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Kame

Ein Traum ist wahr geworden, es gibt jetzt neuerdings eine japanische Bäckerei in Berlin!
Kame, japanisch für Schildkröte, heißt das schöne Ladencafé, in dem man entweder vor Ort Leckereien aus dem Backofen oder dem Reiskocher genießen, oder sich damit für zu Hause eindecken kann.
Es gibt einen persönlichen Liebling von mir, Melonpan (ein süßes Hefebrötchen mit Keksteigkruste, das die Melone nur wegen des Aussehens im Namen trägt), sowie Anpan (mit weißer oder roter Bohnenpaste gefüllte süße Brötchen), Matcha-Cheesecake, Matcha-Tiramisu, typisch japanisches (sehr weißes und weiches) Weißbrot für daheim und auch einige herzhafte Snacks, darunter Karepan (Brötchen mit Curryfüllungen) oder leckere Onigirazu (ähnlich wie die Reisdreiecke Onigiri, mit einem Algenblatt umwickelte Reis"sandwiches" mit unterschiedlichen Füllungen).

Ich musste natürlich gleich alles Mögliche probieren: Onigirazu mit Tempeh, Melonpan, Matcha Soja Latte und ein Shiroanpan (mit weißem Bohnenmus gefülltes Brötchen) zum Mitnehmen. Und alles hat mich zum Strahlen gebracht, wie den Anpanman! Wirklich so lecker wie in Japan!
Die ungemein freundliche Bedienung und die helle Einrichtung mit den schönen Kimonos an den Wänden lädt sehr zum Verweilen - und vielleicht doch noch eine weitere kleine Köstlichkeit bestellen - ein.
Übrigens, fun fact, das japanische Wort für Brot und Brötchen, Pan, kommt vom portugiesischen Pão, da portugiesische Jesuitenmissionare derartige Backwaren im 15./16. Jhd. als Erste in Japan bekannt machten...

Kame
Leibnizstr. 45
Berlin Charlottenburg

Offen:
Mo-Fr: 9 - 17 Uhr
Sa: 9 - 16 Uhr

und neuerdings auch in Mitte und da auch am Sonntag!
Linienstr. 113
Berlin Mitte

ZUKA Dessertkultur

Sonntag Nachmittag = Kuchenzeit! Wie wäre es heute zum Beispiel mit einem Aprikosen-Mascarpone-Grüntee Törtchen bei ZUKA in Wilmersdorf? Für meinen Geschmack (als bekennende Matchaholikerin) hätte der Grüntee zwar ruhig etwas intensiver hervorschmecken dürfen, aber es war auf jeden Fall schon sehr fein. Die gesamte Palette an kleinen süßen Köstlichkeiten in der langen Glasvitrine der Patisserie ZUKA ist Verlockung pur, ein Törtchen kunstvoller als das nächste. Die Zutaten sind hochwertig, Schokolade von Valrhona, frische Beeren, gekonnte Aromenkompositionen, nie zu süß. Wenn man sich also nicht entscheiden kann, sollte man einfach öfter mal wiederkommen und sich durchprobieren! In der Zwischenzeit kann man sich auf der Facebookseite der Patisserie über die aktuellen Specials auf dem Laufenden halten und schonmal das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

ZUKA Dessertkultur
Emser Str. 25 (siehe Google Maps)
Berlin - Wilmersdorf

U Hohenzollernplatz
oder
Bus 249 Pariser Str

Offen:
Mo - Sa: 9 - 20 Uhr
So: 10 - 20 Uhr

Der Kuchenladen

Neulich nach einem hungrigmachenden, nachmittäglichen Berlinale-Film im Delphi, verschlug es uns auf die Kantstraße in das absolute Backparadies Kuchenladen. Nach ausführlichem Bestaunen der Festtagstorten im Schaufenster, dekoriert mit z.B. einer Barbie oder Marzipanäpfeln mit daraus hervorkriechenden Marzipanmaden oder präsentiert im rosa Vogelkäfig, gab es kein Halten mehr!
Nichts wie rein und erstmal eine halbe Ewigkeit die überbordenden Köstlichkeiten in der Kuchentheke bewundernd, Entscheidungsnöte durchringend, sich im Schlaraffenland wähnend, am Ende einen unglaublichen Schokostreuselkuchen bestellt, aus dessen Innerem eine herrliche Soße quoll.
Ganz ehrlich, ich habe selten so einen perfekten, raffinierten Kuchen gegessen - und ich habe schon eine Menge Kuchen, auch toller Kuchen, gekostet!


