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The Tree

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um ein chices Blumengeschäft, tatsächlich aber ist The Tree ein schönes, neues chinesisches Nudelrestaurant mit außergewöhnlichem Einrichtungsstil. In einem der beiden Gasträume mit den offengelegten Ziegelwänden ist ein großer Tisch einer Installation aus frischen und getrockneten Pflanzen vorbehalten. Hungrige Gäste sollten frühzeitig kommen, um einen Platz an den übrigen rustikalen Tischen zu ergattern. Neben der Floristik sind die hausgemachten Nudeln der Star dieses sympathischen Restaurants, und die sind wirklich köstlich! Besonders die vegetarische Variante mit der würzigen Erdnusspaste und verschiedenem frischem Gemüse und Pilzen hat mich begeistert. Schlürfen kann so schön sein!
Auch die Vorspeisen sind fantastisch: zum Beispiel knackige Lotuswurzeln, Kartoffelschnitze und Blumenkohlröschen mit Sesam, frischer Seidentofu mit Frühlingszwiebeln und Sojasoße, Spinat in Sesamsoße... Außerdem gibt es feine Tees.
Wir wurden sehr freundlich bedient, allerdings muss man sich auf ein bisschen Wartezeit einrichten, da eben alles frisch zubereitet wird. Es lohnt sich!

The Tree
Brunnenstr. 167
Berlin - Mitte

Tel: 030 67961848

U Bernauer Str

Marubi

Eine Schüssel mit dampfenden, hausgemachten Nudeln sind ja eigentlich immer wahres Comfort Food, sobald es draußen aber grau und ungemütlich wird, kann ich mir wirklich kaum etwas Wärmenderes für Magen & Seele vorstellen. Bei Marubi (früher in der Kollwitzstr, heute ein paar Hundert Meter weiter Richtung Mitte am Senefelder Platz), gibt es jeden Tag frisch gemachte Ramen und Jiaozi und Gyoza, gedämpfte oder gebratene handgemachte Teigtaschen.

Die in Japan so beliebten, aber aus China stammenden Ramen werden entweder traditionell in deftiger und ausdrücklich Glutamat-freier Suppe mit verschiedenen Toppings serviert, oder für Vegetarier auch ohne Brühe. Auch die feinen Teigtaschen gibt es in vegetarischen Varianten. Sehr schön!
Die Preise sind fair, die Bedienung schnell, der Laden zurecht gut besucht und die Luft in der offen einsehbaren Küche gleicht der eines Dampfbades.
Gönnt man sich dann noch ein Matchaeis als Dessert, geht man sicher mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht gegen jedes Berliner Wetterunbill gewappnet wieder nach draußen.
Die Mochi kann man sich allerdings sparen, die waren nix (aka Fertigkram aus der Packung).


Marubi
Schönhauser Allee 177
Berlin - Mitte [hier clicken für google maps]

