Ülkem Baklavalari

Großes Kino gibt es nicht nur diese Woche bei der Berlinale, großes Baklava-Kino gibt es seit einiger Zeit täglich in der kleinen Filiale von Ülkem Baklavalari in der Oranienstraße.
Hier werden sehr feine türkische Baklava angeboten: dünne, knusprige Teigplatten, gefüllt mit Pistazien, Walnüssen, Haselnüssen oder Grieß, übergossen mit Zuckersirup und bestreut mit gemahlenen Pistazien. Von allem zu viel - und genau das macht diese Baklava so großartig!
Ich habe in Berlin noch keine besseren Baklava entdeckt.
Nur bedient würde ich gerne etwas netter, aber hey, die berauschende Süße der Baklava, macht die Herbe des Services eigentlich auch schon wieder wett.

Ülkem Baklavalari
Oranienstr. 176
Berlin - Kreuzberg

U8 Kottbusser Tor

Lucky Leek

Zum neuen Jahr möchte ich heute keine Neuentdeckung empfehlen, sondern ein  Restaurant, das schon sehr lange auf meiner Liste ganz weit oben steht. Das Lucky Leek ist ein Restaurant im Kollwitzkiez, das Gourmetherzen höher und Tierherzen weiter schlagen lässt, denn was hier auf die Teller kommt ist rein pflanzlich und durchweg köstlich.
Vor ein paar Monaten ist das Lucky Leek in größere Räumlichkeiten umgezogen, so dass es nun leichter ist einen Tisch zu ergattern, eine Reservierung ist trotzdem empfehlenswert, denn die Qualität der Speisen und des Services haben sich längst herumgesprochen. Unter anderem habe ich auch im meines Wissens nach einzigen Berlin Veggie Guide in Buchform über das Lucky Leek nur Gutes gelesen.
Hier wird mit viel Kreativität und Können vegan gekocht und sämtliche Geschmacksknospen angesprochen. Es lohnt sich das Menü zu wählen, um mehr probieren zu können. Die Karte ändert sich ständig entsprechend der Jahreszeit und bietet so immer wieder neue Erlebnisse.

Bei meinem Besuch vor einigen Wochen gab es ein hervorragendes Auberginentatar mit Belugalinsenkaviar auf gebratenem Brot (wie Arme Ritter, aber natürlich nicht süß), mit veganer Sourcream, Salat und Sprossen.
Hierbei wurde zwar die Konsistenz nicht-vegetarischer Speisen wie Tatar und Kaviar nachgeahmt, die Aromen waren jedoch völlig eigenständig, bedurften keiner Anlehnung an Fleisch oder Fisch, sondern behaupteten sich sehr überzeugend durch Frische und Intensität. Das Fruchtige der Aubergine, das Nussige der Linsen, die Wärme des Brotes und die säuerliche, kräuter-grüne leichte Schärfe der Sprossen und des Rucola ergänzten sich perfekt.
Auch das Hauptgericht meiner Wahl überzeugte durch Aromenvielfalt: Rotkraut mit fruchtig süßer Hoisinsoße, Knödel mit schwarzem Sesam, ein gebratenes Seitan Medaillon, Salzmandeln und Zucchininudeln. Winterlich, wärmend, deftig, ohne aber schwer und grob daherzukommen. Jede Zutat, jeder Soßenklecks, jedes Gewürz wirkt durchdacht und an der richtigen Stelle eingesetzt. Einzig mit dem Salz wurde für meinen Geschmack ein klein bisschen zu großzügig umgegangen, aber das mag mein persönliches Empfinden sein.

Zum krönenden Abschluss konnten wir auch dem Dessert nicht widerstehen: feine, nicht zu süße, kleine Geschmacksbömbchen: ein Marzipanknödel, ein Kakaotrüffel, Kürbismousse und eine eingelegte Feige mitsamt Kekslöffel.
Ein rundum glücklichmachendes Festmahl!