Die Streusel locker und mürbe, ein reichhaltiger Schokoladenteig und ein heller, buttriger Boden, dazwischen die Soße: dunkel, fruchtig (Dattel vermute ich!?), von genau richtiger Süße und gaumenschmeichelnd dickflüssig wie Honig.


Auch die anderen Kuchen und Torten waren unheimlich verlockend: französische Aprikosentarte (die Aprikosen leicht angebrannt, wie sich das gehört) mit Pistazien, Schokoladen-Walnusstorte (eine Bombe: wie verdichtetes Mousse au Chocolat), grandios überschwängliche Cupcakes, Mango Creme Torte, Käsekuchen nach deutscher (mit Quark und gebacken), wie auch nach amerikanischer Art (mit Frischkäse und Kekskrümelboden, ungebacken), und und und... Alles hausgemacht und handgemacht versteht sich, und so durchzieht auch noch ein wunderbarer Backduft das Café.
Darf ich einziehen? Biiiiiitteeeee!!



Der Kuchenladen
Kantstr 138
Berlin-Charlottenburg [click to see map]

S Savignyplatz

TuBi

Nein, nein, keine blöden Witze und Anspielungen auf den Allerwertesten - wir achten und ehren das "h" in der Suppe und singen hier nur kulinarisch betrachtet ein Hohelied auf Phos! Pho, das ist das vietnamesische Nationalgericht, eine aromatische Suppe, meist mit Nudeln und reichlich frischen Kräutern serviert und ja, Fleisch - hierzulande aber zugunsten der dankbaren Vegetarier auch oft mit Tofu und Gemüse zu haben.
Mit einer sehr feinen solchen Suppe habe ich mich vor kurzem bei TuBi in Charlottenburg aufwärmen können. In dem sehr schön mit Bambusgestecken und riesigen Kastanienzweigen dekorierten Restaurant lässt sich das vietnamesische Essen auch wirklich angenehm genießen. Auch die Speisen selbst sind hübsch angerichtet, mit frischem Koriander und Thaibasilikum gekrönt, so dass Augen und Gaumen gleichermaßen verwöhnt werden.
Bei der Pho, die ich bestellt hatte (Nr 36 mit Tofu anstatt Fleisch) kam sogar noch ein ganzer Extrateller mit Kräutern, Sprossen und Limette, so dass ich selbst entscheiden konnte ob und wieviel ich davon in meiner Suppe haben wollte. Schöne Idee und da mein Blog ja nunmal nicht umsonst Nimmersatt heißt, habe ich einen Großteil davon auch meiner Nudelsuppe und mir zugutekommen lassen.
Auch die Kokoscurry-Nudelsuppe meiner Begleiterin war sehr lecker: cremig, süßlich-würzig, mit viel Gemüse und ebenfalls mit fritiertem Tofu.
Mit jeweils 7,90Eur sind die Phos nicht ganz so billig wie in manch einem vietnamesischen Restaurant in östlicheren Gefilden Berlins, dafür aber frisch, köstlich und ohne an den Zutaten, den Portionen oder dem Service zu sparen.
Günstig wiederum ist es mittags im TuBi: da gibt es dann ein Mittagsmenu für nur 5,90Eur.
Es gibt nicht nur Suppen bei TuBi, sondern auch Reis- und Nudelgerichte, Frühlings- und Sommerrollen und Salate - bestimmt alle auch probierenswert!

Sehr nett war auch der Nachtisch aufs Haus, den es zum Abschluss noch gab: Vanilleeis und gebackene Banane mit Honig und gehackten Erdnüssen. Für uns war das dann schon Dessert Nümmero 2, da wir uns nichtsahnend vorher schon in einem knusprig-feinen Teig ausgebackene Süßkartoffelschnitze zu Gemüte geführt hatten. Aber solche Überraschungen hat man ja gerne und dafür findet sich im separaten Süßmagen auch immer noch ein Plätzchen.
Absolut empfehlenswert fand ich auch die Shakes aus frischen Früchten: sehr lecker und man fühlt sich gleich besser gewappnet gegen fiese Grippeviren, die einen auf der S-Bahnfahrt nach Hause attackieren könnten.