U2 Senefelder Platz

Offen:
Mo - Sa 12 - 22 Uhr
So: 17 - 22 Uhr


Udon Kobo Ishin

Leider gibt es hier keine frischen Udon mehr!
Nachdem leider eines meiner Lieblingsrestaurants, das Susuru, geschlossen hat, bin ich nun umso glücklicher ein neues, großartiges auf Udon spezialisiertes Lokal gefunden zu haben: Kobo Ishin! Nur wenige Schritte vom Hackeschen Markt entfernt hat vor einiger Zeit eine Filiale der Ishin Kette eröffnet. Während in den anderen Ishin Restaurants hauptsächlich Sushi auf der Karte steht, dreht sich in der Filiale am Litfaß-Platz alles um Udon: dicke, lange japanische Weizennudeln. Diese werden hier frisch von Hand gemacht und - typisch japanisch und hierzulande sonst kaum zu finden - kalt oder warm angeboten mit verschiedenen Soßen und frei wählbaren Toppings, als Curry-Udon, Cream-Udon (nie zuvor gesehen - kennt das jemand?) oder klassisch als Suppe.
Ich musste bislang jedesmal "Kitsune Udon" nehmen, Nudelsuppe mit dünnen, frittierten Tofuscheiben, sie ist einfach zu gut! Der Name des Gerichts rührt von der Ähnlichkeit der Tofuschnitten in Form und Farbe zu Fuchsschwänzen, denn "Kitsune" heißt Fuchs auf Japanisch.
Die Udon sind absolut perfekt - mit genau der richtigen Konsistenz, weich aber mit Biss ("schön batzig", wie meine aus Bayern stammende liebe Begleitung meinte, und recht hat sie!) und so flutschig wie sie sein sollen, so dass man sie genüsslich einschlürfen kann.
Dazu der speziell eingelegte und frittierte Tofu, weich und leicht süßlich, auf dem ein Häuflein geriebener Rettich und Yuzu-Paste (Yuzu - köstlichste aller Zitrusfrüchte!), sowie Frühlingszwiebeln und ein Shiitake Pilz schwimmen. Minimalistisch und super authentisch - es schmeckt wirklich wie in Japan! Leider gehört dazu auch das weiß-rosa gefärbte Scheibchen Naruto / "Fischwurst" - das brauche ich ja so garnicht... Außerdem muss auch angemerkt werden, dass sämtliche Brühen und Soßen mit Dashi gemacht werden - sprich: sie sind nicht vegetarisch, sondern aus getrockneten Fischflocken ausgekocht. Seufz, das übliche Problem von Vegetariern mit japanischer Küche...

Gänzlich unproblematisch für Vegetarier sind hingegen die Desserts: z.B. Taiyaki (fischförmige aber fischfrei Waffeln, gefüllt mit süßem Adzukibohnenmuß) und Mitarashi Dango (feste Reismehlklößchen am Spieß gegrillt mit süßer Sojasoße) - ganz so wie sie oft an japanischen Schreinen verkauft werden.

Ebenfalls fantastisch sind die frittierten Auberginen zur Vorspeise.


Sehr gut gefällt mir, dass es eine Tasse leckeren japanischen Grüntee gratis gibt, die man mehrfach mit heißem Wasser aufgießen kann.

Der Service ist freundlich und auffallend schnell. Die Einrichtung ist eher pragmatisch und lädt nicht gerade zu langem verweilen ein - dazu passt auch die recht frühen Schließzeiten. Wichtig ist auch: unbedingt Bargeld mitnehmen - Kartenzahlung ist hier nicht möglich (überraschend bei so einem großen Restaurant).

Die Hauptgerichte gibt es übrigens in zwei Größen, schon die normale Udon-Portion kommt in einer riesigen Schüssel - ist aber gut zu schaffen. Die große Portion wiederum wird in einer wirklich Schüssel von wirklich gewaltigem Ausmaß serviert, die schon nach einer echten Herausforderung aussieht! Irgendwann muss ich meinem nimmersatten Ruf gerecht werdend mir auch dieses riesenhafte Udongelage geben! Mir sind einige japanische Seniorinnen aufgefallen, die diese gigantische Menge Udon genüsslich weggeschlürft haben, während sich junge Männer die Reste haben einpacken lassen - 1:00 für die Damen!

Udon Kobo Ishin
Litfaß-Platz 1
Berlin - Mitte [hier clicken für Google Maps]

S & Tram: Hackescher Markt

Offen:
Mo - Fr 
12:00 - 14:30
18:00 - 21:30 Uhr 

Sa: 
14:00 - 21:30 Uhr




Pastificio Tosatti

Womit man mich ja immer begeistern kann, sind gute hausgemachte Nudeln! Egal ob in der asiatischen, italienischen oder deutschen Variante - frische Teigwaren machen mich glücklich.
Eine ganz hervorragende italienische Pastamanufaktur habe ich zu meiner Freude in der Nähe des Helmholtzplatzes entdeckt. Seit ziemlich genau einem Jahr werden in der Pastificio Tosatti täglich außer So und Mo auf einer Arbeitsfläche am Schaufenster vor den Augen der Gäste und Passanten Teig ausgerollt, Ravioli gefüllt, Gnocchi geformt, oder Spaghetti oder Tagliatelle hergestellt.
Es gibt drinnen nur drei Tische, man kann sich die Pasta aber auch für zuhause kaufen. Es lohnt sich allerdings, einen Sitzplatz zu ergattern, denn auch die Soßen sind lecker und die Atmosphäre sympathisch.
Es gibt immer nur drei - vier Gerichte, die Karte ändert sich ständig. Was gerade angeboten wird, kann meist auf Facebook gecheckt werden, oder man lässt es sich einfach von dem freundlichen Betreiber persönlich erklären, was er zu empfehlen hat. Er ist ein gelernter, italienischer Nudelmacher, der seinen Job wie ein Kunsthandwerk betreibt. Es ist eine wahre Freude ihm zuzuschauen und das Ergebnis seiner Arbeit zu genießen. Buon Appetito!