Bedient wurden wir auffallend freundlich und zuvorkommend, ruckzuck stand immer jemand parat um unsere Wünsche zu erfüllen.
Momentan ist das Lucky Leek Team gerade im wohlverdienten
Urlaub, aber ab nächstem Mittwoch, 8.1., darf hier wieder in vollen Zügen genossen werden!
Am besten schonmal reservieren und sich gleich zum Jahresanfang was Feines gönnen. Auf ein leckeres Jahr 2014!

Lucky Leek
Kollwitzstr. 54
Berlin - Prenzlauer Berg

U2 Senefelder Platz

Tel: 030/66408710

Zunfthalle / Arminiusmarkthalle

Nein, die Markthalle Neun ist nicht die einzige Markthalle Berlins, die einen Besuch wert ist. Auch der auf meinem Blog bislang sträflich vernachlässigte Stadtteil Moabit kann mit einer wirklich schönen Markthalle aufwarten. Die unter Denkmalschutz stehende, über 120 Jahre alte Arminiushalle wurde in den 90er Jahren sehr geschmackvoll renoviert und seit 2010 mit neuem Leben gefüllt. Nun finden nicht nur jeden Samstag ein Gourmetmarkt ("Gourminius") und alle paar Wochen ein Kreativmarkt statt, auch an allen anderen Wochentagen kann man hier frische Lebensmittel, Handgemachtes oder auch gebrauchte Comics und Groschenheftchen einkaufen und in den fest in der Halle eingerichteten Restaurants und Imbissständen essen.

Auf den Strohsofas, zwischen den hier überwinternden großen Palmen, oder an der aus extrem dicken, groben Holzbohlen bestehenden Tafel mitsamt Kandelabern, herbstlicher Kürbisdeko und darüber funkelndem Kronleuchter sitzt es sich dabei besonders gut.
Oft gibt es auch noch musikalische Begleitung, meistens Jazz. Beim Gourmetmarkt letzten Samstag wurde Sinatraeskes am Flügel zum Besten gegeben.

Kulinarisch betrachtet, geht es bodenständiger zu als in der Markthalle 9 in Kreuzberg, wo es nicht ausgefallen genug sein kann und sicher 90% der Namen der Speisen beim Bestellen falsch ausgesprochen werden (was zugegebenermaßen schon der halbe Spaß ist. Und ist es nicht ungemein befriedigend trotz mangelhaften Mandarin/Koreanisch/Twi-Kenntnissen am Ende ein herrliches Essen in der Hand zu halten?!). In der Arminiushalle rangiert das Angebot eher zwischen Kaiserschmarrn und Fischbrötchen, Olivenöl und Bouletten, Stullen und Antipasti. Es wird viel Wert gelegt auf Regionalität und gute Qualität der Produkte.

Meine großen und kleinen Begleiter und ich hatten viel Freude an Marillenknödeln
einem gewaltigen Berg Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster
italienischen Oliven, Marmeladenprobierhäppchen und einem köstlichen marokkanischen Fladen gefüllt mit Kartoffeln, Kräutern und Oliven.
Es könnte Berlintypischer kaum zugehen: der Biobäcker hat seinen Stand einträchtig gegenüber des Tabakhändlers, die jute Brutzelecke punktet mit einem "Wer hier meckert wird erschossen"-Schild, und am original Drehort der "Drei Damen vom Grill" lächelt ein Harald Juhnke Porträt immer noch selig über die Mettbrötchen.

Fazit: große Portionen anständigen Essens zu fairen Preisen, schöne Atmosphäre, reichlich zu kucken und zu probieren, viel Kiezcharme ganz ohne Hipster = großartige Mischung! Ich komme bald mal wieder!

Zunft(halle) Arminiusmarkthalle
Arminiusstrasse 2-4
Berlin - Moabit

U9 Turmstraße

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag: 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Freitag: 7.30 Uhr bis 19.00 Uhr
Samstag: 7.30 Uhr bis 15.00 Uhr
Die Restaurants, Weinbar, Biertheke etc haben bis in den späten Abend geöffnet.

Momos

Eigentlich wollte ich schon längst über das Momos schreiben, so dass man noch die letzten Herbstsonnenstrahlen an einem der Tischchen vor dem Restaurant hätte auszunutzen können, denn drinnen ist wenig Platz. Dafür ist jetzt wohl doch schon ein bisschen spät im Jahr, aber ein Besuch lohnt sich trotzdem!