Achso, Soundtrack zum Artikel (und Ohrwurm für die S-Bahnfahrt) gibts auch wieder ;)

TuBi
Leibnizstr. 62
Berlin-Charlottenburg [click here to see map]


S Savignyplatz, U Adenauerplatz

Tel: 030-30831448
geöffnet: Montag bis Freitag von 12- 15 Uhr / 17.30- 23 Uhr und Samstag, Sonntag, Feiertag von 17.30- 23 Uhr

Nibs Cacao

Nachdem unsere Anreise nach Charlottenburg länger dauerte, als gedacht und wir uns bei Kaliva mit Vorspeisen begnügen mussten, waren wir zwar schon ganz gut gesättigt und glücklich, da sie so köstlich waren, aber zur vollen Zufriedenheit fehlte uns definitiv noch ein Nachtisch. Das Objekt unserer Begierde habe ich schon auf dem Weg zum Kaliva ausgespäht: SCHOKOLADE bei Nibs Cacao! Die Chocolateria Nibs ist ein symphatisches kleines Café und Lädchen, das sich ganz und gar feinen Kakaoprodukten widmet.
Neben Schokoladentafeln, Trinkschokoladenpulver und Pralinen gibt es heiße Schokoladen in verschiedensten Variationen - jede davon bestehend aus lauter Wohlfühlschlucken!
Zum Einstieg habe ich mir einen Schoko Macchiato gegönnt, ein feiner Kakao mit Milchschaum, mild, milchig, nicht zu süß, herrlich! Dazu eine Riesenpraline, quasi der Mont Blanc unter den Pralinen. Umhüllt von knackiger dunkler Zartbitterschokolade fand sich ein zartschmelzender Kern, in dem sich wiederum feinknuspernde Kakaosplitter fanden.
Meine reizende Begleiterin hatte derweil das Vergnügen mit der amerikanischen Variante der heißen Schokolade: nur echt mit kleinen Marshmallow-Würfeln. Sah auch sehr verlockend aus!
Während wir uns also unseren Heißgetränken hingaben, gingen ständig Schulkinder ein und aus, mit Leuchteaugen, roten Backen und Zuckerbart. Eine weitere Spezialität des Nibs sind nämlich Churros, spanisches Gebäck, das frisch fritiert und mit Zucker bestreut wird. Die Kids haben sich dieses Hüftengold in Papiertüten zum Mitnehmen gekauft. Die absolute Dröhnung aber ist es, wenn man die Churros in eine spezielle, ganz dickflüssige spanische Schokolade dippt!


Dieser Versuchung konnten wir nicht widerstehen und haben uns eine Portion davon auch noch geteilt, sozusagen als Dessert des Desserts... Hach, das Leben kann so schön sein!



Soundtrack zum Artikel hier! ;)


Nibs Cacao
Bleibtreustraße 46
Berlin-Charlottenburg [click here to see map]


