Princess Cheesecake

Spezialisierung auf eine gewisse Delikatesse und ihre Varianten halte ich eigentlich immer für eine gute Idee, geht das doch meistens mit Perfektionierung einher. Im besten Sinne wurde das bei Princess Cheesecake verwirklicht. Käsekuchen in all seinen Spielarten, vom ganz klassischen Modell in seiner simplen Schönheit, über Russischen Zupfkuchen und New York Cheesecake, oder auch Tartes mit Birnen oder karamelisierten Äpfeln, bis hin zu bombastischen Torten mit Quarkcremes in verschiedenen Geschmacksrichtungen - allesamt eine wahre Pracht!

Hier ist wirklich ein Kuchen schöner als der andere und die Wahl fällt reichlich schwer. Dazu kommen noch äußerst verlockende Düfte aus der offenen Küche, wo man den Meister am Werk sehen kann. Wir mussten einige Zeit auf einen freien Sitzplatz warten, an einem Sonntag nachmittag war berechtigterweise ganz schön viel los. Während wir auf die Kuchentheke starrend warteten, wurde uns stolz berichtet, dass bei den Zutaten auf höchste Qualität geachtet wird, bio und möglichst auch regional soll alles sein und ohne chemische Zusätze, Farb- und Konservierungsstoffe. So arbeitet man hier auf hohem Niveau nach dem selbstgewählten und überall wiederzufindenden Motto "make every day a lovely day". Very lovely indeed!

Die Prinzessin macht ihrem royalen Titel wirklich alle Ehren, Orangentorte, Schokomoussetorte und Zupfkuchen waren absolut königliche Genüsse! Und ich bin mir sicher, alles andere aus der Theke steht diesen in nichts nach... Anscheinend gibt es auf Wunsch und Bestellung auch lactose- und glutenfreien Kuchen sowie auch veganen Kuchen.
Ich freue mich auf die nächste Audienz!


Princess Cheesecake

Tucholskystr. 37
Berlin - Mitte


Tel: 030 28 09 27 60

Mo - So: 12:00 - 19:00

Sababa - Mama's Kitchen


Bislang dachte ich immer, Restaurants auf der Kastanienallee haben eine Empfehlung auf meinem Blog garnicht nötig, die laufen sowieso. Touris und Sprachschüler füllen die Läden, auch wenn nichts Besonderes auf der Karte steht. Schon vor einigen Jahren stand z.B. der W-Imbiss immer auf meiner Liste von Lokalen, die ich mal hier besprechen wollte. Die dort angebotene Naan-Pizza frisch aus dem Tandoor ist definitiv etwas Besonderes und sehr lecker außerdem. Allerdings war es dann oft so voll dort, dass ich dachte, einen Blogpost kann ich mir sparen... (er sei trotzdem hiermit ausdrücklich lobend erwähnt).

Nun hat aber wenige Häuser weiter Richtung Weinbergsweg ein neues Imbiss-Restaurant eröffnet, und dort ist bislang eher wenig los, obwohl das Essen wirklich köstlich ist. Sababa - Mama's Kitchen heißt der neue Laden, bietet israelische Spezialitäten und ist laut Eigenbeschreibung Berlins neuer Hummus Hotspot.
Bislang habe ich was Hummus angeht, auf das Hummus Café Zula geschworen (von den Betreibern des früheren Hummus Shala) und dieses bleibt auch weiterhin die Instanz: die hausgemachten Pita sind einfach zu gut und das Hummus immer frisch und so gut, dass ich nie genug bekomme.

Das Hummus von Sababa muss sich aber auch alles andere als verstecken: es ist ebenfalls frisch zubereitet, hat die richtige Cremigkeit und schmeckt viel stärker nach Sesam (bzw der Sesampaste Tahina), als ich das sonst so kenne - lecker!
Auch hier gibt es verschiedene Varianten: getoppt z.B. mit ganzen Kichererbsen, mit hartgekochtem Ei, verschiedenen Fleischspezialitäten, oder mit Schakschuka (einem Pfannengericht bestehend aus einer dickflüssigen Tomatensauce, Paprika und Eiern, die in der Sauce pochiert wurden). Dazu werden typische Pickles und Pita Brote gereicht. Die Pita sind leider nicht hausgemacht, aber auch nicht schlecht. Frisch und sehr fein sind auch die Salate, vorallem der Granatapfel-Tomaten-Koriander Salat, mmmmh! Allerdings finde ich diesen recht teuer für die kleine Portion, erstrecht im Vergleich zu den großzügigen Hummusportionen...

Lustig fand ich bei der Strapline "Mama's Kitchen", dass eigentlich nur Männer in der Küche am Werk waren, aber so gut wie es hier schmeckt, bin ich sicher, sie kochen nach Muttis Rezepten ;)

Ich wünsche dieser Bereicherung der Kastanienallee viel Erfolg und viele Hummus-Freunde!