Pastificio Tosatti
Schliemannstr. 14a (hier clicken für Google Maps)
Berlin - Prenzlauer Berg

Offen: Di - Sa 12 - 22 Uhr

Frau Galinou kocht - Griechische Genüsse

Dieses Restaurant ist leider geschlossen.
Frau Galinou kocht... und zwar nicht irgendwie, sondern griechisch und verdammt lecker kocht sie! Fernab vom Einheitsfraß, der mit griechischer Küche nichts zu tun hat, in Deutschland aber gerne als solche verkauft wird, kocht Frau Galinou nordgriechische Spezialitäten, so wie sie auch schon von ihrer Mutter zuhause zubereitet wurden oder wie sie ihrer kulinarischen Phantasie entspringen.

Alles wird selbst gemacht, vom Brot über die ungemein köstlichen Vorspeisen (Mezedes) bis hin zu ihrer Spezialität: speziellen, dünnen Nudeln namens Chilopites, die in der vegetarischen Variante mit süßlicher Paprikapaste, frischen Kräutern und Feta serviert wurde.
Mit den Chilopites hat alles angefangen: 2007 eröffnete Frau Galinou die Manufaktur "Pasta Divina" für diese feinen Nudeln, die außerhalb Nordgriechenlands kaum bekannt waren. 2011 kam dann das Restaurant im Prenzlauer Berg dazu, in dem sie nun neben ihren Teigwaren auch andere zu Unrecht unbekannte Köstlichkeiten aus ihrer Heimat anbietet.

Für die Vorspeisenplatte muss man 12 Eur berappen, dafür ist dann aber auch jeder Bissen ein Geschmackserlebnis: angenehm röstig-rauchiger und trotzdem nicht minder fruchtiger Auberginensalat, pürierte Bohnen mit Mohn, der heißgeliebte Klassiker: gebackene dicke Bohnen in Tomatensauce, sautierte Pilze, rote Beete, pikante Fetacreme... ein wahrer Traum!

Die Speisekarte ist klein, aber man spürt, dass sie wohldurchdacht ist. Hier wird nicht wild alles angeboten um es allen recht zu machen, nein, hier hat jedes Gericht seinen Grund, seine Berechtigung und seine Geschichte, die auch gerne mal auf der Speisekarte erzählt wird.

Auch die Getränkekarte ist auf das Elementarste reduziert, Softdrinks fehlen komplett – die harmonieren wohl nicht und haben damit offenbar keine Daseinsberechtigung neben den feinen Speisen. Der angebotene Wein ist erlesen und nicht billig.

Jetzt im Sommer lässt es sich hübsch draußen sitzen vor dem kleinen Restaurant, ab und an schaut auch die zurecht stolze Köchin mal raus und grüßt ihre Gäste.
Ein sehr sympathisches Lokal! Ich komme auf jeden Fall gerne bald mal wieder, vielleicht dringe ich dann auch mal bis zur Nachspeise vor, die klang nämlich auch lecker...

