Yaam

Heute wird hier mal kein Restaurant im engeren Sinne empfohlen, aber keine Sorge, trotzdem ein Ort, an dem man bestens vegetarisch Schlemmen und den Tag genießen kann. Es geht um das Yaam, Outdoor Club, Strandbar, Berliner Lieblingshangout für alle Liebhaber afrikanischer und karibischer Musik, Kultur und last but not least Kochkünste. Jeden Sonntag ab 14 Uhr dampft es hier aus den großen Töpfen an den Ständen und man tut gut daran, den Verlockungen der Düfte von Erdnuss- und Zitronensauce, fritierter Cassava, Kochbananen und all dem anderen mehr oder weniger ital Gemüse nicht zu widerstehen! Schon allein dafür lohnt es sich hier her zukommen. Von der entspannten Atmosphäre, der netten Musik und der Tatsache, das Essen sowieso am besten schmeckt, wenn man Blick aufs Wasser, Sonne im Nacken und Sand zwischen den Zehen (möglichst nicht aber den Zähnen) hat, mal ganz abgesehen... Besonders wenn es so feine Sachen gibt, wie auf dem Photo hier zu sehen: nach ghanaischer Art zubereitetes Gemüse in cremiger Erdnusssauce mit Reis (links im Bild) oder Gemüse in würziger Zitronensauce (mein Favorit!) mit Couscous (rechts zu sehen).. mmmmmh!

Zwar nichts für mich und es überwiegt und überzeugt sowieso das vegetarische Angebot voll und ganz, aber allen die Fisch essen, dürfte auch das Wasser im Munde Wellen schlagen, denn hier wird gerne auch größeres Flossengetier fachmännisch auf dem Grill gebrutzelt.
Allerdings ist das Yaam (mal wieder, muss man leider sagen) bedroht, zumindest in seinem jetzigen Standort. Und nicht nur das Yaam: es ist geplant das Spreeufer mit elf Hochhäusern, Lofts, Hotels und Büroblocks zu bebauen, wofür sämtliche Strandbars etc am Friedrichshain/Kreuzberger Spreeufer weichen sollen. Dies ist ein Schlag mit dem Vorschlaghammer in das Herz der Berliner Ausgehszene und die Angleichung des Stadtbilds an x-beliebige Großstädte dieser Welt ohne den speziellen Charakter, der Berlin so anziehend gemacht hat für Bewohner und Touristen zugleich.
Alle Friedrichhainer und Kreuzberger sind heute aufgerufen abzustimmen in einem Bürgerentscheid. Mehr Infos auf Mediaspree versenken. Bitte nicht vom Nieselwetter aufhalten lassen und schön Stimme abgeben! Schließlich wollen wir auch in Zukunft im Yaam futtern, in der Bar 25 überm Wasser schaukeln, bei Kiki Blofeld unter Kronleuchtern und Sternenhimmel Caipi schlürfen, Platz für Projekte wie z.B. Kubik haben etc etc


Yaam

Stralauer Platz 35 [click for map]
10243 Berlin
gegenüber Ostbahnhof

Hüftengold

Endlich, endlich komme ich dazu mal wieder etwas für alle nimmersatten Berliner zu schreiben! Ein Jahr habe ich in der Ferne geweilt und mich dort kräftig durchgeschlemmt, nun bin ich seit ein paar Wochen zurück und habe eine neue Bleibe gefunden und mit dieser auch die Muse zum Verfassen eines Artikelchens für Nimmersatt.
Zusammen mit einer Freundin und ihrer reizenden vierbeinigen Mitbewohnerin blieb ich neulich während einer Gassirunde bei Hüftengold in der Oderberger Str hängen. Wir waren durstig und dass es dort tolle Fruchtsäfte, Schorle, Shakes und Tees in freundlicher Umgebung gibt, hatte ich noch in guter Erinnerung. Meine Begleitung (die zweibeinige!) entschloss sich nachdem sie auf der Karte mehrere Gnocchigerichte gesichtet hatte, dann doch zu mehr als einem Getränk... Ich unterdessen musste der Verlockung widerstehen, da ich gleich im Anschluss noch anderweitig zum Abendessen eingeladen war. Allerdings wurden meine und die Augen der vierbeinigen Begleiterin immer größer, als dann die in Salbei und Olivenöl geschwenkte Gnocchi mit Parmesan und einem wahnsinns Salat mit Himbeer-Balsamico Dressing serviert wurden!
Es sah so toll aus, dass ich kurzerhand beschloss am folgenden Tag zum Gnocchiessen wiederzukommen und es schmeckte auch so lecker, dass auch meine beiden Freundinnen mich gleich nochmal begleiteten um die weiteren Gnocchigerichte auszuchecken.
Unser Favorit blieb zwar die bereits erwähnte Variante mit Salbei, aber auch die mit Mozzarella und Tomaten und die mit gebratenem Gemüse waren nicht von schlechten Köchen! Vorallem weil wir sie auf Anfrage ebenfalls mit dem schönen Salat bekamen, und dem wunderhübsch rosa Dressing, das nicht nur ein Augenschmaus war, sondern auch herrlich frisch beerig schmeckte.
Im dschungelig grünen Außenbereich des Hüftengold lässt sich auch die sich etwas hinziehende Wartezeit gut aushalten, zumal ja meist gut wird, was länge wärt... Auch drinnen herrscht eine wirklich angenehme Atmosphäre, besonders neben dem Hausaltar, auf dem gleich eine ganze Sammlung von Gottheiten verschiedener Couleur einträchtig beeinander sind und einen hübsch bunten Anblick bieten.