Sababa - Mama's Kitchen
Kastanienallee 50/51
Berlin - Mitte

Mo - So 11:00 - 22:00 Uhr

Cô Cô - Bánh Mì Deli

Immerhin kulinarisch lässt sich dem Kolonialismus und der Globalisierung etwas abgewinnen: Bánh Mì - französisches Baguette mit vietnamesischem Belag ist ein schönes Beispiel dafür. Ein wunderbarer Snack, der sich wohl nicht nur in Vietnam großer Beliebtheit erfreut, sondern in den letzten Jahren bereits amerikanische Großstädte erobert hat und nun seit einiger Zeit auch in Berlin zu haben ist.
Bei Cô Cô in Mitte gibt es eine ansprechende Auswahl verschiedener Zutaten, mit denen die Baguettes auf Bestellung frisch und üppig gefüllt werden. Für Vegetarier gibt es eine Bánh Mì Variante mit in Zitronengras-Sauce mariniertem Tofu oder auch eines mit gebratenem Ei. Beides kommt mit speziell eingelegtem (und trotzdem knackiges) Gemüse, Frühlingszwiebel, reichlich Koriander und hausgemachten Saucen.
An der köstlichen Füllung habe ich rein garnichts auszusetzen, der einzige Minuspunkt ist das etwas zu softe Baguette (dass bei meiner Begleitung eher ungute Subway-Assoziationen wachrief)... ein knuspriges, echt französisches Baguette wäre hier wirklich klar von Vorteil, dann würde ich volle Punktzahl vergeben..

Für alle, die lieber kein Baguette mögen, gibt es noch Reismehl-Omelettes. Eher etwas für den kleinen Hunger, aber geschmacklich ebenfalls großes Kino.

Auch hier gibt es eine veggie Option, gefüllt mit dem herrlichen Zitronengras-Tofu, eingelegtem Gemüse, frischen Sojasprossen und Kräutern, gehackten Erdnüsssen, sowie Sauce (bei der vegetarischen Variante wird netterweise auch auf die sonst obligatorische Fischsauce verzichtet).

Die angebotenen Desserts klingen auch interessant: Süßmais-Pudding mit Kokosmilch oder auch Ananas mit Chilisalz (!) zum Beispiel.. Muss ich bei Gelegenheit noch testen. Bei meinen Besuchen habe ich bislang nur die beiden vietnamesischen Kaffeespezialitäten (mal heiß, mal als Eiskaffee) quasi als Flüssigdessert genossen. Sehr zu empfehlen.

Was den Service angeht so habe ich es sehr unterschiedlich erwischt: mal lief alles wie am Schnürchen, ein andermal ging alles schief! Erst bekamen wir die Rindfleisch Bánh Mì anderer Kunden vorgesetzt, dann kam statt heißem Zitronengras-Tee ein Eistee, als wir den zurückgingen ließen, kam stattdessen heißer Grüntee mit Ingwer... und der dazubestellte Honig kam nie.
Naja, ich hoffe mal, wir haben da einfach nur einen schlechten Tag erwischt.
Ansonsten ist das Cô Cô ein schöner Laden mit super Interior-Design. Ich frage mich immer noch, ob es Zitronen sind, die in den großen Einmachgläsern im ganzen Laden stehen und wofür diese verwendet werden (oder ob sie rein der Deko dienen)?! Wie auch immer, ich habe mich gefreut über dieses neue Geschmackserlebnis, mal ein anderer Snack, jenseits von Pizza, Falafel und Kebab...

Cô Cô bánh mì deli
Rosenthalerstr. 2
10119 Berlin [click to see map]

fon: +49.30.24630595

U + Tram: Rosenthaler Platz

Öffnungszeiten
Mo – Do, So: 11:00 – 22:00 Uhr
Fr – Sa: 11:00 – 24:00 Uhr

Mr. Minsch

Erst kürzlich habe ich gelernt: der Tortenhimmel befindet sich auf der Yorckstr! Der Kuchenhimmel auch! Und der Backgott heißt Mr. Minsch!
Was der Konditor Minsch auffährt, übertrifft nicht nur an Größe, sondern auch an Köstlichkeit alles, was ich in Berlin an Torten und Kuchen bisher so vorgesetzt bekommen habe. (Vielleicht geschmacklich nicht die Werkstatt der Süße, aber das ist auch nicht wirklich vergleichbar)
Die Auswahl ist wirklich grandios: von herrlichster Himbeertorte (mein Favorit!), über Schoko Schoko (der Name ist Programm), gewaltige Zimtschnecken, Blaubeerkäsetorte (mit lila Lippengarantie), Schwarzwälder Kirsch, bis hin zu verschiedenen Obststreuselkuchen wie bei Oma...
Ich muss sagen, für mich war die Warteschlange am Sonntagnachmittag ein Segen, schneller hätte ich mich wohl sowieso nicht entscheiden können. Zum Glück war ich mit zwei Freundinnen da und wir haben uns drei Stück Torte geteilt, so konnten wir möglichst viel probieren und mussten uns nicht auf eine Sorte einschränken. Und vorallem diese Himbeertorte war wirklich ein Traum, soooo unglaublich gut! Sehr himbeerig, auf ganz weichem, lockerem Bisquitboden, die Creme sahnig und frisch (evtl mit Buttermilch gemacht?) und überhaupt nicht glibbrig-gelatinig.