Spezialität des Hauses sind die namengebenden Momos, herrliche kleine gedämpfte Teigtaschen aus Nepal mit verschiedenen vegetarischen und teils auch veganen Füllungen. Das aktuelle Speisenangebot findet sich hier.
Die traditionellen Rezepte für Momofüllungen werden hier etwas freier interpretiert und europäischen Essgewohnheiten angepasst, was aber der Gaumenfreude keinen Abbruch tut.
Dazu gibt es hausgemachte Dips, wie frischer Minze-Joghurt oder intensive Tomatensalsa.
Die Zutaten sind ausschließlich vegetarisch und aus biologischem Anbau, wenn möglich auch aus der Region. Man kann die Momos entweder einfach gedämpft genießen, oder in einer Suppe oder angebraten. Zum Dessert gibt es auch Momos aus Zimtteig mit süßer Bananenfüllung.
Sehr lecker! Allerdings sind Momos nichts für den Riesenhunger in Kombination mit dem Minigeldbeutel, aber in Anbetracht des Genusses, der hochwertigen Biozutaten und des enormen Arbeitsaufwandes bei der Zubereitung der Teigtäschchen, ist der Preis in Ordnung.
Eine schöne Bereicherung des kulinarischen Stadtplans. Und wenn drinnen alle Plätze belegt sind, gibt es die Momos auch zum Mitnehmen...

Momos
Fehrbelliner Str. 5
Berlin-Mitte

U2 Senefelder Platz

Tel: 0176-24315868

Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag: 12:00 bis 19:30 Uhr
Freitag: 12:00 bis 21:00 Uhr
Samstag: 13:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag: Ruhetag

Nimmersatt unterwegs: Weinkontor Mörzheim von Gastbloggerin Gloria (9 Jahre)

Beim Betreten des Restaurants fällt vor allem die Einrichtung auf. Sie ist gemütlich und rustikal. Die Wände sind aus urigem Sandstein und sonst fast alles aus Holz.
In der handgeschriebenen Speisekarte gibt es jede Menge ausgefallene Gerichte: Karamell-Salzbuttereis auf Gewürzbirne, Rindfleischknödel und Flusskrebse in Thai-Curry mit Gemüse und Jasminreis oder Erbsen-Ziegenkäse-Tarte auf Kartoffelrösti und Tiroler Speck und vieles mehr.
Außerdem ist die Bedienung sehr nett. Die Traubensaftschorle (weiss) ist vom Geschmack her sehr süß und schmeckt richtig fruchtig, saftig und richtig lecker. Der Beilagesalat ist nur zu empfehlen: Er ist knackig und ratzig mit Dressing angemacht. Auch die Hauptspeise war vorzüglich: Rumpsteak mit Bratkartoffeln und hausgemachter Kräuterbutter. Die Bratkartoffeln waren schön knusprig und das Steak war schön würzig.
Auch die Dessertauswahl ist groß und gut, genauso wie die Portionen. Am liebsten mag ich die besonders leckere Eisauswahl und das Crème brûlée, mein Bruder Reto (6 Jahre) mag am liebsten das geeiste Nougat und das Maracujaeis.
Das Essen auf dem Foto ist übrigens die Steinpilzpasta von meiner Tante.

Das Essen war ein Gedicht, aber das reicht noch nicht, deshalb fühl ich mich in der Pflicht und schreibe noch ein Gedicht!

Das Weinkontor findet man bald in Landau vor.
Ist es dann noch so toll?
Und immmer noch so voll?
Das weiß keiner so genau
und wer das weiß ist superschlau!
Aber in Mörzheim ist es auch ganz schön.
Aber es ist so heiß, dass  ich mir hier gleich die Haare föhn.
Das ist das Ende vom Gedicht,
besonders sinnvoll ist es nicht.

Weinkontor 
Tel.: 06341-945485

Dienstag und Mittwoch Ruhetag
Sonntag                      ab 12.00 Uhr durchgehend