Kollwitzstraße 88
Berlin - Prenzlauer Berg

Offen: 
Di-Sa 18.30-23.00 Uhr
So 18.00-22.30 Uhr

Tel: 030 26 32 01 23

Mami Camilla

Letztes Wochenende war ich bei Mami Camilla zu Gast und ich sage es gleich: das Essen war großartig! Ich habe mich einmal quer durch die Speisekarte geschlemmt und es war wirklich nichts dabei, was ich nicht unumwunden weiterempfehlen möchte.
Bei Mami Camilla wird süditalienisch gekocht und gebacken, und das aufs Feinste! Nach zehnjähriger Gastronomie Erfahrung des Familienunternehmens mitsamt Kochschule in Italien, gibt es nun seit einiger Zeit erfreulicherweise auch ein Restaurant in Berlin. Hier wird die Pasta hausgemacht, die Pizza nach bester neapolitanischer Tradition gebacken, die Zutaten sind frisch und die Jahreszeit beeinflusst die Speisekarte merklich. Auch die Einrichtung ist geschmackvoll. Volle Punktzahl!

Statt Brot hatten wir eine kleine Pizza vorneweg, die so simpel wie perfekt war.
Der Teig war weder zu dünn, noch zu dick, zugleich fluffig und knusprig am Rand, die Tomatensauce pur und intensiv, darauf gerade die richtige Menge an Käse und ein paar frische Basilikumblätter. Ein wunderbarer Anfang.


Dann gab es einen köstlichen Salat aus braune Linsen, Orangenfilets und Walnüssen in Radicchio, umringt von Babyspinat und Ruccola. 
Die Linsen waren bereits dezent gewürzt, für das junge Grün gab es nochmal feinen Balsamico, Olivenöl, Salz und Pfeffer extra zum selbst anmachen. Köstlich!


Weiter ging es mit einem herrlich-herbstlichen Gericht, ein gebackener Hokkaido-Kürbis, gefüllt mit Kastaniengnocchi, Steinpilzen, Datteltomaten und obenauf ein paar Brombeeren und Parmesanhobel.
Ich vermute mal, ein nicht ausdrücklich süditalienisches Gericht, aber das mindert ja nicht im Geringsten den Genuss. Ich finde saisonale Küche absolut lobenswert und dieser Gang enthielt alles, was ich am Spätsommer (ich will noch nicht Herbst sagen, es ist doch erst September!) kulinarisch liebe.

Als wäre das noch nicht genug gewesen, wurde all dem mit den nun folgenden hausgemachten, handtellergroßen Vollkornravioli, gefüllt mit Ziegenfrischkäse und verfeinert mit einer umwerfenden Zitronensauce mit Rosmarin, Pinienkernen und frischen Beeren, noch ein Krönchen aufgesetzt.
Bis zum abschließenden Tiramisu brauchte ich erstmal eine Pause, so pappsatt wie ich nach all diesen Schlemmereien war.
Und auf dem Heimweg wäre ich wohl auch ohne Fahrrad gerollt... aufs Äußerste gefüllt und glücklich!

Mein neuer Lieblingsitaliener! Ich komme bald wieder!

Mami Camilla
Hufelandstrasse 36
Berlin - Prenzlauer Berg

Tram M4 Hufelandstr
Bus 200 Am Friedrichshain / Hufelandstr

Offen:
Mo - Sa: 17:00-23:00 Uhr
So: 12:00 - 23:00 Uhr

Glüxgefühl

Leider hat dieses Restaurant geschlossen!