Hüftengold
Oderberger Str. 27 [click for map!]
Berlin - Prenzlauer Berg

Tram 12, M1 Schwedter Str oder M10 Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark,
U2 Eberswalder Str

Schöne Feiertage und einen guten Rutsch!

Liebe Berliner Nimmersatte,
ich wünsche allen entspannte, angenehme Feiertage, gespickt mit Euren liebsten Köstlichkeiten! Ich bin weiterhin im kulinarischen Wunderland Japan, darum leider nur so selten Posts hier. Ab dem Frühling wird es hier wieder regelmäßiger neue Empfehlungen geben. Bis dahin seid Ihr herzlich eingeladen ab und an einen Blick in meinen Vegetarian Survivalguide für Japan zu werfen. Der dürfte für Essensbegeisterte auch über die Grenzen Nipponiens hinaus interessant sein... Schließlich ist Tokyo nicht umsonst die erste asiatische Stadt mit Michelin Führer und die Stadt mit den meisten Sternen - mehr als Paris! Für viele ein Skandal, für mich keine Überraschung :)
Also schaut mal vorbei:
http://vegetarianjapan.blogspot.com/

Eure Julia

Hamy

Zugegeben: es ist nun schon wieder ein halbes Jahr her, dass ich selbst im Hamy essen war und so schnell wie sich in Berlin solche Dinge ändern, kann man nicht hundertprozentig davon ausgehen, dass heute noch empfehlenswert ist, was vor ein paar Monaten noch fantastisch war. Bevor ich diesen Artikel angefangen habe zu schreiben, habe ich mich darum ein wenig im Internet umgeschaut und bin auf recht unterschiedliche Meinungen zu diesem günstigen vietnamesischen Cafe-Foodstore (so die Eigenbezeichnung) gestoßen. Im großen und ganzen war das Echo positiv, doch einige Bemerkungen wie "laut, hektisch, zuviel los, kaum fertiggegessen wurde der Teller unter der Nase weggezogen" ließen meine linke Augenbraue immer kritischer nach oben wandern und bei "Glutamat in allen Gerichten" stieß sie beinahe an den Haaransatz!
Die vegetarische Wan Tan Suppe, die ich noch letzten Frühling dort (in aller Ruhe) genossen habe war frisch, fein und mit reichlich zarten Teigtäschchen mit kräftigen Füllung. Das von meiner Mitkosterin bestellte Tagesgericht war sogar noch überzeugender: Bandnudeln, Tofu, Gemüse und reichlich frischen Kräutern in einer wirklich raffiniert gewürzten Orangensauce - herrlich! Und über die Preise zwischen 4 und 4,50 Euro konnte man sich auch nicht beklagen.
Ich meine mich auch zu erinnern, dass es damals hieß alles sei ohne Zusatz von Glutamat zubereitet und ich habe weder den sonst so heftigen, vordergründigen Glutamatgeschmack (umami)wahrgenommen, noch wurde ich in den Stunden danach vom Übel des Glutamatbrands heimgesucht, der einen Durst verursacht, als hätte man eine Packung Salz verschlungen.
Es ist für mich jetzt also schwer zu beurteilen, ob nun wirklich Qualität der Speisen und der Service im Hamy sich mit steigendem Andrang verschlechtert haben, ob ich damals vielleicht einfach nur einen guten Tag erwischt habe oder ob die Reviews, die so im Netz rumschwirren üble Nachrede sind. Es würde mich wirklich interessieren. Falls also jemand demnächst mal in der Nähe des Hermannplatzes vorbeikommt: reingehen, einen vietnamesischen Kaffee oder einen der erfrischenden Frucht-Shakes bestellen (die sind mit Sicherheit immer noch super), mal das Essen der Tischnachbarn beäugen und bei der Bedienung wegen Glutamat nachfragen. Ob Ihr dann dort essen wollt oder nicht, sei Euch überlassen - wenn es noch so ist wie letztes Frühjahr kann ich es nur empfehlen, ansonsten lasst es mich bitte wissen!! Es wäre wirklich schade, sollte dieser Laden nicht mehr die gute vietnamesische Küche bieten, für die ich ihn schätzen gelernt habe.

