des Restaurants Sigiriya. Viele Gerichte, die hier angeboten werden kommen jedem, der häufiger indisch essen geht sicher bekannt vor, doch auch es gibt auch einiges neues zu entdecken.
So zum Beispiel das oben im Vordergrund abgebildete Gericht aus gebratenen Teigstücken mit Gemüse und speziellen Gewürzen nach Sri Lanka Art, Papadam und Salat. Der buntgemischte Salat in diesem sympathischen Lokal ist aus biologischem Anbau und eine super Abwechslung zu den sonst häufig nur aus den billigsten Zutaten hergestellten, miesen Beilagensalaten anderer südasiatischer Restaurants. Selbst Gerichte, die bekannt klingen, wie Dhal z.B. haben hier eine ganz eigene Note.
Zur Vorspeise kann ich das mit Gemüse gefüllte Fladenbrot mit Curry- und Tamarindensoße sehr empfehlen. Feine Soßen, eigene Gewürzmischungen, frische Kräuter und Gemüse zeichnen das Sigiriya besonders aus.
Auch (aber nicht nur) für Vegetarier und Veganer ist dieses Restaurant ein kleines Paradies. Hier sei auf die große Zahl extra als vegan oder ovo-lacto-vegetarisch ausgezeichneter Gerichte auf der Karte, die auch auf der Website zu finden ist, hingewiesen. Auch schöne Milkshakes, Lassis und ungewöhnliche Teemischungen gibt es zu probieren. Achja, die Preise sind auch noch superfair! Hier war ich sicher nicht zum letzten Mal :)


Sigiriya
Grünberger Str. 66
Berlin - Friedrichshain
U und Tram Frankfurter Tor

Le Lamian

Irgendwie häufen sich meine Empfehlungen zu asiatischen Nudelsuppen, darum heute ein Photo von den fantastischen chinesischen Teigtaschen des Restaurants Le Lamian, obwohl es dort auch wieder tolle Suppen gibt. Le Lamain soll wohl "Zur fröhlichen hausgemachten Nudel" bedeuten, so steht es jedenfalls auf der Speisekarte. Fröhlich wird aber vielmehr der Gast, wenn ihm diese frisch zubereiteten Nudeln in verschiedenen Varianten serviert werden. Ob als gedämpfte, mit fein geschnittenem Gemüse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen mit Chili-Sesam-Soße oder dunkler Essigsoße, in der Suppe oder angebraten... das Le Lamian ist der Place to be für alle Nudelfreunde. Auch einige ungewöhnliche nichtnudelige Vorspeisen stehen auf der Karte. Die Einrichtung ist modern und eher etwas unterkühlt, aber nicht unangenehm. Beim Anblick des nudelteigknetenden Kochs und des riesigen Suppentopfes hinter dem Tresen mitten im Restaurant, habe ich mich gleich sehr wohl gefühlt :)
Auch die Desserts, vor allem die Reisteigkugel mit Orange, klingen vielversprechend, konnten aber von mir wegen mangeldem Freiraum im Magen nicht mehr gekostet werden. Aber der nächste Besuch dort steht garantiert bald an, zu lecker sind diese traditionellen chinesischen Teigwaren. Für Friedrichshainer Verhältnisse sind die Preise allerdings relativ hoch, die Teigtaschen-Vorspeise kostet ab 4,50 Euro, die Suppen bekommt man ab 7 Euro. Aber selbstgemachte Nudeln sind ja auch eine aufwendige Sache und nicht gerade an jeder Ecke zu bekommen, erst recht nicht in dieser Qualität, also finde ich die Preise durchaus berechtigt. Noch scheint das Le Lamian jedenfalls ein Geheimtipp (Danke dafür Karin!) zu sein, ich war der einzige Gast, und das trotz der Lage auf der sonst so belebten Simon-Dach-Str.

Le Lamian
Traditional Chinese Noodle Soup
Simon-Dach-Str. 2

Berlin Friedrichshain
Tram M10 Frankfurter Tor

Olivia

Da das Wetter ja tatsächlich nochmal sommerlich geworden ist, will ich heute die leckeren Törtchen, Kuchen, Petit Four etc bei Olivia in Friedrichshain empfehlen. Die sind zwar sicherlich auch bei miesem Wetter ganz köstlich, aber da es sich hier um einen kleinen Torten- und Schoko-Laden handelt, gibt es nur zwei Tische draußen vor der Tür.
Ist man von Berliner Bäckereien so genervt wie meinereiner, gleicht die Kuchentheke bei Olivia einem kleinen Paradies! Hier gibt es feine Törtchen und Kuchen mit frischem Obst und hochwertigen Zutaten, ganz ohne geschmacklose Glibber- und Zuckerbappguss-Alpträume.
Ein Schild verrät auch, dass hier völlig auf künstliche Aromen, Stabilisatoren, Margarine und Dosenfrüchte verzichtet wird und viel auf Zutaten aus biologischem Anbau zurückgegriffen wird. Doch auch von trockenem, grauem Ökodinkelgebäck sind wir hier weit entfernt. Es schmeckt einfach genau richtig!
Dazu gibt es tolle heiße Schokolade oder Chai-Tee mit geschäumter Milch.
Feine Schokoladentafeln in allen erdenklichen Varianten stehen zur Auswahl, so dass man sich auf für Zuhause mit einem dieser Glücklichmacher ausstatten kann.
Schöner Laden und nett bedient wurden wir auch!

Olivia
Wühlischstr. 30

Berlin-Friedrichshain
nahe Ostkreuz

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 10 bis 19 Uhr,
Samstag 10 bis 17 Uhr,
Sonntag 12 bis 17 Uhr.