Die besten Nudeln der Stadt! - das verspricht die Tafel vor der Tür des Restaurants Glüxgefühl. Diese servieren zu wollen, finde ich eine großartige, lobenswerte Absicht. Ob es wirklich ein einhaltbares Versprechen ist, sei dahingestellt. Ich finde es schwierig, trotz oft gleicher simpler Zutaten, italienische, chinesische, japanische oder deutsche Nudeln zu vergleichen und eine über die andere zu setzen. Letztlich ist es Geschmackssache und ich liebe alle frischen, gekonnt handgemachten, auf den Punkt gekochten Teigwaren. Und all diese Kriterien erfüllt die noch recht neue Nudelküche Glüxgefühl auf der Pappelallee. Hier werden die Nudeln in der eigenen Manufaktur frisch hergestellt und dann nach Bestellung portionsweise einwandfrei al dente gekocht. Auch die Soßen sind wohlüberlegte, fein abgeschmeckte Kreationen mit hochwertigen Zutaten. Das alles zu absolut fairen Preisen und die Namen der Gerichte ("Almnudler", "Oh lala Du scharfes Ding!", etc) dürften noch ein Lächeln gratis dazu aufs Gesicht zaubern. Für Vegetarier gibt es zum Beispiel ganz köstliches hausgemachtes rotes oder grünes Pesto mit Oliven und reichlich Pinienkernen (an denen ja sonst gerne mal gespart wird). Und der weitere Vorteil an der frischen Zubereitung der Gerichte ist auch, dass auf meine Bitte hin das "Geheimrezept von Zorros Oma" freundlicherweise etwas abgewandelt wurde, so dass ich "Zorros Happa Happa" (Tagliatelle mit selbstgemachter Tomatensauce, gebratenem Gemüse, rosa Pfeffer, abgelöscht mit Sherry und gekrönt mit Avocadocreme) ohne Chorizo genießen konnte. Ich hoffe, Zorros Oma nicht beleidigt zu haben und möchte ausdrücklich erwähnen, dass es auch in der vegetarischen Variante ganz köstlich war.
Also die besten Nudeln der Stadt? Vielleicht schon! Auf jeden Fall sehr gut und dem Namen entsprechend sehr glücklichmachend.


Glüxgefühl
Pappelallee 15
Berlin Prenzlauer Berg [click for map]

U2 Eberswalder Str

geöffnet täglich 9 - 24 Uhr

Cocolo


Ich habe eine neue Zuflucht gefunden, wenn mich mal wieder das Japan-Fernweh plagt. Man muss dafür nicht einmal in den Flieger steigen und sich 12 Stunden mit Flugzeugfraß und schlechten Filmen herumschlagen, es reicht sich nach Mitte in die Gipsstraße zu begeben. Dort gibt es seit einiger Zeit ein waschechtes Ramen Restaurant namens Cocolo, das aus Japan herübergebeamt sein könnte. Schmal, eng, nicht sehr hell, vollgestopft mit schlürfenden Gästen, dekoriert mit einigen witzigen Japan-Memorabilia, mit dampfenden Suppen-Töpfen und eigens für das Cocolo angefertigtem, irdenem Geschirr.
Zugegebenermaßen ist Ramen eigentlich nicht gerade der Traum aller Vegetarier, wird die klassische Brühe für Ramen doch einem armen Schwein aus dem Leib gekocht, doch - ein Glück - es gibt auch vegetarische Varianten für die keinerlei Getier sondern Miso als Geschmacksgeber verwendet wird.
Enorm wichtig sind auch gute, hausgemachte Nudeln, mit einem sehr eigenen Geschmack (der durch die Verwendung von Soda- und Pottasche-haltigem Wasser erreicht wird) - auch hier volle Punktzahl für das Cocolo!
Die weiteren Zutaten, verschiedenes Gemüse, ein halbes fast hartes Ei & Algen waren ebenfalls lecker. Die Portionen waren okay, aus Japan kenne ich sie eher größer, aber für den größeren Hunger kann eine Extraportion Nudeln geordert werden. Außerdem gibt es einige Vorspeisen (z.B. Edamame, mmmmh) und Grüntee-Eis zum Dessert.
Bei nächster Gelegenheit will ich auch unbedingt mal zum Grapefruit Chūhai Trinken vorbeikommen, meinem Izakaya-Lieblingsgetränk: Shōchū mit frischgepresster Grapefruit.

Angefangen hat das Cocolo als mobile Suppenküche, die durch Mitte wanderte, nun hat es glücklicherweise ein festes Zuhause gefunden, wo man jeden Tag ab 18 Uhr so viel schlürfen darf, wie man möchte :)

Cocolo
Gipsstr. 3
Berlin-Mitte

Anstatt Soundtrack zum Artikel, heute eine Filmempfehlung: Tampopo!