Hamy
Hasenheide 10
Berlin-Kreuzberg [click for map]

(eher Kreuzkölln, würd ich sagen ;))

Mo-So 12-24

Leo Bettini

Dieses Restaurant hat leider geschlossen! 
So langsam aber sicher bin ich nun lange genug weg um hin und wieder erste Anzeichen von Essensheimweh an den Tag zu legen. Nichts Ernstes, dafür gibt es hier in Tokyo viel zu viele schöne Sachen, die ablenken bzw über Fehlendes spielend hinwegtrösten.
Aber dunkles Brot mit ordentlicher Kruste ist schon so eine Sache, oder Butter, Quark und guter, kräftiger Käse - den bekommt man hier zwar in Feinkostabteilungen von Kaufhäusern auch, aber zu Preisen die einem den Appetit verderben.
Und an einen Laden in Berlin darf ich besser gar nicht denken: Leo Bettini! Der Ort an dem Knödelträume wahr werden! Knödelträume? Wie, ihr habt noch nie von Knödeln geträumt? Bei einem Besuch bei Leo Bettini wird es euch beigebracht werden! Am besten man nimmt eine Auswahl von drei verschiedenen pikanten Knödeln, die mit zerlassener Butter, geriebenem Parmesan und einem Schälchen Krautsalat serviert werden. Zur Auswahl stehen z.B. die Sorten Spinat, Pilze, Rote Beete, Tomate-Mozzarella oder Bergkäse und Kümmel (der ist der Wahnsinn und definitiv der Traum meiner schlaflosen tokyoter Nächte!). Die Knödel sind nicht allzu groß, aber so kann man mehrere Sorten probieren und für einen süßen Knödel ist dann vielleicht auch noch ein Plätzchen im Magen.. Die sind nämlich auch herrlich! Gefüllt mit Apfel oder Zwetschgen und mit gebräunter Zimt-Zucker-Butter und gehackten Nüssen dürften sie jedem Schleckermaul Freudentränen in die Augen jagen.
Bestimmt auch ganz köstlich ist die frische Pasta, die es bei Leo Bettini auch gibt, allerdings habe ich die selbst noch nicht getestet, dafür waren die Knödel einfach zu verlockend. Frische Pasta ist ja hier und da in Berlin zu bekommen, aber wo bitte gibt es sonst so gute Knödel in der Hauptstadt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese noch zu toppen sind. Aber sehr gut aussehen tun die Nudeln auch.. wenn ich zurück bin muss ich die schon auch mal testen, vielleicht tue ich ihnen ja furchtbar unrecht, wenn ich sie zugunsten der Knödel so vernachlässige.
Auf der Website habe ich gesehen, dass sogar an Allergiker gedacht wird und es auch Dinkelpasta, mit und ohne Ei bei Leo Bettini gibt.
Alles gibt es auch zum Mitnehmen und zuhause abkochen, die Anleitungen dazu finden sich ebenfalls auf der Website.

Der Laden selbst ist auch angenehm, sehr klar und weiß gehalten und man kann durch eine simple Bretterwand hindurch einen Blick in die Küche werfen, ein Detail, das mir immer gut gefällt. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit bei gutem Wetter draußen auf der ruhigen Mulackstraße zu sitzen.
Der einzige Haken ist, dass Leo Bettini nur tagsüber geöffnet hat und Sonntags gar nicht. Also Öffnungszeiten beachten und dann nichts wie hin!

Leo Bettini
Mulackstraße 33
Berlin-Mitte
[click for map]
Tram und U Weinmeister Str.

Montag - Freitag von 12.00 -17.30 Uhr
Samstag von 12.00 - 16.00 Uhr