Die Kuchen und Torten sind auf beste Weise bodenständig: kein Firlefanz, keine exotischen Zutaten oder trendigen Rezepte, sondern altbewährtes und das in Topqualität. Jedes Stück kostet 3 EUR, dafür bekommt man ein wirklich sehr großzügiges Stück (nicht so ein Zahnfüllerchen wie in manch einem hippen Café).
Es handelt sich bei Mr Minsch mehr oder weniger einfach um ein hübsches Schaufenster mit Luke aus der heraus verkauft wird. Es gibt keine Sitzplätze drinnen, entweder man nimmt sich die Backwaren mit, oder ergattert einen der Tische auf dem Gehweg im dekorativen Dschungel.
Sehr schön auch die etwas kuriosen, schrulligen Details im Laden, wie die großen Einmachgläser an der Rückwand, in denen Marzipannasen, Ohren und andere essbare(?) Körperteile ein etwas sonderbares Dasein fristen, oder die bei Groß und Klein beliebten Gummiglotzer oder auch die Namensschildhalter, die mich an das eiskalte Händchen der Addams Family erinnert haben.

Allen Mitmenschen mit Wespenphobie sei allerdings geraten, den Kuchen gut verpackt mit nach Hause zu nehmen, alle Fenster und Türen zu schließen und sich dann dem Genuss hinzugeben. Momentan gleicht es ansonsten eher einem Kleinkrieg, will man im Freien Konditoreiware zu sich nehmen...

Mr. Minsch
Yorckstr. 15
Berlin-Kreuzberg

S Yorckstr oder U Mehringdamm
Mittwoch bis Sonntag 12.00-18.30 und Feiertags

Cemilzade Confiserie Orientale

Die schöne Confiserie hat leider geschlossen.

Na toll, es ist Juli, es regnet und ist viel zu kalt. Da möchte man es sich doch am liebsten mit einem warmen Getränk, etwas leckerem zum Naschen und am besten noch einer lieben Person zum Quatschen irgendwo gemütlich machen und sich irgendwohin versetzen, wo Sommer noch richtig Sommer ist. Mein neuer Favorit für solche Anlässe ist das feine Café / Lädchen Cemilzade Confiserie Orientale in der Linienstr.
Die Gestaltung ist sehr elegant, fast komplett in weiß gehalten mit grünem Samt, dezent eingesetzem Gold und mit Schwarz-Weiß-Photographien des wunderschönen Istanbuler Stammhauses dieser Traditionsconfiserie. Leider ist das Istanbuler Geschäft bereits seit den 20er Jahren nicht mehr in dem abgebildeten prächtigen Gebäude ansässig, aber süße Köstlichkeiten werden weiterhin auf altbewährte Weise hergestellt und mit diesen kann man sich jetzt auch in der Berliner Dependance beglücken lassen.
Die Auswahl ist klein aber fein: türkisches Marzipan, Kokospan (wie Marzipan, aber eben anstatt mit Mandeln mit Kokos) und Lokum in verschiedenen Varianten - mit Pistazien, Haselnüssen, Rosenwasser, oder Früchten. Alles ein Traum! Nicht zu süß und doch süß genug um glücklich zu machen. Jedes Häppchen hat einen ganz eigenen, feinen Geschmack - wirklich etwas zum Genießen! Dazu empfiehlt es sich natürlich einen türkischen Tee zu trinken. Auch türkischer Mokka und die angebotenen Kuchen sind verlockend, die Pistazientarte war z.B. ganz hervorragend.
Und auch als Geschenk finde ich diese kleinen Köstlichkeiten eine schöne Idee. Es gibt sie hübsch verpackt in unterschiedlichen Mengen und Mischungen.
Bedient wurde ich beide Male sehr freundlich und schön ist auch, dass man die Süßigkeiten an der Theke kosten kann.
Rundum empfehlenswert!

Cemilzade Confiserie Orientale
Linienstrasse 113
Berlin- Mitte

Tel: 030 60925957

S + Tram Oranienburger Str

Öffnungszeiten:
Mo: geschlossen
Di - Fr: 11:00 - 19:00
Sa - So: 12:00 - 18:00