Basi'l

Nun habe ich ja schon einige Möglichkeiten angepriesen, in Berlin hausgemachte Nudeln zu genießen, doch handelte es sich dabei bisher immer um asiatische Restaurants. Darum möchte ich heute die Pastamanufaktur Basi'l in Mitte vorstellen, wo italienische Nudeln mit Soßen, inspiriert von den verschiedensten Nationalküchen serviert werden. Hier werden lange, kurze und Vollkornnudeln täglich frisch zubereitet und je nach Hochwertigkeit der Zugaben in verschiedenen Preislevels zwischen 7 und 10 Euro angeboten. Ich hatte "Kräuter Vital" aus dem günstigsten Level 1 bestellt und nach relativ langer Wartezeit "Pesto Verde" bekommen - Minuspunkt für den ansonsten freundlichen Service, aber die Pasta mit Basilikum und reichlich Pinienkernen und Parmesan war sehr lecker, also was solls.. Eher gewöhnlich, etwas zu süßlich und insgesamt nicht gerade ein Geschmackserlebnis war die Pasta "Tomaten-Mascarpone" meiner Mittesterin. Also lieber eine der zahlreichen anderen Varianten bestellen, wie z.B. "Goa" (mit hausgemachtem Frischkäse, Ingwer, Tomaten, Cashewnüssen, Minze & Knoblauch) oder "Gorgonzola"
(mit Gorgonzola, Sahne, Walnüssen & Birne).
Neben Pasta stehen verschiedene Flammkuchen auf der Karte, die jedoch allesamt leider nicht vegetarisch waren.
Auf der Webseite des Basi'l wird erklärt, dass es im Restaurant einen Bereich für eilige Businessleute gibt, wo schneller bedient wird und den "Slow Food" Bereich, wo man sich mehr Zeit lässt. Die Tische draußen, an denen wir saßen gehörten wohl auch eher zum letzteren. Aber bei so schönem Sonnenschein und mit der Aussicht auf so feine Pasta lässt es sich ja auch mal etwas länger ausharren. Und nächstes Mal muss ich auf jeden Fall das Basilikum Eis zum Dessert probieren, das klingt doch schon sehr interessant!


Basi'l
Pastamanufaktur, Restaurant & Lounge
Dircksenstr. 47
Berlin-Mitte

S-Bahn, Tram Hackescher Markt

Le Lamian

Irgendwie häufen sich meine Empfehlungen zu asiatischen Nudelsuppen, darum heute ein Photo von den fantastischen chinesischen Teigtaschen des Restaurants Le Lamian, obwohl es dort auch wieder tolle Suppen gibt. Le Lamain soll wohl "Zur fröhlichen hausgemachten Nudel" bedeuten, so steht es jedenfalls auf der Speisekarte. Fröhlich wird aber vielmehr der Gast, wenn ihm diese frisch zubereiteten Nudeln in verschiedenen Varianten serviert werden. Ob als gedämpfte, mit fein geschnittenem Gemüse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen mit Chili-Sesam-Soße oder dunkler Essigsoße, in der Suppe oder angebraten... das Le Lamian ist der Place to be für alle Nudelfreunde. Auch einige ungewöhnliche nichtnudelige Vorspeisen stehen auf der Karte. Die Einrichtung ist modern und eher etwas unterkühlt, aber nicht unangenehm. Beim Anblick des nudelteigknetenden Kochs und des riesigen Suppentopfes hinter dem Tresen mitten im Restaurant, habe ich mich gleich sehr wohl gefühlt :)
Auch die Desserts, vor allem die Reisteigkugel mit Orange, klingen vielversprechend, konnten aber von mir wegen mangeldem Freiraum im Magen nicht mehr gekostet werden. Aber der nächste Besuch dort steht garantiert bald an, zu lecker sind diese traditionellen chinesischen Teigwaren. Für Friedrichshainer Verhältnisse sind die Preise allerdings relativ hoch, die Teigtaschen-Vorspeise kostet ab 4,50 Euro, die Suppen bekommt man ab 7 Euro. Aber selbstgemachte Nudeln sind ja auch eine aufwendige Sache und nicht gerade an jeder Ecke zu bekommen, erst recht nicht in dieser Qualität, also finde ich die Preise durchaus berechtigt. Noch scheint das Le Lamian jedenfalls ein Geheimtipp (Danke dafür Karin!) zu sein, ich war der einzige Gast, und das trotz der Lage auf der sonst so belebten Simon-Dach-Str.