S Savignyplatz

Mo-Sa: 11:00 - 19:00 Uhr
So: 13:00 - mind. 18:00 Uhr

Tel.: 030 - 263 76 740

Kaliva

Gelockt durch Photos und Erzählungen von leckerster Kürbispasta in wunderhübschem Umfeld, wurde ich neulich an der Hand genommen und ins von mir noch weitgehend unerschlossene Charlottenburg geführt. Dank der Vielzahl von BVG Baustellen und Umleitungen stellte sich der Weg noch länger und beschwerlicher dar, als er sowieso schon ist und wir kamen erst kurz vor Ladenschluss im Kaliva an. Da war dann leider schon das warme vegetarische Mittagessen aus, aber die Reise hat sich trotzdem gelohnt. Glücklicherweise gab es noch reichlich feine, hausgemachte Vorspeisen - allesamt vegetarisch! Salate, Cremes, Eingelegtes, gefüllte Weinblätter, dicke Bohnen... so viele schöne Sachen, dass ich am liebsten alles probieren wollte, was auch Dank eines gemischten Vorspeisentellers möglich war. Dazu gabs einen Brotkorb und ein gemütliches Plätzchen in den wirklich sehr hübsch und liebevoll gestalteten Räumlichkeiten.
Dankbarerweise bleibt man im Kaliva von leichtbekleideten "antiken" Büsten und in Korb gekleideten Weinflaschen und anderem Tand, der als Dekoration anderer griechischer Lokale herhalten muss verschont. Stattdessen wurde mit viel kräftiger Farbe, geschmackvollen Olivenzweigbemalungen an der Decke und hohen Regalen und Verkleidungen aus dunklem Holz und Messing angenehme Gemütlichkeit geschaffen.
Die zum Kauf angebotenen Waren in den Wandregalen, zum Beispiel hochwertige Olivenöle, deuten auf die kulinarische Herkunft der Speisen an. Zwar wird sich auf mediterrane, vor allem ägäische Küche spezialisiert, ich hatte aber eher den Eindruck, die Damen vom Kaliva kochen einfach gute, bodenständige Küche mit den besten Einflüssen verschiedener südeuropäischer Regionen, ohne sich von deren Traditionen einschränken zu lassen. Weder Kürbispasta, noch das am Tag meines Besuchs angebotene Gulasch hätte ich als typische Gerichte aus der Ägäis eingestuft, aber wen stört's: zum Glück sind die Grenzen in der EU ja offen - auch kulinarisch!
Die kleine aber feine Speisekarte ändert sich wöchentlich, man kann sie sich per Mail zuschicken (siehe Website), oder sich einfach überraschen lassen.
Bei Preisen zwischen 5 und 7 Eur wird man hier satt und glücklich.

Idealerweise kommt man nicht zwischen 13-14 Uhr, wenn alle Mittagspäusler aus der Umgebung sich im Kaliva stapeln, aber auch nicht erst um 15:30 Uhr, wenn dann in manch einem der großen irdenen Pötte schon so gähnende Leere herrscht wie im Magen des späten Gastes.

Kaliva
Wielandstr. 37
Berlin Charlottenburg [click here for map]

S Savignyplatz

Tel (030) 31 00 45 50

Mo-Fr: 9.00 –22.00
Sa: 17.00 - 22.00

Selig

Schwer zu glauben, aber es gibt sie doch auch in Deutschland! Chinesische Restaurants, die NICHT Goldener Drache, China Pavillon oder Asia- Hastenichgesehn heißen, vor denen KEINE roten Lampions baumeln und KEINE löwenartigen Torwächterfiguren die Besucher schon von weitem vergraulen. In denen NICHT die immergleichen und alle gleichschmeckenden Glutamatgerichte dem abgeneigten Gast zum Fraß vorgesetzt werden und wo dessen Ohr NICHT von pseudo-traditionellem Gefiedel strapaziert wird.
Das Selig mit authentisch nordwestchinesischer Küche, hausgemachten Nudeln, schlichter und vor allem unkitschiger Einrichtung und angenehmer Musik ist so ein positives Beispiel, von denen es leider viel zu wenige gibt.
Schon alleine, dass sich kulinarisch auf den Nordwesten konzentriert wird und nicht ein Crossover sämtlicher chinesischer Küchen auf der Karte steht, ist meiner Meinung nach ein Pluspunkt. Lieber nur ein begrenztes Angebot, dafür das dann aber perfektioniert. Und davon kann im Selig die Rede sein.

Es gibt köstliche im Bambusbehälter gedämpfte Teigtaschen, scharfen Nudelsalat mit Sesam, Gurken und Blättertofustreifen, große aromatische Suppen mit reichlich frischem Gemüse und den erwähnten hausgemachten Nudeln, Heißer Topf (eine Art Eintopf), und und und...
Einige Gerichte sind wahlweise auch mit Reis zu haben, aber wenn man schonmal in Berlin die Gelegenheit hat frische Nudeln nach Lanzhou -Art zu bekommen, sollte man diese wohl auch nutzen.
Kleiner, netter und günstiger als manche anderen hochgepriesenen chinesischen Restaurants auf der Kantstr sei das Selig dringend empfohlen.

Selig
Kantstr. 51

10625 Berlin
U7, Bus 149 Wilmersdorfer Str.