Le Lamian
Traditional Chinese Noodle Soup
Simon-Dach-Str. 2

Berlin Friedrichshain
Tram M10 Frankfurter Tor

To Loc

Da mir mitgeteilt wurde, dass mein Lieblingsvietnamese leider auf unbestimmte Zeit geschlossen hat[edit: seit Mitte Dezember wieder geöffnet!], will ich heute ein anderes vietnamesisches Restaurant empfehlen. Es handelt sich hierbei um To Loc in der Wiener Str. Zumindest halte ich es für ein vietnamesisch Restaurant, da vietnamesische Gerichte auf der Karte zu finden sind. Laut Eigenbeschreibung handelt es sich aber um "Indochina-Küche", was ja nun ein recht missratener Kolonialbegriff ist und ich konnte nicht wirklich etwas typisch Laotisches oder Kambodschanisches entdecken. Wie auch immer: lecker ist es dort! Vorallem die rohen Frühlingsrollen, die sehr kunstvoll gewickelt, u.a. mit viel frischem Thai-Basilikum, Schnittlauch und Minze gefüllt und mit einer ungewöhnlichen, köstlichen, dickflüssigen Erdnuss-Sojasoße serviert werden. Die Reisgerichte sind eher durchschnittlich, dafür ist alles was mit Nudeln zu tun hat umso umwerfender. Besonders die Suppen, die in Portionen eines solchen Ausmaßes daherkommen, dass es ein Leichtes wäre, den Ausspruch "da würde ich mich am liebsten reinlegen" in die Tat umzusetzen. Auch hier wird nicht an frischem Grün gespart, ein Berg Koriander krönt die Reisnudeln, das sehr knackige Gemüse und den gebratenen Tofu in der zitronigen Brühe. Und das für um die 5 Euro... sehr fair!
Hungrig muss man diesen Laden wirklich nicht verlassen, vorausgesetzt man ergattert einen der wenigen Plätze. Denn das Lokal ist klein und der Andrang meist recht groß.

To Loc
Wiener Str. 61
Berlin Kreuzberg
Mo-Fr 12-24, Sa-So 14-24 Uhr geöffnet
U 12 Görlitzer Bahnhof

Selig

Schwer zu glauben, aber es gibt sie doch auch in Deutschland! Chinesische Restaurants, die NICHT Goldener Drache, China Pavillon oder Asia- Hastenichgesehn heißen, vor denen KEINE roten Lampions baumeln und KEINE löwenartigen Torwächterfiguren die Besucher schon von weitem vergraulen. In denen NICHT die immergleichen und alle gleichschmeckenden Glutamatgerichte dem abgeneigten Gast zum Fraß vorgesetzt werden und wo dessen Ohr NICHT von pseudo-traditionellem Gefiedel strapaziert wird.
Das Selig mit authentisch nordwestchinesischer Küche, hausgemachten Nudeln, schlichter und vor allem unkitschiger Einrichtung und angenehmer Musik ist so ein positives Beispiel, von denen es leider viel zu wenige gibt.
Schon alleine, dass sich kulinarisch auf den Nordwesten konzentriert wird und nicht ein Crossover sämtlicher chinesischer Küchen auf der Karte steht, ist meiner Meinung nach ein Pluspunkt. Lieber nur ein begrenztes Angebot, dafür das dann aber perfektioniert. Und davon kann im Selig die Rede sein.

Es gibt köstliche im Bambusbehälter gedämpfte Teigtaschen, scharfen Nudelsalat mit Sesam, Gurken und Blättertofustreifen, große aromatische Suppen mit reichlich frischem Gemüse und den erwähnten hausgemachten Nudeln, Heißer Topf (eine Art Eintopf), und und und...
Einige Gerichte sind wahlweise auch mit Reis zu haben, aber wenn man schonmal in Berlin die Gelegenheit hat frische Nudeln nach Lanzhou -Art zu bekommen, sollte man diese wohl auch nutzen.
Kleiner, netter und günstiger als manche anderen hochgepriesenen chinesischen Restaurants auf der Kantstr sei das Selig dringend empfohlen.

Selig
Kantstr. 51

10625 Berlin
U7, Bus 149 Wilmersdorfer Str.